Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 94 (1.12.1925)
- Date
- 1925-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 788 JUEDISCHE RUNDSCHAU Der Steiger-Prozeß Die Fortsetzung der Verhandlung. Lemberg. 25. November. (J.T.A) Das Verhör mi^ dem Polizeikommissar Kaidan wurde heute fortgesetzt. Kaidan ist derjenige, der das aus Kattowitz cingctroffcnc erste Protokoll über OUzanskis Grenzübcrschrcitung und Gestandms mit der Bemerkung ad acta gelegt hat, in Lemberg war am Tage des Attentats keine Person mit Namen Olszanski gemeldet. Kaidan war auch derjenige, der Steiger Pcmigungen unterzog und ihu geohrfeigt hat Mit Bezug aut Olszanski weiß der Zeuge auch diesmal weiter nichts zu sagen, als daß er in Lemberg nicht gemeldet war. Weiter hat er nicht nachgeforscht Dr. Landau bittet aus den Protokollen fcstzustcllcn, daß Kaidan einen Briet Mikiel ins mit wichtigen Beobachtungen unterschlagen hat Dr. Landau fragt den Zeugen, ob cs richtig ist, daß er Steiger ins Gesicht geschlagen hat. Der Vorsitzende läßt diese Frage nicht zu. Der Verteidiger begründet nochmals - seine Frage, indem er erklärt, durch diese Schläge sei Steiger am ersten Tag seiner Haft in solche Erregung geraten, daß er Aeußerungen tat, die die Anklage als teilwciscs Schuldgeständnis ansiclit. Der Gerichtshof berät über eine Stunde, woraufhin der Vorsitzende mittcilt, daß beschlossen wurde, die Frage nicht zuzulassen. Kaidan leugnet, Steiger jemals verhört zu haben, Steiger erinnert ihn an zahlreiche Einzelheiten, Kaidan bleibt jedoch bei seinem Leugnen. Au! eindringliches Befragen des Vorsitzenden muß er jedoch zugeben, daß er seinerseits, ohne dazu.berechtigt zu sein. Verhöre mit Steiger angcstcllt hat. Nach der Pause \vird der Zeuge Emil Pinel, ein Schokoladenfabrikant, vernommen. Er erzählt, sein Bruder Abraham Wilhelm weilte zur Zeit des Attentats in der Legionengassc, er sah zwei Herren und eine Dame, einer der Herren in einem hellen Mantel, vom Orte des Attentats flüchten. Später sah er wie Steiger von einem Polizisten und Kommissar Kaidan an gehalten worden war, wobei die Pastcrnak aufgeregt schrie. Pinel fragte die Pasternak, was los sei; sic erwiderte: ״Die Juden werfen Bomben auf dcn'Präsidentcn״. Als Pinel dann zur Polizei kam, um seine Beobachtungen mitzutcilen, wurde er von Obcrkommlssar Lu ko ms ki angcscluicn und ״hündischer Jude“ geheißen. Seit dieser Zeit sei der Bruder des Zeugen von der Polizei verfolgt worden, man suchte in seiner Wohnung nach kommunistischer Literatur und behielt ihn auch einige Zeit in Haft. In Wirklichkeit weiß sein Bruder nichts von Kommunismus, er gehöre der orthodoxen Vereinigung ״Schomrcj Sabbath״ an. Zeuge Ab. Pinel erzählt, er war dabei, wie die Polizisten Steiger auf Veranlassung der Pasternak verhaftet haben. Steiger zog sofort seine Papiere hervor, um sich zu legttimicrcn und beteuerte, daß er hier ganz unbeteiligt sei. Die Pasternak aber sagte: ״Mir scheint, daß er cs gewesen ist“. Es sammelten sich gleich Menschen an, eine Frau fragto die Pasternak, was geschehen sei Diese erwiderte: ״Was soll gesehenen sein, ein Jude hat eine Bombe gegen den Präsidenten geworfen. Wer sonst schleudert Bomben, wenn nicht die Juden!