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Jüdische Rundschau · 1936-03-13 · Heft 21 (13.3.1936) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 21 (13.3.1936)
Date
1936-03-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Literatnr■Blatt NR. 21, 13. MAERZ 1936 Ein talmudisdies Lexikon Denkmäler Palästinas Der erste, 1933 erschienene Teil der ״Denkmäler Pa- Bstinas“ von Professor Carl Watzinger (Verlag Hinrichs, Leipzig), der in der ״Jüdischen Rundschau“ vom 4. Januar 1935 besprochen wurde, gipfelte in der Darstellung der Königszeit. Der Salomonische Tempel und die Königsbürg von Samaria bildeten eine kulturelle Höchstleistung, die die vorangegangenen Epochen vorzubereiten schienen. Der zweite Teil behandelt die Zeit der assyrisch-babylonischpersischen Fremdherrschaft, die Regierungsjahre des Hcrodes, die römische Kaiserzeit und die byzantinische Zeit. Die Formengeschicbte Palästinas läßt seit der Zerstörung der Reiche Israel und Juda eine einheitliche Linie im Sinne eines eindeutigen Kulturzieles vermissen, trotzdem aber mehrere bedeutsame Höhepunkte der künstlerischen Entwichlung erkennen. Das Werk ist als ״Einführung in die Archäologie des Heiligen Landes“ gedacht, behandelt die jüdischcu und die christlichen Heiligen Stätten, darüber hinaus auch den heidnischen Tempel- und Profanbau. Es schließt mit dem Anbruch der islamischen Epoche. Unter den fesselnden Gedankengängen, die Watzingcr in seiner Darstellung verfolgt, ist auf den Problemkreis des Städtebaus hinzuweisen. Es läßt sich im antiken Palästina eine ostgriechische (milctischc) Tradition unterscheiden (z. B. in Dura, Satnaria, Marissa) und eine italisch-römische (Gcrasa). Die griechisehen Einflüsse werden sehr früh, bereits hinauf bis ins 7. Jahrhundert, aufgespürt, aus welcher Zeit rhodische Einfuhr nachgewiesen wird. Das 3. vorchristliche Jahrhundert erscheint als das entscheidende Jahrhundert der Hcllcnisieruitg Palästinas. Als ein für die Verschmelzung bodenständiger und hellenistischer, und zwar alcxandrinischer Bauformen charakteristisches Denkmal wird die Ruine Kasr el Abd in Transjordanien gewürdigt; hier war‘das Schloß des Hyrkanos, des Sohnes des Tobiaden Josef. Außerordentlich aufschlußreich sind die aufgedeckten Zusammenhänge zwischen den Grabdenkmälern im Kidronta), dem volkstümlich gewordenen Absalomgrah und dem sog. Zachariasgrab mit dem Qrabmonument, das Simon Makkabäus in Modein baute. Wir sind dem Verfasser für die Answer* tung der jüdischen literarischen Quellen ganz besonders dankbar. Die herodianischc Zeit erweist sich baugeschiclitlicti als eine Glanzzeit, die Kunst ist naturgemäß vollkommen hellenistisch. Als Gegenstück zum Salomonischen Tempel (s. Rekonstruktion im 1. Teil) wird der herodianische Temeibau behandelt und an Hand der Anlage des Tempelezirks und der literarischen Zeugnisse in der Mischna und bei Josephus rekonstruiert. Der Prozeß der ״Ucbcrtragung und der Verarbeitung der aicxandrinischcn Formenwelt zu einem national-jüdischen Stil“ vollzieht sich im Zuge der Freiheitskämpfe der Juden una findet seinen Ausdruck erst in der nachhcrodianischen Zeit. Watzingcr beschäftigt sich eingehend mit dem jüdischen kerbschnittartigen Rclicfdekor des ersten nachchristlichen Jahrhunderts, für den er nirgends Parallelen nachzuweisen vermag. Wie inmitten der griechisch-römischen Kultur, hinter der die Macht des römischen Imperiums stand, das Judentum Palästinas seine besondere Art immer bewußter zu betonen suchte, wird an Münzen gezeigt, die unter Merodes rein hellenistische Typen bieten, in der Zeit des ersten und zweiten Aufstandes aber bereits jüdische. Von entscheidender Bedeutung für die Kunstgeschichte Palästinas erweist sich jedoch erst die Begründung des jüdischen Lehrhauses, der