Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Neue Spuk- und Zauberliteratur [Rezension]
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 10)
- Language
- German
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170 Max Grunwald zurückgekehrt1 zu sein. Wir besitzen über ihr Alter in jüdischen Quellen keine Angabe, die über Nachmanides, also das dreizehnte Jahrhundert hinaus zurückwiese. Ihm, als dem großen Kabbalisten, werden sie zugeschrieben. Er dürfte sie in Palästina (?) und zwar, nach der Form der Zeichen zu schließen, auf dem Wege über Kairo übernommen haben. Ueber seine Beziehungen zum 1 Schon frühzeitig galten besonders in Ägypten, auf Cypern und in Thracien die Juden als Meister der Magie, auch der Astrologie und des Exorcismus, vgl. Lippmann, Entstehung der Alchemie 195. Mose als Verfasser zahlreicher mystischer Schriften: 665, Schles. 1920, S. 5. Stobbe, Juden in Deutschland 279. Von der christlichen Magie werden meist jüdische Quellen zitiert und Juden als Zauberer erwähnt. Agrippa von Nettesheim bespricht in seiner Occulta philosophia die verschiedenen Alphabete, von denen ein jedes je einem Engel eignet (vgl. Mieses 428). In seiner Negromantia (Köln 1743, S. 281) beschreibt er die ,,membra Dei Hebraeorum mecubalium (d. i. Kabbalisten) opinione“ (vgl. Christi Länge: Hovorka-Kronfeld, Volksmedizin I 92), S. 169 verzeichnet er die ,,nomina divina respondentia numeris Saturni“ und gleichfalls verschiedene kabbalistische Alphabete, so die ,,Scriptura Malachim“, die ,,Scr. coelestis“, die ,,Scr. transitus fluvium“, ferner hebräische magische Quadrate, so eine Tabula Saturni, Tab. Solis, Tab. Martis u. a. m. — Die ,,Ars“ des Rai ־ mundus Lullus (Salamanca 1545) enthält unter anderem eine Geisterbeschwörung des ,,Mayster Lasarus“ und eine Praktik ,,Alomonis Zadocki Presbyteri Hierosolyniitae“. Des Exorcisten Joh. Habermann ,,Liebe St. Christophori“ (1561 und 1574) weist hebräische Wörter und Formeln auf; das ״N igromantische Kunstbuch“ (Köln 1743) behandelt Glücksrute, Ring und Krone Salomos, die Schlüssel der Patriarchen und Salomos u. m. dg]. ,,Die Formeln der magischen Kabbala oder der magischen Kunst samt Auszug aus der ächten und wahren Clavicula Salomonis Regis Israel“ sind angeblich ״Weimar 1505“ erschienen, aber offenbar ein Machwerk des 19. Jahrhunderts. Nicolaus Fla melius beruft sich in seinem Buche ״Chymische Werke“ (Wien 1751) S. 31 auf einen Kaufmann aus Bologna, der ihn mit einem getauften jüdischen Arzte bekannt gemacht habe, und auf einen ,,jüdischen Priester in Spanie n“. In den ,,Disquisitionum magicarum libri sex“ des Jesuiten Martin D e 1 r i o (Köln 1720) heißt es S. 163, ein Jude habe bewirkt, daß der letzte italienische König ,aus Neapel vertrieben worden sei und kein Italiener mehr diesen Thron besteigen werde. — Juden als Zauberer: P. Saisset, Heures juives au Maroc 106 u. ö. Fritz Baer, Juden in Spanien (Index); (ganz harmlos); in Tripolis: P. Colbi im ״Israelitischen Familienblatt“, 12. Mai 1932, S. 13; als Alchimisten: Anzeiger für die Kunde der deutschen Vorzeit . 1862, 365; Brann, Juden in Schlesien 154. Über die Jüdin Maria in der Alchemie (— Mirjamd vgl. Reitzenstein 103.