Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 20 (1922)
- Issue
- Heft 36 (29.12.1922)
- Date
- 1922-12-29
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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3eUr if.i'f puffe Nr. Kainxf gegen die mitisei»>itische Bewegung. In diesem. Kampf fjibt cs keine jüdischen Parteien, diesen Kamps führt das ganze einige jüdische Volk. P. A. Einblicke in die Sozialverhältuiffe im Alfen Israel. Bon Dr. B. M a y. (Fortsetzunai IV. Das Aolk. bis dahin an patriarchalische Gleichheit und Genügsamkeit gewöhnt, ward mit einem Mal auf Bahnen gedrängt, die ihm keineswegs nur nützlich und heilsam sein konnten. Die Schwächung der sittlichen und religiösen Kräfte minderte zugleich die Widerstandsfähigkeit. die einer sozialen Auflösung entgegenwirkey konnte. Liese beginnt ihr Zerstörungswerk durch die bedenküchen Verschiebungen in Len Besitzverhältnissen. Aus dem Bauernstand gingen immer mehr Getreide- Händler. hervor, der Merkantilismus ließ neue Gruppen entstehen und aus dem Mittelstände nach oben oder unten auslcheiden. Die Gegensätze zwischen Reich und Arm. Besitzenden und Besitzlosen, haben sich Lurch Len Merkantilismus ungeheuer rasch ausgebildet. Dem Eintreten solcher Zustande glaubte man früher durch die Unveräußerlichkeit des Grundeigentums (Lev. 25,10—16) einen wirksamen Damm entgegengesetzt zu haben; nun oder wrirte durch den Ueberfluß an Edelmetall ein Haschen noch Besitz und Erwerb, zugleich eine Genuß' und Verschwendungssucht gefördert, die gegen alle Bä tergesetze skrupellos machte. Vor allem hat der Hof mit seiner immer komplizierteren Martressenwirtschast immer größere Mittel verschlungen. Daß die, Mattreffen auch ihrerseits Schützlinge und Günfüinge hatten, welche mit Aemtern und Würden versorgt werden mußten, ist selbstverständlich, und die creierten Stellen von Hausmeister (1. Kö. 4.4), Distriksverwaller (1. B. 4.7 f.), Steuereinnehmer ufw. boten dazu günstige Gelegenheit: Daß Letztere wiederum mit dem Bolle nicht sehr zart umgegangen sind, daß sie »eben den vielen Lieferungen, welche sie für den Hof zu betreiben hatten, auch für sich etwas in Empfang zu nehmen nicht verabsäumten. hat die allgemeine Äillszusriedenhett nicht eben gemehrt. Der Haremswirffchaft, 7 Re unerträglich auf Volk und Land lastete, war offienhchk der Mmche König nicht mehr gewachsen, er hatte, zu sehr seinem Ich gckbt, um die Fülle siMch-cGgiöser Kräfte oufbüngen zu können, die diesem nun G«oördenen Shplich wie es bei feinem Safer geschehen, chi en Damin^Wfen. entgegensetzen können. Die der Frivämät d«s HsWschen Sinnenkäüus gewechten SiMten. die immer mehr im Lande sich ausbreifeten. mußten das theokrattsch gesamte Prophefentum üef vettchen, und diese haben auch nnt «Len ihnen zu Gebote ffehenden Mtfeln gegen den König agitiert. Es war wahrscheinlich der aus Schiloh stammende Prophet Achrja, der dem, König imNamen Gottes das Ende feiner' Herrschaft ankündigte (1^ Kö. 11,11). Nun, Herrscher war er ja längst nicht mchr und kömüe wie so manche Betrachtung über die Eitelkeit des Daseins auch diese Wahcheit (vgl. iKoh. 1,12) über sich ausgesprochen haben: Le roi rögne, mais ll ne gouverne pas, der König herrschte, aber er regierte nicht mehr. - Auch in der äußeren Poliük war dieser Zerfall bald zu erkennen (vgl. 1. Kö. 11/1 ff.). Am verhängnisvollsten »virile!;icr die Spninumg, die wieder zwischen den, pkaraanjsct en und salomonischen Hose — trotz der ägyplischen Pri »zrssin, die Salonw geehelicht. oder vielleicht weg.m ihr *, vielleicht aber auch nach einen« Thronwechsel in . egypten — entstand. Nicht nur die kleinen bisher im '-säume gehaltenen Nachbarvölker, die Edomtter untir Führung Adads und der damaszenische Freibeuter Rczon scheinen diese Spannung ausgenutzt zu haben, fanden, die Unzufriedenheit im eigenen Lande, die Schwächung in der Außenpolitik beobachtend, schwang im Einverständnis mit den Propheten Salomos eigene Kreatur, Jerobeam. der Festungsbaumeister, kühn die Fahne der Empörung. Noch war es zu früh und das Maß nicht voll, noch konnten die Herzen sich nicht losreißen vom „Sohne Davids". Jerobeam rnußte fliehen und fand Schutz bei dem Beschützer aller Mi schen Empörer — in Aegypten. Es hätte jetzt eines Mannes bedurft von energischem Charakter und entschlossenem Sinn, mit klarem Bewußtsein der altzustrebenden Ziele, der durch eine tat kräftige und besonnene Polittk die gestatte Ordnung, die Achtung vor dem Recht und der allen Autorität wieder herstellte und so da» Reich' vor jener Katastrophe bewahtte, an deren Möglichkeit damals kein Zweifel mehr obwallen konnte. Und von alledem fand sich in Rechabeam blutwenig. Der tragische Akt der Zerreißung des Reiches trat ein, der unabfchbare Folgen nach sich Zog, Folgen, die tatsächlich heufe noch kaum ermessen werden können. Daß man in dem Unglück nur die gerechte Strafe für die Torheit des.Fürsten, sehen kann, tröstet nur wenig über die Tragik des Falles hinweg. Jerobeam nutzte alle Fchler>Her MvMnischen Regierung zu seinem Borfell rücksiWslos aus, rpcht nur die große Unzufriedenheit der MMichen Stämme, sondern auch die gedänküche Lerysimmg 'des religiösen Volkslebens, die die letzten falomonijchenRegierungsjahre mtt sich gebracht. Er rechnetemtt den abergläubigen Volksinstinkten, wenn er praktisch jetzt durch eine in den Dienst der Regierung gestellte PriHferkaste verkünden lleß, daß ja gar Zwn Re Stätte wäre, die sich Gott erkoren, auf dich er dort angebetet werde, das wäre nur-das Helligtchn Rr davidifchen'Dynästte gewesen., 'Die Ställe, Re Gott sich erwäfet, fei vom Stammyater des Lölkes bereife gcheiligt und pr Errichtung eines Bethauses geweiht woÄen, Beth-El, wo bisher eine hMgeHöhe.bestandlm,d?)"l^ Vor alleni aber das eMfeMÜffepr„SWLWllstHfe7 «Hoben werden.? ÄW WmÄWjr stkütdes kürzeren Mondjahres wieifer eingefühtt wurde, daß dadurch die Hauptfeiettage, vmn siebten auf den achten Monat gelegt wurhen. geschah..nur ^im -Jntereffe der „uroven Wahrheit", ebenso.'wach, :daß"Wsi.'Wn. wieder ein ,Gottesbildnis" aufstttlle^ dH .man Re Volksfeste viel natürlicher ausgestcüfefe, .jp so/Die es den Bedürfnissen einer durch Re BeHÄmiffe fo gänz anders geschichtefen Bevölkerung enffpröch. > , . Wie' kam die Entwicklung, in.der. nachsochrnwnischen Zeit'' Aus dem BauernftmiR,. d» die lockenden. Absatzgrlegenheiten und großen MeiRniWMRe Lchrdesprodutte gewähr wird, die der Kanäntter^und Phönizier macht, hebt sich aRnählich einelMtzicht ab, die sich nicht begnügh das eigeneGeWtze-piDetzreiben, sondern möglichst viel Land p R^echHMchk^ an sich zu ziehen sucht. Es ist dös RezvMHH^MH^Ainen woR Spenden für 30 deutsche «Lhaluzim. gingen uns folgende Spenden zu: 7?" linitl Wo!perl d- 1. -.s Tr. Schloß.M "00». yotfe Lödenstein . . ....... 