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Die neue Welt · 1937-02-12 · Heft 631 (12.2.1937) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 631 (12.2.1937)
Date
1937-02-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 631 vom 12. Februar 1937 DIE NEUE WELT Seite T Tatsachen und jüdischen Not wird hier hinweggetanzt und hinweggesungen. Das Programm der „Jung-Wizo" ist verschwommen. Es fehlt hier vor allem die richtunggebende Kraft: die Judenstaatsgesinnung. Die jugendliche Begeisterung wird auf ein Nebengeleise geleitet: Das Sichverlieren in kosmopolitische Grübeleien und Scheinproblemen führt die Bewegung über den Rahmen der nationalen Notwendigkeiten hinaus. Die Flucht dieser Jungmädchenorganisation vor der gemeinsamen Verantwortung wird mit „Neutralität" und „Ueberparteilichkeit" bemäntelt. Die Ueberparteilichkeit der „Jung-Wizo" ist eine typische Ueberhebung und „vornehmes" Beiseitestehen. Das Wort Politik hat für die „Jung-Wizo"- Führerinnen einen häßlichen Klang und wird als charakterverderbend betrachtet. Auch wir sind der Ansicht, daß junge Mädchen nicht vorzeitig in Parteizwistigkeiten hineingezogen werden. Nationale Politik darf aber nicht mit „Parteizwistigkeit" verwechselt werden. H e r z 1 - Zionismus ist keine Parteipolitik und bildet keinen Widerspruch zum reinen Idealismus einer Jugendbewegung. Ueberdies ist die „Ueberparteilichkeit" der „Jung-Wizo" eine Irreführung.' Während die Judenstaatsgesinnung als Politikasterei verschrien wird, ist der Einfluß von links stark bemerkbar. Auch die so hochgepriesene „Palästina-Arbeit" der „Jung-Wizo" bewegt sich an der Peripherie des Zionismus. Die landwirtschaftliche Mädchenschule in Nahalal. wie auch die übrigen Institutionen der „Jung- Wizo" in Palästina sind exklusiver Natur, ohne großzügigen nationalen Charakter. Eine Vorbereitung zur produktiven Arbeit ohne nationaler Energie ist für das jüdische Volk ohne Nutzen. So bietet die „Jung-Wizo" das Bild einer farblosen Mädchenorganisation ohne nationalen Enthusiasmus. Ueber ihrer pseudonationalen Arbeit hat sie es verabsäumt, die weibliche Jugend für den Herzl- Zionismus zu erfassen. Hauses. Die Besatzung des Lagers bestand nur aus SS.-Leuten. Nicht ein SA.-Mftnn war zu sehen. Die SS.- Leute gehörten zur Wachttruppe Ostfriesland. Ueber die Ermordung des jüdischen Sozialdemokraten Dr. Sachs im Konzentrationslager Sachsenburg berichtet ein Mithäftling: Ueber den Tod des sozialdemokratischen Redakteurs Dr. Sachs wurde im Lager viel geflüstert. Er soll im Bunker alles unter sich gemacht, haben und wurde daraufhin jedesmal hinauf in die Waschküche geschleift und mit eiskaltem Wasser übergössen. Dann wurde er wieder nach dem Bunker geschleift, denn laufen konnte er nicht mehr. Dies soll an manchen Tagen zwei- bis dreimal geschehen sein, bis er starb. Uns wurde beim Appell mitgeteilt, daß wieder ein jüdischer Untermensch krepiert sei, der nach eigenen Angaben die Kost im Dritten Reich nicht vertragen konnte, weU sie zu allgemein gehalten sei. Er habe laut Protokoll vor 1933 kein Frühstück mit seiner Frau unter dem Preise von 25 RM. eingenommen. In deufsdten Konzen!raiions* lagern Aus Prag (J. T. A.): Der Deutschland-Bericht der „Sopale" teilt eine weitere Reihe von Morden an Juden in deutschen Konzentrationslagern mit Ein früherer Häftling des Konzentrationslagers Esterwe gen, Schlesien, berichtet: In Esterwegen befanden sich auch sögenannto 'Schulungshäftlinge, d. h. solche, die aus der f&SBSm £3* pO Rgj; Weißwaren-Reste: 2Bäf(fjcs2Beben 74—80 cm, SRefte hie 6 m S —.79, —.65 ..........S—.5H ftathi&es fBctt$cu$ 80 hreii (SKefie 4—10 m)............S — 79 ®cMäict*9U\U 2—6 m, 140 cm S 1.29, 120 cm S —.98 $ofcnar«bels9?cftc 80 Brett (2—8 m) , . . S—.98 Waschsfofff-Reste (bis 5 Meier) per Meter: