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Die neue Welt · 1937-07-23 · Heft 674 (23.7.1937) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 674 (23.7.1937)
Date
1937-07-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 DIE NEUIS WELT Nr. m vom W. Juli 1937 „Judenstaafc" seinem Vasallen-Emir«Abdullah ausliefert, mit der. scheinheiligen Motivierung, daß es das Kind gehegt habe, aber dem Mann seinem Schicksal überlassen müsse? Wenn wir einmal die Rechtsgrundlage des jüdischen Paläütina-Aurbaucs aufgegeben haben» wird, uns kein Herrgott künftighin helfen. Plappern wir nicht die Phrase von der Teilung Palästinas im zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen, nach! Lassen wir uns um Gotteshimmelswillen nicht binnen! Erleichtern wir nicht, durch Diskutieren über Grenzen, Umfang usw. einem dilettantischen Kolonienminister das ebenso infame wie, lächerliche Teilungsprojekt. Seien wir hart und nüchtern! * Ein. großer Teil der zionistischen Organisation ist von einer Psychose ergriffen. Diese Psychose heißt: Angst vor Weidmann! Niemand weiß, was der Mann, dem'das Schicksal der zionistischen Organisation anvertraut ist, will und was ^on Ihm gewollt wird. Seine in einem mephistophelischen Schatten geführten Gespräche mit Leon Blum, dem Kolonienminister Ormsby-Cfore und dem Londoner polnischen Gesandten Potocki haben die Psychose noch verschärft. Man ist auf das Schlimmste gefaßt. Die Ursache hievon ist der Mangel an Vertrauen zu Weizmaniu Auch seine Anhänger trauen ihm nicht. Aucüi seine Anhänger sind besorgt. Auch sie fühlensich nicht vor Ueberraschungen sicher. Darum versuchen sie jetzt schon eine Atmosphäre zu schaffen, in der Weizmanns Packeln mit den Initiatoren des Teilungsplans nicht allzu krass wirken soll. Sie strecken den Daumen zu ghettohafter Sophisterei und versuchen, sich und der Welt weiszumachen ... Wir kennen diese Versuche seit den Nachkriegsfcohgresseji. Aber was uns am betrübtesten macht, was uns den ganzen Jammer der politischen Lage vor Augen führt, ist die Tatsache, daß der von der Linken und den ihnen hörigen Allgemeinen usurpierte zionistische, wohlgemerkt, zionistische Kongreß das tun"wird; was Weizmann will; das tun, was Weizmann im engtis ehren London versprochen hat. Wenn das nicht wahr ist, wenn ich Unrecht habe, ifcnd Gott *gebe, daß ich unrecht habe, wenn sich die* Delegierten des 20. Zionistenkongresses zu einer patriotischen Tat aufraffen, die ihnen das jüdische Volk hie vergessen Wird, dann gibt es eine sehr ein- P.emm ttksUm - Srnmeeinf fachte und sehr kurze Prozedur: Ein Delegierter des zionistischen Patriotismus bringt einen Antrag zur Abstimmung, der jede weitere Debatte überflüssig macht, etwa: „Der 20. Zionistenkongreß steht «ach wie vor auf dem Boden des Mandats und anerkennt keinen Pakt, der eine Schmälerung des jüdischen Rechtes auf Palästina beinhaltet." Die Prozedur darf nicht mehr als fünf Minuten dauern. Kein Wort von Teilung. Man stimmt äb. Alle Delegierten erklären sich einverstanden. Von öffentlicher Kongreßtribüne wird über diese Sache nichts, mehr gesprochen. Die Welt soll hören, was wir Zionismen wollen .und was wir nicht wollen. Sie soll es in der einfachsten Formel hören. Der Zionistenkongreß hat in verantwortungsvoller Stunde seine Pflicht getan. Er kann das, was er gesägt hat, verantworten. Vor