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Neue jüdische Presse · 1921-04-15 · Heft 15 (15.4.1921) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 15 (15.4.1921)
Date
1921-04-15
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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»ADL JORICHS KÜNSTLERSPIELE 7 Uhr Schäisrgasse 13/15. 7 Uhr. Vornehmes Familien-Kabarett. gut Schau tragen. Nur der tradioiiellc jüdische Friedhof eaesprichr der wahren Demokratie, indein chm das Gepräge der Gleichheit aller Menschen ausgedruckt ist. v.n-- jere liberalen Anden aber, denen cs haupr,äcytich auf die Asiünilanon anrommt, negieren den jüdischen Friedhof der Lraoirion, graoe ihre Frreohoiställen predigen das fajiuiftc tttajienbewuszlsein, — und erji. dann würden sie sich zu der Gleichheit chrer Väter belehren, wenn nichr vvin Judentum, sondern von. der Sriinme der Zeit diese Forderung er iw den würde. Der Liberalismus hennnt nicht den 'Abfall, wie er glaubt, indcni er sich alle» Willi,cycn, die an ihn tzcrniiireten, anzuvajjen sucht — und so Williür oerbretter, — nein, er vemiul den Abfall nur, wenn er die eigenen Werte des Audentuins zu erhallen verstehr, wenn er jemen Massen lüorschc Werte gibt, aus die ,ie stolz zu sein lernen. An dieser Hinsicht obliegt auch der Gciiieindrorthodöxie eine wichtige Aufgabe. Sie hat ein unerinüvlrcher Mahner an das Gc!vis,en ihrer unter dem Banner des liberalen Judentums vereinigten Brüder zu sein, ein Mahner durch ihr Beispiel, ein Mahner durch ihre Kritik. Israel Htlvestzeinrer nnd Vte „<m»rru»ssH,zmch»". Don ttiavvmer Dr. Aarov vorovltz. Unter der- Ueberschrift „Tie AuZrrttrs-Halacha" bespricht der „Israelit" meine an die,er Stelle ^richrenenc Grwlverung aus seinen früheren Artikel „hiaobl A-rael Hildesheimers Stellung zur Austrrlrssrage." Schon der neue Titel weist von vorneherein den. Weg, Len der „Israelit" diejes Mal zu gehen beabsichllgr. Ser Austrilt!— leine Frage mehr, über die cs nun einmal, mau mag er betlagen oder nicht, sehr verschiedene Meinungen innerhalb dB Kreises der Gesetzcstreucn gibt, .nein — eine Halacha. „Alles", meint der „Israelit", „was. Herr Sr Horovitz an zum Teil recht interessantem. Material anf.Ährr, hat mit der Grundfrage nicht das Mindeste zu tun." „Wir haben," sagt er, „die Tatsache psychologisch zu ertlären versucht, daß Hildesheimer sich jpärer mit dem. Lid accompli abgefunden und bis an sein Lebensende seinem Lieblingsschüler, trotzdem dieser gegen den ausgesprochnenc». Witten Hildesheimers die Frankfurter Stelle angenommen hatte, innigeFrcnnlr-- schaftnnbAnertennung entgegenbrachre." „Älceiuc Berichte und Zitate" bildeten, meint er weiter, „nur eine Bestätigung und Unterstreichung" der von chm selbst gleich zugegebenen Tatsache, daß Hildesheimer sich Rabbiner Dr. Markus Horovitz gegenüber persönlich so verhalten habe, als sei an dessen gemeindepclltiicher Stellung nicht das Ger ing ste aus zu sc ß en und als habe er . selbst nicht noch in letzter Stunde voll tiess.e: Erregung dem Jünger in Gnesen sein: „Metarmecho al tanach", — in diejes Kohelethwort faßt der „Israelit" den von ihm früher veröffentlichten und von uns Mligeteilten Briesauszug zusammen — zugerujen. Wenn ich „die verschiedenartige Stellungnahme Hirsch? und Hildesheimers „zur Bene-Brich-Frage und zur Z nsain m e n a r b e i t m i t b e r N c o l o g i e ü b c r h a u p.r" Herangezogen habe, so seien dies Tinge die historisch sehr interessant