Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Gründung der Krotoschiner Buchdruckerei im Jahre 1833
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 466 (sequence 3)
- Language
- German
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466 Louis Lewin Schriftdeutungen, die der Tradition zuwiderliefen. Sie mußten aus der ersten Auflage ausgemerzt werden. Das erwachte Mißtrauen zwang Monasch die Approbation des R. Israel Lipschütz zu erbitten, der nach R. Akiba Eger wohl bedeutendsten rabbinischen Autorität damaliger Zeit im deutschen Osten. Das Krotoschiner Rabbinat schloß sich an. Auch Monaschs Schwiegersohn, der Verlagsteilhaber und Uebersetzer Benzion ben Samuel Behrend, stimmte oft mit ihm in geschäftlichen Angelegenheiten nicht überein1. Die Behauptung Steinschneiders2, daß für die Bedürfnisse der polnischen und russischen Juden gearbeitet wurde, ist in ihrer Ausschließlichkeit abwegig, wie die Subskribentenverzeichnisse erweisen, und beruht auf Verwechslung mit den später einsetzenden Typographien von Stettin, Lyck, Johannisburg, Tilsit, Memel, Königsberg und Danzig. Die Hauptabnehmer waren Posen, sodann Schlesien und Westpreußen. Niederlagen wurden in Breslau und Frankfurt an der Oder errichtet. Der Export nach Polen, Rußland und Oesterreich dauerte nur von 1840 bis 45, solange Krakau Freistadt war, und die Bücher dort zollfrei eingeführt werden durften. Ueber Königsberg und Memel ging die Ausfuhr nur einmal im Jahre 1847 und direkt nach Polen nur vereinzelt3. Bemerkenswerte Publikationen waren noch die fünfzehnbändige Bibelausgabe 1839 ff., das Machsor 1838 מנחת חדשה, neun Bände mit hebräischem Kommentar und Uebersetzung, die Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums seit 1869, siebzehn Jahrgänge, der jerusalemische Talmud, 1867 von Behrend herausgegeben, mit Glossen von Salomon Brann, Judel-Slobodka und Weismann-Chajes, eine um so verdienstiichere Leistung, als das Werk seit 1609 niemals mehr vollständig erschienen war. 8 / 1845) מנורת המאור), von Fürstenthal und Behrend übersetzt, ist das schönste Buch der Offizin, hatte aber 1 Approb. des ersten Pent., Lebensgesch. S. 65 ff., 72 ff., 86 f.; vgl. MGWJ 1917, S. 327, Anm. 1. 2 Jüd. Typographie in Ersch und Gruber, Allg. Encyklop. d. Wissen- Schaft, u. Künste, II 28, S. 75. 3 Lebensgesch. S. 71 f., 75 ff., 95.