Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1919-12-12 · Heft 48 (12.12.1919) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
17 (1919)
Issue
Heft 48 (12.12.1919)
Date
1919-12-12
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2692297-2693126-2693174--10960-2706354
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

. 48 Nr- 48 S^JalSchiidermalereiii.Weissbinderarbeiten >es.sa gcl die <&j uK DL Bniäcri Philipp Trauner Textorstrasse 68. Telephon Römer 5778. der jüb] Nieshi» ei n 9(i ". nuten hen er Sabj ienstaa und diZ erteilen! tgt eitd der U ibentun lch sein^ nipathil Zukimft Muster en WL Menschtibifrfjetii str. aß] ist b i*i er SjJ nifatiol ich mit] er brächen! langen! »ringek! r 80A] rr ver>] n Tag!]!r not-] r Waad] führten! ueindr-s . es zu] ler ver-T Stabt-] ektorcnl «der» iudigenz nterzii- Alters im Kriege freiwillig ins 1. bayrische Luftschifferbataillon eintrat. . ' ^Direktor Jacques Wietschek, Vorsitzender des jLcreins der Ocsterreicher unb Mitglied der Kommission der Israelit. Gemeinbe für burchreisenbe arme Glaubensgenossen, würbe zum Regierungsrat ernannt. Professor Dr. Benno Baginsky ist — 72 Jahre alt —. verschieben. Düsseldorf. Ein jüdischer Turnunb Sport», de rein ist hier'gegrünbet worben. Er zählt bereits 60 Mitglieder. Rechtsanwalt Löwe ist Vorsitzenber/ München. Hier stinb in jüngster Zeit aus bem Zubentiginl -ausgetreten: i Eugen Mai und Frcür, Julie, geb. Weil, "Max Fried, Diplomingenieur unb Frau, Lilli geb.!Schwarzschild, Gustav Eugen Blum, .Oberamtsrichter a. D., nebst Kindern, 5klara.Baumann, .geb. Lion, Dorothea Popper, Dr. ing. Ernst Jacob Lötreiistcin. Stettin. Kail Schert wurde als Vertreter der Zionistischen Vereinigung in die Repräsentanz der jüdischen Gemeinde gewählt. Jaffa. D;e Zahl der jüdischen Berufs» und Nichtberuss-Arbeiter, die bei den palästinensischen Eisenbahnen! beschäftigt sind, beträgt gegenwärtig 450. In der Zentralstation El-Kantara sind als Maschinisten und höhere Beamte ca. 150 Juden angestellt. Frankfurter Berichte. Kleine Notizen. . Der Stistuugsansschuß der Stadtverorbneteilversammlung hat beschlossen, der Israelitischen Waisensu nstalt zur Deckung ihres während des Krieges entstandenen. Defizits 10000 Mk. zu bewillige». '/Der Moniefiore-Berein veranstaltet am 20 Dezember eine große Chanukkabkeier mit Tanz und am 21 Dezember, nachmittags 3 Uhr, für seine jugendliche Gruppe eine Clianukkahfeier. Letztere Feier ist für Mitglieder frei, sonst 1 Mk., Kinder.50 Vfg. Für hie Chanukkahseierdes Vereins Tiferetb Bachinrim sind nur noch bei den hebräischen Buchhändlmroen Eintrittskarten erhältlich. '... Der „Verein selbständiger i s r. Handwerker und Gewerbetreibende»" veranstaltet diesen Wnter eine Reihe besonderer Borträge, zu denen auch Damen Zutritt haben. Nächsten Montag, abends 8tyä Uhr — im oberen Saale Kaffee Goldichmidt — wird Rabbiner Dr. Salzberget anläßlich Chanuki kah sprechen. Der ,>Verein für. jüdische Geschichte und Literatur'' versendet soeben sein Winterprogramm. Rabbiner Dr. Ma v gibt einen Vortragszyklus' über mar. Mcheel en, diei Jeru- I kahresitt, bif] inten v hielt e, de» igkeitsj 'ästinauug. ist eine I Killio» I