Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 10 (1.10.1934)
- Date
- 1934-10-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 J ü d i s c he S c h u 1 z e i t u n g "Nummer 10 Die Zahl der schulpflichtigen jüdischen Kinder im deutschen Reichsgebiet beträgt etwa 60 000. Von diesen besuchen etwa 18 500 jüdische Schulen. Die Zahl der Kinder, die jüdische Schulen besuchen, ist ständig" im Wachsen. Im Augenblick gibt es in Deutschland- 10 höhere jüdische Schulen, von denen 5 bis heute die Berechtigung zur Abnahme .des. Abituriums (Reifeprüfung) besitzen. Die übrigen 5 sind Real- oder Mittelschulen. An jüdischen Volksschulen gibt es, nachdem fast alle sogenannten Zwergschulen von der Regierung geschlossen worden sind, etwa 80. Infolge der Entwicklung des letzten Jahres sind eine Anzahl Gemeinden dazu übergegangen, eigene Volksschulen zu errichten. Für die Errichtung dieser Volksschulen -bestehen keine gesetzlichen Hindernisse; sofern der Staat nicht finanziell dazu beizutragen braucht, sind keine besonderen Schwierigkeiten bei der Konzessionierung zu erwarten. Zu Ostern 1934 wurden 10 neue Volksschulen errichtet, in weiteren 10—15 Fällen sind noch nicht alle Gründungsschwierigkeiten überwunden. 3200 Kinder traten neu in jüdische Schulen ein. Die "meisten Volksschulen haben daher ihre Schülerzahl zu Ostern 1934 beträchtlich vergrößert, und alle Schulen haben den Unterricht in den jüdischen Fächern verstärkt. Ein- Teil hat Neuhebräisch in den Lehrplan aufgenommen oder gibt den Schülern., fakultativ die Möglichkeit, diese Sprache zu lernen. Fast überall ist ein sogenannter Werkunterricht, der die Grundlage für eine spätere handwerkliche Ausbildung schafft, eingeführt worden. Allgemein ist zu sagen, daß die jüdischen Schulen bemüht sind, den Gesamtunterricht jüdischer zu gestalten, um so der heranwachsenden jüdischen Jugend den seelischen Halt zu vermitteln, den sie für ihr zukünftiges Leben und den. Existenzkampf benötigt. Aus diesem Grunde haben auch die Richtlinien zur Aufstellung von Lehr plan, eh für jüdische Volksschulen, die vom Erziehungsausschuß der Reichsvertretung der deutschen Juden herausgegeben sind, ein ungemein großes Echo gefunden. An ausgebildeten jüdischen Lehrern gibt es in Deutschland etwa 1200, von denen etwa 600 heute schon in jüdischen Schulen beschäftigt sind. An nichtjüdischen Schulen sind etwa 300 jüdische Lehrer in ihren Aemtern verblieben. Es stehen also für d'e Erweiterung des jüdischen Schulwesens noch etwa 300 jüdische Lehrer zur Verfügung. Durch Schulungskurse soll die Vorbereitung dieser bisher allgemein ausgebildeten Lehrer für die speziellen Aufgaben der jüdischen Schulen erreicht werden. Für die Neuausbildung von jüdischen Lehrkräften steht als einziges Institut das Volksschullehrerseminar Würzburg zur Verfügung, das gesetzestreu geleitet wird und das die Berechtigung zur Ausbildung von Volksschullehrern behalten hat. Die Sicherstellung eines Lehrernachwuchses ist unbedingt notwendig, um einer Ueberal- : Porto 3 Pfg. i teilschein \«£SrJSU\! unfrankiert in ■; den Postkasten I ■ werfen! Porto j trägt dann Hn den j Empfänger, j Verlag der Jüdischen Schulzeitung Gebrüder Neubauer Ludwigshafen a. Rh. Schulstraße 14. terung der Lehrerkollegien aus- Mangel'an Nachwuchs. zu beV gegnen. Für die