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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 6 · p. Seite 486

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 6
Article
Der Dichter Salomo ben Meschullam Dapiera und die Frage seines Glaubenswechsels
Date
1937-01-01
Page
Seite 486 (sequence 6)
Language
German
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486 Salomon Samuel ל״ד זקו״נים\ das dem Zahlenwert entsprechend 257 Verse zählt, und der Hoffnung Ausdruck gibt, daß er damit den Nachrühm eines Al-Charisi und Jedaja Bedarsi gewinnen werde. Wirklich nennt ihn z. B. Israel Nagara mit diesen zusammen in seinem מימי ישראל Venedig 1599. Über Dapiera als Dichter hat heute ein milderes Urteil Platz gegriffen, als Steinschneider und Graetz (8.3 S. 156) über ihn gefällt haben. Letzterer erkennt ihm nur große Gewandtheit in der Reimprosa und in künstlerischer Versifikation zu, spricht ihm aber ״jede Ahnung von ergreifender Dichtkunst66 ab. Schon die wachsende Bekanntschaft mit Dapieras synagogalen Poesien (Zunz, Lit. Gesch. S. 518 u. 520, kennt wohl Bonfed und Don Vidal, nicht aber Dapiera) hat das Urteil gemildert. Gewiß überwiegt das Formtalent; Dap. beherrscht alle gangbaren Versmaße; keine Anregung setzt ihn in Verlegenheit; die Zahl der Verse, Reime und Stichworte werden von ihm wie Bälle aufgefangen. Die Sprache denkt und dichtet für ihn, ihre geprägten Münzen verwertet er unbedenklich und bleibt so dem Zeitgeschmack verhaftet. Wenn aber die Zeitgenossen und grade die jüngeren Kunstbeflissenen in ihm den unerreichten Meister erblicken, so müssen wir den Geschmack anklagen, nicht Dapiera. Wie hoch er selbst über den Rang der Dichtkunst dachte, erhellt aus vielen seiner Strophen. Zwar macht er sich das geflügelte Wort zu eigen, das schon sein Urgroßvater kannte: מיטב השיר כזב (das Beste an der Dichtung ist ״schöne66 Lüge), benutzt es aber nur gegen unbegabte Dichterlinge, die er der edlen Zunft fernzuhalten wünschte. Ihm ist Poesie eine Gottesgabe; daß sie ihm auch Gunst und Sold verlieh, empfand er nicht als Herabsetzung. Wer vom Dichter auch Reinheit und Glanz der Sprache verlangt, kommt bei Dapiera an den rechten. War er doch auch Lehrer der Reimkunst und des Sprachgebrauchs, Verfasser des אמרי כראש. Dieses Werk besitzen wir in seinem Hauptteil als Reimlexikön mit Einleitung und Huldigung an Don Benveniste ben Salomo ben Labi de la Caballeria, einmündend in ein Gedicht טל הלמן (s. o.), in mehreren Hdss.: Berlin: Staatsbibliothek Ms. or. qu. 489; Wien: Kaiserl. Bibi. Cod. CVII Hebr. Hdss. von Krafft u. Goldenthal; jetzt National-Bibl.

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