Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 8 (1910)
- Issue
- Heft 13 (1.4.1910)
- Date
- 1910-04-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 13. Münz über die Hygiene der Speisegesetze vollauf gerecht wird. Dr. Münz geht selbstverständlich nicht auf die ethischen Motive der jüd. Speisegesetze ein, er beleuchtet sie vielmehr nur in ihrer hygienischen Wirkung, hierbei zu dem Schluß kommend, daß die Eintellung der Nahrungsmittel in drei verschiedene scharf von einander begrenzte Gruppen, in Fleisch-, Milch- und Minnignahrung, und das Verbot des Blutgenusses im Interesse einer richtigen, ungestörten Ernährung liegen. Die Dr. Münz'sche Abhandlung hat außerdem noch den Wert, daß sie über die Pflichten hinsichtlich der Beobachtung unserer Speisegesetze instruiert. Auch der nachfolgende Abschnitt „Allgemeine Regeln" kommt dieser Aufgabe nach. Auch das eigentliche Kochbuch, das — um in Würdigung seiner Vielseitigkeit nur einiges herapszugreifen — 82 Suppenrezepte, 100 Gemüserezepte, 70 Puddingrezepte usw. enthält, nimmt besondere Rücksicht aus die Eigenart der jüdischen Küche. So finden wir Rezepte, für die Zubereitung von Milchding-, Minnich- und Fleischdingbackwerk, für die Pcsachküche usw. Freilich ist nicht in allen Fällen diese Rücksicht gewahrt worden. Unter der Rubrik Speisezettel finden wir einige Male Kaviar verzeichnet, unter Suppen Ochsenschwanzsuppe, unter Pudding Gelatine, alles Dinge, die zum Genüsse nicht erlaubt sind, und dabei ist in der Einteilung darauf hingewiesen, daß statt Gelatine Agar-Agar zu nehmen ist. In einem Nachtrag finden wir Fingerzeige über das Tischdecken und Serviere», Speisezettel, eine Whandlung über Backpulver und eine Abhandlung über Diätregeln für Gesunde und Magenkranke, letztere verfaßt von Dr. Münz. Psalmvorträg» gehalten im Auhave - Thora - Verein in Fürth von Dr, Simon Rosenblüth. 1.— M. Frankfurt a. M., Sänger u. Friedberg. Die Proben, die Dr. Rosenblüth hier von seinen' Psalmvorträgen gegeben hak, lösen den Wunsch ans, es nicht bei diesen Proben bleiben zu lassen. Nur wer selber ein Dichter ist, kann den unerschöpflichen Born von Poesie, der in den Psalmen enthalten ist, so nachfühlen wie der Verfasser dieser Vorträge. Wir bitte» unsere Leser, ihre» Bedars unter Bezugnahme aus unser Blatt bet unseren Inserenten zu decke«. Frankfurter Israel. Familieublatt. Nachruf. Der „M o n t e f i o r e“ - V e r e i n, Frankfurt a M. kommt hierdurch der traurigen Verpflichtung nach, seine Mitglieder und Freunde von dem schweren Verluste in Kenntnis zu setzen, den er durch das Hinscheiden seines geliebten Ehrenpräsidenden im laBüti t Minus Borwitz erlitten hat. Der Verstorbene, in dem wir den Vater unseres Vereins beklagen, hat bis zu seinen letzten Lebenstagen stets mit wahrhaft väterlicher Liebe die Entwicklung seiner Gründung überwacht. Sein Andenken wird in unserer Mitte stets lebendig bleiben. Frankfurt a. M., den 30. März 1910. „MontefioreM, . Verein zur Pflege der idealen Interessen jüd. junger Leute. Gustav Schwarz Teppiche- Äuslegestoffe. 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