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Judaica · 1937-02-01 · 21-22 (Februar 1937) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
21-22 (Februar 1937)
Date
1937-02-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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und in dem vom Jahre 1726 datierten Prozessakte als die Christin Anna Maria auftritt. Dieser hochinteressante, in deutscher Sprache verfasste Akt entscheidet, dass Jakob Hochhausen, als er das Geschäft seines Schwähers Henoch Koppel in der Curia Havoriana (Edlhof) übernommen hat, auch dessen Schulden übernommen hat, weshalb über das Vermögen Hochhausens der Konkurs verhängt, aber der Ausgleich getroffen wurde, dass die Kreditoren im Zeiträume von sechs Jahren befriedigt wurden, darunter in erster Reihe Frau Anna Maria, die ihre Morgengabe und ihre Pretiosen zurückerhalten soll. Hochhausen wird gewarnt, keine Feindseligkeiten gegen seine einstige Gattin und deren Vater zu beweisen. Welch’ ein Drama in der frommen guten Gemeinde! Juda Hochhausen erholt sich aber vom zweifachen Schicksalsschlage. Er heiratet zum zweiten Male aus einem vornehmen Hause, die Tochter des Isachar Berman, Enkelin des Ung.-Broder und Würzburger Rabbiners Fränkel, ein Sohn des Wiener Rabbi Koppel Fränkel. Er gibt ihr einen Morgengabebrief auf 1200 fl. Im Jahre 1757 als er sein Ende herannahen fühlt, stellt er ihr das Dokument der Morgengabevermehrung auf 3000 fl. aus und testiert ihr seinen Anteil an dem Buttenheim’schen Hause am Zuckermantl zum Zinsgenuss. Dieses Dokument diente wohl der kinderlosen Frau als Schutz gegen die Ansprüche des Bruders Judas, namens Moses. Juda Hochhausen stirbt im Jahre 1758 in Wien und wird dort begraben. Zwischen Frau Rojsa und ihrem Schwager Moses entsteht ein Erbschaftsstreit. Sie wählen Moses Fürth und Moses I. Oppenheimer zu Schiedsrichtern. Rojsa erhält ihre Morgengabevermehrung. Ein sehr ausführliches Inventarprotokoll und Verteilungsakt liegt vor. Aber Frau Rojsa folgt schon nach einem Jahre ihrem Manne in den Tod. Eine Menge frommer Legate findet sich vor, darunter die obige Quittung. Sie ist datiert vom 23. Tamus 5519 (1759)- Dieser Zeitpunkt scheint das Interregnum zwischen dem Rabbinate des Rabbi Akiba Eger senior und des Rabbiners Isak Dukla gewesen zu sein. Rabbi Nate Zans, der merkwürdigerweise bei der Rabbinerwahl übergangen worden ist, dürfte da provisorisch die Agenden des Oberrabbinats versehen haben. Die Unterschrift kann leicht falsch als Oberrabbiner von P. B. (Pressburg) gelesen werden, in der Tat aber bedeutet die Abbreviatur F. K. (Frauenkirchen). Es war die Zeit des bösen Kampfes des Hauses Leidesdorfers gegen dass Haus Theben, der seinen Höhepunkt in der Einkerkerung des Schwagers Koppel Thebens, Mordechaj Eibenschütz, am 7. Passahfeiertage, veranlasst von Mendel Leidesdorf, gewesen ist (1761). Ob Rabbi Zans, der ja ein Vorrecht auf den Rabbinatssitz besass, seines hohen Alters wegen nicht zum Nachfolger seines Schwagers gewählt worden ist, oder ob er den Intriguen der Leidesdorfs, die ihren Schwager Akiba Eger durchgesetzt haben, weichen musste? Die Hamburger Stadtbibliothek bewahrt ein Schreibheft, in welches der junge Juda Hochhausen Stilübungen in Jüdisch-Deutsch eingetragen hat. (S. Wachstein-Inschriften etc.) 27

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