Gott und vor den Menschen. Vor seinem Gewissen. o. r. Zur jüdtisdisarabflsdten Verständigung ■ In der „New York Times" veröffentlicht der Präsident der Hebräischen Universität Jerusalem, Dr. J. L, Magnes, der der Richtung des Brith Schalom angehört, einen Plan zur „jüdisch-arabischen Verständigung", ohne die Notwendigkeit der Teilung Palästinas. ' Dr. Magnes erklärt zunächst, daß bisher keinerlei Vereinbarungen zwischen Juden und Arabern auf lange Sieht formuliert wurden, bzw., daß viele englische Beamte jede Annäherung zwischen Juden und Arabern verhindert haben. Er schlägt vor, daß unter einer Kommission ein Zehnjahresplan für gegenseitige Zusammenarbeit fixiert werde, bei dessen Durchführung man erkennen werde, daß ein. friedliches Zusammenleben von Juden und Arabern im palästinensischen Raum möglich sei. Die Teilung habe, ihre Vorteile und ihre Nachteile, aber die Lösung sei nur in einem neuen Mandat zu finden, die beiden Partnern Rechnung trage. Jerusalem möge die Hauptstadt für alle drei Religionen bleiben. Ormsby-Gore in Verlegenheit Aus London wird belichtet: Auf eine Frage des Abgeordneten Wedgwood im Unterhaus, warum man dem Mufti gestatte, einen aktiven Feldzug gegen die englische Regierung zu führen, erwiderte der Kolonienminister O r m s b y - G o r e: „Ich muß es ablehnen, darauf Antwort zu geben; wir haben hierüber keine offizielle Information." Der Kolonienminister lehnte es auch ab, ein aus Jerusalem stammendes Gerücht über einen Ueberfall auf das Büro des Obersten Arabischen Ausschusses zu bestätigen. Auf die Frage Wedgwoods, ob die Regierung beabsichtige, die Verwaltung Palästinas zu ändern, bevor noch der Völkerbund eine endgültige Entscheidung betreffend Palästina trifft, erwiderte Orm9by-Gore: „Zu einigen Aenderungen in der Verwaltung ist bereits die Ermächtigung erteilt worden." In Beantwortung einer Frage des Colone! Nathan teilte Ormsby-Gore mit, er werde sich in Begleitung der Herren Hall und I. Martin in der nächsten Woche nach Genf begeben. Der Kolonienminister lehnte es ab, zu einer Anregung von Colonel Nathan positiv Stellung au nehmen, die dahin geht, daß die Mandatskommission ersucht werden solle, mit der Behandlung des Peel-Berichtes bis zur Publizierung der von der Königlichen Kommission gemachten öffentlichen Zeugenaussagen zu warten. J. T. A.) Rege Tätigkeit int arabischen Lager Palcor meldet, aus Jerusalem: Das Arabische Oberste Komitee erhielt heute eine ausweichende Antwort von Ihn Sa« d, der lediglieh bemerkt, daß er keine Mühe «cheuen werde, um «Ine gerecht»! Ltiaungdes arabischen Problems herbeizuführen. In arabischen Kreisen Antwort, welche In starkem Gegensatz zu der Freudfl steht, mit der die Erklärung des Premiers von Irak begrüßt wurde. Belm Obersten Komitee sind zahlreioho Telegramme und Briefe, darunter solche von der Jugend« Organisation?m Irak und vom Mufti von Mosul, eingelaufen» die alle gegen eine Teilung Palästinas protestieren. Auf Grund der großen An Kahl der erhaltenen Botschaften hat das Komitee beschlossen, die ursprünglich für den 17. Juli einberufene Konferenz abzusagen, da es sich überzeugt habe, daß Ueberelnstlmmung gegen die Teilung besteht, Auni Abdül Radi ist nach Bagdad geflogen, wo er Unterredungen rillt dem Ministerpräsidenten von Itak haben wird. Von dort aus wird er nach Genf Weiterreisen, um mit dem Mufti von Jerusalem und anderen Mitgliedern des Arabischen Obersten Komitees «uftammensutreffen, Sie werden an den Sitzungen der Ä t ä n d 1herrscht Bestürzung über den reservierten Ton dieser gen Mandatskommission teilnehmen. 