Synagoge. Watzinger setzt das viel umstrittene Entstehen der Synagogen in die Zeit nach der Rückkehr aus dem Exil. Die im Talmud geschilderte große Synagoge in Alexandria, deren Bauanlage Gegenstand zahlreicher Deutungen gewesen ist, faßt der Verfasser als fünfschiffiß und zweistöckig auf. Cs muß jedoch der Ansicht Prof. Watzingers, die Juden hälfen die Synagoge als ״Stoa“ und nicht ais .,Basilika“ bezeichnet, entgegengehalten werden, daß, um bei der Schilderung der alcxandrinischen Synagoge zu bleiben, es im babylonischen Talmud heißt: ״Man sagt, sie war wie eine große Basilika gebaut, eine Stoa innerhalb einer Stoa.“ Die Bezeichnung ״Stoa“ war möglicherweise die gebräuchlichere. Bei der Würdigung der gaüläischen Synagogen, die der Verfasser 1916 in seinen ״Antiken Synagogen in Galiläa“ eingehend untersucht hat, fällt die neuere Deutung der Truhe auf dem Fries in Tel-Hum auf, die bereits als Heilige Lade aufgefaßt erscheint. Den palästi* nensischcn Synagogenbau der byzantinischen Zeit stellt Watzingcr in ein Abhängigkeitsverhältnis zur christlichen Basilika. Wie sich die Einflüsse jedoch gekreuzt haben müssen, zeigt der semitische Name des Künstlers Salamanos, der auf dem Mosaik der Apostelkirche in Madcba inschriftlieh bezeugt ist. Die Entstehung des christlichen Bilderkreises wird auf die jüdische Mosaikmalcrei und die noch ältere Freskenntalerei der Synagoge in Dura zurückgeführt; das Vorbild des christlichen Kirchenbaues in Palästina erblickt Watzingcr jedoch in der heidnischen profanen Basilika. Das reich illustrierte, nun vollständig vorliegende Werk wird für jeden, der die Ergebnisse der Ausgrabungen und Forschungen in Palästina in zusammenfassender Darstellung kennenlernen will, unentbehrlich sein. Rahel Wischnitzer-Bernstein Ein dfinisches PalastinabuA Der dänische Oberrabbiner Dr. M. Friediger, der *Ich im vorigen Jahre aut eine Studienreise nach Palästina begab, hat soeben im Berlingske Forlag, Kopenhagen, ein Buch unter dem Titel ״Landet, der genopbygges“ (Das Land, das wiedererbaut wird) veröffentlicht. Ins Äuge fallend ist das prachtvolle, reichhaltige Bildermaterial. Die begeisternde Schilderung des Landes stellt eine nicht immer leicht erzielbare Synthese zwischen dem biblischen und heutigen Palästina dar. Dessenungeachtet bekommt der Leser ein lebendiges Bild von den Resultaten der Kolonisationsarbeit. Der Verfasser begegnet im Lande Chaluzirn, die in Dänemark ausgebildet worden sind und nimmt Gelegenheit, von der Vorzüglichkeit ihrer Ausbildung zu sprechen. K. Das Philo-Lexlko«, Handbuch jüdischen Wissens, das hier gelegentlich seines ersten Erscheinens bereits ausführlich gewürdigt wurde, ist jetzt in einer verbesserten una vermehrten Neuauflage mit dem Datum von 1936 erschienen. Die Vorzüge dieses praktischen und handlichen Nachschlagcbuches sind schon bekannt. Es gibt in knannstcr Form die notwendigsten Daten zur Orientierung über jüdische Angelegenheiten. Die Neuauflage berücksichtigt auch schon die Nürnberger Gesetze und andere jüngste Ereignisse, Das Studium des Talmud ist auch nach dessen Schriftiicher Fixierung und trotz zahlreichen Kommentatoren eine Sache der mündlichen Belehrung geblieben. Die direkte persönliche Unterweisung ist der einzige gangbare Wog durch die logischen und sprachlichen Pfade des talmudischen Labyrinths. Der Selbstunterricht ist für den Anfänger selten mehr als ein intellektuelles Abenteuer. Auch der Raschi- Kommentar, der klassische Leitfaden durch das Gewirr, vor knapp einem Jahrtausend entstanden, setzt eine Technik des Verstehens und einen Umfang des Wissens voraus, die den Menschen von heute nicht mehr gegeben sind. Eine neue Kommcntierungsarbeit, die dem modernen Bildungscharaktcr entspricht, ist die unerläßliche Bedingung für