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Jüdische Schulzeitung · 1935-07-01 · 7 (1.7.1935) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
11 (1935)
Issue
7 (1.7.1935)
Date
1935-07-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nummer 7 Jüdische Schulzeitung Seite 5 Bourgeoisie einzudringen, weil sie gleich ihnen Paläste in den feinen Vierteln und Limousinen besitzt und im Winter im Südexpreß und dem Train bleu nach dem Süden fährt." Seinen ganzen Spott, seine 'bissige Ironie, sein hohnvolles Lachen, all dies wirft er ihnen ins Gesicht und reißt ihnen die Maske herunter, wenn er sagt: Ihr findet, daß wir zu sehend, zu wenig verschwiegen sind. Denn, nicht wahr, das ist doch wohl euer Standpunkt, daß in einem Lande mit einer alten Zivilisation es zur guten Erziehung gehört, daß man sich keinesfalls bemerkbar mache. Aehnlich verfährt er mit ihnen in einem von Fleg in seiner Anthologie erwähnten Gedicht: Tu es content, wo es am Schlüsse heißt: Tiens — toi bien, fais comme les autres ~ Ou l'on va rire de ton nez! Et chasse donc ta brave vieilie äme Oui jusqu'ici vient te chercher. Dabei ist er ein ausgezeichneter Psychologe und ein hervorragender Gestalter. Sein » Quelques Juifs et Demi-Juifs «ist ein wissenschaftlich interessantes und seelisch ergreifendes Buch zugleich. Die drei Menschen, denen der I. Band gewidmet ist, nämlich Israel Zangwill, Otto Weininger, James Darmesteter sind, wie Spire selbst bemerkt, in der Art verschieden. Was sie aber verbindet und weshalb er sie in einem Bande zusammenfassend behandelt, ist dies: „Und doch verzehrt sie dieselbe Flamme, diese Kinder des Ghetto, diese Söhne von jüdischen Arbeitern. Diese Leidenschaft im Verstehen und Lieben, derselbe Traum von edlen Taten . . . derselbe Wille, zu wirken, groß zu sein. Und alle drei sind Propheten und Dichter. Aber ihre Gaben sind verschieden, die eingeschlagenen Wege führen auseinander . . Ist Fleg der Mann des harmonievollen Ausgleichs, Franck der sich innerlich an Zweifel und Ausweglosigkeit Verzehrende, so ist Spire der Stürmer und Dränger, der die Welt aus den Angeln hebt und mit kraftvollster Energie voranstürmt, mit klarem Blick und immer mutig seinem Ziele nachstrebend. Auf Palliere: >:Le Sanctuaire Inconnu« näher einzugehen, darf ich mir im Zusammenhang des Themas versagen. Es ist einmal zu bekannt, als daß es einer besonderen Interpretation bedürfte. Im übrigen glaube ich, es infolge seines mehr weltanschaulichen und religionsphilosophischen Charakters dem Gebiete des Religionsunterrichtes zuweisen zu dürfen. Schluß folgt! Ein Rückblick Das lahr 1934 hat die jüdische Lehrerschaft am Werke gesehen, die neuartigen Aufgaben, die an sie herangetreten sind, geistig und praktisch zu Bewältigen. Eine besinnliche Rückschau auf das, was erstrebt und erreicht wurde, aber auch auf das, was Aufgabe blieb, ist gut. Sie erfolgte von der Schriftleitung her in Nr. 3 ds. Bl. vom 1. März. Heute sei einem unserer tatkräftigsten Vereine das Wort zur lahresschau gegeben. Dem Bericht der Vereinigung jüd. Lehrer und Lehrerinnen zu Frankfurt a. M. entnehmen wir folgende Amführuntjen: Von unseren acht Monatsversammlungen hat sich keine einzige mit dem jüdischen Religionsunterricht befaßt. Wo die Notwendigkeit dazu vorlag, hat sich die Fachschaft der Religionslehrer an Simultanschulen in einer Sondersitzung versammelt und über die Umgestaltung des Religions-Lehrplans beraten. In unseren regelmäßigen Vollversammlungen wurden ausschließlich aktuelle Themen behandelt, die den natürlichen Belangen der ' »üdischen Lehrerschaft und den Erfordernissen der Gegenwart entsprechen. An der Spitze stand die brennende Frage: „Die Situation der jüdischen Lehrerschaft". Studienrat Dr. Albert Hirsch behandelte