Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 8 (1910)
- Issue
- Heft 13 (1.4.1910)
- Date
- 1910-04-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 18 Frankfurter JfyaÄMWeK FamLiKÄatt. Seite 11. Berlin. Ant 20. März fand die diesjährige G en er alv er s a mmlun g des „Is r ael. F or t« b i l d u n g s v e re in M o n t e f io r e" statt. Der Verein, der bekanntlich die gesetzestreue jüdische Jugend der Reichshauptstadt in sich eint, ist auch im vergangenen Jahre, dem 25. seit seiner Gründung seinem alten Prinzipe, durch seine Institutionen das Interesse für die Ideen des gesetzestreuen Judentums zu fördern und zu erhalten, treu geblieben. Er veranstaltete wieder eine Reihe von Schiurim, die mit besonderer Rücksicht, auf das stark differierende Wissensniveau der Mitglieder auf jüdischem Gebiet zusammengestellt, sich meist reger Teilnahme erfreuten. Dies nicht zum wenigsten, weil dem Verein sich augenblicklich ein sehr intensiv tätiges Dozcnteukollegium widmet, es sind dies die Herren Dr. Ed. Biberfeld, Ehrenvorsitzender, Rabb. Dr. E. M unk, Dr. S. Neuwirth, Oberlehrer Dr. .Carlebach, Max N e u b e r g e r. Eine Reihe wohl nusgeiionnuencr Vorträge ergänzte das Lehrprogramm noch in harmonischer Weise. Aus dem Gebiete des geselligen Verkehrs förderte der Verein den engeren Zusammenschluß der jugendlichen Gesinnungsgenossen durch eine größere Zahl wohlgelungener Ausflüge, wie auch zu verschiedenen Gelegenheiten durch festliche Veranstaltungen, kleineren und größeren Stils, von denen besonders die 25. Jahresfeier hervorznheben wäre. Den diesjährigen Vorstand Hilden die Herren Jakob L e v y (1. Bors.), Louis Lewy (2. Bors.), Aron Hirsch selb (Schriftführer), Menny Joelsohn (Kassierer), Jakob Schmulowitz (Bibliothekar), Dr. N a t h a n Möses und Jakob K e m P e. Aus der zionistischen Bewegung. Nhitra (Ungarn). Die hiesige orthodoxe Kultus-Gemeinde ist der z i o n. Organisation beigetrcten und hat für den Nationalfonds einen Jahresbeitrag von 20 Kronen votiert. Wiesbaden. Die von der Z i o n. O r t s g r u v P e veranstaltete P u r i m f e i e r hatte sich eines lebhaften Besuches zu erfreuen. Frl. Regina Karpin sprach den Prolog, Herr Bertram Stern sprach Worte der Begrüßung und Herr Bernhard Karpin hielt die Festrede. Nunmehr begann das unterhaltende Programm. Frl. Rosel Stern und Herr stud. mcd. Alifred 2 e w i n rezitierten und die Herren I l m a und Staudt vom Mainzer Stadttheater und Leiser Herzog sangen. Mehrere Einakter — darunter „Amtsgerichtsrat David Markus von Dr. Emil Cohn" — unter der Regie des Herrn Bernhard Kowalski und der Mitwirkung der Danien Gerta Katz, Helena Blumenthal, Jda Stein, Paula und Rosel Stern und der Herren Kowalski, Stern, Klein und Weiß machten den Abschluß der schönen Feier. Ans der Lehrerwett. Worms. Zum Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Rabb. Dr. Stein wurde Rabb. Dr. Holzer- Schwetz gewählt. (L.) Posen. Lehrer Brzezinski von der jüd. Schule in Miloslaw wurde an der hiesigen städtischen Commeniusschule angestellt. — In Neustadt bei Pinne trat Lehrer B e r l o - Witz nach 45jähriger Amtstätigkeit in Pension und wurde durch Lehrer Plaut-Gosthn ersetzt. Sofia (Bulgarien). Der hervorragende Schulmann N i s s i m L a z a r o f f, Direktor der jiid. Schule in Dubnitza, erhielt das Ritterkreuz des b ulgar. Unabhängigkeitsordens. Spende». Bei dem Franks. Jsr. Familienbl. gingen für den Jüd. Nationalfonds ein: Hatchijoh 1 Oelbaum im Smolenski-Hain ans Ben Jehuda-Jcrnsalem anläßlich dessen 50. Geburtstages 6,— Jt. Hatchijoh 1 Oelbaum auf Rabbiner Dr. M. Horovitz s. A.