und für die Charakteristik der leise,i großen Männer wertvoll seien, die aber Las B e w e i s t h e m a völlig verschieben". Für ihn, den „Israelit", hantle esich ausschließlich „um die halachische Entscheiduno in der Austrittsfrage, nicht um die Fortentwicklnng und die politischen Konsequenzen der in dicker Entscheidung immanent schlummernden Prinzipien, In jener religiösenEntscheidung für die Einzelgemeinde waren Hirsch und Hildesheimer völlig einig. Als cs.später galt, über den engeren K.reis des Gemeindelebens hinaus für die große Gesamtheit Stellung zu nehmen, da machten sich naturgemäß, zum Unglück für die deutsche Orthodoxie, V e r s ch i e d e n h e i t e n der Denkart, des Temperaments, des Milieus, der persönlichen Umgebung geltend, und B traten allmählich, immer deutlicher starke taktische Gegensätze hervor." Man sieht: alles und jedes gibt der „Israelir" preis, nur nicht die bereits in der Ueberschrift sestgelegte ,/AnZtritts-Halacha". Wo es sich um die Stellungnahme gut Frage des Zusammenarbeitens mit der Neologie überhaupt,' um Fragen, die über den engeren Kreis des Ge- -meindelebens hinausreichen, handelt, da machen sich „naturgemäß die Verschiedenheiten der Denkart" usw. geltend, da verleugnet Hildesheimer mit einem Mal, um mit dem „Israelis zu sprechen, „die Konsequenzen" der in jener angeblich unumstößlich festgehaltenen Entscheidung „immancnr schlummernden Prinzipien", da treten plötzlich „starke taktische Gegensätze" hervor! Ist es dann aber wirklich glaubhaft, baß Hirsch und Hildesheimer in der religiösen Entscheidung bezüglich der Einzelgemeinde völlig eines Sinnes gewesen und geblieben seien? Müßte eine solche Ansfassung nicht schon von vornherein als ein Gonditorei und Cafe Wilhelm Wendel JUtegasse 4» Telefon Haasa 1288. ^Frankfurter itrenten n. Betmfinncken. Süeue Jüdische Prekke gar „seltsamer-Verstoß gegen alle Gesetze historischen Denkens" angesehen werben? . . - Doch alle Bedenken müssen verstumme». Der „Israelit" hat einen Hanpitrumpf gegen inich. „Die Hoffimngslosigteit dieses Versuchs einer Nmde.itung historischer Tatsachen", schreibt er, „zeigt sich schon darin, daß Herr Dr. Horovitz die gru n» d leg e nd e n nd entscheidende Stelle unserer ganzen V e r ö s f e n t - l i ck' n ii q , nämlich den Brief vom Februar 1878, „ . .der Pc sa k ein w a h r h a s t unwiderleglicher, so groß artig angelegt und so gediegen begründet . . .", seinen Lesern, vollkommen vorenthält. Tas hat seinen guten Grund. Denn ivcnii Hildesheimer den „Pcsat" Hirjchs, wie er in der Antwort Hirschs an Bamberger mcdergelcgt ist, — also nach Würdigung der Bomberger'scheii Einwendungen — als „unwiderleglich' bezeichnet hat, so gehört u. E. eine wenig beneidenswerte Voreingenommenheit dazu, um in spaltenlaugen Aüssührniigen a tout prix das Gegenteil unserer Behauvtinig als historische Wahrheit erweisen zu wollen." Wie stchr es mit diese Behauptungen? Ter erste Aussatz des „Israelit" hatte drei Briefstellen durch Sperrschrift besonders hcrausgehobcn,, von denen icki zwei wörtlich angeführt habe, nachdem zu Beginn meines Aufsatzes der an meinen sel. Vater gerichtete Brief erwähnt worden war. Auch in jenen von mir gebrachten Sätzen kommt mit voller Deutlichkeit zuni Ausdruck, daß Hildesheimer allerdings im Jahre 1878 der Auffassung war, daß ein Gesetzestrcuer der Franlfnrter Gemeinde nicht angehören solle. Es ist vollkommen irreführend, wenn ■ der „Israelit" die Sache jetzt so hinstellt, als hätte ich nur im mindesteit versucht, diese Tatsache zu verschleiern. 