Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 1 (1.1.1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 5 auf Veranlassung der Regierung eine Kreisversammlung der Rabbiner und Religionslehrer statt, in der allerdings ohne Erfolg die Schaffung einer Oberbehörde für die Juden in Bayern gefordert wirdw Das gleiche Schicksal ereilt die an die Staatsregierung gerichtete Bitte, den Würzburger Rabbiner Seligmann Bär Bamberger zum Oberrabbiner von Unterfranken zu machen. Eine weitere Etappe im'Kampf der bayerischen Juden um ihre Emanzipation bedeutet die im Jahre 1846 vom Kissinger Rabbiner Adler eingereichte Denkschrift, „Die bürgerliche Stellung der Juden in Bayern" betreffend. Das Jahr 1848, das auch einen jüdischen Studenten namens Wolf Frankenburger unter den in Würzburg an der Spitze stehenden Demokraten sah, brachte auch den Juden bittere Enttäuschungen. Wohl erhielten sie das aktive und passive Wahlrecht zum Landtag, aber doch flammt immer wieder eine judenfeindliche Stimmung auf, bis schließlich im Jahre. 1861 die letzte durch Gesetz aufgerichtete Schranke fiel. Die Emanzipation trägt ihre langersehnten Früchte, aber schon in ihnen den Keim zu neuen Krisen. Dr. Henny Stahl. Aus der Gemeinde München Israelitische Kultusgemeinde München / Lehrhaus Nach den Ferien setzt die Arbeit' des gemeindlichen Lehrhauses wieder ein. Zu Beginn der geplanten Vortragsreihe „Jüdische Eigenwelt und Umwelt in Lehre und Leben des Judentums" spricht am Samstag, den 9. Januar 1937, abends 8% Uhr in der Synagoge Herzog-Max-Straße Professor Dr. Märtin B u b e r (Heppenheim) über „Die Auserwählung Israels in der Bibel". Der Vortrag findet im Zusammenhang mit einer Jugendführer-Lernzeit der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung sattt. Der Eintritt kostet RM. 0.80; Jugendliche die Hälfte. Vorverkauf ab 2. Januar auf der Gemeindekanzlei. Gemeindesitzung Zu einer arbeitsreichen Sitzung versammelten sich aim 32. Dezember Vorstand und) Gemeindevertretung der Israelitischen KhJtusgemeinde München. Für den ausgeschiedenen Herrn Dr. Fritz Stern nuaihim Herr St einher« zum erstenmal an den Beratungen teil. Nach der Neuwahl vom. Ausschüssen und der Erledigung von Personalien nahm däe Versarnrnktng einen umfassenden Bericht des Gemeindevorsitzenden Oberstäamdiesgerichtsnat Dr. Neaimeyer über die Tagungen dies neugebüdefcen Rats bei der Reichsvertretung der Juden in Deutschland am 2. November in Frartkfatrt und am 8. Dezember in BerMn entgegen. Der Rat 'umfaßt vor allem "die Vertreter der Landesverbände; außerdem Repräsentanten der Großorganisationen und fünf Einzelpersönlichkeiten, unter dienen sich als einzige Daime Frau Bertha Fraenkel (München) befindet. Mit der Schaffung dieses Rates ist einer alten Forderung der Landesverbände Genüge igeleistet und erreicht wordien, daß nunmehr ein besonderes Organ entscheidenden Einfluß auf die Gestaltung des Haushaltplanes der Reichsvertretung gewonnen hat. Aus dem 'umfangreichen Material seien hier nur einige allgemein interessierende Zahlen hervorgehoben, die beweisen, in welch steigendem Maß die Reichsvertretung lunidt ihre Unterabteilungen an Bedeutung gewinnen. Unter demAusgabeposten des Etats, die insgesamt 4^ Millionen betragen, sind u.. a. angesetzt für Wirtschaftshilfe, Berufsausbildung und -Mmschtafotunig, Darlehen, Zuschüsse an Organisationen u..ä. RM. 1 100000—, für Wanderung nach Palästina und andere Länder RM. 1500000—, für Wohlfahrtspflege RM. 500000—, für Schulen, Kultur- und Bilidlungszwecke RM. 785 000.—, für Jugend und Sport RM. 80000.—. Die im Inland durch Leistungen der Verbände und Sammlungen aufgebrachten Mittel reichen nicht aus, 'im diese großen Summen zu decken, vielmehr bleiben wir auch für die Zukunft auf die Hilfe ausländischer Glaubensgenossen dim weitestem Maße angewiesen. — Justizrat Dr. Ostreich berichtete als 'Finanzreferent über Einzelheiten der Etatsberatung und idler Mittelaiuibringung. Seinem-Antrag gemäß wurde ein Betrag von RM. 7500.— : als Sammlungsablösung genehmigt; er ist an den Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden abzufahren. Im übrigen ist die Kultusge- Beteiligung oder? Berliner Kaufmann mit umfassenden Kenntnissen — aktiv und zielsicher, sucht leitende Tätigkeit auch mit finanzieller Beteiligung von RM. 40.000 bis 60.000 in größerem Unternehmen gleich welcher Art in München oder Umgebung. Wohnsitz wird von Berlin nach München verlegt. Alten aber gesunden Betrieben, die trotz Notzeit gehalten, jungen Unternehmen, die mit Hilfe gescheiter Werbung und Organisation ausgebaut werden sollen, oder Neugründungen glaube ich recht nützen zu können. Man kann mir vertrauen und schreibe zunächst bitte unter Nr. 6577 an die Anzeigenabteilung des Blattes.