Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 1 (1934)
- Issue
- 1-2- (August-September 1934)
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 13 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2708078-2708079-2708080--016-2708132- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Wolf Brillin in Bamberg wart. Er lebte in Wien, wo er auch als Translator gesucht war. In Preßburg war er Judenrichter und als Lieferant von Mehl und Frucht tätig. In den Jahren 1730—1745 kauft er vom Grafen Pälffy 6000—13.500 Metzen Korn jährlich. (Kontrakte im Palffyschen Archiv.) Sein Sohn Seligmann heiratete die Tochter Hirschs, Sohn des Michelleser Preßburgs, seine Tochter C h a n n a wurde die Gattin des (späteren Judenrichters; San will, Sohn des Asriel Brillin, eine andere Tochter wurde die Frau des Aron Wannefried, dessen Sohn Kaiman die Tochter San will Brillins Sarah zur Frau nahm. Kaiman Wannefried war der Schwiegervater des Wolf Pappenheim, Moses Bettelheim und Samuel G u 11 m & n n. Dr. Max Grunwald erwähnt noch Baruch Schlesinger, der ein Sohn Wolf Jafe-Schlesingers und ein Schwiegersohn Simon Michels war. Baruch besaß ein Haus in Preßburg, welches das Privilegium der Steuerfreiheit besaß. Auch Jakob und Abraham Keppich wohnten hier und genossen besondere Begünstigungen. Sie durften überall unbehindert Handel treiben. Sie besaßen hier ein Haus, scheinen aber nicht lange hier gelebt zu haben. Diese Reihe von den hervorragendsten Lieferanten genagt um zu zeigen, was die Preßburger Juden dem Staate für wichtige Dienste geleistet haben und welchen Einfluß sie ausr üben konnten. Jomkippur-Urlaub der Napoleon'schen Soldaten Nach den Mitteilungen des Herrn Josef Wottitz. Juda Melamed, Lehrer der Preßburger jüdischen Gemeinde, war eine sehr imposante Erscheinung. Er ragte wie Saui aus der Menge heraus und war ehrwürdigen, patriarchalischen Aussehens. Neben seinem profunden talmudisdien Wisisen, besaß er auch große Sprachenkenntnis. Er soll zwölf Sprachen gekannt haben, und besonders gut die Französische. Der Oberrabbiner. Chatam Sofer s. A., der übrigens als Frankfurter auch französisch gesprochen hat, betraute Juda Melamed mit der wichtigen Mission, für die im Heere Napoleons' am jenseitigen Ufer der Donau dienenden Soldaten einen Urlaub auf Jomkippur zu erhalten. ,Jetzt ist der Melech drüben4* soll der Oberrabbiner gesagt haben, Napoleon sei seines Wissens im Lager, Rabbi Juda möge ihn persönlich um den Urlaub angehen. Juda Melamed wurde mit allen Legitimationen versehen, auch mit der Parole für alle Wachtposten. Er soll von Napoleon selbst empfangen worden sein, dem er die Bitte des Oberrabbiners überbrachte. Er schloß s^ine französische Ansprache mit den Worten „und die Soldaten werden ein inbrünstiges Gebet für Eure Majestät zum Himmel senden.' Na- 13