Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Dichter Salomo ben Meschullam Dapiera und die Frage seines Glaubenswechsels
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 492 (sequence 12)
- Language
- German
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492 Salomon Samuel jenem Wipfel gehörten, überschwänglich ihre Liebe in Lied und. Sang gerühmt, obwohl jene Zeit eine Zeit des Weinens, nicht des Gesanges war.“ Was im Gedichte gestanden haben mag, können wir nur vermuten; von den ״Körnern“ aber glauben wir 2 zu kennen: Don Yidal und — Maestre Astruk Rimoch, Arzt, Dichter und Gelehrter, als Christ Francisco Dios Garne geheißen. Dieser hatte nach seiner Taufe an ein andres Mitglied des Dichterkreises, En Sehealtiel Bonafoux. ein Sendschreiben gerichtet, beginnend mit den Worten נפשי אויתיך voll höhnischer Bemerkungen über dessen ״Verharren im Irrtum“ und verblümten Einladungen, seinem Beispiel zu folgen, Bonafoux hatte allzu höflich und matt geantwortet; da ergreift Bonfed das Wort, weist Astruk-Francisco in einer Erwiderung: ראיתי מגלת ספר entrüstet zurück, und stellt die Unterscheidungslehren beider Religionen klar ins Licht. Wir haben beide Briefe in Geigers קובץ ויכוחים S. 24 f.; bei Eisenstein im אוצר הויכוחים New York 1929 fehlen sie leider. Ist oben etwa Dapiera mitgemeint? Wir wissen, zumal seit Samuel Poznanskis ,La disputation de Tortosa4 (Rfij B 74—76), welche Lücken Tortosa in die Reihen der spanischen jndenheit gerissen hat. Unterm 2. Febr. 1414 berichten die kirchlichen Protokolle, ״daß 17 Mitglieder der Familie de la Caballeria, höchst angesehen in ihrer Gemeinde wegen ihrer Gelehrsamkeit und ritterlichen Abkunft, getauft worden wären; in die Ziffer 17 waren nicht eingerechnet die Frauen und das zahlreiche Gesinde.“ Sollte unter letzterem wohl gar Dapiera als Hauspoet zu suchen sein? Wir glauben es nicht. Die jüdischen Quellen, Schebet Jehuda oder Quelle J (Kobaks Jeschurun Bd. VI) würden daran eine Erinnerung bewahrt haben; ja sogar die christlichen Protokolle hätten von der Taufe eines Dichters von über 70 Jahren Notiz genommen. Dapiera war vorübergehend in Tortosa, lebte aber in der kritischen Zeit vermutlich in Alcaniz, wo sein Mäzen Don Renveniste ibn Labi am 30. Nov. 1411 gestorben war, von ihm in einer Trauerode gefeiert. Mit dem Hausstande Don Vidals in Saragossa hatte er nichts gemein. Immerhin: recht nahe bei Dapiera hatte der Blitz gezündet.