Mannheim
Compact Memory

Jüdische Schulzeitung · 1935-07-01 · 7 (1.7.1935) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
11 (1935)
Issue
7 (1.7.1935)
Date
1935-07-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2825247-2825355-2825362--0993-2826647
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Seite 6 Jüdische Schulzeitung Nummer 7 Sabbat". Die Reihe allgemeiner wissenschaftlicher Themen, die Ersatz für die Arbeit der Fachvereine bieten sollen, eröffnete der Vortrag von Stud-Rat Dr. Max Salomon: „Jüdische Probleme in der modernen deutschen und französischen Literatur." Die letzten drei Monatsversammlungen standen wegen der Wichtigkeit und Bedeutung der Sache in enger Verbindung mit der Pädagogischen Woche des Philanthropins: in der ersten bereitete ein Referat des Herrn Oberstudiendirektor Dr. Driesen darauf vor, in der dritten leitete der gleiche Referent die Aussprache über die Auswirkung der Pädagogischen Woche ein, die ihren Niederschlag fand in dem Plan praktischer Fortbildungskurse für deutsch-jüdische Lehrer des Rhein-Main- Gebiets (Mittelpunkt Frankfurt a. M.) durch Lehrer. Ein kleiner Ausschuß hat diesen Anregungen dann greifbare Gestalt gegeben. In der Mitte zwischen beiden lag der Schwerpunkt, die Teilnahme an der Pädagogischen Woche selbst und die Besprechung der Vereinigung mit den auswärtigen Schulleitern und Lehrern, worunter der erste Verbandsvorsitzende Dr. H. Stern und der Ehrenvorsitzende M. Steinhardt waren, über das von Kollege J. B. Levy gehaltene Referat: „Die jüdische Schule der Zukunft, der jüdische Lehrerstand, der jüdische Lehrer verband". Eine Entschließung wurde gefaßt und dem Verbandsvorstand zur Behandlung überwiesen. Unsere Vereinigung mußte, wie schon am Eröffnungstag hervorgehoben wurde, naturgemäß nach ihrer äußeren Zusammensetzung und ihrer inneren Struktur den allerlebhaftesten Anteil an der Pädagogischen Woche nehmen; denn sie zählt nicht nur den geistigen Urheber der Pädagogischen Woche und die meisten Lehrkräfte, die in Aktion traten,' zu ihren Mitgliedern, sondern sie erstrebt vornehmlich die wissenschaftliche und methodische Fortbildung der Lehrer und die Förderung des Unterrichts, verfolgt also Ziele und Bestrebungen, die keinen stärkeren Auftrieb erfahren können, als vermittelst anschaulicher, erlebter, wirklicher Pädagogik in einem tätigen Organismus. Wir haben die Veranstaltung als eine entscheidende Tat angesehen, die von nachhaltigem Einfluß auf unseren gesamten Unterricht sein wird. Darum haben wir ihr einen so breiten Raum in unserer Jahresarbeit gewährt- Als neuer Vorstand wurden gewählt: Studienrat Dr. Max Salomon (Vertreter der Philologen), Frl. Schleifer, (Vertreterin der Volksschule), Dr. J. Höxter (Vertreter der Religionslehrer), J. Flörsheim, Schriftführer, S. B. Eschwege, Rechner. In den erweiterten Vorstand wählte man zunächst: Frl. Recha Friedmann, Dr. Albert Hirsch, Dr. H. Weil, Dr. Strauß- Offenbach, A. Speyer. — Kollege J- B. Levy wurde als ständiges Mitglied des Vorstands gewählt. Alle Kategorien der jüdischen Lehrerschaft sind mithin im Vorstand vertreten. Oberstudiendirektor Dr. Driesen wurde als Vertreter der Vereinigung in den Preußenverband der jüdischen Lehrervereine gewählt. Flörsheim, Schriftführer. Aus dem