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Die neue Welt · 1935-05-24 · Heft 466 (24.5.1935) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 466 (24.5.1935)
Date
1935-05-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 466 DIE NEUE WELT Sefteffi*1 Schreib-, Rechen- und Additions-Maschinen Vervielfältigungsapparate Neu und gebraucht! Auch leihweise! Langfristige Kredite! Verlangen Sie kostenlose, unverbindliche Angebote.! Hebräische Maschinen lagernd! Kontor-Einrichtungs-Gesellschaft Wien I, Eschenbachg. 9-11, Tel.: B-26-0-61. B-26-0-71 y/Bltd tiftd icO& un {udi&cUett ScUcifttutn und £ebe*t" Eine Schrift von Chaim Bloch im Scnsen-Vcrlag, Wien Zwei Beschuldigungen sind es, die gegen das jüdische Volk immer wieder von neuem gerichtet werden: „Ritualmord" und „Unsittlichkeit". Beide werden mit Zitaten aus dem jüdischen Schrifttum belegt, um den Schein der Wahrheit, der Unbedingtheit vorzutäuschen. Diese Beschuldigungen greifen neuerdings stark um sich, hauptsächlich im Bereich des deutschen Nationalsozialismus, vertreten durch sogenannte Sachverständige und Gelehrte, die mit ihren „Enthüllungen" und „Deutungen" nichts anderes als eine Judenhetze bezwecken. Chaim Bloch, dem wir eine Reihe höchst aufschlußreicher und interessanter Bücher verdanken, unternimmt es in seiner jüngsten Schrift, die von judengegnerischer Seite ausgegebenen Beschuldigungen wissenschaftlich zu widerlegen und in weiterem Sinne mit den Fälschern und bewußten Verleumdern abzurechnen. Daß ihm. dies in vollem Umfang, unter Zuhilfenahme ausschließlkih wissenschaftlichen Materials, gelungen ist, macht den Wert seiner Schrift aus. Darüber hinaus bezeugt Blochs „Blut und Eros im jüdischen Schrifttum und Leben" noch ein Wichtiges: Es steht auf dem Boden der Heiligen Schrift, des Talmuds und des Schulchan Aruch als den unvergänglichen Besitztümern des Judentums; es bekennt sich mit Stolz zu diesen Schriften, die ein Beispiel reinen Denkens und unantastbarer Sittlichkeit sind. Chaims Blochs Kampf gilt in erster Linie dem erfindungsreichen und listigen Judengegner Erich B i s c h o f f, der in den Kreisen des internationalen Antisemitismus als Autorität auf dem Gebiet der Talmud- und Kejbbalaforschung gilt. Dieser Reichsdeutsche Bischoff, der einst viel Vernünftiges und sachlich Begründetes über das Wesen des Talmuds und des sonstigen jüdischen Schrifttums schrieb und eingehende Analysen über den „Sohar" und das „Blutritual" gab, anerkennend, daß in der jüdischen Lehre nicht die geringste Spur eines Ritualmords zu finden ist, veröffentlichte im Jahre 1929 ein Buch „Das Blut in jüdischem Schrifttum und Brauch", das seiner literarisch-wissenschaftlichen Vergangenheit keine Ehre erweist. Dieses Buch nämlich will den Beweis führen, daß — im Gegensatz zu dem Ergebnis seiner früheren Untersuchungen — „Judentum" und „Blutgenuß" innig verbunden seien, daß Talmud und Kabbala den Blutgenuß für erlaubt erklären, da sie ihn nicht ausdrücklich — verbieten. Chaim Bloch macht sich nun an die Arbeit. Er beweist, daß sich einerseits Bischoff auf längst widerlegte Auffassungen seinerzeitiger Antisemiten wie August Rohling . bezieht, andererseits falsche Fundstellen angibt, Zitate verfärbt und verfälscht, ausschließlich zu dem einen Zweck, das Judentum zu schmähen und den Antisemitismus als begründet zu erweisen. Das „Blutbuch" Bischoffs wird also einer gründlichen Analyse unterzogen. Es ist ein Vergnügen, unter Chaim Blochs Führung die Entstellungen und Fälschungen des „Gelehrten" Bischoff zu verfolgen, seine Schliche und Finten, die versteckten Anspielungen und Deutungen, die im Widerspruch stehen zu dem Sinn der Texte, zum Ablauf der Geschichte und zum gesunden Menschenverstand. Man lese beispielsweise die Kapitel" „Menschenblut im Alton Testament" oder „Tierblutgenuß im Alten Testament" oder „Das Beschneidungsblut" oder gar „Hand schlachtet Blut!" Chaim Bloch zeigt die Manipulationen Bischoffs