die personellen Angelegenheiten der durch das Beruf sbeamtengesetz betroffenen Lehrer; Fräulein Recha Friedmann sprach über die Lage der jüdischen Lehrerinnen, verlangte in erster Linie die Anstellung oder Beschäftigung der ohne Pension abgebauten Kräfte, sodann die Weiterbeschäftigung der pensionierten Lehrerinnen. Studienassessor Dr. Herrn. Weil legte die Verhältnisse der jüdischen Philologen in Preußen dar. Auf Grund der Aussprache machte die Vereinigung eine Eingabe an den Reichsverband der jüdischen Lehrer vereine, bei der Reichsvertretung der deutschen Juden dahin vorstellig zu werden, daß man die stellenlosen Kräfte unseres Bezirks anstelle, und eine weitere Eingabe an den Vorstand der hiesigen israelitischen Gemeinde, an die Gemeindevertretung, an Oberstudiendirektor Dr. Driesen und den Schulrat des Philanthropins, bei eintretender Vakanz die hiesigen Lehrerinnen zu berücksichtigen und aus sozialen Gründen evtl. eine Planstelle mit zwei Lehrkräften zu besetzen. In entgegenkommender Weise haben Direktor und Schulrat des Philanthropins unserem Ersuchen stattgegeben und auf diese Art die ohne Pension verabschiedeten Lehrerinnen beschäftigt. Die Februarsitzung war der Lehrerb'.ldungsfrage gewidmet. Im Anschluß an ein Referat des Kollegen J. B. Levy wurde eine Entschließung an den Verbandsvorstand gefaßt, daß vor allem die abgebauten Lehrkräfte an den jüdischen Volksschulen der Großstädte Anstellung finden, daß die bestehenden Lehrerbildungsanstalten kräftig erhalten und den Anforderungen der Zeit und den Wünschen der jüdischen Lehrerschaft entsprechend ausgebaut werden sollen- Falls eine Neugründung notwendig wäre, solle sie einen überparteilichen Charakter haben, auf breiter jüdischer Grundlage beruhen und ihrer inneren Gestalt nach eine pädagogische Akademie sein. Ein Vortrag von Kollege Alfred Speyer „Die Entwicklung der jüdischen Jugendbewegung bis heute" mündete in die praktische Forderung, daß die jüdische Lehrerschaft einen engeren und stärkeren Kontakt mit der bündischen Jugend suchen müsse. Die Vereinigung erwählt darum einige Mitglieder, wie die Herren Alfred Speyer, Stud.-Ass. Dr. Epstein, Dr. Herrn. Weil, die Verbindung mit den Bünden herzustellen und sie nach der jüdischen Seite hin zu beeinflussen und darüber sowie über ihre sonstigen Eindrücke der Vereinigung zu berichten. Auf Grund persönlicher Eindrücke in Erez Israel verbreitete sich Kollege Dr. S. B. Eschwege über das palästinensische Schulwesen. Die Frage der Gestaltung der Oneg Schabbat-Feier erheischte auch von der Vereinigung eine Stellungnahme; sie wurde gefunden nach vorausgegangenem Referat des Herrn Rabb. Dr. Lemle über „Freizeitgestaltung unserer Schüler am Mitteilung! Bitte geben Sie dieses Blatt, wenn Sie es gelesen haben, an die« jenigen Interessenten weiter, die ebenfalls für den Bezug der Jüdischen Schulzeitung in Frage kommen. Die Bestellung kann durch Einschicken des untenstehenden Bestellscheines bewirkt werden. ]Wt bestem Dank! Der Verlag. An den Verlag der Jüdischen Schulzeitung Ich bestelle hiermit ab........................................................................die monatlich Imal erscheinende (Datum) Jüdische Schulleitung Verlagsort: Mannheim 2 Das Bezugsgeld von vierteljährlich 45 Pfg zuzüglich 6 PIg. Postzusteil gebühren bitte ich durch den Postboten einziehen zu lassen. Genaue Adresse des Absenders Vor« u. Zuname:._.............................._______________________________________________________________________....... Eigenhändige, deutliche Unterschrift erforderlich. Straße:...........................................'........................................................................................._

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