“. Der Zeuge schildert dann seine peinlichen Erlebnisse bei der Polizei, wohin er gekommen war, um freiwillig seine Aussagen zu machen. Der Kornmissar L u k o m s k i rief ihm Schimpfwortc zu, die nicht wiederzugeben seien und schlug ihn zweimal ins Gesicht. Später begann eine ganze Serie von Verfolgungen, Haussuchungen usw. gegen den Zeugen und alle seine Angc- . hörigen. Bei der Haussuchung wurde das Kind des Zeugen, ein Säugling, brutal aus dem Bett geworfen. Die Familie war so eingeschüchtert worden, daß sie, um von der Sache loszukommen, der Polizei mitteilte, er. der Zeuge, sei nicht als vollsinnig zu betrachten. Trotzdem kam wieder Polizei ins Haus, sagte, der Zeuge sei ein Komplice des Kommunisten Botwin und habe Steiger die Bomben für das Attentat geliefert Hier stellt der Vorsitzende an den Zeugen die Frage, ob er wirklich einmal Bomben in seinem Hause aufbewahrt habe. Der Zeuge erwiderte: ״Ja, aber Schokolade-Bombc n“. (Der Zeuge ist Schokolade-Fabrikant.) Das ganze Auditorium, Richter und Geschworene brechen in Lachen aus. Der Zeuge erzählt, er habe fortwährend Besuche unbekannter Personen erhalten, die ihn ausfragten, ob nicht die Verteidiger Dr. Grek und Dr. Ringel ihn . veranlaßt hatten, für Steiger zu zeugen. Dem Zeugen werden Photo״raphicn vorgclcgt, u. a. auch die des Ukrainers F i d v k. Der Zeuge erkennt in Fidvk denjenigen, der am kritischen Tage im Torcingang des Hauses Legionengassc Nr. 3 wie aut Wache gestanden hat und dann geflüchtet war. Es wird dann der Sachverständige für Snrengstoffwesen, .Major Graz, vernommen. Er sagte aus, die Analyse habe ergeben, daß das Material, mit welchen! die Bombe gefüllt war, nicht Identisch ist mit dem Material der Handgranaten, die auf dem Dachboden des Steigersehen Hauses gefunden worden seien. Die anders lautenden Aussagen der früheren Sachverständigen waren dilcttantisch. Hier bemerkte der Vorsitzende, daß diese Sach verständigen seihst zugegeben haben, daß sie keine Fachleute seien. Verteidiger Dr. Landau beantragt die Ladung zweier Zeugen, die bekunden sollen, sie seien dabei gewesen, wie Kommissar Kaidan der Zeugin Pasternak Vorwürfe gemacht habe, daß sic sich widerspricht und sich nicht bei der Sache halte. Lemberg, 27. November. (J. T. A.) Der Zeuge Franz Piasetzki ein Gutspächtcr, sagte aus, er sei, als die Bombe zu rauchen anfing, wie alle Leute davongefaufen. Die Zeugin Pasternak rief hinter Steiger her, man möge ihn aufhalten. Der Zeuge wandte sich an die Pasternak mit der Frage warum sic das wünsche, sic erwiderte: ״Weil er ja davonläuft.״ Darauf sagte der Zeuge: ״Ich laufe ja auch.״ Eine andere Person rief der Pasternak zu: ״Sic laufen ja auch, denn alle laufen 1“ Der Zeuge verlor dann sowohl die Pasternak wie auch Steiger aus den Augen. — Der Zeuge Norbert Eckstein gibt an, er sei bei der Verhaftung Steigers dabei gewesen und habe nur die Pasternak gesehen. Es ist ausgeschlossen, daß die Viktoria Ledl auch dabei war. Mit großer Aufmerksamkeit werden die Aussagen des Stanislaucr Advokaten Dr. David Jonas angchört, der gleichfalls bekundet, bei der Verhaftung Steigers, bd der er zugegen jvar, sei keine andere Frau gewesen, aj» die Pasternak. Die Aussagen der Ledl, daß sic Steiger an den Händen fest* gehalten habe, seien lächerlich. Steiger