Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Neue Spuk- und Zauberliteratur [Rezension]
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 2)
- Language
- German
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162 Max Grunwald sind (86). Zu den acht Thron trägem gehört u. a. Kalaman (87), zu den oberen der Geister Rukija’il, ’Anija’il, Kasafija-il und andere. Eine besondere Rolle spielt der Dämon Maimiin, vielleicht mit Mammon identisch (105). Die Geister erscheinen jeder in seiner besonderen Farbe gekleidet (92). In der fünften Reihe einer dieser Beschwörungen stehen die Namen von sieben Geistwesen (ruhanija, S. 96). Oft wiederholt sich die Formel *Ahja Sarahja, die Winkler zutreffend als das hebräische ״ehje aser ehjeh“ erkannt hat (119). Als Bestandteile der sieben Siegel kommen zunächst das Pentagramm und das Hexagramm in Betracht. Winkler gibt (119 fg.) eine Übersicht über ihr Vorkommen im Altertum und frühen Mittelalter. Sie sind nicht, wie etwa Kreuz und Hakenkreuz, auf der ganzen Erde anzutreffen. Sie kamen aus den Ländern des östlichen Mittelmeeres nach Italien, Gallien und Ägypten. Der Islam empfing sie von Kopten und Juden. Je nach den Materialien, auf denen sie sich finden, sind sie entweder, so auf Gewichten, Münzen u. dgl., Zeichen der Rechtmäßigkeit oder rein ornamental oder, so z. B. auf Grabsteinen, Heils Zeichen. Das Pentagramm' wurde etwa zwischen dem dritten und vierten Jahrhundert zum Siegel Salomos, indem die Juden dieses Zeichen dem Kreuz gegenüberstellten (188). In dem ältesten Nachweise der ,,sieben Siegel“ (10. Jahrhundert) und auch sonst steht an der Stelle dieser Zeichen ein kleiner Kreis. Er bedeutet Ha’, den letzten Buchstaben des Wortes Allah und ist zugleich dessen Vertreter (135 fg.). Auch die anderen Zeichen sind wohl graphische Darstellungen von Gottesnamen. Die vier senkrechten Striche darin sind vermutlich das Tetragrammaton, nämlich vier Jod, wie sie auch auf Zaubersehalen den in muhammedanischen Zaubertexten zu Samhuris verstümmelten Sem hammeforas darstellen (141 fig.). Die beiden letzten Zeichen der Reihe, Ha’ und Waw, können die koranische Gottesbezeichnung Huwa, aber auch Alpha und Omega bedeuten (145). Das zweite Zeichen der Reihe, drei senkrechte Striche mit darüber schwebender Querlinie, könnte die Trinität auszudrücken haben. Der Rest, ein Mim und eine Leiter, dürfte der graphische Ausdruck des hoch־ sten Gottesnamens irgend einer Religionsgemeinschaft sein. Zaubertexte sprechen von dem ״blinden, verstümmelten Mim und der Leiter.“ Winkler findet dafür keine Erklärung (151). Nach den sieben Siegeln behandelt er (150 fg.) die ,, Brillen buchs taben“ der Zaubertextej Buchstaben, die an den Enden und Ecken kleine Kreise äufweisen. Sie begegnen uns schon in der Antike von Kleinasien bis zu den Grenzen Germaniens. Die Araber haben sie bei den Kopten kennengelernt. Ihr Ursprung ist, nach Winkler, in der Keilschrift zu suchen1. Seite 152 wird die magische Wirkung der Vokalreihe der Antike gestreift2. In einem Rückblick (168 fg.) wiederholt.Winkler seine These, daß die weitest 1 Über sie Näheres in meinem von dem ״Schweiz. Arch. für Volkskünde“ zum Abdruck übernommenen Beitrag ,,Engelalphabete usw.“. 2.Vergl. das AE I OU Friedrichs III.; Mieses: Gesetze der Schriftgeschichte, S. 398-