500.- 2lrtur Lövengard., 3000. lKesüinmell durcli d^n jüdischen Tunwerest B»,r liochda: Kann 'junger.Ä1! 85000.-. Verschiedene Spende,.. 35000.- Gesilttnneik durch Tr. Paul 4trnsberg, a,i Banniziv.-Feier Lee Heß: .... M 16500. Tr. Karl Frenkel.. 2000.-^ | L oms Herzog -.. 2000.-A Mar Frankel.. . . „ 20000.- sagen, von, Hofe ausgehende Schicht, die auf die B^ gründung des allen Mittelstand bis heute untergraber' den Latifundienbesttzes ausgeht (vgl. Jef. 5.8) und z denen von unten her allmählich eine neue Schicht hinzu« stößt. Diese konzentrieren sich und bilden die im Rord^ reich ' .entstehenden großen Städte. Das ist Kreis von Menschen, denen das Brachjahr ode gar das Jooeljähr höchst lästtge Erscheinungen werden, die auch den Sabbat und Neumonds tag störend empfinden, weil er sie in ihrer. Ge, schäfiseifer hindert, sie, die rücksichtslos auf das Wohl»^ ergehen der eigenen Bolksgenoffen das letzte Korn treibe über die Grenze schieben, wenn sie nur hohe GW winne erzielen, mag im Lande selbst auch Mang^ herrM schen, mag für das eigene BoK auch nur der Abfo^ übrig bleiben (Amos 8, 4—8). Verdienen und f " wurde bei dieser Schicht Re Losung. Man streift diM gesunde Einfachheit der Bäterfltten immer mehr abN um dagegen die gefährlichen Segnungen einer fremdeM einer überse'metten und.verbildeten Kultur elnzutauW schen. Der Luxus, Der durch den salomonisch«» Hof s«f sehr gesördette, nimntt überharü». (Fortsetzung folgt). WWWW^llimäWltWL ner. Erez Israel «« Hei« fir -das, pMstineasische OfawWMfc, Mr. Ernst FranMn, «in Schwager des^HiMikvnmiisfiM! der jetzt in Palästina, wei^ b«lucht<den'-,A>e>rrahbin«^ Jakob Mrir, der bei seinem feinerzeitige'n Besuche ln Ländot,?- Mr. Franvin darum ersucht halle,' sich darum zu kWmermdaß die Errichtung eines eigenen Haust, für i^"»berräbM nät in Jerusalem durch Austringung der dazu nött^n 6000^, Pfund ermöglicht werde: Da bis jetzt da» Geldsnoch niM aufgebrcch) worden ist, ftellle Herr FränMn.Rese(Sünun!r: als Darlehen pr Lerfügung gegen LürMWM'-WdM! jl"ldischen Grobgemeinden Jepsal«n», dey '^a»kech»flsH«n?iild( der stphardlsihen, uäd zwar/ in der Form, wenn di«k: erwähnte Summe nicht aüsgchracht,«erden wiEdsH^beidM-r /S^einiien u titerarischer Anzeiger Jüdische «dejchichksbetrachtung. 2r. Caesar Seligmann, «veschichle der jüdischen Reformfceocgmg von Akendefesoha bis zur äiegeuwark. I. Kauffmam» 1W2. Das Letenntaisbuch eines^liberole« Reformrqstbiner», da» überdies den Anspruch erhebt, „objektiv" zu f«in und über den Dingen zu sbchen. Denn wie wäre anders der Satz in der Einteilung zu verstehen, in dem .Llubnoa« Darstellung als nicht geschichtlich,, sondern polemisch" bezeichnet wird', — Und hier ergeht « Seligmonn so, daß er in den stch' - MrfäOi, den er Dubnow — mit Recht oder- Unreife °'° r= .»gestellt — vorwirft. Trotzdem, oder vielleicht auch —-v wird er objektiv, wenn auch malgrä lut. Denn ■ i.nr Broschüren, keine .Richtlinien", kein Zellungsarttkel ,-elpr -«»s diese» Buch da» „wahre Gesicht des Liberalismus". Wer ihn wirMch kennen lernen will, der lese diese Geschichte der jüdiskhen Reformvewegung. Da» ist ater auch die einzige Empfehlung, die wir dem Werk de» Frankfurter Rabbiner» mit auf den Weg geben können. Paul Eohen-Pottheim. Di, Miffou des Judea. Erich Reiß Deriag, Deriin W. 62, Wichmannftr. 