Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 13 (1.7.1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- Seite 256 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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gtt3^uJ^Ä^SSf| 256 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr.-13 SCHUHHAUS M. FLEISCHMANN MÖNCHEN, THEAT1NERSTRASSE 17 Spezialität: BAL L.Y -SCHUHE "Ädolph SCHLESINGER Prielmayerstr. 12 Bleyle Strickkleidung Prof. Dr. Jäger \ Unterwäsche Ribana / Wolle, Maco und Kunstseide die Geschichte zahlreicher jüdischer Familien dar, da eine große Reihe der genannten Ahnherren eine bedeutende Rolle gespielt haben. Vor allem findet man eine große Anzahl von Namen, die als Verfasser bedeutender Werke auf dem Gebiete der rabbinischen Literatur oder als historisch wichtige Persönlichkeiten bekannt geworden sind. Es seien nur einige Namen erwähnt. Die aus der Gegend von Frankfurt a. M. stammende Familie S e c k b a c h ist auf 9 Generationen zurückgeführt. Die in Halberstadt ansäßige Familie Meyer läßt sich auf 27 Generationen zurückverfolgen. In ihr finden wir die Frankfurter Grünh u t s, den süddeutschen Zweig der Familie Günzburg, ferner u. a. den R' m o, R. Mosche, I s s e r 1 e s, ferner R. Scholem Schachne und die türkische Rabbinerfamilie Katz, die Rabbinerfamilien L u r j a und S p i r a. Die Halberstädter Rabbinerfamilie Auerbach finden wir in direkter aufsteigender Linie bis zur 16. Generation, der weibliche Teil dieses Zweiges geht bis zur 24. Generation zurück. Von den bekannten Namen finden wir die Familie Sinzheimer mit dem Präsidenten des Pariser Synhedrions, die Familie Theo mim, ferner die Ahnen der bekannten Halberstädter Industriellenfamilie Hirsch, die im Leben der Orthodoxie in Deutschland eine bedeutende Rolle gespielt hat. Historisch bekannte Persönlichkeiten wie die Frankfurter Rabbinen Arje Lob, Chajim Jeschaia, Samuel Schotten, die Prager Familien Eberls, Jekeles, Altschul er, Katz-Rapaport, die französischen Rabbiner Trewes oder Dreyfuß, den M'harscho (Rabbbiner Samuel Edels, der jedem, der sich mit dem Talmud befaßt, bekannt ist), die Nachkommen von Josef Karo, dem Verfasser des Schulchan Aruch, die Familie Cohn-Altona. Zu den Ahnen süddeutscher Familien Marx und Bodenheimer gehört R. Chajim Ba-charach, bekannt als Chawas jair, ferner der Höhe R. Low in Prag. Von diesen Ahnen stammen mütterlicherseits somit urkundenmäßig diejenigen Zweige der Münchener Familie Feuchtwanger, die mit der Familie Bodenheimer in Darmstadt verschwägert sind. Zahlreiche jüdische Familien werden demnach in dieser Broschüre (zu beziehen direkt beim „Laubhütte" Verlag, Hamburg 13, Hallerstraße 64, zum Preis von RM^ 1.50) eine Fundgrube für eigene Familienforschungen finden, vor allem; da die meisten der genannten etwa 400 Ahnen mit Geburts- und-Todesdaten und ihren Wohnorten versehen sind. Tägliche Ersparnisse durch täglichen Einkau! von Lebensmitteln — Textilien — Haushaltartikel im "Geschäft Nymphenburgerstr. 128 * Tel. 62471 * Lieferung frei Haus H. ÜLBEBTH41I & CO* KAUFINGERSTRASSK 10 Das Haus für hübsche Geschenke in Uhren Schmuck Silberwaren Kultusgeräte Ein neues Heft der Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland. Jahrgang VII, Heft 2. Philo-Verlag, Berlin 1937. Das neue Heft der Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland bringt einen Aufsatz von Prof. Dr. Ismar Elbogen, „Judenrecht als wissenschaftliche Disziplin", in dem er sich mit den in den „Proceedings of the American Academy for Jewish Research" veröffentlichten Untersuchung von Prof. Guido Kisch über Judenrecht befaßt.JEr weist darauf hin, daß Kisch zwischen dem aus jüdischen Rechtsquellen fließenden jüdischen Recht und dem von Fürsten, Ländern und Städten für Juden erlassenen Judenrecht unterscheidet. Als besonders lehrreich bezeichnet der Verfasser die Untersuchungen über das Judenrecht der