borde». I )" und j randitrieben.! «. rße 36,! cte vo» »agoge r ..ge'! :en der tfö- 8001 hohen' Grrnueruuge« a« Alt-Frankfurt. Mit besonderer Berücksichtigung jüdischer Verhältnisse von Stella Rothschild-Scho tt. Ich lernte Frankfurt im Jahre 1862 kennen, also noch als freie Reichsstadt. Wenn man sich unter dieser altertümlichen, wohlklingenden Bezeichnung einen besonderen Hort der Freiheit vorstellt, befindet man sich in eineni Irrtum. Frankfurt war wohl das -Ideal und das Ziel der Sehnsucht aller Süddeutschen, weil es die schönste und nahegelegenste Großstadt war, hatte auch als Vaterstadt Goethes einen verlockenden Nimbus. Mer, was die freiheitlichen Einrichtungen betrifft, davon ist wenig zu erzählen. , Es war z. B. für jeden NichtsrcknKstrter, .aucki für solche aus den-nächsten Nachbarländern, sehr schwierig, sich das Frankfurter Bürgerrecht zu erwerben, um hier ein Geschäft, zu betreiben, gönnte aber der Bittsteller eine' Barsumme von 3000 Gulden oder diesen Wert in Staatspapieren vorweisen, dann war der Mann beglaubigt, sich hier ernähren zu können.-Nun wurde aber mit dieser Vorbedingung viel Mißbrauch getrieben, denn es war, nicht schwer, hier einen Verwandten oder Freund zu finden, der diese auch damals kleine Summe für eine Stunde vorlegte. .' \ Einfacher war diese Angelegenheit für junge Männer, die in Frankfurt Mädchen aus guten Familien heirateten. Denn ein hiesiges Mädchen nach auswärts zu verheiraten, daswar eine große Seltenheit und erschien als schweres Opfer für Eltern und Kind. Nur die Männer, die eine Frankfurterin zur Frau hatten, wurden als ebenbürtig betrachtet und waren sehr gut in.den betreffenden Famlien ausgenommen. Wer aber' schon mit Frau und Kindern nach Frankfurt kaut, der blieb ein .Hereingezogener", was mit Stoltzes Worten: ,LLie kann nor e Mensch net von Frankfurt sein" gleichbedeutend war. Man kannte die Leute nicht und hatte kein Bedürfnis, sie kennen zu lernen. Besser war ich daran, als ich hierherkam, obwohl ich 1871 Mit meiner Familie hierherzog. Meine Großmutter väterlicherseits entstammte einer der besten jüdischen altfrankfurter Familien. Sie war'eine Schwester der Stammmutter der heute noch bestehenden Firma Moses Jmttof Oppenheim. . Bon dieser Familie lebten zu dieser Zeit noch zahlreiche Nachkommen, alle in sehr angesehener Stellung, und da mein Vater mit ihnen stets in freundschaftlichem. Brief- Und zeitweilig auch persönlichem Verkehr gestanden hatte, wurden auch ich und meine ältere, hier verheiratete Schwester sehr liebenswürdig iu "diesem Kreise Neue: Mische- Kesse. „AuS der Kultur- und, 'Geistesgeschichte ' derJuden: im 19. Jahrhundert" und Dr. Rabin einen Zyklus über -»Die Gedankenwelt der Propheten". Ferner haben die Rabbiner Dr. Horovitz, Dr. Salzburger und Dr. Eschelbacher - Düsseldorf einen Bortrag zugesagt. Auch ist ein musikalisch-deklamatorischer Meud mit Ajlsred Auerbach und Carl Rehfnß in Aussicht genommen. '; Personalien. Jacob S. Posen wurde durch de» Verlust seiner Gattin, die ein geistig hochstehender Mensch von vornehmer Gesinnung und regem, warmen jüdischen Interesse war, in Trauer versetzt. Ein tragisches Ende ward einer Familienfeier