Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 639 (12.3.1937)
- Date
- 1937-03-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite * ME tfJblUK WELT Nr. 630 vom 12. März 1937 f 11 16 I? Li Simonstirot ttod) immer unerreicht al8 ©efuitbljeits. unb fttaftbrüt töeld) an bat fo mistigen Mfäatyttu 6e|t frequettt: @imortSbrot*6d)nittenM8t?c$eit in Stortfifof. Srttdjtenbrot: Stuf&au* unb $ttrm«9i<gutatw. flu Wen in geiitfoftfjanbtongeit unb in Dielen fBätfereien. ,@imott8brotfabrif SBien^QQtonöd. Sttgl. ^oftottf., I lich^arabischen Regierung des Libanon protestiert, daß sie den Emigranten aus Libanon in Amerika und in anderen Ländern, die nach dem Libanon zurückkehren oder die Staatsbürgerschaft von Libanon annehmen wollen, zu Hilfe kommen werde. Da die meisten Emigranten christliche Ära Ire r sind, befürchtet das mohammedanische Komitee, daß dies zu einer Erhöhung des Prozentsatzes der Christen im Libanon führen werde. Infolgedessen bittet das Komitee, diese Frage nicht zu behandeln, da sie geeignet sei, die Interessen der Mohammedanerzu schädigen. r Rishon le Zion nur-dieser Name bürgt für Echtheit und Güte beim Einkauf von PalästinacWein Autorisierter Alleinverkauf: GUSTAV WILDER Wien IV, Rainergasse 31, Telephon U>42*4*84 Die christlich-arabische Presse im Libanon veröffentlichte scharfe Artikel gegen dieses Memorandum und bezeichnet es als unmenschlich, besonders heute, wo die Emigranten in den einzelnen Ländern vertrieben werden und ihnen das Recht auf Arbeit entzogen wird. Die Blätter versichern, daß die Forderung, Emigranten bei ihrer Rückkehr nach dem Libanon zu helfen, keinerlei politische Hintergründe habe. Heute, nachdem Libanon selbständig geworden ist, müsse das Land seine Pflicht gegenüber den Emigranten im Auslande erfüllen. Ein schwerer Sabbath Aus Jerusalem (J. T. A.): Der Sabbath, 6. März, war ein schwerer Tagfür die Juden Jerusalems. Als der 42jährige Jehuda Leib Schneurson sich zur •Klagemauer begab, würde er in der arabischen Altstadt unweit der Klagemauer hinterrücks angeschossen und schwer verletzt. Sein Zustand ist lebensgefährlich. Der Attentäter konnte in dem Gäßchengewirr verschwinden. (Schneurson, der während der Unruhen im Jahre 1929 in Hebron lebte, war damals von Arabern angegriffen worden, kam aber mit dem Leben davon.) Der Distriktskommissär von Jerusalem verkündete am Nachmittag den Ausnahmezustand für das ganze Stadtgebiet. Von 21 Uhr bis zum Anbruch des Morgens darf niemand die Straßen betreten, in den Häusern darf kein Licht brennen. Speziell der jüdischen Bevölkerung wurde bis auf weiteres verboten, den arabischen Teil der Altstadt zu betreten, 'so daß Juden nicht mehr zur Kla.gemauer, die man nur durch das Passieren arabischer Viertel erreichen kann, gelangen können. Am gleichen Tag erschien ein Araber auf einer jüdischen Plantage in N ess Z i o na unter dem Vorwand, Arbeit zu suchen. Er sprach deswegen den zufällig dort beschäftigten polnischen christlichen Arbeiter Stanislaw Sluga an. In der Meinung, einen Juden vor sich zu haben, zog der Araber während des 'Gesprächs einen Revolver und gab auf Sluga einige Schüsse ab, die diesen schwer verletzten. Der Attentäter konnte entkommen.' Am gleichen Tag wurde aus Nordpalästina eine Reihe von Angriffen seitens arabischer Terroristen gemeldet. Bei Akko wurde ein jüdischer Arbeiter von Terroristen beschossen und sehr schwer verletzt. Die An» greifer raubten die vor seinen Wagen gespannten zwei P/erde und entkamen. Auf der Chaussee zwischen Akko und Safed wurden vorbeifahrende Autos von Terroristen aus dem Hinterhalt beschossen. Ein beim Regierungsdepartement für Öffentliche ^Arbeiten beschäftigter arabischer Chauffeur wurde dftfcjt schwer verletzt. Bei einem Zusammenstoß Swischen Äbjsciieh Terroristen und freilachen litt/, iftff, Abu Kisjlsk wurde: ein Fellache getötet.* in ■■ Jftff«. sind hie meisten Geschäfte geschlossen, da män Unruhe* %f Ürentet. Die Pöliset belegte dMfambische Dorf Bet Pdushar im Distrikt Jerusalem mit einer kollektivstrafe von 2?o Pfund. Jee Brown; in es Lata yiü P Vi mZmi Ost er-Sonderfahrt Ang^.