eine Erneuerung des Talmudstudiums. Das Leistungstempo auf dem Gebiete der Talmudwissenschaft läßt allerdings nicht die Erfüllung dieser Aufgabe in absehbarer Zeit erwarten. Um so mehr ist an das Werk von Jacob Lev y zu erinnern, das, vor 00 Jahren erschienen, als die hervorragendste talmudwissenschaftliche Leistung des letzten Jahrhunderts gelten darf. Der Verfasser, 1819 als Sohn des Rabbiners Isaak Lew in Dobrzyca (Posen) geboren, widmete sich in seiner Jugend dem Talmudstudium. Er war ein Schüler des berühmten Rabbi Akiba Eger, von dem er auch die Rabbinatsautorisation erlangte, studierte dann Philosophie und semitische Philologie und promovierte 1845 in Halle. Der Weg eines Schülers R. Akiba Egers zum Hochschulstudium ist bemerkenswert. Nachdem er einige Jahre lang als Rabbiner in Rosenberg gewirkt hatte, übersiedelte er nach Breslau, wo er 1857 Rahhinatsassessor wurde. Seit 1864 fungierte er als Admovenl beim Breslauer Gerichtshof, dessen Aufgabe die Verwarnung der zum Judeneid (More judaico) zugelassenen Juden war. Er wirkte auch als Lehrer an der ״Mora Salomon Leipziger Stiftung“, vor allem aber lebte er seiner wissenschaftlichen Arbeit. Er starb 1892. 1867—1868 erschien sein zweibändiges ״C'.haldäiscbes Wörterbuch über die Targumim und einen großen Teil Jüdische Taschenbücher Die Brandussclie Verlagsbuchhandlung Berlin hat die gute Idee gehabt, eine Bücherreihe, schön ausgestattet, in handlichem Taschenformat hcrauszubringen. Zwei Bändchen dieser Reihe liegen uns vor. Das eine ist eine Einführung in die Liturgie des Freitagabend, bearbeitet von Joachim Prinz. Das Prinzip der Ausgabe liegt darin, nicht eine einfache Ueberset/ung der hebräischen Gebete zu geben, sondern die einzelnen Stücke aus ihrem Geist heraus und ihrem Wesen nach dem nicht hebräisch verstehenden Beter nahezubringen. Das beruht auf einer richtigen Ucberlcgnng, denn während im hebräisclien Gebet sozusagen die magische Kraft der Sprache mitwirkt, können die üblichen deutschen Uebersctzungcn nur selten das Wesentliche des Gebetes vermitteln. Prinz’ Erklärungen sind an den heutigen Menschen gerichtet, von dem leider angenommen werden muß, daß er nicht sehr viele jüdische Kenntnisse besitzt. Viele Juden, die in den letzten Jahren den Freitagabend wieder bei sich einführten, müssen erst allmählich den Sinn der Gebräuche, Segenssprüche und Gebete wieder lernen. Dazu ist das kleine Taschenbuchlein von Prinz ein vortreffliches Hilfsmittel. Das andere Bändchen derselben Reihe enthält H c r z 1 - Briefe, herausgegeben und eingeicitet von Manfred Georg, der schon vor einigen Jahren ein packendes Hcrzl- 1111m11111111111111111111!!1!11111n!!11111111111m11m111111n111m111M111111M!1M11111m11m111111111111111mi1m11111111Hn1111111111111m111111 Eine Uebersetzung des Emek-Liedes Ruhe herrscht Jetzt für den Müden, Arbeit schweigt, Rut und Befehl. Helle Nacht und Abendfrieden Ueber Emek Jesreel. Silbertau und Silbermond im Al Von Beih Alpha bis Nahalol. Klar klingt zauberhaft die Nacht, Stil) ruht Jesreel in Pracht. Schlate Emek, Heimat du neue, Wir halten Wa׳hf In Treue! Hören wir des Kornfelds Rausche Und der Herdenglodcen Klang. Glauben wir, Musik zu lauschen. Jesreels ureignem Sang. Sei gepriesen ste s und überall Von Beth Alpha bis Nahalol. Klar klingt zauberhaft die Nadit, Still ruht Jesreel in Pracht. Schlafe Emek, Heimat du neue. Wir halten Wacht in Treuei Schwarz Gilboas Berge ragen. Rasch ein Roh in Schalten flieht. Plötzlich fönt ein wehes Klagen, Fern aus Jesreels Gebiet• Fiel ein Schuh dort J8h mit schrillem Schall? In Beth Alpha T In Nahalal? — :: Klar kling! zauberhaft die Nacht, Still ruht Jesreel in Pracht. Schlafe Emek, Heimat du neue. Wir halten Wacht in Treuei (Aus dem Hebräischen überfragen von Rose Cohn, Basel.) Buch