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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · 4-5 (1924) · p. Seite 4

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
4-5 (1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 4 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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4 Philipp Bloch zum Gedächtnis waren. Der Gedanke, die bebräifeben Texte der jüdifeben Religionsphilofophen kritifcf) herauszugeben, war außerordentlich glücklich, und bei keinem anderen tut eine Ausgabe fo dringend not wie bei Creskas. Wie fo vieles andere, was Bloch geplant und begonnen hat, ift leider auch diefes Unternehmen nicht zur Ausführung gekommen. Es lag nicht in feiner Natur, Geh ganz auf eine Arbeit zu konzentrieren. Seine Stärke war das glückliche Ergreifen eines Gedankens, nicht die ftetige und beharrliche Durchführung eines Arbeitsplanes. Es bedurfte eines äußeren Anlaffes, damit er £ich nach langer Paufe wieder der Produktion auf religionsphilofophifchem Gebiet zuwandte: für das große Sammelwerk von Winter und Wünfche über die nachbiblifche jüdifche Literatur lieferte er eine zufammenfaffende Darftellung der Gefchichte der jüdifeben Religionsphilofophie. Der Anlage des Werkes gemäß konnte er nur eine kurze und populär gehaltene Überficht geben. Allein fie zeigt durchweg den aus der Fülle des Materials feböpfenden und felbftändig urteilenden Forfcher. Und vielleicht bringt gerade die knappe Form der Darftellung die Eigenart feiner Begabung, fein Gefchick zu febarfer, treffender Herausbebung des Wefentlicben befonders glücklieb zur Geltung. Durch die Frifche und Lebendigkeit, mit der die wefentlicben Erfcheinungen charakterifiert werden, bietet die Schrift troö ihrer populären Form auch dem Fachmann vielfache Anregung. Aus feinem religions^pbilofopbifcben Intereffe ift auch feine Befchäftigung mit der Kabbala erwachfen. Die myftifcbe Frömmigkeit, die in der Kabbala lebt, war der rationaliftifeben Richtung feines bellen und beweglichen Geiftes wefensfremd. Was ihn an der Kabbala intereffiert, ift vielmehr ihr ideeller gedankenmäßiger Ausdruck. Diefe Richtung des Intereffes bat er mit den meiften älteren Forfcbern auf dem Gebiet der Kabbala gemein, von denen manche dem myftifcben Quell ihrer Lebren mit unverhohlener Abneigung gegenüberfteben. Erft in unferer Zeit beginnt eine gleicbgeftimmte Religiofität ücb den die Kabbala erfüllenden religiöfen Kräften zu nähern. Auch der älteren mehr auf die fpekulative Seite gerichteten Betracbtungsweife haben wir indeffen wertvolle Einficht zu verdanken. Die Kabbala erfeböpft fieb keineswegs in der Myftik im religiöfen Sinne. Sie verbindet mit ihr eigen« tümlicbe Elemente eines feinem legten Urfprunge nach mythologifeben Denkens, das in ihren Spekulationen eine pbilofophifcbe Sublimierung und Vergeiftigung erfährt und zugleich dem monotheiftifchen Grundgedanken des Judentums angeglichen wird. So ift hier eine Ifolierung der fpekulativen Gedankenbildung in grundfä^licb anderem Sinne möglich als bei einer rein myftifcben Literatur. Die wiebtigfte Leiftung Blochs auf diefem Gebiete ift feine Darfteilung der Kabbala in der Sammlung von Winter und Wünfche. In Anlage und Haltung mit feiner Darftellung der Religionsphilofophie in diefem Werke überein» ftimmend, ift die Arbeit über die Kabbala doch die wefentlich felbftändigere Leiftung in der umfaffenden Gefamtdarftellung des Gebietes. Francks großes Buch über die Kabbala gab ein Bild von der gefchiebtlicben Entwicklung der kabbaliftifchen Lebren febon darum nicht, weil fie fieb von den berge*

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