Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Dichter Salomo ben Meschullam Dapiera und die Frage seines Glaubenswechsels
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 487 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2830023-2830030-2841002--55039-2841054- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Dichter Salomo Ben Meschidlam Dapiera 487 Katalog von A. Z. Schwarz, Wien 1925, Nr. 111); Jerusalem: National- und Universitäts-BibL, beschrieben von Arje Tauber in Kirjat Sefer B. I, Heft 1 u. 2. Hier bringt Tauber die Einleitung des Werks und das abschließende Gedicht, beginnend לפנים נבאר כמד, כגידים erstmalig zum Abdruck, und schätzt dieses hoch ein. Das Mißgeschick habe, so führt er aus, Dapiera auch nach dem Tode verfolgt; jenes Gedicht enthalte eine Reihe köstlicher Gedanken in ungewöhnlicher Prägnanz und Kürze. Der ,Imre noasdT war auf 3 Teile berechnet; wenn Zeit und Muße es gestatten würden, sollte ein 4. hinzukommen. Ausgeführt wurde zunächst Teil 1 als ein umfangreiches Reim- Lexikon; es enthält gangbare hebr. Silben, die sich besonders zu Reimen eignen, alphabetisch geordnet nach den Anfangsbuchstaben der Reimsilbe; es ist ungedruckt. Teil 2 sind die מלים משותפים, Homonyma, gleichlautende Wörter verschiedener Bedeutung. Es liegt, wie Carmoly zuerst annahm, in dem Büchlein משכיות כפף vor, herausg. von Mordechai Tama, Amsterdam 1765. ohne Dapiera als Autor zu nennen. Der 3. Teil sollte die מלים נרדפים enthalten, Synonyma, Wörter verschiedener Gestalt, aber gleicher oder ähnlicher Bedeutung; er scheint nicht mehr geschrieben zu sein; um so weniger der 4. Teil. Der Mäzen des Verfassers, Don Benveniste b. Salomo b. Labi, in dessen Hause er arbeitete, die Söhne und vermutlieh auch andere Jünglinge unterrichtete, starb 1411, am 30. November. Dapieras Zufluchtsstätte war wieder einmal dahin; seine Arbeit stockte. Wie verhält es sich nun mit seinem Diwan? In ihrer Beschreibung des Wiener Cod. CVIII hatten Krafft und Goldenthal die Meinung vertreten, daß wir in ihm vermutlich den 4. Teil des ,Imre noasch6 vor uns hätten, eine von Dapiera veranstaltete Sammlung eigner und anderer, ihn vorbildlich diinkender Dichtungen. Dieser Ansicht, schon von A. Z. Schwarz in der Beschreibung s. Hds. Nr. 111 auf gegeben, können wir nicht beipflichten. Dapieras Plan für den 4. Teil war vielmehr ein andrer: Er wollte eine Prosodie liefern, ausgehend von den Stammwörtern, mit Prüfung der Längen und Kürzen der Stamm- und Anhängesilben. Dabei wollte er sich auf klassische Poesie und ältere Grammatiker stützen und das