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Jüdische Schulzeitung · 1934-10-01 · 10 (1.10.1934) · page 7

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
10 (1934)
Issue
10 (1.10.1934)
Date
1934-10-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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ikeitungr des- Studiendirektors i. -R. Dr. G u t m a n n einen 2. Kursus: für Studienräte (innen), Studienassessoren (innen) imd. Studienreferendare (innen) zur Erlangung der Befähigung, jüdischen Religionsunterricht zu erteilen. Der Kursus ist auf 2 Jahre berechnet. Nach erfolgreichem Besuche leönnen sich die Teilnehmer -einer A b s c h lü ß p r.ü fu n g unterziehen, durch die ihnen die wissenschaftliche Befähigung •zur Erteilung von Religionsunterricht an Volks- und Religionsschulen zuerkannt wird. Der Unterricht findet an zwei Nachmittagen der Woche mit je zwei Doppelstunden statt. Unterrichtsfächer sind: Religionslehre, Hebräisch, biblische und jüdische Geschichte. Herren und Damen, die an dem Kursus teilzunehmen wünschen, werden gebeten, ihre Anmeldung -nebst Angaben über ihre etwaigen religionswissenschaftlichen Vorkenntnisse im Büro des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, Charlottenburg 2, Kantstraße 158, einzureichen. Vor 50 Jahren - Zur Vorgeschichte des Lehreryerbandes - Für den Winter 188 4 hatte der Gemeindebund bekannte Lehrer nach Berlin berufen — zur Entwerfung eines Lehrplanes für den Religionsunterricht Die Absicht war frühzeitig bekannt geworden. Zu den Herbstfeiertagen des genannten Jahres erschien in der „W 0 c h e n s c h r i f t" des Magdeburger Rabbiners Dr. Rahmer die „Zeitgemäße Anregung" eines sehr jungen Lehrers, der von Namen und Ort nur die Anfangsbuchstaben zu vermerken wagte. Er forderte die pädagogischen Gesetzgeber auf, ihren Berliner Aufenthalt nicht durch Unterrichtsfragen allein auszufüllen, sondern ihre Aufmerksamkeit auch allen Angelegenheiten der jüdischen Lehrerschaft zuzuwenden und eine- Vereinigung der Lehrer anzubahnen. Zum Schluß wurde in diesem Aufruf zur Sammlung und Selbsthilfe gesagt: Man wolle die Bemühungen des Gemeindebundes gerne anerkennen, das Beste jedoch vom Selbsteintreten für die eignen Erfordernisse erhoffen. Vierzehn Tage nach der „Anregung" erschien im gleichen Blatt eine „Abregung". Sie kam von dem weitbekannten Gründer der „Achawa", Josef Klingenstein, dessen Wort in der jüdischen Oeffentlichkeit große Geltung besaß. Herr Klingenstein hielt die Anregung für unzeitgemäß. Damit war ihr Schicksal zunächst entschieden. Die „Schulmänner-Versammlung" hielt sich streng an-die Aufgabe, zu der sie berufen worden. Vielleicht wurde sie auch daran gehalten. Doch würde man dem D.J-G.B. Unrecht tun, wollte man ihn von vornherein unbedingter Gegnerschaft zu dem Gedanken der „Anregung" beschuldigen. Es zeigte sich wenige Jahre später schon, daß auch er eine Zusammenfassung der jüdischen Lehrer erstrebte, allerdings unter seiner Leitung und — Zügelung. Auf der Jahresversammlung der kurhessischen Lehrer im Jahre 1888 forderte der damalige Vorsitzende des Gemeindebundes, Geheimrat Kr.isteller, den Verein auf, an einer geplanten Vereinigung der jüdischen Lehrer mitzuarbeiten. Die ausschlaggebende Persönlichkeit, Seminarleiter Dr. Stein, nahm diese „Anregung'1 sehr kühlauf. Aus der Versammlung meldete sich niemand zum Wort, auch jener junge Lehrer nicht, weil er sich noch nicht für „spruchbefugt" halten durfte. Sieben Jahre später kam dann der Verband zustande^ Manche Männer haben sich um die Einigung, die ja nicht Völlig gelang, verdient gemacht, keiner in dem Ausmaß wie Direktor Dr. Salo Adler. Seit nahezu 40 Jahren besteht nun der Verband. Wollte man heute die an seiner Bildung irgendwie Beteiligten, die noch, zu den ^Lebenden zählen, befragen, ob dies Werk dem Wunschbild gliche, so würden sie vielleicht mit entsagendem Lächeln bekennen: „Alles menschliche Tun' bleibt Stückwerk und Spiel