Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 20 (1922)
- Issue
- Heft 36 (29.12.1922)
- Date
- 1922-12-29
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2692297-2693277-2693313--11956-2707483- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
in ^Qt*n abzutragen l>afaen. Gleich „um ueuerT na^jme der Bürgschaft wird k-as Darlehen ausgezahlt werden sc> daß man sofort mit dem Bau eines riaenen Kr d>'» Oberrabbinnt wird b,ginnen Knnen W) «eWenl «nfirins an das 3aRatt Mische Gymnasium - ProsEor Dnstein Hot der Bibliothek des Jassaer Gnm- IÄ£5,fr3:,a - lt,tte b'S erschienenen W;rke, Hand schriftlich signiert, ubersandr. Auch widmete er dem Gmmm ttum sein Porträt. " Deutschland. Jüdisch- No,. Berlin. Non der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden wird uns folgendes mitgeteilt: In den allernächsten Tagen wird an die deutsche Judenheit die Aufforderung ergehen. zi.v,Hebvng der Notstände unserer jüdischen Wohlfahrts.. Kranken-. Erziehungk und anderer Anstalten, sowie der kulturellen Einrichtungen in Deutschland. Mittel in großem Umfange cufoubringen. 3)ie Gemeinden und die Landesverbände veranstalten in Gemeinschaft mit der Zentralwohlfahrtsstelle eine Sammel-Attion unter der Bezeichnung .jüdische Not". Sie richtet an alle in Deutschland lebenden Juden einen dringenden Appell, sich an der Sammlung nach Maßgabe ihrer Kräfte zu beteiligen. Das gesamte deutsche Judentum wird es als seine »ornehmlichste Pflicht beirachten. das große Werk zum Gelingen zu bringen. Nur wenn wir selbst uns austaffen, alles Erdenkliche zur Linderung der Notstände zu tun. wird mit Sicherheit erwartet werden können, daß von Seiten ausländischer Organisationen in tatkräftigster Weise eingegriffen wird, um der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutfchtand über die gegenwärtig bittere Krisis hinwegzuhelfen. 1000 Pfd. für Lhaiuzim-Jmmigration in Palästina. Berlin. Tie Berliner Ehaluzim-Zentrale erhielt 500 Pfd. Sterling vom Lettland ukrainischer Juden in London und 500 Pfund von der Jüdischen Welt-Hilss-Konferenz für Jmmigratlonszwecke in Palästina. Auf der am 8. Dezember stottgefundenen Sitzung wurde beschlossen, diese Summen in folgender Welse zu „erwenden: 300 Pfund als Reiseausgaben für 42 in Berlin weilende russische Chaluzim. 150 Pfund an das Berliner Paiästinvamt für die deutsche Hechaluz-Organisation. 200 Pfund an dos Warschauer. 100 Pfund an die Konstantinopeler und 50 Pfund an das Czernowitzer Palästinaamt. 200 Pfund wurden für di« Berufsausbildung der Chaluzim bestimmt. . Der fünfzigste Sebucfefag LH. II. Biotits. Lettin. Auf einen Tag des Monats Dezember d. I. fällt der 50. Geburtstag des großen jüdischen Dichters Chaim Nachman Bialik. Ein? Anzahl jüdischer gesellschaftlicher und tulrureller Organisationen in Berlin trifft Vorbereitungen, um den 50. Geburtstag des gegenwärtig in dieser Stadt lebenden großen nationalen Dichters feierlich zu begehen. (J.C.B.) 2-jährige» Schriftsteller-Jubiläum de» Baal Machschowoth. Berlin. In den Chonukkah-Tagen d. I. fährt sich „um 25. Male der Tag. an svelchem der bekannte jüdische Publizist und Kritiker Baal Machschowoth sDr. A. Eljaschow) seine literarische Tätigkeit begonnen Hai. Die jüdischen literarischen Zeitschriften bereiten aus diesem Anlasse Festartikel not. fJ.C.B.) Der reingewaschene „Miesbacher". lllkünchen, (Slidd. Korr.