-Frankfurt a. M. 6,— „ Saly und Selmar Geis statt Depesche zur Hochzeit Weyl-Oppenheimcr 0,50 „ Josef Bamberger zur gleichen Veranlassung 0,50 „ Die absolvierten Seminaristen 1 Oelbaum auf Rabb. Dr. M. Horovitz s. A.-Frankfurt 6,— „ für den Lilienblnm - Fonds: Hatchijoh anläßlich des Todes Lilienblums 5,— „ für die O p P e n h e i in e r s ch e Siedlungsgenossenschaft in Palästina: Frau Dr. W. 3,— „ Marken: Schwabacher, Mauerweg; Staniol: Frau Clara Heß. Bei Herrn Joseph L. Oppenheimer, Seilersrratze 37 (Postscheckkonto 2318) gingen für den I ü d. Nationalfonds ein: 2 Oelbäume auf Josef und Minna Rosenthal 12,— Ji. 7 Oelbäume gesammelt auf der Hochzeit Weyl-Oppenheimer 42,— „ —— Nachhilfe and Unterricht in Deutsch — Englisch — Französisch — Rechnen etc. täglich v. 8-7 Uhr. Honorar monatl. 15.— Hk. Lehrer W. Knorz, Kaisarstr. 3. Vereins-Kalender. Samstag. Verein „Mekor-Chajim", Uhr, Schützenstr. 2: Mikro-Vortrag (Raphael Golde). Sonntag. Verein „TiferesBachurim", 8*'i Uhr, Hermesweg 25/7: Haggadah-Abend. Kunst und Literatur. Vollständiges praktisches Kochbuch für die jüdische Küche von Witwe Joseph Gmnprich geb. Meyer-Trier nebst Whandlung über Hygiene der Speisegesehe und allgemeine Diätregeln für Gesmlde und Magenkranke von Dr. med. P. Münz-Kissingen. Selbstgeprüfte und bewährte Rezepte zur Zubereitimg aUer Speisen. Backwerke, Getränke und alles Eingemachten für die gewöhnliche und feinere Küche. 434 Seite», 6/Auflage. 4.— Jk Köln, Nathan Kaufmann. Die neueste Auflage des bekannten Kochbuches der Witwe Glcmprich hat eine solche Erweiterung erfahren, daß es den an ein jüd. Kochbuch zustellenden Ansprüchen nunmehr auch nach jeder Seite hin gerecht wird. Denn in unserer Zeit genügen nicht mehr Kochrezepte, sondern es ist vor allen Dingen notwendig, einen Ueberblick über die jüd. Speisegesetze zu geben, eine -Forderung, der die einleitende Abhandlung des Arztes Dr. tim Sonntag Morgen entschlief nach längerem Leiden unser allverehrter Rabbiner norm Horovitz. Tieferschüttert beklagt die Gemeinde das Hinscheiden eines hochgelehrten, in allen Kreisen ob seiner unvergleichlichen mit Festigkeit gepaarten Güte und Milde überaus geschätzten Lehrers, die gesamte Glaubensgemeinschaft den Verlust eines ihrer vornehmsten Führer, der, allzeit hülfsbereit, seine grosse Redebegabung und sein Organisationstalent, Kopf, Herz und Hand in den Dienst der Armen und Unterdrückten gestellt, die jüdische Wissenschaft den Tod eines anerkannten Hauptes, dessen von tiefgründigem Wissen und weiser Lebensauffassung getragenen Werke ungeteilte Bewunderung jederzeit und überall gefunden. Noch vermögen wir die ganze Grösse des Verlustes nicht zu fassen; nur fühlen wir, dass der Verlust ein in Wahrheit unersetzlicher ist. Das Andenken an unseren Rabbiner Markus Horovitz und an sein überaus segensreiches Wirken in der Gemeinde während eines mehr als dreissigjährigen Zeitraumes wird in unserer Mitte nie erlöschen. Frankfurt a. den 28. März 1910. Vorstand und Ausschuss der Israelitischen Gemeinde.