SBoUc, arfonett, ©reue, tfntetma&c..... S —.50 Äretonne, SBIauhrurfe, Jßanama, Ätepp . . . S —.59 3itfc(tntf;r., Mp*, Öeloiitsflanett.....S—.09 ßleibcrsSweefcette, Strcif*2rrend), 80 cm . . S—.79 tyi)iama*yßopeXin, $iritM*3cPJ)«c . . . . S —.95 Emigration zurückgekehrt und gefaßt worden waren. Sie erhalten besondere „Schulung", um von dem unheilvollen Einfluß der Emigrationbefreit zu werden. Auch diese Häftlinge trugen feldgraue Uniform, jedoch mit weißen Streifen. Die jüdischen Häftlinge haben auf ihren 'Jacken und Hosen eine ganze Anzahl großer gelber O.elfar benpunkte, wie Bälle, und zwar vorn und hinten. Gleichgroße Punkte, aber von schwarzer Oelfarbe, trugen die Bibelforscher. In der Schutzhaftzeit des Berichterstatters sind 6 Häftlinge, 2 politische und 4 Berufsverbrecher, umgebracht, d. h. „auf der Flucht erschossen" worden. Unter den Erschossenen befand sich auch ein jüdischer Kunstmaler Paul Lövy, der sich mit seinem Künslernamen Gangolf oder,. Gangloff nannte. Paul Lövy war bereits im Jahre 1935 angeschossen worden, wurde aber nach seiner Genesung entlassen. Am 10. August 1936 wurde er aber wieder eingeliefert und am 12. August nachmittags gegen 4 Uhr ersohosaen. Man kommandierte ihn mit noch 9 Häftlingen zu Arbeiten im nahen Wald. Dort wurde bisher nie gearbeitet, auch nach dem Tode Lövys nicht wieder. Die Leiche hat niemand zu sehen bekommen, nicht einmal jene Häftlinge, die mit im Walde arbeiteten. 1 Der Lagerkommandant von Esterwegen heißt Koch. Er war früher der Leiter des Berliner Columbiav>*i MtfFAMx; ®S3fr „Christus würde auf der Otielfobank silsen* Aus Wilna (J. T. A.): Die antisemitischen Um ruhen an der Wilnaer Universität dauern an. An der Landwirtschaftlichen Fakultät ordnete Prof. Jag in an, daß jüdische Studenten links sitzen sollen. Der jüdische Student Pinkus, der sich weigerte, auf einer Ghettobank Platz zu nehmen, wurde von antisemitischen Studenten so furchtbar mißhandelt, daß er bewußtlos ins Hospital eingeliefert werden mußte. Während einer Vorlesung von Prof. Rudnicki fielen die Nationaldemokraten über die Juden, die sich weigerten, auf Ghettobänken Platz zu nehmen, und lieber stehend der Vorlesung beiwohnen wollten, her und mißhandelten sie barbarisch. Auf die Frage des Professors, warum sie über ihre Kollegen herfallen, erwiderten die Nationaldemokraten: „Weil wir eben Christen sind!" Daraufhin erklärte Prof. Rudnicki: „Würde Christus heute leben, er würde neben den Juden auf der Ghettobank Platz nehmen." Verfolgung deutscher Juden im Ausland Aus Zürich: Das „Israelitische Wochenblatt" meldet: Die Paßfrage für die außerhalb Deutschlands lebenden deutschen Juden wird immer schwieriger. Es werden jetzt Fälle bekannt, wo die deutschen Auslandsbehörden sich weigern, die Pässe zu verlängern, es aber auch ablehnen, diese Weigerung zu dokumentieren. Den so Betroffenen wird es dadurch auch unmöglich, Staatenlosen-Zertifikate zu erhalten, denn diese werden meist nur erteilt, wenn die Ablehnung seitens Deutschlands dokumentiert ist. Sie kommen dadurch in die schwierigste Situation. In manchen Fällen wird zwar eine kurze Verlängerung des Passes gegeben, aber nur für das betreffende Land, so daß der Betroffene in seiner Bewegungsfreiheit aufs stärkste eingeengt ist. Um 6 Tage verlängert! unb greife — tote nodj ttic! Vorhang-Abteilung: Tupfbatiste weiß und färbig . . per Meter ab S Indanthren-Vorhangstoffe gestreift, 75 cm , . S Netz-Vorhangstoff, 150 cm breit......S Batist-Doppelbettdecke m. Eins. u. Mot. S 9.50, S Tisch- und Hauswäsche: Geschirru. Wischtücher 50/50 S —29, Bodentücher ..............S Jacquard-Handtücher weiß p. Meter S —55, roh S Indanthren-Tischtücher 120/120 . S 2.90,80/80 . S Jacquard-Tischtücher 120/120 S 2.75, 100/100 . S Bettwaren: Tuchentbezüge glatt, 115/180 . . . . S 4.50, S