-Bur.) Bei der ersten Berhandlung in Bayern auf Grund der Verordnung des Reichspräsü Sr. 36 ^nten unb auf Grund de, Reichsges-tze» zum Schutze der -neput>I:k wurde heute vor dem Schwurgerichte in München der Angeklagte Martin Weger. verantwortlicher Schriftleiter bes „URiesbadier Anzeigers", von der Anklage, durch kmen Artikel vom 25. Juni und durch ein in einer fpcleren Nummer veröstenttivstes Gedicht die Reichssarben beschimpft zu haben, nach Anhörung von Sachverständigen auf Grund des Spruches der Geschworenen freigesprochen. Milde Strafen für Münchener Antisemiten. 'München. In, August wurden in München ein Kaufmann David Heß und sein 19jähriger Sohn, als sie einen am Schaufenster ihres Geschäftes angeklebten Zettel antisemitischen Inhalts entsernten, von einigen Nationalsozialisten mit Stockhieben beträchtlich verletzt. Das Gericht hatte in der Berhandlung di- Frage, ob es zutreffe, daß der^ Hauptangeklagte dem .torstandr der nationalsozialistische'! Pattei angehöre, als für die Beurteilung des Falles belanglos zurückgewiefen. Dem Anträge des Staatsanwalrs auf eine Gefängnisstrafe von vier Monaten dem HaupttSter gegenüber kam das Gericht zu der sehr milden Strafe von nur einer Dache Gefängnis. Offenbach a. M. Sonntag, den 17. Dezember veranstaltete der unter der Leitung des Lehrers Gabriel stehende Ch-mukkahoereiu unter Beteiligung der ganzen Gemeinde eine Chanukkahftter. Am Bormittag wurden 10 arme Kinder unserer Gemeinde mit Stieseln. Strümpfen und dergl. beschenkt: der Nachmittag vereinigte alle Kinder der Gemeinde nebst den Eltern zu fröhlicher Chanukkahfeier, bei der ernste und heitere Borträge in bunter Reihenfolge abwechselten. — Oesterreich. * -r Juden. Zigeuner und Lustrulueger. Ju der anlifemilitchen Reichspost äußert sich der Rektor (!> der Wiener Universität zu den Forderungen der ..deutscharischen Studentenschaft" betr. Einführung des Numerus clausus wie folgt: „Es ist eine Bertrehuag des Sachverhaltes, wenn behauptet wird, es solle dir wissenschaftliche Befähigung vom Tausschein abhängig gemacht werden. Es ist denkbar, daß ein Zigeuner, baß ein Indianer und ein Aufttalneger es dazu bringt, eine Leuchte der Wissenschaft zu werden. Muß ihm deshalb auch schon der Anspruch auf eine Profeffur cm einer österrrichischen Hochschule oder gar auf die Würde eine» Rektors zufallen? Oder beinhattet der Ausschluß einer solchen Eventualität etwa eine Feindseligkeit gegen Zigeuner. Indianer und Reger? Gewiß nicht, denn die Frage der Zulässtgkeit zu den akademischen Würden und Aemtern eines bestimmten Staates ist eben nicht nur eine Frage der wissenschaftlichen Befähigung, sondern auch eine Frage des staatlichen und nationalen Interesses, der Tradition und schließsich des Stistunxscharakters der betreffenden Anstalt. Da» ganze Cerede der jüdischen Publizistik gegen den Artikel des Rektors Diener und gegen die Förderungen der deutschen Studentenschaft fällt damit unter den Titch." Rußland Polen Der Präsidentenmord — ein antisemitischer Akt. Der Mörder Niewindomski ettlätte beim ersten Verhör. feine Tat Lus patriotischen Gründen verübt zu haben. Er habe nicht dulden wollen, daß an der Spitze Polens ein von Juden gewähller Präsident stehx. Lin jüdisches «WMwstnm in Bnbna. Warschau, 10. Dezember (3. C. B.). Das Unterrichtsministerium gestattete die Eröffnung eines achtklasfigen jüdischen Gymnasiums in Dubno mit polnischer Unterttchtssprache. Die Loge der Juden in Rußland. Änm. der Rel.: Im folgenden oerössentlicherwir . richte des Hilfsvereins der deutscher» Juden und der Ji."i schcn Weithilfskonferenz über die Lage der Juden in Rußland — Die jüdifliie WUthilsstonferenz. die im August I82U zun: ersten Mal in Karlsbad zusanuuentrat, ist die allweltliche Zusammensassung soft aller Organisationen, die sich mit soziale, Arbeit befassen. Sie iclbst Hai in Deutschland — ihr Büro befindet sich in Berlin — ihre Tätigkeit im Okrober 1*21 begonnen. Durch die