im Hause Hermann D. Stern. Der Hausherr wurde, als er Samstag abend anläßlich der Barmizwoh seines Sohnes seinen Verwandtenkreis in einer Ansprache begrüßte, den! Seinen durch einen Herzschlag jäh entrissen. ' S> alo m ‘o i! Epstei n, seit mebr als 30 Jahren per Vorsitzende der Maklerkammer, beging den 7 0. Geburtstag. Borträge. Auf Einladung der hiesigen jüdischen Jugendvereine sprachim großen Saale des Bolkshildungsheims Frl. Dr. Rcichmaun über den „Antisemitismus, sein Wesen und seine Ueberwindung". Stets findet man'einen Haß der Mehrheit gegen die Minderheit. Auch bestehe ein Gefühl . der rassenmäßigen, .schicksalhaften Fremdheit zwischen len europäischen Völkern und dem jüdischen Volk. Zwei Methoden seien zur Bekämpfung des Antisemitismus üblich: die apolegettsche und die der Selbstrrziehnng. Doch wichtiger sei Rückkehr zum Judentum, stolzes Bekennen seiner Eigenart und die Errichtung einer Heimstätte in Palästtna. Frankfurter Veranstaltungen. Verein selbst, ik.r. Handwerker. Montag, 8''. Uhr. K-iffe- Goldichmidt: Vortrag (Rabbiner Dr. Salzberger). — Be rein für s üd. Geschichte und Literatur Sjonntag und Montag, 8 Uhr, Goethevlatz 5: AuS der Kultur- und Geistesgeschichte der Inden im 19. Jahrhundert (Rabb. Dr. May). — Jüd. Frauenvereiuig un g, Sonntag, 5% Uhr, .Hörsaal Friedb. Anlage: „Prophetenwort und Gesetzeslehre" (Dr. Jos. Breuer). — Mekor Chasim, Freitag, Schluß des Abendgottesdienstes: Mikro (Leop. Ovpenheimer), Sonntag, 6 Uhr: Die Sprache der Natur (Zahnarzt Ehrmann). — M o.it t cf i o r c Freitag, 8 Uhr: gesell. Abend. Samsiäg, 11 Uhr: Schinr (Dr. May), Montag, 7SA fihr Schauspielhaus: Wanderung Homburg, Montag, 8 Uhr: Kaffee Kaisergarten am Opornplat* _ Erstklassiges Familien-Kaffe © Täglich Ton 4 Uhr ab; Künstler - Konzert. ausgenommen. Meine Großmutter war iwch in der Judengasse geboren, in den alten Ghettoverhältnissen, und nun hatte ich Gelegenheit, zu beobachten, wie sich nach und nach der Kreis erweiterte, in dem sich die israelitischen Familien ansbreiteten. Eine der Mir verwandten alten und feinen Familien wohnte noch im Wallgraben in ihrem elterlichen Stammhause. Das war wohl die erste Station nach der Judengasse; 'andere wohnten in der Töngesgasse und zwar in Häusern mit wunderbaren Treppen, mit antiken Kunstschlösseri; und Geländern und mit großen, hellen Zimmern, die manche andere Wohnung übertreffen. Wieder andere waren schon vor die Tore gezogen, waS damals noch als großer Luxus galt, und 'als gar zwei jüngere Mitglieder der Familie Billen am Taunusplatz erwarben, erregte das großes Aufsehen. Eine viel größere Veränderung als die Ausbreitung der Juden in alle Stadtteile, brachte aber das Jahr 1866, das Frankfurt dem preußischen Staat in die Arme führte. Die alten Hemmnisse fielen weg, Freizügigkeit und Gewerbefreiheit kehrten ein, und ein enbtofer ©front neuer Einwohner wälzte sich ans allen Gauen Süddeutschlands und auch ans Kurhessen herein. Alle. Schulen, alle Gotteshäuser wurde:: zu eng, es entstand'' Wohnungsnot, sowohl sür die Besitzenden, als auch für die arbeitenden Klassen. Hierauf enttmckelte sich naturgemäß eine große Bautätigkeit. Der Mangel an Kleinwohnungen