mit den Originaltexten auf, dessen Bemühung, durch Weglas.sung von Textstellen die von ihm behauptete „Unsittlichkeit" des jüdischen Schrifttums und jüdischen Lebens zu erhärten . . . Eine aussichtslose Bemühung! Unser Autor erwischt ihn, klopft ihm auf die unsauberen Finger, entlarvt ihn. Mit Recht nennt Dr. Max Grünwald im Nachwort Blochs Buch eine „Bekenntnisse hrif t". Erich Bischoff, der von den Hakenkreuzlern anerkannte Experte, hat Gelegenheit zu einer Entgegnung. Mit Schmähungen des Judentums wird er das Tatsachenmaterial des Blochschen Werkes nicht aüs der Welt schaffen können. Das Judentum hat sich gestellt. Jetzt sollen sich seine Gegner im offenen Kampf stellen. o. r. (Nach den Herstellungsländern zusammengestellt) Oesterreich (Arierparagraph): Du bist wie ein Traum. Amerika: Silly Micky — Spanische Tänzerin — Steckbrief Z 48 — Kampf um U. S. A. England: Abdul Hamid — Die scharlachrote Blume — Sensation in London. Rußland: Die ganze Welt lacht! Frankreich: Hölzerne Kreuze. Deutschland (Arierparagraph): Das verlorene Tal — Komtesse Stefanie — Hermine und die sieben Aufrechten — Alle Sonntag ist kein Sonntag — Luxusmädel — Hundert Tage — Alles hört auf mein Kommando — Der alte und der junge König. Palästuia*Reisen Nächste Abfahrten: 17. V., 22. V., 29. V., 31. V., 5. VI., 12. VI., 14. VI. NORDISCHES REISEBÜRO Palästina-Abteilung, Leitung N. M. Racker " Wien T£. Graben Nr; 10, Telephon ' R-24-2.31 Omp^cme SorryrienAtoffi 8K.- ~ nrtotDte^ CUaawüM! f ii..taborstrasse4& Weitere Ausbürgerung von Juden Aus Berlin: Der Polizeipräsident von Berlin veröffentlicht wiederum eine Liste von 56 nichtarischen Personen, denen die preußische Staatsangehörigkeit oder die eines anderen deutschen Landes, die sie zwischen 1918 und 1933 erworben hatten, aberkannt worden ist. Die Ausbürgerungslisten erscheinen jetzt immer häufiger. Tribüne An die Redaktion der „Neuen Welt", Wien. Anläßlich des 50. Geburtstag Dr. Oskar Rosenfelds ersuche ich um Aufnahme folgender Zeilen: „Zum 50. Geburtstag Dr. Rosenfelds Fast 20 Jahre sind verflossen, daß wir Sie betrachten, und die ganze Zeit über hat Ihr Puls für das jüdische Theater und für den verlassenen jüdischen Schauspieler nicht zu klopfen aufgehört. Unzähligemal haben Sic mit Ihrer Feder ausgeführt, weshalb es in der zweitgrößten jüdischen Gemeinde Europas kein, stabiles literarisches jüdisches Theater gibt — fast allein, ohne jede Unterstützung. Seit dem Zusammenbruch der Freien Jüdischen Volksbühne, für die Isaak Deutsch s. A. sein Herzblut vergossen, ist das edle jüdische Wort abgestorben, die jüdische Gasse verwaist, obwohl man weiß, welche Kraft im Golus dem gesprochenen jüdischen Wort innewohnt. Zu Ihrem 50. Geburtstag soll ein neuer Grundstein gelegt, mit Hilfe Ihrer aufopfernden Energie ein neues jüdisches Theater geschaffen werden — im Stil und Rang der einstigen Jüdischen Volksbühne, der Isaak Deutsch s. A. den Weg: gewiesen hat. Lieber Dr.' Rosenfeld! Gliedern Sie sich ein in unsere Kette und helfen Sio zusammen mit der hiesigen Schauspielerfamilie, das Jüdische Theater auf den ehemaligen Weg führen. Sie, Dr. Rosenfeld, müssen der Erbe unseres unvergeßlichen Isaak Deutsch s. A. sein und auf seinen Namen ein echtes jüdisches Theater schaffen. Das, lieber Freund, wird die schönste Gabe sein, die Sie zu Ihrem 50. Geburtstag bekommen können. Auf zur Arbeit, lieber junger alter Freund, unser aller Freund! Vizepräsident des Jüdischen Schauspielervereins Markus Herschowicz. Sevilla Pastor vor dem Abschied wird nur noch einige Male in den Jüdischen Künstlerspiclcn in Ihrem einzigartigen Repertoire zu sehen sein. Freitag, den 24., „Goldene Gl icke n", Samstag, den 25., „O h n e Z e r t i f ik a t n a o Ii P a 1 S s 1.1 n n". Sonntag, den 26., halb vier Uhr nachmittags (bei ermäßigten Preisen), „Die Schickerte", Sonntag, den 26., abends, ,,S i ß o Chalojmes", Montag, den 27., „Hui je Kupzen'-, Dienstag, den 28., „Der