Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 673 (20.7.1937)
- Date
- 1937-07-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Kaunas 1× ep/1000678
- Minsk 1× ep/1000754
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Nf. m vom 20. Juli 1§S7 MB NEUE WELT Seite S 1 Dr* Egon Midiacl Zwtlg «In Mlftgii Dr. Egon Michael Zweig (am 21. Juli 1877 in der *#fcrlschen Stadt Olmütz geboren) wandte sich als junger Jus-Student in Wien vom Deutschliberalismus des Klt*rBh*USes ab und dem Zionismus tu. Ihn verbreitet« Zweig durch die von ihm 1896 gegründete Feri&lverbindung „Geulah" in Nordmähren und Schlesien. Schon 1898 vertrat er seine Vaterstadt als Delegierter beim Zweiten Zionistenkongreß und bei der Gründungakonferenz der Jüdischen Weltturnerschaft zu Basel. Als Mitglied des Brünner zionistischen Distriktionskomitees ■nd dann -des Wiener Landeskomitees beschäftigte *r sich, TEunächst mit Organ isationsfragen. Im Jahre 1900 setzte er auf dem Olmützer Tag die Betonung des ««ttionaljüdischen Charakters der Landesorganisatifcn — mit allen Konsequenzen — durch und formulierte 190S bei der Wiener Tagung, von Herzl persönlich belobt, das zionistische Ku 1 tu s g e m e i n d c - Programm, das bis heute seine Gültigkeit bewahrt hat. Zweigs Lebenswerk aber war der Ausbau des Jüdischen Nationalfonds. Dem Fonds hat er seit dessen Gründung 1901 fast ununterbrochen gedient. Sogleich nach Kriegsschluß wurde auf Zweigs Initiative das Wiener Palästina-Amt gegründet, dessen Leitung er (seine Advokaturskanzli opfernd) als Beamter übernahm und durch mehr als zwei kampfreiche Jahre behielt. 1920 ins Leitungskolleg des K.-K.-L.-Hauptbüros nach dem Haag berufen, übernahm Zweig die Organisations- und Pressepropaganda. ' Hierauf schuf Dr. Zweig die Versicheru-ngs- Abteilung des Hauptbüros, welcher zunächst durch Empfehlungsverträge mit großen Versicherungsanstalten, wie dem „Phönix", Wien, und später der „Prudential", London, dem K.K.L. und anderen zionistischen Zwecken im Laufe der Jahre an Pf. St. 100.000 netto einbrachten. Die Pflege des Versicherungsapparats in den zwanzig Ländern, welcher in eine eigene nationale Anstalt münden sollte, hielt Dr. Zweig fast ständig unterwegs, bis nach Südafrika. Der Niederbruch des „Phönix" 1936 gab dem KKL-Hauptbüro die Handhabe, Zweig als entbehrlich zu entlassen. Seither beschränkt sich der ewig junge Kämpfer auf Beiträge für die zionistische Presse, sowie auf die Mitarbeit im Kreis der Hitachduth Olej Auatria. In den 42 Jahren seiner Tätigkeit ist Dr. Zweig den Grundsätzen seines Lehrmeisters HeraJs „Einholt des Volkes und straffe Zucht der Organisation", treu geblieben. G. W. ' Jüdischer Auslandsjournalist in Berlin verhaftet Aus Kaunas; Wie aus Berlin telegraphiert wird, wurde der Korrespondent des New-Yorker „Jewish Morning Journal", David Fink, von der Gestapo in Haft genommen. Da er litauischer Staatsangehöriger ist, hat die litauische Regierung gegen seine Verhaftung Einspruch erhoben (J. T. A.) .Verhaftungen in der jüdischen Theaterwelt in Rußland Aus London: Wie „Daily Telegraph" aus Söwjetrußland meldet, wurden in den letzten Tagen mehrere Persönlichkeiten aus der jüdischen Theaterwelt, ao u. a,. der Direktor des jüdischen Theaters In Minsk, Rafaelli, und die Schauspieler Dunetz, Wolobirsky und Brönstein, als „Volksfeinde" verhaftet. Ihnen wjrd jüdischer Nationalismus unter Beeinflussung seitens des Auslandes z,um Vorwurf gemacht. Sie werden als Faschisten und Helfer des inzwischen in Paris verstorbenen Alexis Granowski, einstigen Direktors des Moskauer Jüdischen 'Akademischen Theaters, bezeichnet. (J. T. A.) „Kfar Witkin" — ein neuer Landungspunkt am Mittelmeer Aus Jerusalem: „Palestine Gazette" bringt eine yerördnung des High Cömmissioner, wonach die Eröffnung? eines neuen Landungsplatzes in „Kfar Witkin" (im Emek Chefer) gestattet wird. In dem neuen „Hafen" werden Segelschiffe, die Düngemittel bringen, anlegen können. (J. T. A.) Keine projtidlsdie Intervention Frankreichs Aus Paris wird berichtet: Die offizielle Haltung der französischen Regierung hat trot« der duirch die Umstände gebotenen Zurückhaltung gegenüber einer befreundeten Großmacht eine wichtige Veränderung des Teilungsplancs zur Folge gehabt, die sich an jüdischen Interesse ausgewirkt hat. In den ursprüagiUshen Vorsehlägen der Königlischen Kommission bestand die Absicht, außer dem Korridor» der von Jerusalem zum Meere führt, noch einen zweiten — ara^JSehen — Korridor im Norden nach Haifa zu s&haffen, wodurch ein direkter Zugang des neuen arabischen Staates zum Meere geschaffen worden wäre. Die französische Regierung hat sich gegen diese Absicht gewandt, da durch einen solchen Korridor der neue christliehe Libanon-Staat nicht mehr an den jüdischen Staat grenzen würde, sondern auf drei Seiten von mohammedanischen Staaten umschlossen wäre. Frankreich wünscht aber eine Anlehnung des neuen Libanon - Staate« an den jüdischen Staat, um daduroh «in Gegengewicht, gegen die Stärkung der mohammedanischen Araber durch die Souveränität Syriens und durch die Gründung Großtransjordaniens zu finden. Dieser Stellungnahme Frankreichs ist es im wesentlichen zu verdanken, daß nach dem jetzt veröffentlichton Teilungsplan ganz Galiläa an den Judenstaat fallen soll. Unter französischer Anleitung sind auch bereits in diesen Tagen Verbindungen zwischen jüdischen und libanesischen Kreisen angeknüpft worden, die für die Zukunft eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen den beiden neugeschaffenen Staaten Libanon und dem Judenstaat erwarten lassen. Die dem Zionismus freundlichen Erklärungen der maronitischen Patriarchen, sowie des libanesischen Staatspräsidenten Edde" erklären sich aus diesen Zusammenhängen Trete der in französischen Regierungskreisen bestehenden Sympathie für die jüdische Sache, darf man aber kaum eine aktive Intervention im jüdischen Interesse erwarten. Frankreich wird von seinen un- II.TABORSTRASSE OA mittelbaren politischen Interessen im Orient geleitet. Es legt als Schutzherr von vielen Millionen von Arabern und Mohammedanern Wert darauf, mit diesem Teile seiner kolonialen Bevölkerung in guten Beziehungen zu bleiben« Unvergleichlich ist unser Sommer-Räumungsverkauf Alle RestbestÜndt (aktuelle Modelle) worden 2u unglaublich niedrigen Preisen abgestoßen Preis lagen: 6.80, 9.80 11.80, 13.80 wmmmmmimmmmmm»mmmmmmtmm>ttt\ umim......... ■■■........im ■ Es muß heute um so mehr die Interessen seiner mohammedanischen Untertanen berücksichtigen, als die Unruhe in Nordafrika anhält und andere Mäohte um die Gunst der Mohammedaner werben. Andererseits ist Frankreich bereit, seinem Verbündeten England bei der Herstellung des Friedens und der Sicherheit in Palästina tatkräftige Hilfe zu leisten. Die Tätigkeit des Mufti von Jerusalem in Damaskus wird auch in Fx*ankreich mit Unruhe verfolgt, und kann als sicher gelten, daß Frankreich eine Organisation von arabischen Banden in Syrien, die aktiv in die palästinensischen Verhältnisse eingreifen könnten, nicht zulasson wird. Die Zusammenarbeit zwischen dem syrischen und palästinensischen Grenzschutz ist durch Besprechungen; der müitärischen Autoritäten in den letzten Wochen ausgebaut worden. Man begrüßt es in Frankreich, daß die früher bestehenden Lücken in der englischen Grenzkontrolle jetzt geschlossen worden sind. Alles in allem ist anzunehmen, daß Frankreich in der Mandatskommission dem englischen Teilungsplan keinen Wider« stand entgegensetzen wird. Teilungsplan vor englischem Unterhaus London, 15. Juli: Wie die J. T. A. zuverlässig erfährt, wird die Debatte über den Peel-Bericht im englischen Unterhaus bereits am Mittwoch, den 21. Juli, stattfinden. Kolonienminister Ormsby-Gore wird an diesem Tage die Prozedur, die bei der Ueberreichung für Wien und Provinz / Aktien und An- __ lagewerto / Börseaufträge I WECHSEUNKASSOl Bankgeschort Rosenblatt, Wien |TTCV.rUCUnr\MJgV| RolffnHlurmitia(,c ao, E<k« FltliehmaiM der Vorschläge der englischen Regierung, betreffend Palästina, an die Mandatskommission angewendet werden