geschrieben hat. Die Briefe des vorliegenden Bändcliens reichen nur bis zum Jahre 1895, also zu jener Zeit, die Herzl ״aus der Atmosphäre eines von Kränkungen und Sentiments ständig beunruhigten Daseins hinführte an jenen Kreuzweg seiner Existenz, in der sich für ihn und das Judentum der große Umbruch ereignete“, wie Georg in der Einleitung sagt. Die einzelnen Abschnitte ״Der frühe Herzl“, ״Der Schriftsteller Herzl“, ״Die Judenfragc wird akut“ und ״Der Durchbruch“ führen uns in einer gedrängten Form mit geradezu atemberaubender Spannung an den entscheidenden Moment heran, wo Hcr/Is politische Laufbalm begann. Das Bändchen schließt vor Beginn dieser politischen Laufbahn, hat also nichts mit Politik, sondern nur mit Menschlichem zu tun. Um so tiefer rührt es an unser Herz. des rabbinischcti Schrifttums“. Das preußische Ministerium verlieh ihm daraufhin als Zeichen der Anerkennung den Titel eineköniglichen Professors. 187(1 -1889 veröffentlichte er das vierbändige ״N c u h e b r ä i s c 11 c und chaldäisehe W ö r t c r b u c 11 über die T a 1 m u d i m und Midraschim“, das gleich nach dem Erscheinen das größte Aufsehen in wissenschaftlichen Kreisen erregt hat. ״Es sei kaum im 1 aufc unseres Jahrhunderis auf lexikalischem Ge• biete ein Werk ans Licht getreten, welches an Umfang des bemcisterten Stoffes und Deckung eines wissenschaftlichen Bedürfnisses und Bedeutsamkeit des so wie bisher nie erschlossenen Sprachgebietes sieh mit Lcvys Neuhebräischem una Chaldäischein Wörterbuchc messen könnte“, schrieb det berühmte Delitzsch. Levy bietet nicht nur grammatikalische und etymofogische Wortcrklänuigcn, sondern auch Erläuterungen der wichtigsten Begriffe. Als Lexikon der talmudischen Termini und Begriffe kann dieses Werk als wirkliche Einführung in die Gedankenwelt des Talmud dienen, die dank der außerordentlichen Klarheit der Darstellung auch für Anfänger geeignet ist. Darüber hinaus stellt es durch den reichen Schatz an zitierten Stilbeispielen ein sehr gutes Nachschlagewerk für bilmndische Phraseologie dar. Anspielungen, Reminiszenzen und Kalamhurcn, deren Flcmente dem Sprachschatz des Talmud entnommen sind, sind seit Mendele eine beliebte Stilform der modernen hebräischen Literatur. Sie bleiben denen, die den originalen Sinn nicht kennen, völlig unverständlich. Das 1 ew-elic Wörterbuch kann auch in dieser Hinsicht große Dienste leisten. Es war ein überaus dankenswertes Unternehmen, dieses Werk neu heraus/ugeben. Der Benjamin Harz Verlag, der cs im Jahre 1921 unter der Redaktion von Lazarus (iohlschmidt in au- :x/ck lineter A!!s,1a!11,׳ug crecheinen ließ, hat deu Preis erheblich re du ziert. Fs sei den Studierenden und Interessierten aufs angelegentlichste empfohlen. Dr. Abraham H e s e h c I. 23 Psalmen als Sdiotken-Budi ln der Bücherei des Sehocken-Yerlags ist als Nr. 51 jetzt ein besonders schönes und empfehlenswertes Bändchen erschienen: '2S Psalmen in der Urschrift mit der Verdeutschung von Martin Bubcr. Das Bündchen trägt als Titel den Anfangsvers des an die Spitze gestellten l'salmes 130 ,,Aus Tiefen rutc ich dich“. Dieser Band schließt sieb den früheren zweisprachigen Ausgaben der Schoekeii-Biieherei würdig an. Beigegeben ist ein kurzes Vorwort, das die Grundsätze der Auswahl dieser 23 Stücke darlegt. Darin wird darauf hingewiesen, wie wenig innerhalb des Judentums das um religiöse Befreiung ringende Fin/el-leh von dem ״Vir“ der Gesamtheit unterschieden oder losgelöst werden kann. Die Psalmen-Ucbcrsetznng von Martin Buber, der die deutschen Stücke dieses Bandes entnommen sind, wurde in der ״Jiid. Rundschau“ kürzlich ausführlich besprochen. Durch die Gegenüberstellung des hebräischen und deutschen Textes gewinnt der Leser ein besonders anschauliches Bild von der