Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Neue Spuk- und Zauberliteratur [Rezension]
- Date
- 1933-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Neue Spuk-und Zauberliteratur. Von Max Grunwald. Einem bisher kaum beachteten, weil wenig; geachteten, in seiner religions- und kulturgeschichtlichen Bedeutung nicht erkannten Gegenstände widmet H. A. Winkler eine eindringende Studie in seiner Monographie ״Siegel und Charaktere in der muhammedamschen Zauberei“. (Berlin 1930, Walter de Gruyter & Co.) In einer ausführlichen Einleitung sucht Winkler die Besonderheiten der Zaubersprüche und Amulette, sowie der Zauberhandlungen psychologisch zu erklären. Die Schreckhaftigkeit des Primitiven, die ihn ständig begleitet, läßt ihn überall unheildrohende Spukgestalten, wie z; B. das Idol mit der Hellebarde (S. 3) sehen und hören. Sie abzuwehren, gebraucht er alle ihm irgendwie wirksam erscheinenden Mittel; je mehr ihrer, desto zuverlässiger erhofft er mit einem schon aus der Antike geläufigen ״schnell, schnell“ den Erfolg. Sinnlose Laute, die mehr oder minder aus der Ekstase geboren werden, verbindet der Zauberer, dessen Geistestätigkeit der des Primitiven entspricht, mit Elementen fremder Sprachen vor allem Gottesnamen anderer Religionen. Aus seinem Bestreben, durch die Zauber- Zeichen zu faszinieren, erklären sich die vielfach absonderlichen Zauberfiguren. Sie haben ursprünglich nicht den Zweck, etwas darzustellen, sondern lösen, wie etwa der Kreis, das Zellenquadrat, das Kreuz und Haken: kreuz, vor allem einen magischen Eindruck aus. In solche, an sich sinnlose Worte, besonders wenn sie von beiden Seiten die gleiche Buchstabenfolge haben, und in Zeichen, wie sie oft an Naturgegenständen zu beobachten sind, sucht man dann Bekanntes hinein zuinterpretieren (51). Nach dieser Einführung macht uns Winkler mit einer größeren Anzahl muhammedanische.r Zaubertexte bekannt, in denen die ״sieben Siegel Salomos“ angewendet werden. Ein Toter, dem ein solcher ״Name“ mitgegeben wird, ist vor der Peinigung im Grabe sicher1 (S. 72). Dem Namen dessen, dem 4er Zauber gilt, fügt man nach ägyptischem Vorbild den Namen der Mutter bei2 (S. 25, 74). Zu den Dienern dieser gesegneten. Namen gehört auch Mifatrun (S. 77). In den sieben Siegeln sind enthalten ״von; den Buchstaben der Tora vier und vier von dem Evangelium ,Isas des Sohnes der Marjam und fünf vom Koran“ (79). Siebenmal wiederhole die Formel:! (80)- Auf die Anrufung erscheinen die Könige3, die mit den sieben Tagen betraut . 1 Vgl. JE (— Jewish Encyclopedia) s. v, ״yibbut ha־keber“. 2 MJV (= Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde) V 26,. auch auf jüdischen Grabsteinen in manchen ungarischen. Gemeinden. ״:״' 3 Die Metall- und Planetengötter als ״Könige“;; die Plainetengötter als ״Szepterträger“ schon auf dem Zodiacus. von Dendera: E. ö. v.;;Lippmann, Entstehung und Ausbreitung der Alchemie 669. Monatsschrift, 77- Jahrgang 11