Zeutralmohlfahrtsstelle der deutschen Juden ist sie ir engere Beziehungen zr Sen jüdischen Wohifahrtscinr>chl»:,grn Temschlavds getreten. Sn mutten an pekuniären ft-iierstützungeiallein dcutschjüd.kue. Institutionen mehrere Million:,, Mark und 10 (Kl) Fr-nr- 5«r Verfügung gestellt. Aus der anderen Seite sind jüdische Körperschaften Deutschlands an die Weithilssk. renz herangetreten, um sie außerhalb Deutschlands in ,;;er sozialen Arbeit zu unterstützen. So erteilte bcrspielsweije die Agudas Jisroel ihr den Auftrag, auf ihre Kosten «ine Küche für jüdische Kinder n der Ukraine zu eröffnen. Auf 'Le Einzelheiten hier einzugehen, jedes Detail der enge», Wechsel beziehungen hier aufzudecken, verbietet uns leider der Raummangel. Wir hoffen jedoch, daß diese Andeutungen imstande sind, ein ungefähres Bild diSer Einrichtungen zu oermit.eln. Tiflis und Baku. Von, Hilfsoerein der Deutschen Juden erhalten wir die folgenden Mitteilungen. Tiflis. Wie in allen außerhalb des Anstchlungsraqons liegenden Stödten war die jüdische Bevölkerung vor dem Kriege dott relativ wenig zahlreich und wohlhabend. Während des Krieges und in den Revolutionszeiten ist dann «ine Anzahl Familien aus Inaerrußland hinzugekommen, die flch in Tiflis bleibend uiedergrlaffea haben. Dir Judrnheit iu Tiflis zerfällt in verschiedene Teile — persische Juden (sehr wenige), grusinische Juden (sehr zahlreich, etwa 500 Familien, z. T. wohlhabend), garster Juden tBergjuden). weniger .zahlreich, russische Juden (europäische) ca. 1200 Familien. Eine direkte Rotluge besteht unter den Juden von Tiflis — wie überhaupt im ganzen Kaukasusgebiet — glücklicher weise nicht. Die jüdischen Inftituttonen wie Apotheke. Altersheim. Krankenhaus wurden seiner Zeit notionalistett. jetzt denkt man daran, einzelne dieser Anstalten zurückzugeben. doch kam» die Gemeinde vqWufig keine wieder übernehmen, da dir Mittel, sie zu imtäWnn. nicht vorhanden find. Die UitterstLtzlmgsbrdürstigen teilen sich in 3 Kotegotten: I. Flüchtling« ,ms Jnnerrußland und der Krim «in der letzten Zeit kaum mehr vorhanden). 2. Ortsarme <vrr armte früher Besitzen!»). 3. Durchreisende Emigranten. Es besteht ein Hilfskomitee. das im Apttl d. I. legalisiert wurde. Jüdische' Schulen gibt es 3 in Tiflls. von ihnen 2 für eurpäifche Juden, eine für grusinische: jede Schule zählt etwa 2Ü0 Schüler. Eine Leihkasse in Tiflis würde gute Dienste leisten. Aus Informationen, die unser Delegietter in Tiflis erhielt, geht hervor, daß von den persischen Juden insbesondere die in der Gegend von Urmia in schwerer Bedrängnis sind. In Teheran soll es vor etwa % Jahr zu einer Art Pogrom gekommen sein. Baku. Die jüdische Bevölkerung von Baku umfaßt jetzt, nachdem im Kttege und später ein« Anzahl russischer Jude» eingerrandert sind, rund 34000. Die Begründung eines Hilfskomitee» für Arm« und Flüchtlinge ist bisher nich-t zustande gekommen, da die verschiedenen Patteittchtungen sich über die Organisation noch nicht geeinigt haben. Ein besonderer Notstand existiert übrigens in Baku nicht-, für auswärrige Hilfstätigkeit käme höchstens «ine gewiffe Hilfe für Kinder, die sich insbesondere auf Bekleidung zu erstrecken hätte. in Frage. Palästina, weil der kapitalistische Unternehincr. um konkurrieren zu können, den billigsten Arbeiter, also den Araber einslellen mutz. Anders in den Genossenschaften der jüdischen Arbeiter: wohl sind hier Mängel zu verzeichnen, aber das Wichtigste ist die Tatsache, daß hier jüdische Arbeit bis in das Mark des palästinensischen Bodens dringt, daß die Äeulath haarez. die Erlösung des Landes. keine Phrase ist. sondern von den Schwielen der Hände jüdischer Arbeiter bezeugt wird. Ganz