™^«!, POLIN--CZIRNOWITZ Abfahrt: 14. Man Iftlf Auskunft und Anmeldungen ausschließlich im ReistbBrd yMarlettbrllcka«* " 11 Telephon R-24-2-86/87 J Mitwirkend MftiV »ICON Rotenturm-Kino Ein Warner Srds.-Großlustspiel Es; wird festgestellt; tdaß sämtliche Belohnungen, die die Palästina-Regierung seit Ausbruch der Unruhen im April v. J. zwecks Ergreifung von terroristischen Mördern ausgesetzt hatte — es handelt sich insgesamt um« eine Summe von -65.000 Pfand —r, ibis jetzt zu keinem Resultat geführt haben; keiner der Mörder würde entdeckt; 'so daß die gesamte Stimme im Staatsschatz verblieb. <... J ** Die Regierung hat die große hebräische Tageszeitung „Haarez", die das laW Verhalten der Behörden gegenüber dem nöuerwachenäen arabischen Terror kritisierte, für die Dauer einer Woche verboten. Gleichfalls für eine Woche wurde das Organ des Mufti, „AI Liwaa", wegen Hetzpropaganda verboten. Judenlümmel — Zuhälter Angjclff Aus Berlin: Unter der Ueberschrift: „Judenlümmel La Guardia leistet sich neue Unverschämtheiten. Lendenlahme Behandlung des deutschen Protestes durch Hüll'*, beschäftigt sich „Der Angriff" erneut in überaus scharfer Weise mit der Rede des New-Yorker Oberbürgermeisters. Wichtiger als die an Heftigkeit kaum zu überbietenden Anschuldigungen des Blattes gegen den „J u d e ü b e n g e 1, Zuhalte r, H e t z ap böt el La Gtiar^'^tf'sefoeiiia beschränkten Kaschemmenverstahd" ist die Ausdehnung dieses Angriffes auf die amerikanische Bundesregierung. „Man sollte doch meinen, daß das Weiße Haus in Washington so viel Macht besitzt, um hochgeturnten Zuhältern zu verbieten, ihre Gemeinheiten statt einer gleich tausenden Frauen zu erzählen. Wenn „Der Angriff" über die Rassenvermanschuhg imfreimaurer i s c h v e r s e ü c h t e n- Ai m e r i k a schreibt, dann protestiert Washington eifrig und eilig. Im eigenen American Jewish Cohgress bei der deutschen Regierung, wenn auch mit Vorbehalt, entschuldigt hatte. Die große amerikanische Presse berichtet über die unglaublich schmutzigen Beleidigungen, die sich die Organe der detitschen Regierung, wie „Völkischer Beobachter", „Angriff" usw., gegen Bürgermeister La Guardia leisten, und drücken ihr Erstaunen darüber aus, daß es Staatssekretär Hull über sich hat bringen können, im Angesicht des Treibens einer solchen „Gesellschaft'4 Worte der Entschuldigung vorzubringen. . D*\ Moses Öaster — 80 Jahre Kürzlich feierte der langjährige Oberrabbiner der sephardischen Gemeinden Englands Moses Gaster seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlaß wurde der in der gesamten Gelehrtenwelt hochgeschätzte Polyhistor und Folklorist von allen Seiten ausgezeichnet. Nicht nur viele englische Akademien, sondern auch die Gelehrten- Akademien seines Vaterlandes Rumänien, das er als junger Student wegen schriftstellerischer Angriffe auf die damalige Regierung verlassen mußte, haben ihn zum Mitglied und Ehrenmitglied ernannt. Die Festrede hielt der gewesene High-Commissioner Sir Herbert Samuel, der die politische Bedeutung Gasters und die Rolle, die er im Zionismus gespielt hat, beleuchtete und hervorhob, daß im RESTAURANT STEFANIE Hugo u. Julie HERLINGER geb. Zollner, II, Taborstr. 12. R-48-8-46 veranstaltet am.26. und 27. März 1937, feierliche ff SEDERABENDE" Für bekannt etttRiaasige Speisen und » Oetfänke bei zeltgemäßen Preisen ist flÖÖ ^ttfr ^t#5 ge9orgt. Anmeldungen rechtzeitig erbtten * * Studierzimmer des Gelehrten die ersten und wichtigsten zionistischen Beratungen stattgefunden hätten. Die Wiener Zionisten haben Gaster als glänzenden Redner und konzüianten, aber doch energischen Vorsitzenden am Wiener Zionistenkongreß 1925 kennengelernt. Gaster hat schon am Berliner Kongreß vom Jahre 1878 eine Rolle gespielt und die Interessen der Juden vor diesem Forum der hervorragendsten Staatsmänner Europas verteidigt. Wie sehr Gaster als Folklorist und' Herausgeber zahlreicher Apokryphen, aus denen direkt oder indirekt Thomas Mann sehr viel Stoff für seinen Josephs-Roman geschöpft hat, in der ganzen Welt anerkannt ist, zeigt die Prachtfestschrift, die erst dieser Tage herauskam. Sechzig Gelehrte diesseits und. jenseits des Ozeans, darunter viele Christen,. wie, Herford, und Driver, haben sich mit wertvollen