steigerte sich aber noch durch ein unerwartetes, erschütterndes Ereignis. In der Nacht vom 29. Februar bis '1. März 1872 stürzte plötzlich eine ganze Reihe der Häuser in der Jndengasse ein. Nur das von Rothschild'sche StaiUmhaus und am anderen Ende eines gegen den Judenmarkt (heute Börneplatz) blieben stehen. Die Halchtbevölkerung der Jndengasse bestand nach deM Wegzug der Einwohner aus kleinen Handelsleuten unb Handwerkern aller Konfessionen. Die engen, hohen Häuser, hinter denen auch noch Hinterhäuser in gleichen Dimensionen. über noch dunkler, standen, waren bis in die Giebel dicht besetzt. Ich -glaube Mich zu erinnern, daß 36 Personen - getötet und viele schwer verletzt wurden. Merkwürdig war es, daß als nach dem Einsturz der Gasse die Räumung sämtlicher Woljnuuaen angeordnet wurde, die Neberlebendeu sich beharrlich weigerten, die Räume zu verlassen und teilweise nur mit polizeilicher-Gewalt herausgeholt werbe» konnten. Für die Mtfrankfurter, deren* Großeltern z. -D. auch Eltern 'in diesem historischen Teil Frankfurts gewohnt . hatten, war das Ereignis sehr ergreifend. Seite 8. Mitteldeutsche Creditbank Depositenkasse u. Wechselstube Hanauerlandatrasae I ' befasst sich mit allen bankmässigen Geschäften Heimabend, Mittwoch- 8 Uhr: Falsche Messiasse (canb. Speyer), — Zionistische Bereinigung, Unter* Iinfcan 21, Dienstag, 8 Uhr: Wirtschastsfragen Palästinas (Dr. Sternberg), Donnerstag, 8 Uhr: Zur Geschichte des Zionismus: Die Chowewe Zion (Dr. Rabin). .— Talmud-Thora-Berein: Freitag, Schluß des Abendg'ottesdienstes: Bortrag (Dr. Rabin), .Samstag, Schluß: des Morgengottesdienstes: Dinim (Dr. Friedmann). 3Vt Uhr: Raschi (Lipinsky), Sonntag, Schluß des Morgeugottesdienstes: Mischuah (Dr. Friedmann), vorm!. 9 Ühr: Schulchan Aruch (Lipinsky), Schluß des Abendgottesdienstes: Joluab ^llnna), Dienstag, 6 Uhr abends: ChanwauS Halwowauth (Dr. Braun), Mittwoch-, Schluß des Morgengottesdienstes: Mischnah (Dr. Friedmann), Donnerstag, abends 61/4 Uhr, Hermesweg 27: Gemor» (Unna). Literarische Rundschau. Stefan Zweigs „Jeremias." (Fortsetzung.) Schön klingt und dichterischen Schwungs voll ist ja seine Rede (S. 17—19), aber nicht der biblische JirMijahu hat da Pate gestanden, sondern die Edda. Wir merken von Neubildungen, die sich allenfalls reden lassen, an: „mich schwülte das Bett" (S. 16), „Trugnis" (S. 18). „Jrrwitz" (S. 74) und sonst, das aber in seiner ewigen Wiederholung schließlich abgeschmackt wirkt. Wich finden sich Reminiszenzen aus den „Räubern" (S. 13 Zernichttmg und sonst). Undeutsch, nnbiblisch, unjüdisch aber bleiben Prägungen wie: „es morgent" (S. 18, 22), „mahle die Mauer und berste die Türme" (S. 19), „Hirtenflöten wachten im Tal nrür ein klein Wind umsvielet" (S- 18). Unjübifth ist: „gebrochen ist der Stab" (S. 20). Biblisch ist vielleicht: „Schrecknis, die mich beschläft" (S. 13), wirkt beim erstenmal noch originell, beim zweiten (S. 59) aber nahezu obszön. Den biblischen Jianijahu haben wir also nicht vor uns. Wir merkens im zweiten Bild noch gewisser. Da bringt Zweig eine große Volksszene. Der König Zedekia — die Bibel kennt nur einen Zidkijahu — hat ein Bündnis mit dem Pharao Necho