mittelalterlichen* deutschen Rechtsbücher. — „Die geistigen Strömungen des 18. Jahrhunderts und das Judenproblem" behandelt Selma Stern-Täubler. Dr. Max Dienemann schildert die Zusammensetzung, Entwicklung und Einrichtungen der jüdischen Gemeinden Elsaß-Lothringens in den Jahren 1871—1918. Ein Aufsatz von Oswald Lassally ist einem Vorgänger Meyer Amschel Rothschilds, dem Oberhofagenten Feidel David, gewidmet. Max Freudenthal berichtet von einer „Heiligen Genossenschaft der Beschneider", die im 17. und 18. Jahrhundert in Fürth bestand. Berthold Rosenthal teilt Briefe von Mannheimer Juden aus den Jahren 1695—1697 mit. Miscellen und Besprechungen schließen das Heft ab. Adolf Reifenberg. Denkmäler der jüdischen Antike. Schocken- Verlag, Berlin 1937. Bücherei Nr. 75/6. Der Freude über dieses neueste Bändchen der Schocken- Bücherei soll so bald wie möglich Ausdruck gegeben werden; eine ausführliche Besprechung soll vorbehalten bleiben. Der Band führt den Leser in wunderbarer Anschaulichkeit in das Alte Israel ein. L. A. M a y e r (Jerusalem) begleitet das Werkchen mit einer Einleitung, in der er ausführt, wieweit von einer jüdischen Kunst im Altertum gesprochen werden kann. Es handelt sich um eine archäologische Arbeit, also um die aufgefundenen Kulturreste, die in religiöser, kultureller und kulturgeschichtlicher Hinsicht vom alten Israel übriggeblieben sind. In einem einleitenden Aufsatz führt Reifenberg in die jüdischen Kunstdenkmäler der Antike ein. In 63 Tafeln sind die archäologischen Hauptfunde der israelitisch-jüdischen Antike abgebildet. Neben Thomsons und Watzingers Fachwerken über die alten Denkmäler Palästinas ist dieser ausgezeichnete Schocken- Doppelband das beste Einführungsmittel in die alte jüdische Geschichte. Mit diesem Führer sollten sich nicht nur Lehrer und. Schulen, sondern alle Juden vertraut machen, denen an einem authentischen Aufschluß über die jüdische Vergangenheit gelegen ist. Emanuel Worlik, Der Fahnenreiter von Prag. Brandus'sche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1937. Dieser Kulturroman aus dem Prager jüdischen Zunftleben vergangener Zeiten soll nicht als Kunstwerk, sondern als Kulturdokument gewertet werden. Er schildert auf Grund von Fa-- milientraditionen des Verfassers Gebräuche und Lebensweise der Prager jüdischen. Fleischerzunft und entwirft darüber hinaus ein farbiges Bild des jüdischen Lebens gegen Ende des 18. Jahrhunderts, einmündend in den Festzug zu Ehren des Kaisers Leopold II. im Jahre 1790, bei welchem letztmalig die große, von 12 Mann zu tragende Schwedenfahne zur Schau gestellt wurde, die noch heute in der Altneuschul zu sehen ist. Die kulturhistorische Bearbeitung stammt von Alfred Grotte. Obwohl die Handlung von einer romantischen Liebesgeschichte getragen wird, läßt sich sagen, daß das Buch nach der Art seiner Darstellung yor allem als eine anregende und belehrende Jugendlektüre gelten kann. Ca. E. Schnurmann, La Population juive en Alsace. L i b r a i r i e de recueil Sirey 19 3 6. In der Reihe der Arbeiten der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Straßburg ist mit einem Vorwort des Professors der Staätswissenschaften Lauffenburger ein Werk über die jüdische Bevölkerung im Elsaß herausgekommen. Es sucht das soziologische Phänomen des Gegensatzes zwischen der scheinbaren Lebenskraft des jüdischen Volkes und dem Krankheitscharakter des elsässischen Judentums zu erklären. Der Verfasser, ein Advokat der jüngeren Generation in Sträßburg, behandelt die Frage von drei Seiten her: Die wirtschaftliche Lage der Juden in Elsaß (und Lothringen). Dies zunächst, weil auf allen Gebieten des Lebens die wirtschaftliche Lage einen überragenden Einfluß ausübt. Dann die Kriminalität und zuletzt das jüdische Familienleben. Uberall ist der Verfasser in der Erfassung des Materials auf Schwierigkeiten gestoßen. Einigermaßen vollständig sind die Statistiken für die