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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 6 · p. Seite 493

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 6
Article
Der Dichter Salomo ben Meschullam Dapiera und die Frage seines Glaubenswechsels
Date
1937-01-01
Page
Seite 493 (sequence 13)
Language
German
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Der Dichter Salomo ben Meschullam Dapiera 493 Ergaben also die beigebrachten Argumente keinen zwingenden Beweis für den Glaubenswechsel Dapieras, so fassen wir nunmehr den oft berührten Strophenwechsel mit seinen Überschriften ins Auge. In diesen erscheint Br. Mus. Add. 27, 168 als Tradent המשכיל הנחמד ר' יעקב ממיאל, vermutlich Sammler und Literat. Solange wir aber nicht wissen, auf welche einwandfreie Quelle dieser sich stützt, bleibt immer noch die von Bernstein a. a. O. beigebrachte Erklärung am einleuchtendsten: Schreiber und Herausgeber von Dichtungen suchten diese den Lesern durch erläuternde Überschriften zu empfehlen, darin enthaltene Dunkelheiten und Anspielungen aufzuklären. Sie konnten dabei natürlich auch fehlgehen. In unserm Falle haben sie die 70 Jahre und das ״Buhlen hinter Gott4‘ als einen Glaubenswechsel nach 70 Lebensjahren gedeutet und demgemäß kommentiert. Sie haben ihre Ansicht aber nur aus den Strophen selbst sich gebildet, und nicht beachtet, einmal, daß der Dichter mit der Anspielung auf Jes 2315 die verblaßte Schönheit seiner früheren Gedichte gemeint haben könne; sodann, daß Don Vidal nicht neue Gesänge von einem Abtrünnigen gewünscht haben würde, da solche doch keinen Glaubens Wechsel wettmachen könnten. Somit könne die Wendüng נפשך מעל אלקים זנתה nur bedeuten: Dapiera hätte fremdem Dichterbrauch gehuldigt, auch zu lange geschwiegen. Daß solche Vorwürfe nicht leicht wogen, bezeugt auch Bonfed. Mit Recht weist Bernstein auf den Rang der Poesie bei den Juden in Spanien hin. Der Dichter war kein beliebiger Autor; er war ״wie ein Priester und Prophet, ein Erwählter Gottes, auf Höhen wandelnd“. Entzog er sich seiner Aufgabe oder verfälschte er sie, so konnte man von einem Abfall von Gott reden. Daher die starken Worte bei Bonfed über Verwandlung von חק הלשון und ברית המליצה. So gern wir bis hierher Bernstein zur Entlastung Dapieras folgten, so geringes Gewicht haben seine übrigen Argumente. Er betont, daß der Dichter sich der Hochschätzung der Angesehensten seiner Zeit erfreut habe. Wohl stand er in Verbindung mit den Großrabbinern Don Meir Alguadez von Kastilien und Don Joseph Orabuena von Navarra, En Mose Gabbai von Mallorca, Verwandten des ר־שבץ, später Nordafrika. Sie waren Respekts« Personen für ihn; wir wissen nicht, wie sie über ihn urteilten. In literarischer Verbindung stand er ferner mit R. Serachja Halevi Ferrer (bedeutendem

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