abgeschlossen, daß er ihm, der seinen Thron nur von Nebukadnezars Gnaden hat, wider Babel beistehe. Prachtvoll ist die wachsende Erregung der Menge geschildert, unter der ein Jüngling Baruch besonders frenettsch zum Kriege mit Chaldäa rust. Wir sehen den Einzug der Aegypter, hören,- wie man der Königsvartei, vertreten durch den Obersten Abimelech» znjubelt, wie sie einzelne Sttmmen, die zum Frieden raten,, einen Kenner der babylonischen Berbältnisse, einen Bauer, der seine Aecker nicht zerstampft wissen will, niedertoben, wie sie vom Hohepriester Paschur Oeffnnng des Tempels und Erscheinen des offiziellen Propheten Honansah fordern, dieser auftritt und erfolgreiches Gelingen des Feld- Jch kannte eine angesehene Frau, die ihre Jugend noch .in der Judengasse verlebt hatte. Diese erzählte mir mit, Rührung von dem schönen Leben in der Jndengasse, von dem -gemütlichen Zusammenhalt aller Bewohner ohne Unterschied der Stände. Alle kannten sich, man ging überall aus und ein, und „so schön wird's nie mehr", schloß sie ihre wehmüttgen Erinnerungen. Auch einige kleine, von Sttftuugen herrührende Synagogen wurden bei dem Einsturz unter den Trümmern begraben. Frankfurts jüdische Gemeinden besaßen bis 1882 die großen Synagogen in der Börne- und Allerheiligenstraße und in der Schützenstraße, ferner eine kte::w km alten Kompostellhof, die gewissermaßen eine Brücke zwischen den beiden religiösen Richtungen bildete. Durch den Zuzug erwuchs auch das Bedürfnis nach einer weiteren großen Synagoge und Mit dieser auch nach einem Rabbiner für diese; hierzu wurde 1878 der ehrwürdige Rabbiner Dr. Markus Horovitz erwählt. IM Jahre 1875 wurde das alte Krankenhaus Hekdisch, welches wie ein Denkmal aus der Vorzeit an der Ecke des alten jüdischen Friedhofs hervorragte, durch ein neues ersetzt- Dieses wurde von der ehemals in Frankfurt, später Wien, ansässigen Familie von Königswarter zur Erinnerung an ihre 'ftüh verstorbene Söhne Emil und Arthur gestiftet. Es diente ein halbes Jahrhundert seinem alten Zwecke, bis es ■ nicht mehr für den großen Zudrang an Kranken ausreichte und '1914 'durch den großen Krankenhauskomplex an der Gagernstraße ersetzt wurde. Eine kleine aber wahre Anekdote ans jener Zeit mag hier einen Platz finden. Mein set. Mann ging einmal über den Börneplatz, damals Judenmarkt genannt. Bor ihm her.gingen zwei polnische Glaubensgenossen, wovon der, eine anscheinend Neuling hier war, denn der andere beschrieb Mit üem Arm einen Halbkreis von der Komvostellsynagoge bis zum Rothschild'sche:: Spital. Ecke Rechneigraben und sagte: ,/Oas gehört alles unser". Was würde dieser kommunistisch angelegte Mann erst sagen, wenn er ans den Röderberg käme, wo.im Lause der Zeit folgende Anstalten entstanden: Das Sara Georginen - Spital, sowie das isr. Kinderspital, beides von der Familie Willy v. Rothschild gestiftet, ferner das isr. Bersorgungshans, das Waisenhaus der isr. Religionsgesellschaft und bas Gumpertz'sche Siechenhaus. Möge allen diesen, sowie den vorhergenannten wohltätigen Anstalten ein unaufhörliches Gedeihen beschieben sein zum Heile aller derer, die ihre Wohltaten genießen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.