'Ans der aiidrrcn Seite zeigen aber die gerade von mir eingehend gewürdigten Briefe, daß von einer absoluten Uebereinstimiming Hirschs und Hildesheimers selbst damals nicht gesprochen werden darf. Eine solche könnte bei Konfektionshans Braunthal Ich Unterhalts in elegantester Damen-Konfektion ein aossergewöhnlich grosses Lager, in dem Sie alles Luden, was in schöner Daman-Bekleidung neu erscheint. Die grosse Mode ist Kunstseide! Kunstseiden Kleider in allen Farben.von Uk. 325.— an Kunstsettfene ßlusen u. Jumpers bildsch. Aufmachung Mk. 235.— 285»— 328»— 375.— Auffallende Preiswürdigkeit in Weissen Juboi-ßluseu aus Voll-Voile, mit Handstich nnd echt Filet Mk. 95.— HO.— 125.- 135.- Kslljarbige u. dunkle Sabardine-Jackeu-Kleider und Mantel-Kleider. Kelle uud dunkle Tack- und Sabavdine-Mäutel. Zell fi!2y neben der Hauptpost. der ersten von dem „Israelit" mitgeteilten Stelle noch angenomnieii werden. Wenn aber Hildesheimer schreibt: „Ter Teil der Frommen, der nicht austreten will, mag cs eben, wenn eS gegen seine Ucberzcngnng — sagen wir lieber Fraiikfurtertüm — ist, lassen und Status quo- Tcilnelmier an der Religionsgcsellschaft bleiben, ganz wie bisher geschehen, nicht aber eine ganz überflüssige Sepaiatgrmeinde schaffen, welche nur den Zweck hat, die Religioii'sgescllschaft zu zersprengen," so zeigen sich schon deutlich die Unterschiede, S. R. Hirsch hätte ein solches Zugeständnis nie und nimmer gemacht Keiner hätte es machen können, ver in dein Austritt aus der Gemeinde ein unbedingt verbindliches Religiörs-gebot erblickt. Und wenn Hildesheimer späterhin schreibt, daß die Situation leider unabänderlich und die Sanktion derselben gegen seine Ueberzeugnn.g von Seiten talmubischer Kapazitäten erfolgt sei, sü ist für jeden, der sehen will, klar, daß der Briefschreiber bei oller Entschiedenheit seiner persönlichen Stellungnahme an eine absolute AuStriitshalacha auch damals nicht mehr geglaubt hat. Gegenüber einer H a l a ch a gibt es nun einmal keine Sanktion durch ialmndische Kapazitäten. (Fortsetzung folgt.) Erez Israel. . Der englische Minister Chnrchill. Bei Empfang einer arabischen Deputation fiihrte Churchill nachdrücklichst aus, daß eine Aenderung der britische» Politik vollständig ausgeschlossen sei. Die gleiche Versicherung gab er der jüdischen Delegation, wobei er.bemerkte, daß allerdings die Juden größere finanzielle Anstreng- Nr. 15. Lea Manti Kttnstlerspiele Kaieerstrasse 69* Beginn 8 Uhr» Tel. Hansa 5516.'] - Täglich 4 Uhr-Tee _jonter^IitwirknDg^rster^unsücrä^tn^ ungen machen und eine Inanspruchnahme der britischeii| Steuerzahler venucidcu müßten. Der Minister, dem Sberrabbiner K u k an der. Spitz«! der Rabbiner eine Thora-Rolle überreichte, psianzte einen 1 Baum und sagte, sein Schalten solle alle noch vorhandene,,i Mißverständnisse vcrschivinden lassen. Die ihm übergebene! Thora werde seine Familie für alle Zeiten heilig halten.1 Er sei seit jeher ein Freund des Zionismus gewesen uuii| werde alles tun, um die.Balsvur-Teklaration zur Durch-' sühning zu bringen. , Schweiz. Verband der Juden in der Schweiz. Mit dem Programm „Verteidigung »ach außen iniiJ Regulierung der Wanderung und Unterstützung der Aan-j derer ohne glück sicht auf das in Betracht kommende Einwnn-] deriingsiand" hat sich ein Verband der Inden in Perl Schweiz gebildet. Dr. Färb ste in Zürich ist öcr^uor.f läufige Präsident. Rnmäuie». 