Präzision, Eindringlichkeit und poetischen Schönheit dieser Uebersetzung. _ Bildermappe jüdischer Geschichte, ln Kulturdoknmenfcn aus drei Jahrtausenden. —Im Selbstverlag des Herausgebers Leopold Schwarz, Berlin-Zehlendorf. Diese ״Bildermappe Jüdischer Geschichte“ ist der Beginn einer außerordentlich wichtigen und jeder Förderung wc.'ai Publikationsiolge. Wie der Herausgeber einleitend bemerkt, ist cs eine Sammlung von Denkwürdigkeiten aller Art aus deutschen und ausländischen Museen und Bibliotheken. Die Blätter — aut je ein Blatt Reproduktion folgt ein Blatt mit Erläuterungen — beginnen mit der Wiedergabe von Denkmalern der ältesten jüdischen Geschichte. Blatt 1 zeigt ein Siegesdenkmal des Königs von Moab mul die Erläuterung bringt die Uebersetzung des Texte-, die ein Geschichtsbild aus dieser Zeit gibt. Das gleiche Blatt zeigt Judenköpfe aus der Zeit des Königs Salomo, reliefartig: eingerit/f auf der Mauer des Ammcmtempcls in Theben. Blatt 3 zeigt die Stiftshüfte und die ersten Kult gerät e: die Schaubrote, den sicßenarmfgen Leuchter, den Altar, und die Erläuterung stellt die ’ Situation des Volkes nach der Befreiung aus Aegypten dar. Noch einmal älteste Geschichte zeigen die Reliefs am Obelisken Salmanassars aus dem Pala-t in (ihnlach (Larissa) und ein Inschriftstcin aus dem Hof des Tempels in Jerusalem. Die meisten der übrigen Blätter bringen Kulturdenkmäler aus dem Mittelalter oder reichen bas zu den unmittelbarem Vorfahren der jüngsten jüdischen Geschichte. Ein Blatt mit Kubgeräteii aus der ehemaligen Kauffmannsehen Sammlung zeigt unter anderem eine schöne birnenförmige Psnmimbuchse, wie wir sie in der Kultgeräteaussicllung gesehen haben. Sehr schön ist die Wiedergabe einer Seite aus einer hebräischen Inkunabel vom Jahre 1491. Die Reproduktion des Gemäldes von einer jüdischen Hochzeit nacn einem Gemälde von Pietro Lotigiu zeigt den freien Lebensstil, den die italienischen Juden schon 1760 hatten. Die einzige nicht gelungene Wiedergabe ist die der Mosesstatue von Michelangelo. Der Gcsichisausdrnick des Kopies zeigt nicht den gewaltigen, zürnenden der erhabenen Mosegestalt, wie wir sie immer kennen, sondern einen aT>- wartend unwilligen, gedrückten Ausdruck. R. M. ״Das jüdische ABC“, ein Führer durch das jüdische Wissen, herausgegeben von Emil Bernhard Colt n, das von uns bereits bei seinem ersten Erscheinen gewürdigt wurde, liegt jetzt in einer Neuausgabe vor, der ein ausführliches Druckfehlerverzeichnis beigegeben ist. Mußte man bei der ersten Ausgabe bedauern, daß durch die übermäßigen Druckfehler häufig Entstellungen zustande kamen, die die Benützung erschwerten, so ist durch diese Berichtigungen jetzt der Hauptbeschwerdepunkt so gut es ging beseitigt. So wird dieses Rudi jetzt als Lehr- und Lesebuch nützliche Verwendung finden können. Dr. Ludwig Feuchtwangcr charakterisiert das Werk wie folgt: ״Es schöpft bei aller Knappheit seiner lexikalischen Haltung aus dem Vollen, wählt die Stichworte aus der Geschichte, aber auch aus der Fülle der zeitnahen Gestalten und Probleme so geschickt aus, daß man gebannt auch dann wciterliest, wenn man sich ursprünglich mir über einen Begriff durch Nachschlagen Klarheit verschaffen wollte. Die einzelnen kleinen Aufsätze sind so sachlich und dabei eindringlich geschrieben, daß man bald das Gefühl eines einfachen kargen Nachschlagcbuches verliert.“ (Verlag Ewiu Loewe, Berlin.) Jakob Knoller veröffentlicht im Kaskaden-Vcrlag, Ber*!in NW 87, einen ״Besuch im Prager Ghetto“. Es bändelt sich um einen kleinen Aufsatz, der in Form eines Reiseberichtes anekdotisches Material verwertet. In dern Buch befindet sieb die Wiedergabe einer schönen Radierung des Verfassers von der Altneuschul und dem jüdischen Rathaus.

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