Lehrer-Verband Der Vorsitzende unserer H i U" s k a s s e ist verzogen- Neue Anschrift lautet: Lehrer S. Silberberg, Berlin-Nikolassee, Cimbernstraße 1. Kollege Silberberg sowohl als auch Kollege Reschke, unser Geschäftsführer, bitten, wegen der Ferien Zuschriften erst wieder zu Beginn des August an'sie zu richten. Unser lieber Verbandsvorsitzender Rektor Dr. Stern und seine verehrte Gattin, Berlin-Halensee, Westfälische Straße 50, werden s. G. w. am 3. Juli das Fest der Silbernen Hochzeit feiern dürfen. Wir sprechen ihnen unsere herzlichsten Glückwünsche aus. Der Verein Isr. Lehrer der Provinz Pommern hielt seine Hauptversammlung am 12. Marz in Stettin ab. Sie bildete den Abschluß einer Arbeitsgemeinschaft pommerscher Gemeindebeamten. Es referierten die Herren Dr. Elk über Maimonides, Dr. Richter-Schivelbein über die Emanzipation der Juden in West- und Mitteleuropa und Dr. Sil'berstein-Stargard über die Psalmen im Unterricht. Religionslehrerkurse Die Berliner Mitglieder des Landesverbandsausschusses für Lehrerbildung waren am 8. Mai zu einer Aussprache über schwebende Fragen zusammengetreten. Der Vorsitzende Rabbiner Dr. Galliner berichtete über die Religionslehrerkurse. In dem ersten sei von zehn Damen und Herren die Schlußprüfung abgelegt worden. Der im Herbst vorigen Jahres eröffnete Kurs zähle 20 Damen und Herren. Ein Fortbildungskurs für konservative Religionslehrer sei nicht eingerichtet worden, weil sich nur ein Teilnehmer gemeldet habe. Ueber die Einrichtung, den Aufbau, die Erziehungs- und Bildungsziele der Lehrerbildungsanstalt zu Berlin referierte deren Leiter Dr. Fritz Bamberger. E;no Erinnerung Am 13. Juni waren 20 Jahre seit dem Tage verflossen, an dem Gottfried Sender beim Sturmangriff im Walde von Cupry westlich Szawle gefallen ist. Seine Freunde und Kameraden und die vielen Menschen, die diesem gütigen, tüchtigen pflichtgetreuen Manne im Leben begegnet sind, werden seiner oft gedenken. Er hat als Lehrer und als Offizier gleichermaßen seine reiche Kraft hohem Dienst hingegeben, und so wird sein Bild der Erinnerung stets gegenwärtig bleiben. Bestellschein Rn den Porto 3 Pfg. ■ Falls keine : Marke zurHand, unfrankiert in : den Postkasten werfen! Porto trägt dann Empfänger. Verlag der Jüdischen Schulzeitung Gebrüder Neubauer Ludwigshafen a. Rh, ■BnHBamnniHnBanH Schulstraße 14. Literarisches Alex Bein:. Theodor HerzL Fiba Verlag Wien. 736 Seiten. Der Verfasser gibt nicht nur eine ausgezeichnet fundierte Biographie Herzls, sondern auch eine gediegene Darstellung der verschiedenartigen Strömungen innerhalb der Judenheit, aus denen die zionistische Bewegung herausgewachsen ist. In welches Gebiet der geschichtlichen Entwicklung des jüdischen Schicksals uns Bein auch führen mag, immer läßt er die Dinge um die Zentralgestalt Herzls kreisen, und in dramatischer Bewegtheit rollt vor unsern Augen sein heroisches Leben im Kampf mit Menschen und Umständen ab. Das Werk ist reich mit interessanten Bildern ausgestattet. Es wird nicht entbehrt werden können, wenn es gilt, ein klares" Bild von der Wende des Jahrhunderts, von den jüdischen Menschen, die ihr das Gepräge gaben und von Theodor Herzl, der „auf der Menschheit Höhe" wandelte, zu bekommen. -

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.