abgesehen davon, daß die Arbeiter für eigene Rechnung intensiver und bester arbeiten ats sie es unwillig und mürrisch für den '.lnternehiner tun würden. Der Privatinitiative des Unternehmers wird die Prtvalininative der Untemeh m u n g. aller Mitglieder der Wertgenosfenschast. vom Ersten bis z»n> 1'ctz.en. gegenübergestellt. Wer an Hand van Tatiachen ein eigenes Urteil über die Borzüge und Nnchteile der beiden Kolonisatwnsmethoden fick bilden will. der lese die wenige", farbenreichen Seiten der Broschüre solinon n u a s ch v w s. Gleichfalls von .fachlichen Probleinen^der EreZ Jeract-Arbeil berichtet das in französischer «prache er Ichienene jüngste Heft von Israel .der agrarnnssenschafilichen Zeitschrift des ..Judtlchen Nmwiialsond- Da schreibt Israel Cohen über die Grundsätze des N. Nathanbe" Na-ba». der Berfa,ser des überaus mstruk. tioen Buches über die Erbpach, lWelt-Berlag, referiert übrr jüdische Agrarpolitik', agronomische Frage» beha, delr Grancivskv. von der JKA ^.^hlt Barnch Hagau Fernesehr lesenswerte «eilrace von Andr.- -Pire. C M -zweig B Lein und Jubu> Berger. Für Franzosischtundige wird diese Nummer von Erez Israel eine leicht lesbare, angenehme Lektüre bedeuten. Dr. Weiß <Wien». Neves Theater. Durch die „3 m p r o ii f a i i o n e n im 3 u n von Max Mohr, mit denen da. Neue Theater zum ersten Mal das Frankfurter Publikum unterhielt, weht frischer und kecker Arcm. Es wird so flott drauf los phantasiert, daß der Autor manche Banalität mit in Kauf nehmen darf und aus der selbstironisierten unentschiedenen Grundstellung heraus die u-iitralc Segenfigur des jungen Mill sehr farblos läßt. — Die Komödie ist bemerkenswert, weil sie die Kraft eines neuen Lebonsgrfühls zeigt, das Nahen neuer Klaffik. dir aber hoffe,, »ich noch genug des Burvckkn birgt. — Die Anflührung gab nicht genug Beroc her. zeigte aber sichere Anlage, der fterrn Jungs Mill Kn. durch ein-- scharf gerissene Charak- -erlinie ive-eyklich Halt gab. 5b- ^üdischer Der Fisch. lfm Bedürftiger ist Freirag Abend zu einem Gei.;- tragen »ingeladen. Es gibt schlecht gewordene:' Fisch. Daraus entwickelt sich folgende Szene: Der Gas stochert mir dem Messer in dem Fisch und murmeU um» rständlid;e Worte. ..Wos r.dt Ihr?" fragt ihn jein W >. ..Ich reb mit dein Fisch." ..Und wos?" „Ich bob hu ge 'ragt, ob er den Maische gekannt hat. der vor 2 Monate» in der Wolge ertrunken ist." ..Und bat der Fisch geantwortet?" .Daß er darnals sno.. geiangen war." Die Klöße. Unser Held rst eines Freitag Abends wiederum bei dieseln Geizkragen;u Gast. Es gibt Klöße, von denen er fabelhafte Pottionen ißt. Da macht ihn der Gastgeber darauf aufmerksam, daß jeder Kloß einen ganzen Rubel kostet, um die Antwott zu erhalten: .Lm. das sind sie auch wett." » Programm einer Pris-Miloh-Feier. Anzug: Cutaway: Festrede über: Der wichtigste Abschnitt im Leben jedes Juden. Der Freund. (Eine mähre Begebenheit.) Zwiegespräch .zwischen einem oberschlesischen Zentralvcreinler und einem polnischen Zionisten übe: die Abwehr des Anttfemirismus anläßlich einer Äonfe»enz. Der Zentralveremler: Ich verstehe es nicht, meine Herren. (Darum Sit soviel Lärm um nichts niachen. Der Antisemitismus — ich habe die Erfahrung gernachr — ist rneistens der Juden eigene Schuld. Ich bin z. B. mit dem hiesigen christlichen Bürgermeister per D» und Dtl und. . . ' Der polnische Zionist Utm unterbrechend,. Ich n utz Sie leider unterbrechen, nm Ihnen ein ähnliches Ber hältnis zu charakrerisieren. Ich und unser Gouoerncur. Dir stehen sehr frenndschanUch mircinander Jede-unal wen» ich komme. läßt er alles sieben und liege», eilr ans mich zu. um ii »ü - - berauszuwerfen. . .