Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-10-01 · 10 (Oktober 1845) · p. Seite 377

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
10 (Oktober 1845)
Date
1845-10-01
Page
Seite 377 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2744856-2744869-2744880--0814-2745768
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Ueber manche durch de» Fortschritt der Medici» im Judenthum rc. 377 nicht so schnell über eine derartige, int wahrhaften Sinne des Wortes zu nennende Lebensfrage weggeeilt sein. Emden hält den Scheintod für einen höchst seltenen wunderbaren Fall (ü6b -pn pn So ^2); aber warum erzählt Semachot doch, daß man in früherer Zeit darauf Rücksicht genommen und führt Beispiele des Scheintodes an? „Weil die heutige Beerdigungsbrüderschaft (p'n> untrügliche Zeichen des Todes hat." Aber man blieb den Beweis schuldig, daß diese Zeichen untrüglich, da doch in jener (Emden's) Zeit allgemein bald beerdigt wurde. Und sei es auch übrigens richtig, daß ein solcher Fall nur zu den seltensten Ausnahmen gehöre (der aber doch wohl nicht, wie Emden meint, als Wunder [s£a -pn] anzusehen ist) *), welches Verbot kann sich hier entgegenstellen, da das spätere Beerdigen doch nur im Interesse des Verstorbenen geschieht.: und sei es auch eine übertriebene Sorgfalt, so liegt doch in ihr gewiß eben so viele Anerkennung und Zeichen der Achtung und Liebe für den Todten, als wenn man ihn länger unbeerdigt läßt, um sein Leichenbegängniß feierlicher zu machen (pVo ■niasi)? — Aber Emden führt einen Beweis an, daß es ein untrügliches Zeichen für den Tod gebe: „eS heißt nämlich loms 81, daß, wenn Jemand von einem Steinhaufen überschüttet würde, so untersucht man bis zur Nase, d. i. ob er athmet: das Nichtathmen, sagt Emden, ist also das untrügliche Zeichen." Wie viel dieser Beweis aussage, werden wir sogleich wahrnehmen, indem wir der in neuerer Zeit über diesen Gegenstand wieder eröffnetenDiscussion zwischen Hirsch Chajoth zu Zolkiew und dem verstorbenen R. Moses Sofer zu Presburg folgen. Ersterer neigte sich in einem Schreiben an Letzteren zu der Ansicht hin, daß es mit tanrea na^n nicht so streng zu nehmen sei, worauf R. M. Sofer (in seinem Werke: Obotem 8oker Respons. 338) ihn auf die überzeugende (?) Widerlegung Emden's verweist und noch Anderes hinzufügt, das ebenfalls nicht schlagend ist. Vorerst meint er, daß man entweder durch die früheren Physiker (ötiaann tpsaan iVsa), oder durch Tradition (Än), oder aus einem Schriftbeweise gewußt habe, daß das Nichtathmen ein sicheres Zeichen sei; und beruft er sich ebenfalls auf die Stelle in Joma. Allein Semachot scheint dieser Tradition, die sich sogar'zu einer Än stempeln soll, nicht viel Gewicht beigelegt zu haben, und ergibt der einfache Sinn der oben angeführten Stelle (wenn auch Sofer sie einigermaßen anders deutet), daß sie an den zwei Beispielen *) Auch ich erinnere mich, daß ein junger Mensch, der mit mir ausgewachsen, als verstorben von den asfistirenden Mitgliedern der pn erklärt und abgehoben, d. i. auf die Erde (wie dieses gewöhnlich bald nach dem Verscheiden geschieht) gelegt wurde: einige Stunden hierauf bemerkte man an dem Todten einige Bewegung und er lebte wirklich noch.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.