der Geschicke!" X. X. Das jüdische Schulwerk Die im Auftrage des Zentralausschusses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden herausgegebenen Informatlonsb 1 ä11er bringen in ihrer neuesten Nummer wieder zahlreiches Material aus allen Gebieten der jüd. Sozialarbeit. Eingeleitet werden die Informationsblätter wie stets mit Arbeitsberichten der jüd. Zentraiorganisationen, insbesondere des Zentralausschusses für Hilfe und Aufbau und der Zentralwohlfahrtsstelle; es folgen Berichte Über die bisherige Arbeit der Zentralstelle für die Ansiedlung deutscher Juden in Palästina und der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugend - Alijah. Die Informationsblätter bringen weiter U ebersichten über Gesetzgebung und Rechtsprechung auf den für die jüdische Sozialarbeit wichtigen Gebieten; so finden sich neben Mitteilungen neuer Entscheidungen und Gesetzesänderun^en im Gewerberecht die neuen Bestimmungen der, Verordnung über Ausnahmen von der Einzelhandelssperre, neben den neuen Bestimmungen des Devisenrechts, insbesondere dem neuen Palästinaabkommen, eingehende Erläuterungen zur Regelung des Arbeitseinsatzes, der Zuzugssperre für Arbeitnehmer in Gebieten mit großer Arbeitslosigkeit, zu denen neben Berlin neuerdings auch Hamburg und Bremen rechnen. Es folgen Einzelheiten aus der arbeitsrechtlichen Praxis, wie Zuständigkeit des Treuhänders der Arbeit, Rechtsprechung zur Tarifbindung jüdischer Firmen, Abgrenzung des Volontärvertrags zum Lehrvertrag u. s. w. Die neuen Bestimmungen des Gesetzes über den Aufbau der Sozialversicherung werden mitgeteilt sowie eine Liste der preußischen Notstandsgemeinden, in denen Neuzuziehende Beschränkungen der öffentlichen Fürsorge unterliegen, veröffentlicht. Den Schluß der Informationsblätter bilden für Auswanderer wichtige Mitteilungen aus dem Ausland; neben Bestimmungen für Pafästinaauswanderer werden u. a. die Berufsaussichten für Aerzte in Italien und die Neuregelung der Einwanderung in Brasilien behandelt. Die Informationsblätter, die in etwa monatlichen Abständen erscheinen, können von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstraße 158, zum Abonnementspreis von vierteljährlich 1.— RM. bezogen werden. Wir veröffentlichen hier aus Nr. 6 der Informationsblätter c inen Aufsatz über das jüdische Schulwerk, dessen Inhalt für uns Lehrende von besonderem Interesse ist. Die Schriftleitung. Die besondere Lage der in Deutschland heranwächsenden jüdischen Jugend erfordert eine Erhaltung der bestehenden und den Aufbau neuer jüdischer Schulen. Der Aufbau des jüdischen Schulwesens wurde daher nach einem einheitlichen Plan in Angriff genommen. Auf diese Weise konnte erreicht werden, daß alle neuen Gründungen in ihrem pädagogischen und finanziellen Aufbau von einer Zentralstelle sachverständig durchgeprüft werden konnten. Ebenso konnte die Erfassung der jüdischen Lehrkräfte und ihr Nachwuchs für Neugründungen einheitlich geregelt werden. Mitteilung! Bitte geben Sie dieses Blatt, wenn Sie es gelesen haben, an diejenigen Interessenten weiter, die ebenfalls für den Bezug der Jüdischen Schulzeitung in Frage kommen. Die Bestellung kann durch Einschicken des untenstehenden Bestellscheines bewirkt werden. JWt bestem Dank! Der Verlag. hn den Verlag der Jüdischen Schulzeitung Ich bestelle hiermit ab.......................................................................die monatlich lmal erscheinende (Datum) JUdllsclxe Scftiil^elitingt Yerlagsort: Mannheim 2 Das Bezugsgeld von vierteljährlich 45 Pfg zuzüglich 6 Pfg. Postzustellgebühren bitte ich du«-ch den Posl boten einziehen zu lassen. Genaue Adresse des Absenders: Vor» u. Zuname:______________________________________________________________________________________________ Eigenhändige, deutliche Unterschrift erforderlich. Ort:_____________________________________________________________________________________.__ Straße: ..

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