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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 3 · p. Seite 166

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 3
Article
Neue Spuk- und Zauberliteratur [Rezension]
Date
1933-01-01
Page
Seite 166 (sequence 6)
Language
German
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166 Max Grunwald in diesen Siegeln eine Häufung von Gottesnamen* 1, wie sie ja Baba batra 73 a und in Beispielen, die er selbst anführt, vorliegt. Nur möchte ich die vier Striche als vierfaches Alif ansehen. Zu ״Eloah Elohim Ehje“ bei W 3t würde ein ״El“ passen. Er selbst zitiert ja ’Ahja (Sarahja) ’Adunai ,Asba’ut ,Ai (Saddai). Als Tetragrammaton erkenne ich hingegen die drei Stabe mit dem Querstrich. Drei Jod mit einem solchen Querstrich, der als ein Bet gedacht wird, sodaß das Ganze die Zahl 32 ergibt2, sind in dieser Bedeutung nicht selten3. Das Mim und die Leiter4 wollte man, da Leiter arabisch ״slim“, als ״Moslim“ erklären (bei Seligmann, Der böse Blick II 295). Die Leiter gilt als Zeichen der Aphrodite (a. a. O.), aber auch ägyptischer Gottheiten (V. v. Strauß und Corney, Die altag. Götter 96). Doch wenn nach Winkler in dem Mim der Anfangs- oder Endbuchstabe eines Götternamens zu suchen ist, denke diesen Rezepten nicht selten Kuren von Christinnen angeführt; so ״Mus.“ 4: Im Jahrestn (1599) sandte Gott Blattern über die Kinder von 5 bis 6 Jahren und es starben viele, in Lyk 100 Seelen, bis eine Nichtjüdin den Kranken Rautensamen zu trinken gab. Da genasen sie. Mein Kind erhalte und bewahre Gott vor allem Bösen! — Oder: Kraft des Eisenkrautes oder ״Eisenhart“, polnisch Kaschitschka (k^sina ״Eberwurz“) oder Zalesnik (das Herauslocken dieser Kräfte: Steinschneider a. a. 0. 70): Mache des Morgens mit Silber oder Gold einen Kreis um das Kraut und sprich: ״Du, verbena, aller Wurz ein Wurz un aller Blum ein Blum un aller Kraut ein Kraut (ich beschwör dich beim Gott Israels und beim Gott des Himmels und der Erde)“. Abends ziehe diesen Kreis und sprich: ״Edles (ha-mejuchas) Gewächs Eisenkraut, ich befehle dir im Namen von Mikael, Gabriel, Rufael und Anei, daß du keine deiner Kräfte in der Erde zurücklassest“. Lasse das Gold oder Silber über Nacht bei dem Kraute liegen. Vor Sonnenaufgang reiße mit einem Stück Holz oder Eisen das Kraut so heraus, daß von der Wurzel nichts zurückbleibt, wasche das Kraut und bewahre es an reinem Ort auf• — Übrigens wird (Mus. f. 49), um die Folter (‘innuj) nicht zu fühlen, Eisenkraut und langen Pfeffer in den Mund zu nehmen, und um sich nicht durch die Folter ein Geständnis erpressen zu lassen (das. f. 65), das Trinken des eigenen Urins empfohlen. 1 Allgemein ist die Vorliebe der Zauberer für fremde Gottesnamen. Wie in christlichen Amuletten jüdisches Religionsgut, findet sich ,,Evangelion“ MJV III22, V 72, Jesu daselbst 103, VII 76 u. a. m. in jüdischen. 2 Neben Gottesnamen von 12 (,,die 12 heiligen Zahlen“, Erck-Böhme, Deutscher Liederhort III 825, die 12 Apostel), 22, 42, 72 Buchstaben (über letztere: Blau, Altjüdisches Zauberwesen 137) also auch einer von 32. Vgl. bin Gorion, Die zwölf Stämme 1 ff. 3 Gaster, Studies III 230; Dornseiff 41. 4 Neben die x\ty.axec bei Reitzenstein 9 sind die sullamot Genesis r. 68 u. ö. (vgl. Aruk completum s. v.) zu stellen, auch die Jakobsleiter in kabbalistischer Deutung gehört hierher (JJV II 375). Die siebcnstufige

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