hätte sich ia so nicht legitimieren können, was tr durch Hervorholen von Dokumenten tat. Sowohl Eckstein als Dr. Jonas bekundeten, die Pasternak hätte bei der Verhaftung nur gesagt: ,Mir »chelnt, er war es** E»er Zeuge Ter leckt, ein Ukrainer, *agt aus, Werchola, der behauptet hatte, Steiger hätte ■nit Kommunisten, 80 auch mit dem Zeugen verkehrt, s e 1 c 1 n Rögner. Der Zeuge habe Steiger me im Leben gesehen. kommt zu einer Konfrontation zwischen Tcrlecki und werchola. Tcrlecki verbleibt bei seinen Behauptungen, ״ährend der frühere Polizeikonfident Werchola sich in nicht hir Sache gehörenden Redensarten ergeht u. a. behauptet, »uch Steiger sei ein Polizeikonfident gewesen. Der allgemeine u&druck ist der daß Werchola, ein Hauptzeuge der Anklage, ein nicht ernst zu nehmendes Individuum ist. — Es wjra hierauf die Schwester des .™geklagten Steiger, die 22jahngc. Studentin der Philosophie Nataiia Steiger, vernommen, Sic erklärt, ihr Bruder habe nie vor ihr Geheimnisse gehabt. Es sei ausgeschlossen, daß er je mit Kommunisten verkehrt oder kommunistische Gesinnungen bekundet hat Er sei stete ein nationaler Jude, ein Zionist, gewesen. Auch war er sehr religiös gesinnt. Verteidiger Dr. Landau beantragt die Ladung des Unter- Offiziers Re gen st reif, der bekunden soll, daß die auf dem Dachboden des Stcigcrschcn Hauses gefundenen Granaten!חי!׳ iVim Aart iiipdcnrfiprt worden sind, ' Die Behandlung der Minderheiten in Ulanen Von unserem Berichterstatter. —y. Kowno, den 20. November 1925. Die Vertreter der [üdisehen, deutschen und polni sehen Minorität im litauischen Sejm haben an den Kultusminister eine Interpellation gerichtet, in der folgende ungesetzliche Untcrdrückungsmaßnalmicn fcstgcstcllt werden: In den Schulen der nationalen Minderheiten beginnt man die litauische Sprache als Unterrichtssprache cinzuführcn. Die Kinder solcher Schulen, besonders die Schüler der unteren Klassen, verstehen diese Sprache nicht Außerdem werden in einer Anzahl Schulen die einer bcstimm'ca Minderheit angehörigen Lehrer vom Ministerium durch Litauer ersetzt, die nicht nur keine Kenntnis der Minderheit»- spräche oder der speziellen nationalen Untcrrichtsgcgcnstände besitzen, sondern selbst die Sprache, in der sie unterrichten müssen, nient beherrschen. Die Folgen davon sind: a) daß die Zahl der Schüler zurückgeht; 0) daß die Kinder sich ln Ihrer Muttersprache nicht nur nicht vervollkommnen, sondern selbst das verlieren, was sic zu Hause gelernt hattca; c) daß der Bildungsgrad nicht nur wegen der Einführung politischer Ziele in dio Schule, sondern auch wegen der physischen Unmöglichkeit, den Untcrrichtsgcgcnstand gleich auch ln fremder Sprache aufzunchmcn, herabgesetzt wird. Dies kann nur als sichere» Mittel zur Schwächung der angeborenen Fähigkeiten und Kinder aufgefaßt werden. Ferner haben die meisten Schulleiter bei der Aufnahme von Kindern in die Mindcrhcitcnschulen sich erlaubt: a) auf die von den Eitern abgegebenen Erklärungen bezüglich der Nationalität der Kinder nicht zu achten und die Kinder ohne Zustimmung der Eltern als Litauer zu bezeichnen und b) die auf diese Welse fabrizierten ״Litauer“ in die Listen der ־Mindcrhcitcnschulen cinzutragcn, was dem § 11 des Volksschulgcsetzcs widerspricht. Bezeichnend