finanzielle Unterstützung von. jüdischen Volkse schulen war der Grundsatz maßgebend, daß in jedem: Falle nach Möglichkeit angestrebt werden muß, daß sich die Neugründung möglichst bald von der zentralen Unterstützung, freimachen kann. Zu diesem Zweck wird durch eine'besondere Aktion eine Belehrung der jüdischen Elternschaft über die Bedeutung des jüdischen Schulwerks und ein Gesuch zur materiellen Mithilfe daran durchgeführt. In-den meisten Fällen wurde so verfahren, daß nach genauer Prüfung der Aufstellung für die Subventionskosten und den Etat des ersten Jahres eine Dreiteilung des Gesamtbetrages vorgenommen wurde,, wobei ein Drittel der Kosten vom Zentralausschuß, ein Drittel von der örtlichen Gemeinde und das letzte Drittel von den beteiligten Eltern selbst getragen wurde. Verschiedenes Professor Dr. Ismar Elbogen feierte am 1. September seinen 60. Geburtstag. Die im 5. Jahrgang erscheinende „Z e i tschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" (Philo Verlag, Berlin W 15) widmet ihrem leitenden Herausgeber ein besonderes Heft. Fachkollegen, Schüler und Freunde des Jubilars, jüdische Wissenschaftler in. Deutschland wie Gelehrte im Ausland haben beachtliche historische Arbeiten zur Verfügung gestellt. Die Autoren sind Selma Stern-Täubler, London, Max Freudenthal, Nürnberg,- Aron Freimann, Frankfurt a. M., Guido Kisch, Halle, Adolf. Kcber, Köln, Umberto Cassuto, Rom, Immanuel Low, Szegedin, Jaaob Mann, Cin-cinnati, Hermann Vogelstein, Breslau, Fritz Pinkuß, Heidelberg, Isaak Markon, Hamburg, Luitpold Wallach, Laupheim (Württ), Fritz Aronstein, Berlin. Der größte Teil der Abhandlungen erscheint im Jubiläumsheft selbst, während einige Arbeiten aus Raumgründen erst in der nächsten Nummer veröffentlicht werden können. Ntchtarische Beamte von der Beförderung ausgeschlossen Zur Beachtung bei Vorschlägen für die Beförderung von Beamten weist der Reichsm.inisterdes Innern in einem Erlaß darauf hin, daß solche Beamte, die nach ihrer früheren Betätigung oder Parteizugehörigkeit, insbesondere" zur Sozialdemokratischen oder Staatspartei nicht die unbedingte Gewähr dafür bieten, daß sie jederzeit für den nationalen Staat eintreten würden, vorläufig von einer Bef ö <r d' e r u n g aus g 'e s cj h.J ossen b 1 d.l\ 'be n müssen. Ebenso sind Beamte außer Betracht zu lassen, die sich gegen die nationale Erhebung gestellt haben und solche, die. nicht rein-arischer Abstammung oder mit einer Frau n i c h t a r.i s c h e r A b s t a m m u n g verheiratet sin d. Der Reichsminister macht für die.Berücksichtigung in Einzelfällen einen Vorbehalt. Unter Beförderung ist nicht nur der Aufstieg von einer Besoldungsgruppe in eine höhere, sondern auch jede Heraushebung eines Beamten aus seiner Gruppe zu'verstehen. Nach der Anweisung des Reichsinnenministers erhalten diese Grundsätze nicht nur für die Reichsbeamten, sondern auch für die L ä n de r be am t e n und Lehrer und für die Gemeindebeamten und Beamten der Körperschaftend.es öffentlichen Rechts Geltung. Süddeutscher Privatsammler sucht Jüdische Antiquitäten wie: Chatlukkaleuchter, Beschneidungsgeräte, Esrogdosen, Sedergeräte, Bsomimbüchsen, ' hebr. Ringe und Becher; ganz besonders hebräisch beschriftetes Glas, Porzellan, Fayence^ Steingut. 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