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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · 4-5 (1924) · p. Seite 3

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
4-5 (1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 3 (sequence 6)
Language
German
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Philipp Bloch zum Gedächtnis 3 in großen Zügen erleuchtet. Seine in erfter Reibe pbilologifebe Arbeitsricbtung wurde glücklieb durch die ftärker auf eine pbilofopbifcbe Durchdringung gerichtete Joels ergänzt. Diefer hatte eine Reihe der wichtigsten jüdifchen Pbilofopben des Mittelalters mit großer Prägnanz analyfiert und ihren Einfluß auf die außerjüdifche Pbilofopbie nachgewiefen. An der Entwicklung diefes jungen Zweiges jüdifeber Wiffenfcbaft mitzu« arbeiten, mußte für junge Theologen von pbilofopbifcbem Intereffe eine lobende und reizvolle Hufgabe fein. Schon in feiner Studienzeit fand Bloch hier das Gebiet feiner künftigen Arbeit. An Zahl und Umfang find feine Arbeiten auf dem Gebiete der jüdifchen Religionspbilofophie nicht allzu beträchtlich, und im weiteren Verlauf feiner wiffenfehaftlichen Entwicklung tritt die Produktion auf diefem Gebiete erheblich hinter anderen Arbeiten zurück. Dennoch ift es berechtigt, wenn er felbft in erfter Reibe fich ftets als Vertreter diefes Gebietes fühlte und wenn er fieb hier befonderen wiffenfehaftlichen Anfebens erfreute. Perföniich hatte gerade diefer Teil feiner Arbeit für ihn eine befondere Bedeutung, weil fich in ihm das pbilofopbifcbe Intereffe auswirkte, das in ihm lebte, wenn es auch dem hiftoriftifchen Zug feiner Zeit gemäß auf eine Befriedigung in fyftematifcber Arbeit verzichtete. Für die Wiffenfcbaft aber bedeuten feine Arbeiten durch die glückliche Wahl ihrer Themen, die feinfinnige und felbftändige Art der Behandlung weit mehr als ihr Umfang erkennen läßt. Den Gegenftand feines fpeziellen Studiums bildeten der Begründer der jüdifchen Religionspbilofophie, Saadia, und ihr letzter Vertreter von produktiver Seibftändigkeit, Cbasdai Creskas. Aus den Werken beider bat er ein Stück ins Deutsche übertragen. In der Sorgfalt und der manchmal ein wenig abfichtlichen Feinheit der fpracb* lieben Formung laffen gerade diefe Überfettungen Bernaysfcben Einfluß befonders fichtbar hervortreten. Sachlich find fie für das Verftändnis der Pbilofopben von hohem Wert. Seine Saadia«Überfefeung, welche die Einleitung und das erffe Buch von deffen Emunot we Deot umfaßt, gehört zu den erffen Arbeiten, die ein tieferes Verftändnis Saadias angebahnt haben. Trotzdem fie auf die in fehr mangelhafter Überlieferung vorliegende hebräifche Überfettung des Werkes allein angewiefen war, trifft fie den Sinn des Autors mit großer Sicherheit, und die Berichtigungen, die ihr fpäter auf Grund des arabifchen Originals zu» teil geworden find, find verhältnismäßig nicht allzu eingreifend. Seine Überfettung des Creskas, für die er fich das befonders wichtige und bedeutende Kapitel über die Willensfreiheit auserfehen hat, hat ihre fiebere Grundlage in der fie begleitenden kritifchen Edition des gleichen Ab* fchnitts. Trotzdem fie nur einen Teil der vorhandenen Handfchriften benu^t, ftellt fie den in den bisherigen Ausgaben völlig verwahrloften Text des Werkes in faft fehlerlofer Reinheit her und räumt eine Fülle von Schwierigkeiten aus dem Wege, die fich dem Verftändnis bisher entgegengeftellt hatten. Der Ausgabe diefes Abfchnittes follte offenbar eine Edition des ganzen Werkes folgen, zu der die Vorarbeiten, wie Blochs Handexemplar zeigt, fchon weit gefördert r

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