ist, daß das alles nicht nur bei den vom Staat und den Selbstverwaltungen unterhaltenen Schulen, sondern auch bei privaten Mindcrhcitcnschulen der Fall ist. — Ceneralversuaalong der Jüdischen Zeatralbaik Von unserem Berichterstatter. —y. Kowno, den 27. November 1925. In Anwesenheit von 300 Aktionären fand in Kowno am 23. November die außerordentliche Generalversammlung der Jüdischen Zentralbank Kowno statt, zu der auch ein Vertreter der Jüdischen Kolonialbank und des ״Foundafi™“ erschienen waren. Die Versammlung nahm einen sehr stürmischen Verlauf. Nach Verlesung des Rechenschaftsberichts begann die Diskussion, während welcher die Leitung heftig angegriffen wurde. Diese legte sodann ihre Vollmacht nieder, worauf eine vollständig neue Leitung aus hervorragenden Vertretern von Handel und Industrie gewählt wurde. Die Bank wird für 10— 14 Tage ihre Tätigkeit unterbrechen, während welcher Zeit das gesamte bisherige Personal entlassen und ein neues angeworben werden wird. Der Vertreter des Foundation verbleibt einige Zeit in Litauen zwecks Revision der Volksbanken. Er sowie der Vertreter der Jüdischen Kolonialbank erklärten, daß sic an der Zentralbank nur dann interessiert seien, wenn diese ihren bisherigen Charakter beibehält, um das jüdische Genossenschaftswesen auch weiter zu unterstutzen, d. h., wenn sic nicht in eine Commerzbank umgc* wandelt wird. ״er numeros ciaast» fg icgarn Das ungarische TcJ.-Korr.-Büro teilt mit: Mit Rücksid auf die bei der Volkcrbundsfagung in Genf zur Beratun gelangenden Fragen des Numerus clausus wird sic zu der Dezember-Tagung des Völkerbundes auch Kult״- und Untcrnchtsrmnistcr Graf KJcbelsbcrg nach Gei begeben. (Derselbe Graf ließ sich auch vor u־cni״en Woche 111 Berlin als Vertreter von Fortschritt und Kultur feiern Budapest, 27. November. (J.T. A.) Im Verlauf d< Debatte über den Kiiltusctat betonte der Abg. Dr. Szllagy (Demokrat), daß die Opposition, wenn sic die Abschaffun des Numerus clausus fordere, eigentlich nicht die Judci schaft verteidige, sondern für׳ ein nationales Interesse cii trete, da cs in der Tat der Nation zur Ehre gereiche wurde ihren Fchltr cinzuschcn und dieses unglückselige G1 setz aus der Welt zu schaffen. Vielleicht werde die Regrrun cs auf einen Druck von auswärts tun, den sie clgcntlic zurückzuweisen hätte. Durch die Aufrcchtcrhaltung dies! Gesetzes wird die Judenschaft in stetcrAufregun gehalten. * * »rao oe uivtni aoer jaden ״ London, 26. Nov• (J-T.A.) ״Daily Expreß״ veröffej lieht eine Erklärung des Generals Primo de River wonach ein Judc nlcht Bürger Spaniens wcrd< könne, cs sei denn, daß er zum katholischen Glaub übertrete. In Spanien leben Juden als Kaufleute und Banklc sie sind aber alle. Angehörige eines ausländischen Staat! (Pmno de Rivera ist ein würdiger Erbe Thomas von Tc quemada. Red.) Auonorme l&r tue Jnaen 11 EsIIand 25. November. (I. T. A.) Die Estnische Te üt, der f graphen-Agentur teilt mit, efer Innenminister habe <1 Ministerrat ein Gesetzprojekt betreffend die Gewähru kultureller Autonomie an die jüdische Mi der 11 eit in Estland vorgclegt, und zwar auf der glcic Grundlage wie die der deutschen Minderheit. Die Wasserversorgung Jerusalems Jerusalem, den 26. Nov. (J.T.A.) Wie dio Pal. TeDAgentur erfahrt, hat die britische Regierung sich an den Griechen Mavromatis, der von der früheren türkischen Regierung die bekannten Konzessionen erhalten hat, mit dem Ersuchen gewandt, eine Wasserversorgung der Stadt Jeru« salcm nach modernen Methoden in die Wege zu leiten. Nr.