3nr Lage der Jude«. Bekanntlich ist der bedentendste Dramatiker der rnmiinischcn Literatur der Jude R o n e t t i, nnd dessen Hauptwerk] „Menasse" darf auf der Bühne nicht anfgesnhrt werden] Eine Bnkarestcr Theatergruppe kündigte die Aufführung dieses Dramas in Czernowitz an, nnd sogleich beeilten sich die rnmäiiischen Studenten, dagegen zu demonstrieren, und dH Ausführung Mußte unterbleiben. Die bedeutendsten Lehrer <u| der Ezer » owitze r Universität war.en die beiden Äecht-- gelehrtcn Pros. Ehrlich nnd Prof. Last, Männer, dir! in der Wissenschast klangvolle Namen haben und der Uni» versität zur Zierde gereichen, — doch seitdem Czeriwwij] rumänisch geworden ist, sind sic entlassen. Die Juden werden als „Fremde" betrachtet. Das kommt man überall, zu hören, an verantwortlichen imbj unverantwortlichen Stellen. Es wurde eine unerträgliche Atmosphäre geschossen, und dies zwingt viele Juden zm! Auswanderung. Manche .Dörfer sind geradezu jndenreini geworden. Alle Hosfiiniigeir lverdcn auf die einflußreiches] Juden in Westeuropa und Amerika gesetzt. So oft dich aber einen ruinänische» Minister wegen der Lage der Juda] interpellieren .bekoinmen sie immer die scheinheilige Antwort: Uns ist die Sache unbekaimk, sollte es sich bewahrheiten, so werden wir die Sache sofort abstellcn. So spricht man in Westeuropa, und zu Hause sanltioniert chian alle Ansnahmebestiiiimuiigcn. Die Juden werden] tatsächlich als Bürger zweiter Klasse angesehen und behandelt. Man möchte ihr Kapital, aber nicht ihre Anwesenheit.] Sie erhalten alle Begünstigungen, wenn sie answandcr» wolle». Ein Bukarester Militärcrlaß verfügt: „Jüdische Jünglinge, die auswandern wollen, können auf Grund de- Besehlcs Nr. 0007 des M. C. C. Pässe erhalten, auch wenn sie ihre.Militärpflicht nicht geleistet haben." Dieser offizielle, nicht mehr ableugbare Erlaß spricht Bchldc. 2s] sieht es um die Gleichberechtigung in Rumänien aus. 1806 schrieb Cremieux in der Pariser Presse: „Ich mich! sagen, daß in Nnmänien die liberale Partei in religiöse»' und sozialen Fragen an den Ideen des fünfzehnten und! sechzehnten Jahrhunderts sesthält." Dasselbe kann heute] ohne jedwede Uebertreibuiig gesagt werden. Wiener Morgenztg." ni). in irb' zur laud pic Wt! per, bie pKai ö»! m jiiit j“ Dr pe si Amerika. Der amerikanisch-jüdische Kongretz. Die Wahlen der amerikanischen Judcnheit zum ame>! rikan.-jüb. Kongreß sind ans de» 19. Juni sestgcsetzt wer I den. Der Kongreß soll am 30. nnd 01. Tklobcr undj 1. November stattfinden. Weltberühmt sind L. Fassbenders K.onHtu.reni Kaiserstrasse 32. lict ll'CI W I Mi I lUl h IO I lUl lllll lör lei Ide 111 \o\ ft C ZiosMsche Nachrichten. Der Empfang in Amerika. Die zionistische Delegation — Prof. Weizm a»n-i U s s i s ch k i n, S l a t o p o l s k i und Prof. E i n st e i n, der! berühmte Physiker — hatte einen solch glänzenden Enipsanz,! daß die Tageszeitungen von einem „Triumphzug dc-i Zionismus" sprechen. 1 Posen. Im hiesigen Krankenhause verschied iwi Alter von 30'Jahren Naftali Schelechowski, a»-I Wlozlawek (Polen), der seit Jahren 'sicki mit scinerj ganzen Person dem Dienste der Poale Zion widmeie. Ans -er „Agndas Jisroel"-Bewegu«g- Aus der Frankfurter Jngendgruppe. Die G e ii e r a l v e r s a m m l il n g war sehr zahlreich! besucht. Der Tätigkeitsbericht wies, abgesehen von deal Lehr- und Vortragsprogramm die Arbeit auf sozialem Gcbichl

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