1»3 : San Remo, Pensrone f elf ce Corsa «toll* lmp«r* 194. Unt»r Aufsieht das Hamburger Vereines. Direktion: Dr. med. Ale* fthworc Welfkonferenz der Judenstaatepartei Dienstag, den 27. Juli, um 8 Uhr abends wird in Paris im großen Saale der Soctetc des Savantes, 8, rue Danton, die W c 11 k o n f e r e n z (ier Judenstaatspartei eröffnet. Die Eröffnungsrede hält der Vorsitzende der Judenstaatspartei Frankreichs, Advokat Dr. Frankel. Hierauf folgen die Begrüßungen und die Wahl des Präsidiums. Die ersten zwei Referate werden vom Vorsitzenden des Exekutivkomitees Meir G r o ß in a n i\ (»Die Entscheidungsstunde des Zionismus") und von. Öberbaurat Ing. Robert Stricker („Zur . Lage des Galuthjudentums") gehalten. Deine besten Begleiter f. Reise u.Weekend sind die altbekannten Feinwurst- und Selchwaren -Spezialitäten Zeiitrule und l'ostvcrsnnd: Wien I, Roten« stcrnffSHse Vi A EISEN Die weitere Tagesordnung lautet: Mittwoch, den 28. Juli,.vormittags 9.30 bis 1.30 Uhr: a) „Die Lage in der Partei und . im Zionismus". Vortrag des. Exekutiv-Mitgiiedes, Herrn B. W e i n s t ein; b) „Die ideologischen Grundlagen der Judenstaatspartei", Vortrag des Exekutiv-Mitgiiedes, Herrn Dr. H. R o s e n b l um; c) Wahl der Kommisaionen. Nachmittagssitzung 3.30 bis 7.30 Uhr: Generaldebatte. * Abendsitzung 8.30 bis 11 Uhr: a) „Unsere Stelj lung zum Bericht der Kgl. Kommission", Vorträg des Exekutiv-Mitgiiedes, Herrn RA. Dr. Jonah Machover; b) Korreferat über dasselbe Thema des Exekutiv-Mitgiiedes, Herrn Richard Lichtheim; c) Konstituierung der Kommissionen; d) Fortsetzung der Generaldebatte. Donnerstag, den 29. Juli. Vormittagssitzung 9.30 bis 1.30 Uhr: a) „Erziehungsprobleme der Jugend des Brith-Hakanaim", Vortrag des M'faked Ha-Raschi für Polen, Herrn Dr. R. F e 1 d s c h u h; b) „Reform der Alijah und Hachscharah", Vortrag des Sekretärs der Welt-Exekutive, Herrn Prof. J. N. Rothmann; c) Fortsetzung der Generaldebatte. Nachmittagssitzung 1 bis, 5.30 Uhr: b) Abstimmung, Kommissionen. Abendsitzung 8.30 bis 11 Uhr: d) Schluß der Generaldebatte; e) Antwort der Exekutive. Freitag, den 30. Juli. Vormittagssitzung 9.30 bis 12 Uhr: a) 'Schlußsitzung der Kommissionen. Nachmittagssitzung 1 bis 5, Uhr: b) Abstim« mung der Resolutionen; c) Wahl des ExekutfV* Komitees; d) Schlußreden. Rund um den Teilungsplan Polen und Italien Aus Genf wird gemeldet: Mehrere Regierungen von Ländern, die Mitglieder des Völkerbundes sind, haben bereits auf die Anregung Großbritanniens, daß die Mandatskommission ihr definitives Urteil über den Bericht der Kgl. Kommission aussprechen möge, geantwortet. Wie die J. T. A-. erfährt, hat sich die p o 1 n i s c h e Regierung in ihrer Antwort das Recht vorbehalten, ihre Bemerkungen Bei Menschen im mittleren und vorgerückten Lebensalter sichert täglich ein halbes Glas natürliches „Franz-Josef'-Bitterwasser leichten Stuhlgang, guten Appetit, ruhigen Schlaf und hebt die Tätigkeit der Gehirnzellen oft in überraschender Weise! Aerztl. empf. zum Bericht in der nächsten Sitzung des Völkerbundrates vorzubringen. Auch Italien wird seine Stellung zum Bericht voraussichtlich auf