ßjl —־*J! •.זא 1 Zu Vc'• w' ז;31b 1!n:cr Die Konlercuz der Ktvaioih | Ara 6. November wurde in Beth alpha die Konfer I der Kwuzoth von Josef Baratz (Dagania) eröffnt. 'osoroff begrüßte 6ic ira Namen des Waad Poel ־iistadruth, Schkolnik im Namen des Merkas hachaklai r planrtri iin Namen der Kolonisationsabteilung der ExtkV- Es beteiligen sich an ihr ,150 Vertreter von 2600 QiawjH i:1׳ In den ersten Sitzungen gab Baratz eine Schilderung | Situation in der Kwuzahbcwcgung, Benzion sprach $ kenn11 die Aufgaben der Organisation der Kwuzoth und LlejjUJ 0ricnü! stein über die Institution dieser Organisation. In den •J L3^c 1 teren' Sitzungen referierte Elkind über den Niederst l der Kwuzahbcwcgung, über seine Gründe und*Politik-, die Wege zur Besserung. % (\t3tcr׳.:, Am 8. November wurde die Konferenz geschlossen, dem insbesondere über das Referat von Eikind eine C Diskussion geführt wurde. Die Arbeiterräte In Palästina fanden kürzlich, wie bereits gemeldet Wahlen zu den Arbeiter raten statt ׳ Die Ergebnisse waren: Jerusalem Jaffa Haifa Tiberias Afc;, Achduth haawodah 20 20 18 8 \ Ilapocl Hazair iusges. 5 5 6 S ■I - Poalc Zion 2 4 2 Eisenbahner — — 2 Gdud haawodah 2 1 1 — Sozialistischer Block — — — —! Liste der Kibuzim — — — — Verschied. Einzelnsten 111 — Bas jfidische Frledeasgertcbt 11 Ttl-Auiw Einem auf der Jahresversammlung der jüdischen Fried,; gcrlchtc von Tcl-Awlw und Umgegend erstatteten Ti ' kcjtsberichte entnehmen wir folgende Daten: Im laufe U Jahres 5685 wurden vor das Friedensgericht der Stadt Tel-AvS 69C, vor das Bczirksfricdcnsgcricht 92, insgesamt 7$$ Fi $ gebracht In der Mehrzahl dieser Fälle handelte cs sich •_| Klagen aus Forderungen bis zu 25 £, während die K'a^cn;* Forderungen über 25 £ nur 21,5 ",נ׳ der Fäl'c bildeten] I)׳J größte Teil der Fälle wurde durch Gericht! Beschluß entschieden, während nur ciii kleiner T׳^ durch Vergleich beendet werden konnte. Interessant ist a׳;$ der Prozentsatz der Einsprüche, die gegen die Entscheid™■: 1 der Ocrichtc erhoben wurden; von 318 Fällen, in «lenen tf Einspruch zulässig war, wurde mir in 54 Fällen Einsprrl erhoben, ln den meisten dieser Fälle wurde die Entsc!mtk־§ der ersten Instanz auch in der zweiten Instanz bestätigt. Eise neue Silikatlabrik bei Akko Wie der ״Doar Hajom“ meldet werden seitens e!־ angesehenen Unternehmers aus Polen in der Ebene zvkc'־ Haifa und Akko die Vorbereitungen zur Gründung ei־ Siiikatfnbrik getroffen. Das für die Fabrik gebrauchte Tem ist bereits gekauft, die notwendigen Maschinen bereits i־ portiert una die Ausführung des Baues hat bereits hcgonni■ Die Fabrik wird in der Nähe der neuen Stadt ״Zur Schalen, die von transsylvanischcn Juden an der Eisenbahnlinie Haifa Akko gebaut werden soll ..errichtet werden. (Ziko.) Paläslinrisisehe Apolheken io Trans]ordanlea Der Direktor der Gcsundhcifsabtcüung der transjordr sehen Regierung teilt mit, daß das transjordanischc Ci «er. heitsdepartement den palästinensischen Apothekern die