soll, dem Hause bekanntgeben. Premierminister Neville Chamberlain erklärte im Unterhaus, die Vorschläge der Regierung werden vom Hause gleichzeitig mit dem Peel-Bericht erörtert werden. Ursprünglich glaubte man, daß der Peel-Bericht im .Verlauf der Beratung des Budgets des Colonial Office zur Erörterung gelangen wird; nunmehr aber wurde beschlossen, daß die Regierung von Sich aus den Antrag, ihr Statement of Pollcy, betreffend Palästina, welches zugleich mit dem Bericht bekannt' gegeben wurde, zu genehmigen, stellen wird. Für die Regierung werden Kolonienminister Ormsby-Gore, der den Bericht dem Hause vorlegen wird sowie Lord Winter.ton sprechen. Hernach wird die Debatte im Oberhaus stattfinden. In Regierungskreisen wird angenommen, daß es dem Kolonienminister Ormsby-Gore noch möglich sein wird, gestützt auf das Votum der beiden Häuser, sich zu der Tagung der Mandatskommission, die am SO. Juli beginnt, nach Genf zu begeben. (J. T. A.) Die Tagung der Mandatskommission Aul Jerusalem: Wie Falcor aus Genf erfährt, haben sämtliche Mitglieder des Völkerbundrates ihre Zustimmung zum Ersuchen der britischen Regierung gegeben, der Ständigen Mandatskommission in Ihrer für den 30. Juli festgesetzten Tagung die Erwägung; der Empfehlungen der Kgl. Kommission und der diesbezüglichen britischen Regierungserklärung zu gestatten. Die Mandatskommission soll zugleioh aufgefordert werden, dem Völkerbundrat, der im September zusammentritt, vorläufige Empfehlungen vorzulegen. Gewisse Mitglieder des Völkerbundrates, wie Polen und Rumänien, haben sich jedoch ausdrücklich das Recht vorbehalten, Innerhalb des Rates und anderer Organe des Völkerbundes die ganze Frage, die von der größten Wichtigkeit für ihre Regierungen sei, genau zu prüfen. - 0 Vom TeliAviver Halen Aus Jerusalem: Zum erstenmal seit Gründung des Tel-Aviver Hafens wurde dort heute die Post aus Europa ausgeladen. Bisher pflegte die Post immer in Jaffa/ ausgeladen zu werden. (Palcor.) Waudiope intrigiert Aus London: „Evenlng Standard" berichtet, die Palästina-Regierung habe der britischen Regierung eine Denkschrift überreicht, in der an den Vorschlägen der Kgl.- Kommission scharfe Kritik geübt wird* Insbesondere werde dagegen protestiert, daß Galiläa in den neuen Judenstaat fallen soll. Die Einwände Sir Arthur W a u c h o p.e s. und seiner Kollegenstützen sich auf die von ihnen erwarteten Schwierigkeiten einer TJeberführung eines großen Teiles der arabischen Bevölkerung aus Galiläa nach Transjordanieii und auf', die eindringlichen Vorstellungen der Herrscher der arabischen Staaten. (J. T. A.); Beginnt der Terror wieder? Aus Jerusalem: Die Polizei taht in einer Höhle in der Nähe von A k k o zahlreiche Gewehre entdeckt. Die Gewehre sollen dort von der Bande des syrischen Räubers Ismael Abd Alehak versteckt worden sein, der vor kurzem bei einem Zusammenstoß mit einer Polizeipatrouille getötet wurde. BeiBershcba wurde die Tclegraphenleitung nach Tel-Aviv auf einer Strecke von zwei Kilometer durchschnitten. (J. T. A.) Palästina-Regierung erschwert Arbeitsbeschaffung in Tel-Aviv Aus Tel-Aviv: Im Stadtrat von Tel-Aviv führte der Bürgermeister Israel R o k a c h Klage über die gleichgültige Haltung der Palästina-Regierung gegenüber den Aufgaben der Arbeitsbeschaffung in Tel-Aviv. Noch immer habe die Stadtverwaltung nicht die Bestätigung der Regierung für die Gewährung eines Vorschusses von 10.000 Pfund aus der 1-Million-Pfund-Anlelhe der Versicherungsgesellschaft „P r u d e n 11 a 1" erhalten. Dieser Vorschuß sollte zu dringender produktiver Arbeits* losenfürsorge und zum Bau neuer Straßen verwendet werden. Ebenso sei die Bewilligung von 25.000 Pfund aus Letaler Termin Ii AUTOC AR-GESELL SC HAFTS REISE MHt» Ol g_ nach zuricn zum 20. Zlonlstenkongreß und nach P9F§S zur Weltausstellung Kombinierte bequeme Autocar- und Bahnfahrt. Teilnehmer preise: Wien—Zürich—Wien Im Autocar (inkl. Stadtrundreisen. Versicherung und Kongreßlegitimation).......S 78.— Inkl. 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