10. Auch dies ist ein Bekenntnisbuch, wenn auch mit Easö bfi-.' «stens-Teferrnz. Literatenhast. Dem Lerfasser, sei ein R : erteUt: E» ist nicht gut, gefühlsmähigen Momenten durchkürzlich herbeigezogene Beleg« «ln« logisch gegründet« Bast» oerlelhen zu wollen. Ferner sri «r wisienschastlich-pädagogisch dar.-uf hingewirsen, daß nur ein ganz Sattttsestrr auf dem SnfttUweNt der Introduktion spielen darf und daß pragma. tische «»schichtsbetrachtung — auf bi» letzten Ende» fein Werk hknausläuft — zumindesten» ttne'TziWMDW» Sache ist. Ein Literat sollte von der WiffenschaMmeHDW lafsen ünd z. B. nicht fett Jahren überholte Sbiffafstmsen Mer Babylo. niemus und die Chttstusgestillt seinem' Beweis «inzwängen. Jnhaltüch fei bemerkt, daß die Tendenz Des Buches ist, ren Beweis für bif Beha»qMmg p erbringen, daß das Judentum von jeher Träger, Berkünder .'lmd? Märtyrer des Gerechtigkeitsgedankens unter den'BSlkern, gw»ejen, daß die Erfüllung dieser Aufgabe seine Mssion sei.7 Diese Fragestellung, die ja nlife neu ist) führt in der Potthelmschen Prägung zu recht interessanten Pnchlemen; Di«^dies« Buch, trotz seiner vielen Mängel und Fehler, lefen«oert',inachrn. Zesthurun. V. Jahrgang. Heft 11—12.^ ’ Die erfreu'chste unter den besprochenen Schriften. E» sei besonders verwiesen auf di«. Mitteilungen von A. Fürst über R. Akiba Egers Heimat unh die 'au»^ d«ir Hebräischen überses.te Erzählung einer D-ihna«hchfeier Tpon , Awigdor Feuerstein, die ein grEe» Schlaglicht auf, die brutale Soldateska Rußland» und ihr christlich«» Mäntelchen wlrft. Sollte übrigens hier nicht der Großinquisitor Dostojewskis Pate gkstanden had^T»? - —w. vier vüiher zur gemeinsame« Lektüre. Jüdischer Almanach 5682. Herausgegeben von Raphael C h a m i z e r. (Leipzig. Verlag M. W. Kaufmann. Leipzig.) - Eine recht instruktive Zusammenstellung von Dokumenten und charakteristtschen Kaptteln aus Werken, dir für die Geschichte des Zionismus von Bedeutung geworden sind. Der Almanach ist daherzur gemeinsamen Lektüre für Lese- und Heimabende, sehr geeign net. Das BiMM. deMälb befferxäd HneI. >UonisM^MellM^HOMiygWnHWMl lich gemachten Miellen Ri'rch 'eigenes-Ma^chiWvfneinmal Dieifünsimdzw anzis Johre^nwdchneNzu erleben. Dos Äryze istumrahmt "von' 'KäsxM»sprllN chen, die die Heiligkeit und DttnglHk^dev^Mipnch schuw Erez Jsraä lehren. ' W Das Zentralbüro der 'ZionMfchen Orgänihmän hat e eine knappe^Därstellung Der 2MchaäiW»ßMR»- Karls, bader ZMffeM^W nn DdWßWtzWOMiG nen lassen.' Es?» ist für uns von?besoM^^WirWak'rtt.l ebenso wibeladen geschichtlichem ProbH^M nismus, so auch bei Den GsgenwarRfratzME-E ÜtzH H len zurückzugehen. Die^^.Referate uN^BeskWWÄs liefem eine Wlle sächllkWi'- Wterjak. ^M?Wiiyäl;WZ. Zusammenhang durchgearbeitet, uns di« ^tzanze :saUbWI Größe des Aufbauwerkes zu Bewußffeinb'riMe>(. tzMZ bester als jeder phrasenreiche ApM. uns mttreibtn-'wtrd^ zur tagtäglichen Dorbsreitung auf Er^.MM«! Eine der dringlich^en palästinenflschen-Eegenwar^^ fragen behandelt Ealmän Pu Saschä.MWßelmM^ Büchlein ..pttvatwittschafSich« und Geaosiensih»ftIich«^ Kolonisation In Palästina". (Verlag FerdinändDsirttcimM Berlin 1022. ' Hier erzählt endlich einmal schlicht und sächlich «itur^ >er hof».-n Kenner des palästinensischen 'HirffchajüW - -> oe>» z»vei Methoden d-r Sledlung.''7De priooDD wirtschaftliche Kolonist tion" sie bttntzt den Giüu» mi$fi