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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-01-01 · 1 (1.1.1935) · p. Seite 6

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
1 (1.1.1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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€ Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 1 Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig w Umfelder Cjn.blj. Münd/en, im 9iosanta\ rer für das, was die Seele tut, die äußere Handlung zu finden." Agnon hatte das Glück, daß sich bei ihm. in der Dichtung löste, was in der konsequenten Handlung nur ein Zurück nach Galizien und damit ein Zerrinnen in das Nichts (nachdem das Verhängnis des Bewußtseins über ihn gekommen war) hätte sein müssen. Soviele aus dem Osten zerbrechen oder verzehren sich in schneidender Dissonanz. Agnon konnte sich in das seelenvolle Niemandsland der Poesie retten, sich der poetischen Verklärung seiner Helden hingeben. Er hat das Glück, von Jerusalem aus die Gestalten seiner alten Heimat in Licht und Tränen und Zitate einzutauchen. L. F. Aus der Gemeinde München Arbeitsgemeinschaften der Jüdischen Jugend. 1. Das Gebetbuch als Lehrbuch. Rabbiner Dr. Leo Baerwald. Montag 20—21 Uhr, ab 14. Januar. 2. Einführung in die Wirtschafts- und Gesellschaftskunde der Gegenwart. Dr. Hermann Baer und Dr. Werner Cahnmann. Montag 21 bis 22 % Uhr, ab 14. Januar. 3. Pädagogische und psychologische Fragen für Jugend führe r. Professor Dr. Erich Benjamin gemeinsam mit Dr. Julius WeH. Donnerstag 20—22 Uhr, ab 17. Januar. 4. Entstehung des Christentums (Lektüre neutestamentlicher Texte). Dr. Ludwig Feuchtwang e r. Die Arbeitsgemeinschaften 1 und 2 finden ab 14. Januar 1935 jeden Montag-Abend 8—9 u. 9—10^ Uhr statt (Bibliotheksaal). Die Arbeitsgemeinschaft 3 findet ab 17. Januar 1935 zweistündig jeden Donnerstag-Abend 8—10 Uhr statt (Bibliotheksaal). Bei Kulturbund-Veranstaltungen am Donnerstag kann die Abhaltung des Kurses verschoben werden. Für die Arbeitsgemeinschaft 4 wird der Beginn nach den Anmeldungen noch bekannt gegeben. Da die Teilnehmerzahl einer Arbeitsgemeinschaft beschränkt sein muß, werden Teilnehmer nur nach vorheriger Anmeldung zugelassen. Anmeldungen schriftlich an das Jugendamt der Kultusgemeinde, Herzog-Max-Straße 5. Die Anmeldenden müssen sich verpflichten, die Kurse, die etwa bis 1. April 1935 stattfinden sollen, regelmäßig zu besuchen. Gemeindesitzung Vorstand und Gemeindevertretung der Israelitischen Kultusgemeinde München hatten sich am 13. Dezember zu einer gemeinsamen öffentlichen Sitzung versammelt. Der stellvertretende Vorsitzende der Gemeindevertretung Justizrat Dr. Max Feuchtwanger eröffnete sie mit herzlichen Worten des Gedenkens für den dahingegangenen Vorsitzenden des Gremiums Herrn Justizrat Dr. Julius Heilbronner, der seit Februar 1923 der Körperschaft und vielen ihrer Ausschüsse angehört hatte. Den aus der Gemeindevertretung ausgeschiedenen Herren Lemle, Dr. Hans Schindler und Bernhard Lustig widmete Justizrat Feuchtwanger Dankesworte und begrüßte ihre Nachfolger Max Mendle, Oberamtsrichter Dr. Schäler und Karl Löwenthal, die zum erstenmal ihre Sitze in der Gemeindevertretung eingenommen hatten. Die Versammlung trat mit der Wahl des Vorsitzenden und des stellvertretenden 2. Vorsitzenden der Gemeindevertretung in die eigentliche Tagesordnung ein. Für den Sitz des 1. Vorsitzenden wurde einstimmig Rechtsanwalt Dr. Ludwig Regensteiner, für den des 2. Vorsitzenden Landgerichtsrat a. D. Maximilian Moritz gewählt. Mit Worten des Dankes und der grundsätzlichen Stellungnahme zu den Aufgaben der jüdischen Körperschaften in dieser Zeit übernahm Dr. Regensteiner den Vorsitz der Versammlung. Er trat vor allem für einen Fortbestand der Gemeindevertretung ein, die ein unentbehrliches Glied unserer Gemeindeverfassung sei. Die Verantwortung der einzelnen Gruppen ist in den letzten Jahren gestiegen; wir alle haben aus den Ereignissen zu lernen; die Parteienkämpfe haben völlig in den Hintergrund zu treten, betont jüdische Arbeit müsse für alle Gremien maßgebliches Ziel sein. Die Bildung und Erziehung nicht nur unserer Jugend, die Vertiefung jüdischen Glaubens, die Verbreitung jüdischen Wissens und die Wahrung unserer Würde nach innen und außen seien die Aufgaben der jüdischen Gemeinschaft im Augenblick. Der Vorsitzende des Vorstandes Herr Oberstlandesgerichtsrat Dr: Neumeyer gab anschließend einen eingehenden Bericht über die Gesamtlage; an die Spitze stellte er die Zahlen der Volkszählung von 1933. Danach haben sich in München seit 1925 die Juden von 10 068 auf 9005, das heißt um 11 von Hundert verringert. Der Ge- H)rWunfd)-einPel3 ob eleganter Mantel oder fesche Jacke, ob geschmeidiger Fuchs oder flotter Kragen. Große Wahl in allen Fellarten zu sehr vorteilhaften Preisen wird erfüllt von Ihrem Kürschnermeister PELZ-REISS Marienplatz 2 8, II. Stock

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