Gestickte Wäsche-Garnitur (1 Tuchent, 2 Polst.) S Leintücher nahtlos, 140/200 S 2.75, 120/200 . . S Schlüpfer 120/180, S 4.75, Deckenkappen . . . S Wirtschafts-Steppdecke indanthrengeblumt . S -.65 1.20 7.80 1.35 1.08 Keine Zwangssonntagsruhe in Litauen Aus Kaunas (J. T. A.): Der litauische Handwerker¬ und Kleinhändlerverband „Werslininkas" reichte bei der Regierung ein Gesetzesprojekt wegen Einführung der Zwangssonntagsruhe ein. Das Regierungblatt „Lietuwoa Aidas" veröffentlicht eine Erklärung der Regierung, die besagt, daß eine Aenderung des jetzigen Sonntagsruhegesetzes nicht erfolgen kann. Die Offenhaltung jüdischer Läden an einigen Stunden des Sonntags gibt dem Bauern eine Möglichkeit, sich am Sonntag mit dem Nötigen zu versehen und die Werktage ganz der Arbeit zu widmen, Sicherheitsmaßnahmen Aus Jerusalem: Die Palästina-Regierung hat beschlossen, an strategischen Punkten im Lande Radio? Übertrager anzubringen, um im Falle von Unterbrechung der Telephonverbindung die Aufrechtexiialtung des Kontakts zwischen den Behörden zu sichern. ' ^ä0F^^^^\. mMljjP^VV Meter^"^»£^Ä^ Kunstseiden-Reste (1-5 Meier): 2Bttfd)|ett>c mit Heinen gchlcxn, ncrSOlctcx . S—.50 »föfefoesSmntime für SBlujen unb Äletbcr S—.98!Wemfet&es3m»nmc, 90 cm Breit, ner 3fteter S 1.50 aWirahett fagottitcslamnr., fdjöne Seffins . . S 1.70 9lcinfcibctts(£rcpCs©cotgcttc, 90 cm bi., p. 9K. S 1.75 Ä.sS.s9KonsoI, 90 cm, 9K«tts2afts6d)otten . S 1.98 ^.sStibcttsSttftacirc, bos Sieuefte, per ÜKeter S 2.50 (Stc»c*9WonöoIs3m»rimc, 90 cm breit, p. 9H. S 2.50 Äiefelctepe (Site, tnatt, 90 cm breit, per 9Jteter S 2.90 „Sottttcngotb^Swprimc, ibeal roofdjbar, p. 93?. S 2.90 3.90 7.90 i.n r-" Por: Zu billigsten Preisen Porzellan, Glas, Steingut, Geschirr, Haus¬ und Küchengeräte usw. usw. Damenkonfektion: $aft*Sd)0tten*»lufett (Äunftfetbe) . . < . S 2.90 (Sfjtttmcufc* ober Äunftfctbenflciber . . , . S 5.90 Sanaober 2Bollftofffleiöcr, (ginselptfe . . S 7.90 <mon&oU8a]at, Äunftfetbe, gratt ober 3mpr. S 8.90 Wläntti, Ginjelftürfe, für ben Heöergcmu, . . S15.— Taschentücher: Damen-Batist-Tuch ajouriert u. gest. S —.12 S —.09 Damen-Batist-Tuch modern gemustert S —.39 S —.29 Herren-Tuch m. färb. Rand, kl. Fehler S —.39 S —.39 Herren-Tuch mit Ajourrand, 42 x 42 cm . . . S —.59 Spitzen und Handarbeiten: 1000e Spltzcn-Rcsto f. Wäsche u. Vorhänge, ah S —.02 Klöppelspitzen und -Einsätze per Meter . . . S —.05 Vorhangspitzep u. -Einsätze weiß u. ecrü, ab S —.85 Tasseno. Nachtkastel-Deckerl vorgedr., 35 x 40 S —.25 Vorgedruckte Pölster aus guter Webe . . . S —.59 II., TABORSTRASSE 48 Alexandretta und die Palästina-Araber Aus Jerusalem: Es verlautet in arabischen Kreisen, daß syrische Radikale einen Aufstand in Alexandretta planen und daß Vertreter dieser Partei beim Mufti von Jerusalem vorgesprochen haben, um die Unterstützimg der palästinensischen Araber zu erbitten. Der türkische Konsul soll den Mufte aufgefordert haben, den Syriern mitzuteilen, daß im Falle eines Aufstandes türkische Truppen sofort Alexandretta be* setzen werden. (Palcor.) Palästina — schwer zu verwalten Aus Jerusalem: Der an Stelle von Sir Michael McDonnel zum Obersten Richter ernannte bisherige Oberstaatsanwalt H. H. T r u s t e d wurde feierlich in sein Amt eingeführt. Nach Begrüßungsansprachen von Doktor Smoira, S. Horowitz und Sidky Dajani erklärte Trusted, Palästina sei das am schwersten zu verwaltende Land im gesamten British Empire; diese vor allem wegen der offiziellen Dreisprachigkeit (Englisch, Arabisch, Hebräisch), wegen der drei offiziellen Ruhetage in der Woche (Freitag, Samstag und Sonntag) und wegen der drei so verschiedenen Rechtsauffassungen (Engländer, Araber und Juden). Zum Oberstaatsanwalt an Stelle Trusteds wurd« W. J. Fitzgerald ernannt.

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