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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · 4-5 (1924) · p. Seite 5

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
4-5 (1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 5 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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Philipp Bloch zum Gedächtnis 5 brachten Anfcbauungen über deren hohes Filter nicht wirklich freizumachen vermochte. Die fpätere kritifche Forfcbung aber war wefentlich bei Einzel« unterfucbungen ftehen geblieben und hatte kein Gefamtbild der Entwicklung gegeben. Es ift das hohe Verdienft der Arbeit Blochs, daß fie von den Refultaten der älteren Einzelforfchung aus ein folches Bild zu gewinnen fucht und in klaren und fieberen Zügen die einzelnen Phafen in der Entwicklung der kabbaliftifchen Lehre gegeneinander abgrenzt. Diefer zufammenfaffenden Arbeit ift eine Einzelftudie vorhergegangen, die aus der Myftik der erften nacbtalmudifcben Jahrhunderte diejenige Richtung heraushob, die fieb im An* fdbluß an ältere, im Talmud angedeutete Spekulationen mit der myftifchen Deutung des von dem Propheten Ezechiel gefchilderten Gotteswagen, der Merkaba, befaßt und ftark bildhafte Schilderungen der göttlichen Herrlichkeit und der fie umgebenden Engelswelt gibt. Die befonders gehaltvolle und ergebnisreiche Studie zeigt die eigentümlichen Formen der Ekftafe auf, durch welche die Anhänger diefer Richtung den Eingang in die Himmelswelt zu finden fuchten, fchildert ihre wortreichen, in unendlichen Wiederholungen fchwelgenden Hymnen und ift vor allem wichtig durch den Nachweis der Spuren, den diefe Bewegung in der Entwicklung unteres Gottesdienftes zurückgelaffen hat. Der Kabbala des 16. Jahrhunderts ift eine aus einem Vortrag erwachfene fpätere kleine Schrift gewidmet, die eine Weiterführung der mit dem Ausgang des Mittelalters abfchließenden Gefamtdarftellung ift. Hier aber liegt der Schwerpunkt nicht in der Darftellung der Theorien, fondern in der Schilderung der Perfönlichkeiten und ihres früh von bunter Sage verklärten Lebens. Huch diefe Schilderung der Perfönlichkeiten verleugnet Blochs Rationalismus nicht. Sie fteht ihren Helden mit einer deutlich fpürbaren kühlen Skepfis gegenüber, aber fie hat zugleich ein lebendiges Gefühl für den Reiz diefer außerordentlichen Perfönlichkeiten und ihres leidenfehaftlich bewegten Lebens. Selbftändig ftehen neben allen diefen Arbeiten feine Forfchungen auf dem Gebiete der flgada. Sie find nicht dem Ideengehalt der Agada, der feinem philofophifchen Intereffe am nächften hätte liegen müffen, fondern wefentlich der literarifchen Form des agadifchen Schrifttums gewidmet. Nachdem Zunz die vermiedenen Gattungen agadifcher Schriften voneinander gefondert und ihre gefchichtliche Stellung fixiert hatte, war die Forfcbung dazu übergegangen, die agadifchen Sammelwerke in ihre Elemente zu zerlegen und an diefen elementaren Gebilden die Kunftformen agadifcher Kompofition aufzuzeigen. Hieran hat fich Bloch vor allem durch eine größere Unterfuchung beteiligt, die zeitlich zwifchen den Schriften über Saadia und Creskas und den fpäteren Darftellungen der Religionspbilofophie und der Kabbala fteht. Sie führt diefe Unterfcheidung mit außerordentlicher Subtilität durch und entfaltet in der Be» fchreibung der einzelnen agadifchen Kunftformen eine große Feinheit des Stil* gefühls. In der Subtilität der Unterfcheidungen liegt freilich auch die Gefahr der Arbeit, die fich in einer Fülle allzu feiner Nüancierungen gefällt. Wenn aber auch diefe allzu differenzierten Scheidungen und manche kühnen Ver*

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