der Tagung des Völkerbundrates festlegen. Die Antworten der übrigen Regierungen sind im Prinzip positiv. Lloyd George: „Ein skandalöser Plan" Aus Lo n (1 o n wird gemeldet: Im „S u n d a y E xpres»" veröffentlicht Lloyd George einem scharfen Artikel unter der Ueberschrif t „Ein skandalöser Plan", in welchem der Verfasser in bezug auf den Plan der Teilung Palästina» unter anderem aufführt, daß alle Hoffnungen der Juden zerntört freien, weil England sein Versprechen nicht gehalten habe. Was jetzt von Palästina für die Juden übrigbleibe, sei ein kleiner Rest, mit dorn sie nichts anfangen könnten. Das einzige, was in Palästina möglich sei, sei eine gemeinsame jüdisch-arabische Regierung. Verboten... Aus Kaunas wird gemeldet: Die litauischen Behörden haben sämtliche von den zionistischen Parteien zum Protest gegen die geplante Teilung Palästinas ein-* berufenen Versammlungen verboten. Die Stellung Syriens zum Teifungsplan Aus Jerusalem: Wie „Palestine" meldet, hat der syrische Premlerminister der Presse eine Ei'klärung übermittelt, wonach die Stellungnahme Syriens zürn Teilungsplan erst formuliert werden wird, nachdem die französische Regierung sich zu dem Plan geäußert haben wird. (J. T. A.) Demonstrationen der Revisionisten in Warschau Aus Warschau: Unter der Führung der Neu- Zionistischen Organisation haben am Sonntag, den 18. Juli (Tischa b'aw), in den judischen Vierteln Warschaus große Straßendemonstrationen gegen die geplante Teilung Palästinas stattgefunden. Die polni« sehe Regierung hatte den Neu-Zionlsten die Veranstaltung der Demonstration ausdrücklich gestattet. Auf dem Muranowski-Platz versammelte sich eine tausendköpfige Menschenmenge; revisionistische Führer hielten Ansprachen; hierauf formierten sich die Versammelten! zu einem geschlossenen Zug und marschierten durch das Nalewki-Viertel. Im Zuge wurden schwarze Fahnen und Transparente mit den Aufschriften „Wir wollen einen Judenstaat auf beiden Seiten des Jordans", „Wir werden keinen Fußbreit Bodenin Palästina aufgeben", ,(Wenn ich Dein vergäße, Jerusalem, verdorre meine Rechte", ,,Es lebe die Jüdische Legion" usw., getragen. Als der Zug wieder zum Muranowski-Platz zurückkehrte, nahmen die Teilnehmer eine Resolution an, in der der Teilungsplan scharf verurteilt wird. Die Resolution wurde dem Völkerbund, der polnischen Regierung und dem. britischen Botschafter in London zugesandt. Die Demonstration verlief in vollster Ruhe. Auch in anderen Städten Polens veranstalteten die Revisionisten ähnliche Kundgebungen. An König Georg VI. wurden etwa 300 Telegramme mit der Bitte, den Teilungsplan der Königlichen Kommission zurückzuweisen, gesandt. (J. T. A.) Rückgang der jüdischen Einwanderung nach Palästina Aus Jerusalem: Im Monat Mai 1037 sind 1507 Juden mehr aus Palästina abgereist, als im Lande eingetroffen sind. Während im Mai 1036 2261 jüdische Einwanderer nach Palästina gekommen* sind, waren es im Mai d. J. nur 807. Während der ersten fünf Monate dieses Jahres sind 5068 Personen nach Palästina gekommen; in dem gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres 13.740. Der-Uebersohuß der Einwanderung durch die Ausreisen betrug bei den Juden in den ersten fünf Monaten des Jahres 1646 gegen» über 12.538 in demselben Zeltraum des vergangenen Jahres. (J, T. A.)

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