Beiträgen eingestellt. Auch Wiener haben sich an dieser Festschrift beteiligt, Professor Dr. S. Kraus, Dr. Kaminka mit einer seiner geistvollen Psalmenkritiken und Dr. Max Grunwald, der Über die Herkunft des Davidschildes, über die Rolle von Hund und Katze in der jüdischen Literatur von zweitausend Jahren und Über das Hexenetnmaleins in Goethes Faust geschrieben hat, das. bekanntlich auf die jüdische Kabbala zurückgeht. Auch politische Töne werden in dem Buch angeschlagen und das Wort des jungen Studenten Gaster zitiert und auf Zion angewendet:. Wir kämpfen alle um ein Gut, dessen wir alle noch entbehren. r- Billard -das billigste Vergnügen! Für nur 1.50 wöchentlich können Sie tsigllch, auch mehrmals Billard oder Kegelbillard gratis spielen. Turniere mit schönen Preisen in Vorbereitung. Einer der prominentesten Billardmeister erteilt Auskünfte: Cef« Raimtlltdhol, VI, Wallgasse 16, Telephon B-28-2-34 kostenlos Unterricht Land aber haben die Regierungsmänner offenbar Angst vor den Revolvern der New-Yorker Unterwelt, die dem Obergangstermeister der Stadt auf den Pfiff gehorcht, und lassen den Jüdenlümmel schimpfen, wie es ihm seine dreckige Phantasie souffliert" .. 4 Ein großer Teil der Popularität, die Bürgermeister La Guardia in den ,U. S. A. genießt, ist darauf zurückzuführen, daß er mit einem bisher von keinem New-Yorker Bürgermeister aufgebrachten Mut Korruption und Unsittüchkeit bekämpft und ausrottet. Einen großen Namen hat er sich als Bezwinger der korrupten Partei „Tomany Hall" gemacht. Äettsiffü ftünttik - SetHtnetiHa WFWwuww ^rwywywwum*^ ^*^f*wwv^w^f^www^^ Amerika vewtäffct AnttnaxhBoykott Aus New-York (J.T. A.): Eine von der Anti¬ Nazi-Liga einberufene Konferenz von Vertretern aller Gesellschaften und Verbände, die sich an dem Boykott deutscher Waren und Dienste beteiligen, nahm den Beschluß an, die Boykott-Tätigkeit zu zentralisieren und zu intensivieren. Ein zweiter Beschluß der Konferenz fordert die Regierung der Vereinigten Staaten auf, eine Untersuchung der nazistischen Umtriebe in Amerika durchzuführen und die von Deutschland her in den U. S. A. betriebene Nasipropaganda zu unterbinden. Der Präsident der Anti-Nazi-Liga, Samuel Untermyer, der der Beratung nicht beiwohnen konnte, sandte eine Botschaft, in der er Kritik an Staatssekretär Hull übte, der sich wegen der Rede des New-Yorker Bürgermeisters La Guardia auf der Konferenz der Frauensektion des Sympathiehungerstreik der jüdischen Hochschüler Oesterreichs Wir erhielten folgenden Aufruf: An die jüdische Studentenschaft! Die am 8. d. M. tagende Pei*manenzausschußsitzung hat folgende Resolution, die am Eröffnungsabend des Delegiertentages der „Judäa" zur Verlesung gelangt, einstimmig angenommen. „Der Delegiertentag bedauert aufs lebhafteste, daß die jüdischen Hochschüler .in einigen Ländern, insbesondere in Polen, diffamiert, in ihrer nationalen Ehre verletzt und in ihrer körperlichen Sicherheit fortgesetzt bedroht werden. Die jüdischen Hochschüler Oesterreichs er« klären sich solidarisch mit den bedrohten jüdischen Kollegen des Auslandes: Ihr Kampf Ist unser Kampf, Der Delegiertentag erklärt zum Zeichen des Protestes Sonntag, den 14. d. M. (2. Nissan) als Fasttag der jüdischen Hochschülerschaft Oesterreichs und fordert die jüdische Koliegenschaft auf, sich an dieser Demonstration zu beteiligen. Die jüdischen Hochsohüler Oesterreichs widmen den für das Essen des 2. Nissan entfallenden Betrag dem Verein zur Förderung der hebräischen Universität." An diesem Tage, am Fasttag der jüdischen Hoch'« Schüler Oesterreichs, wird die Mensa academ i ca judaica geschlossen sein. Der P e r m a n e n z a u s s c h ü ß. Die feierliche Proklamation erfolgt Samstag, den 13. d. M. am Eröffnungsabend des Delegiertentages. JUdlscher Hochschulausschuß. Samstag, den 13. März d. J., findet im Chajes-Saal, IX., Alserstraße 26, um 19.80 Uhr die feierliche Eröffnung des XIX, ordentlichen Delegiertentages der „Judäa" statt. Bedeutende jüdische Persönlichkeiten werden Ansprachen an die jüdische Studentenschaft richten. Mit Rücksicht auf die wichtige Tagung ist es die Pf licht jedes Hoch* Schülers, zu erscheinen!. Gäste willkommen!