E: laubnls gewähren will, in Transjordanien Apotheke• unter der Bedingung zu eröffnen, daß sied; nötige Qualifikation besitze^ die den Bestimmungen u־! Vorschriften des transjordamsehen Gcsundhcitsdepar'enr hierfür entspricht (Ziko.) Eine Fraumcmmmlcng 19 Tel-Awhv Am 10. und 11. November fand in Tel-Awiw eine Vc: Sammlung der Vereinigung palästinensischer Frauen f";׳| Frauenglclchbcrcchtlgung statt. Die Beri'| erstattcrln gab ihrer großen Befriedigung über das Ausfall ־| des Referendums betreffend das Frauenwahirccht zur A< efn־| Hanlwcharim Ausdruck. Ueber die Vorbereitungen der Wah'uf zur Assefath Hanlwcharim sprach Ada F is c h m a n n , £'•; einen detaillierten Arbeitsplan vorlegtc. (Ziko) ( Pressescliau Das ״Berliner Tageblatt“ veröffentlicht in sei:::' Abendausgabe vom 2S. November einen palästinensische Reisebrief von Dr. Adolf Schick, dem Direktor י:״ Berliner Messeamtes, über die ״Messe des nahe: Ostens״ in Tel-Awiw. Er schreibt dazu: ״Wenn ns: von Haifa durch die Ebene des Emck fährt glaubt man br. aller Würdigung der Slcdlungsschwierigkcitcn doch die E:• folgsausslchten der Aufbauarbeit unbedingt g ii ח s t i ־״ג ך sehen zu müssen. Die hoffnungsfreudige Stimmuti;: im Emck wird jedoch bei dem nach Jerusalem weiterrei enden Touristen bei der Fahrt durch das einer St ein wüste gleichende Gebirge mit Sicherheit von einer tiefer. Gcmülsdcprcsslon abgclöst, die auch dann nicht schwindet, wenn der landeskundige Führer tröstend auf die Mv;iichkt/. einer Wiederbelebung der eigenartigen, jetzt vö'Itg zerfallenen, terrassenförmigen Gartenaniagen des Gebirges hinweist. Die Stimmung schlägt jedoch 6of0rt wieder in das andere Extrem um, wenn über Jerusalem, an den Orangen plan tagen der Jaffa-Ebene vorüber, die nunmehr zirka 4׳K03 Ein־ wohncr zählende Stadt Tcl-Awlw erreicht wird, deren amerikanischen Aufbau- und Arbcit*rhythmus auch den pessimistisch Gewordenen mit Optimismus und Bewunderung erfüllt״ Der Verfasser gibt dann eine Schilderung der Mer.se, d:r verschiedenen ausgestellten Objekte, wobei er die starke Be־ fclligungdeutscher Firmen (gegenüber dem fast völ'iTW Fehlen eng’Ischer) hervorhebt Er schließt seine Darrtel'un? folgendermaßen: ״In propagandistischer Hinsicht hatte dag Unternehmen al* Ausstellung zweifellos Erfolg Ueber 50000 Besucher, darunter viele Fremde Svrfen, Mesopotamien und Aegypten, waren zu verzeichne!1׳ für ein Land, dag noch nicht eine Million Einwohner zählt, eine enorme Ziffer. In wirtschaftlicher Be־ Ziehung scheint daa Ergebnis für die Mcssebeschickcr fa ganzen genommen weniger befriedigend gewesen » «ein. Dazu trug die gegenwärtige Aufbaukrise ln Tel• Aw|w besonders bei, die durcs eine scharfe Einschränkung aller Kredite, insbesondere der Baudarlchen herb'igcführt, naturgemäß lähmend auch auf das Messegeschäft einwirken mußte. Schließlich aber — und das berührt die Zukunft des Unternehmens — darf nicht vergessen werden, daß Palästina heute kaum, mehr als 100000 Einwohner mit Kaufkraft zählt/ rnvci merk ßr»de ’ 7-usai: irr,me liebe: Lapit. Dorf punk aus׳vc p 01 ג relc ein• red <! send׳' 1 kau sein, Ikadc ge', Ul •M ‘ N'a:i< nie, die Und h c b n! a ן seit erwe 1■pclc Geü fo;d kn 'vere halb 8pck tlic wert -nd »ich jea zu vor, nick konj f u 5 Ver