Babes .1 e r i s c h e" Mittwoch, den 29., „Ohne Zertifikat nach Palästina", Donnerstag, den 30., „Die Schickert e". » Der Abend für Josef Käme •-, Mitglied der Wilnaer Truppe, gestaltete sich zu einer großen Ehrung für den Künstler, der selbst am Vortragspult erschien und u. a. gemeinsam mit Erna Siegler Fragmente aus Schalom Asch' .,Kiddusch Haschern" las und in Stücken von Scholem Alejchem und in einer Keren- Hajessod-Gäste-Parodie die Hörer In Begeisterung versetzte. Die Jüdischen Künstlerspiele mit der Sieglcr-Truppe (Sevilla Pastor) waren ein würdiger Rahmen für die Festvorstellunf.- ' Jüdisdse Kulturstelle Zentrale: IT., Asperbrückengasse 2, Tel. R-48-2-91. Zweigstellen:- VI., Loquaiplatz 11, Tel. B-20-0-81, IX., Währingerstraße 48, Tel. A-14-400. Unseren Mitgliedern stehen für s ä m.t liehe Theater Wiens ermäßigte Karten zur Verfügung. Wir machen besonders aufmerksam, „Servus-Servus", die reizende Scala-Revue, nur noch bis Sonntag, den 26. Mai. — Konzert: Artur Schnabel, 28. Mai, G. M. S. — Führung: Sonntag, den 26. Mai: Liechtenstein-! Galerie. Treffpunkt: halb 11 Uhr, Fürstengasse 1. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, I„ Kohlt rnessergasse 4, Tel. U-27-0-65, sucht dringend Stellen für; a) Kontoristen, Buchhalter, Handelshilfsarbeitcr, Geschäftsdiener, Packer, Inkassanten, Verkäufer, Auslagenarrangeure, Kellner, Innenarchitekten, Krankenpflegerinnen, Nachhilfelehrer und -lehrerinnen für Mittelschulfächer; b) Arbeit für gewerbliche Hilfskräfte aller Art — darunter auch Chemiker, Elektrotechniker, Installateure, Bauingenieure, Chauffeure — sowie ungelernte Arbeiter; c) handwerkliche und kaufmännische Lehrstellen für Knaben und Mädchen. — Offene Stellen: Geschultes Hauspersonal jeder Art, Kinderfräulein mit Sprachkenntnissen, selbständige Schneiderinnen für Mäntel und Kostüme, gut eingearbeitete Konfeklionsnäherinnen (auch Heimarbeit), selbständige Herrenschneider, Tischler. Zuschneider für die Herrenkonfektion lelektr. Maschinen). Jüdischer AngesslelUenvcrband „Kmunflh", I., Biberstr. 17, H e b r ä i s c h k u r s für Anfänger. Moderne, direkte Sprechi methode, Leitung Ben Chaviv, Kursabend Montag und Mittwoch, Anmeldungen Im Seketariat. — Jeden Dienstag Schachabend, jeden Samstag Heimabend. — Sonntag, den 26., Tagesausflug Troppbcrg, Treffpunkt 8 Uhr 30 Stadtbahn-Endstation HUttelriorf. Interessenten für landwirtschaftliche Umschulungskurse am Bisamberg melden sich im Sekretariat. Die Stellenvermittlungsabteilung hält stets eine größere Anzahl geschulten Personals für Büro, Lager, Verkauf und Haushalt in Vormerkung. Telepteon Nr. R-24-9-45. Misrachi-Lnmlesverband. Dienstag, den 21. Mai 1935, halb 9 Uhr abends, im Heim, Wien, .11., Praterstraße 60, Vortrag des Herrn Dr. Arthur Funk über das Thema „Eindrücke von einer Erez-Israel-Reise". Gäste willkommen! HLstadruth Iwrith, II., Kl. Mohrengasse 3. Samstag, den 25. Mai, halb 9 Uhr abends, spricht der Präsident der Histadruth. Iwrith, Herr Dr. D.'Rothblum, im Heirn, II.. Kl. Mohrengasse 3. über: Rcisecindrücke aus Palästina. Ueber dasselbe Thema spricht auch'Herr Ploni Aimoni. Kitern, Achtung! Schulnachhilfe in allen Gegenständen der Mittelschule (Matheni., Franz. usw.) sowie Vorbereitung für dia Aufnahmsprüfung in die Mittelschule und höhere Bundeslehr« anstrdten vermittelt kostenlos die „Judäa" (Gesamtverband jüd. Hochschüler Oesterreichs). Auskunft: Täglich von 2 bis 5 Uhr nachmittags, IX., Alserstraße 26. Tel. A-25-2-28. (iesamtverband jüdischer llochschüler Oesterreichs „Judäa."« Feier anläßlich des zehnjährigen Bestandes der hebräischen Universität Je r u s a I c m, Festrede: Direktor Dr. Viktor Kellner. Künstlerischer Teil: Frau Emmy Hau« s e r, Adolf B a 1 1 e r. Kapellmeister Kurt Fuchsgelb, Ober« kantor Gerson Margolies. Zeit: Samstag, den 25. Mal, präzise 20 Uhr. Ort: Chajes-Saal des Zentralheims, IX., Alserstraße 26. 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