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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 6 · p. Seite 465

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 6
Article
Die Gründung der Krotoschiner Buchdruckerei im Jahre 1833
Date
1933-01-01
Page
Seite 465 (sequence 2)
Language
German
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Die Gründung der Krotoschiner Buchdruckerei im Jahre 1833 ~ 465 Buchdruckerei, zu deren Errichtung er von den Gebrüdern Warschauer in Dyhernfurth ein ״Lehrzeugniß“, das heißt einen Befähigungsnachweis, erhielt. Das erste Buch, das seine Presse verließ, war die Formenlehre des Krotoschiner Lehrers Kaselitz1, das zweite die ,,Sammlung der, die neue Organisation des Judenwesens im Großherzogthum Posen betreffenden Gesetze, Instruktionen, Rescripte u. s. w. in deutscher und zugleich hebräischer Schrift. Herausg. u. mit Einleit., Anmerk. u. 2 alphab. Sachregistern verseh., von W. J. Eichborn, Posen 1834.“ Das erste hebräische Werk, das herauskam, war das talmudische בית מנחם des damaligen Schmiegeier Rabbiners R. Mordechai Michael Jaffe. Die Typen hierzu erwarb Monasch von dem ehemaligen Dyhernfurther Drucker David Sklower. Der erste große Wurf war der 1836 ff. erschienene fünfbändige Pentateuch mit Onkelos, Raschi und deutscher Uebersetzung von Johlsohn. Die Revision hatte Rafael Fürstenthal. Der Text wurde nach Heidenheim korrekt gestaltet, ebenso in den Gebetbüchern und dem Machsor. Freilich wurde der unübertreffliche Rödelheimer niemals erreicht, trotzdem Heidenheims Namenszug die Titelblätter oft zur Empfehlung zierte. Die Plagiate in der Uebersetzung sind nur den Mitarbeitern zuzuschreiben. Behufs Reklame erscheint auch Amsterdam statt Krotoschin zuweilen als Erscheinungsort. Diese Tarnung wurde von mancher Seite scharf gerügt2. Mit Genugtuung sah Monasch, daß über 1200 Subskribenten den Pentateuch abnahmen, mit welchem er nunmehr einen eigenen Verlag begründete. Der Betrieb wurde immer mehr vergrößert und brachte es auf vier Pressen, 36 Arbeiter und 25 Sorten hebräischer Schrift. Die literarischen Mitarbeiter bereiteten manches Herzeleid. Der erste Uebersetzer von Genesis und Deuteronomium brachte 1 Lebensgeschichte 11. letzter Wille von B. L. Monasch in Krot., Handschrift im Bes. der Familie, Kopie (Hdschr. Nr. 200 in meinem Bes.) S. 50. Hiernach ist Brann in MGWJ 1917, S. 333, Anm. 5, zu ändern, wo es statt Zduny Schmiegel heißen muß. בית מנחם ist nach dem 13. Ijar 1834 erschienen (Vorw. das.). Vgl. Oeffentl. Anzeiger, Beil, zu Nr. 3 des Amtsbl. d. Kgl. Reg. zu Pos. 1830, I 14. 2 MGWJ 1901, 8. 424, Lewin, Heidenheimiana, Berlin 1924, S. 19, 24 f., Jahrb. d. jüd.-lit. Ges. III 298, Steinschneider, Hebr. Bibliogr. III S. III. Monatsschrift, 77. Jahrgang 30

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