Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 55 (9.7.1935)
- Date
- 1935-07-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU JODISC Nr. 55, 9. VII. 1935 Mark Twain zur Judenfrage Mark Twains hundertster Geburtstag wird dieses Jahr rn «er ganzen Welt mit besonderer Dankbarkeit gefeiert. Es gibt auch ein Kapitel ״Mark Twain und die Juden", das für beide ehrenvoll und beider würdig ist. Die Juden — so hat, als dies Kapitel entstand, Chesterton es glossiert . sind das wichtigste Volk der Erde, Mark Twain der witzigste Mensch, — also mußle, wenn soviel Witz zusammenstieß, etwas Todernstes hcrauskommen. Die Sache begann damit, daß ein Rechtsanwalt aus Philadclphia Mark Twain über seine Meinung zur Judenfrage interpellierte. Der Anwalt fragte deshalb, weil bis zu dieser Zeit (1893) in keiner der vielen Schriften Mark Twains auch nur ein Wort über, für oder gegen die Juden zu finden war und weil der Humorist vorher im jüdischen Viertel von New York vor einem ausschließlich jüdischen Publikum einen Vor• trag gehalten hatte, von dem ebenfalls kein Wort auf Mark Twains persönliche Einstellung schließen ließ. Ich hasse die Juden nicht, erklärte Mark Twain, weil mir die Eigenschaft, Menschen zu hassen, überhaupt abgellt. Mir genügt es schon zu wissen, daß ein Geschöpf auf zwei Beinen ein Mensch ist, — etwas Aergeres kann es ja nicht mehr geben! . Offenbar genügte diese private Erklärung dem Autor selbst nicht, es drängte ihn, zur Judenfrage allen Ernstes vor aller Ocffrntlichkeit Stellung zu nehmen, und er tat das im Rahmen der Schrift ״Iti Defense of Harriet Shelley“. Hier beginnt er mit einer Aufzahlung der Vorzüge der Juden und ihrer Verdienstc um die Weltkultur und kommt dann auf den Juden• hall zu sprechen, den er als eine keineswegs mir in christlichen Ländern verkommende Strömung behandelt: auch die Römer und Aegypter waren Judenfeinde gewesen. Ebensowenig sei der Judenhaß lediglich als eine religiöse oder rassische Erscheimmg zu erklären. Hier verweist Mark Twain auf die Feindschaft der V estamerikaner gegen die östlichen; die Bewohner der Oststaaten wurden, obwohl von gleicher Rasse und Religion wie die Westler, von diesen wegen ihrer Intelligcf!/ mul Durclitriebeiilieit gehaßt, und im Verhältnis zu den Juden seien ähnliche Motive unverkennbar. Der Antisemitismus werde nicht anfhören, solange es den Kampf ums tägliche Brot ״ein-, solange die Juden, in welchem Land auch immer, in der Minderheit sein wurden und solange man das. Argument, sie waren erst ״spater eingewanderte“, JiadHrnglidi hin/ugckomnicne Mitbewohner, anwenden könne. Schließlich wirlt Mark Twain noch einen Blick auf die reiche und schwere Entwicklung der Juden, auf ihren graudiosen Kampf für die Kultur. Dergleichen, schließt er, haben au<h andere Nationen versucht, die untergegangen sind. Die Juden leben! h. ״Philo-Bücherei” H. Sinshcimer, Rabbi, Golem und Kaiser. — L. Hirsch, Gesprach im Nebel. — Max Samter, Der Gast. (Philo-Bücherei 1—3. Philo-Verlag Berlin 1935.) Erscheinungsform jüdischer Bücher in den letzten Jahr- Zehnten: oder das Gesetz von der Duplizität der Fälle. Kaum hatten wir das heute noch recht brauchbare Jüdische Lexikon — da begann die Encyclopaedia Jndaica mit ihren stattlichen Bänden zu erscheinen, deren unglückliche Subskribenten in aller Welt heute noch auf Fortführung und Schluß hoffen und harren. Kaum hatte in den Zeiten des Weltkrieges der ״Jude'‘, den Martin Buber herausgab, sich den Platz eines ״ernst zu nehmenden und glaubwürdigen Sprachrohrs der deutschen Judenheit“ errungen — als eine neue Zeitschritt, die ״Neuen Jüdischen Monatshefte“, an denen damals kein Geringerer als Hermann Cohen mitarbeitete, sich anschickte, ihm diesen Platz streitig zu machen. — Aber: ,,Neben einer Netten Rundschau ist auch noch Platz für die Sikkleutscheu Monatshefte“ schrieb Franz Rosenz.weig damals an seine Eltern (R. F. Briefe S. 125). Und so wollen wir auch die Neue Philo-Bücherei erwartungsvoll begrüßen, deren erste schmucke Bändchen sich soeben neben die uns allen schon vertraute und heb gewordene Schocken-Biichcrei stellen. Diese neuen ״Süddeutschen Monatshefte“ haben, so scheint es, ihren eigenen Ton. Während die Schocken-Bände alte und neue Schätze aus itinerjtidischem Bezirk einer aufhorchenden Menge zugänglich machen — neben des Propheten ״Tröstung Israels“ klingen Wolfskelils neue Lieder —, erscheinen hier drei Szenen aus dem Oreii/gebiet geistiger Berührung von jüdischer Art und fremdem Menschentum. Berührungen, die zu fruchtbaren Begegnungen werden können. So zeichnet Sinshcimer in seiner raschen, farbigen Art die Bcgcgnung /wischen dem Holten Rabbi Löw von Prag und dem Kaiser Rudolf, der den Schöpfer des geheimnisvollen Golem On.M ein nahm Pia!/.. Er kam auf Kelilingers Worle zurück und h ii'ilcrhi 11 le : ..5501:1111' steht die 55011?“ Du״ Beklt'mmunc ״ ייIlle von lledda nielil weichen. Wie kam 0mir. dal:55 ,׳'orle. die de an 55 eher ab Krage geriolilel hälfe, ihr wegeenommen wurden'? Es war, als ob eine ferne, fremde Hand sie :m•• ilirmi Herzen risse und sie antleroti zuseböhe mii der 55 ■ ■in.•: Antworte du! Sie saß da und flüsterte: .,Ja. woran( •teilt die 55eit?“ ,,t nsere 55 ei-en haben just diese Krage gestellt, w örtlich SO gestellt. 1 nd Schimon, der (!ererbte, hat darauf gcanlwortot, mit drei 55 orten geantwortet, und es konnte nicht klarer sein. Auf der Lehre, auf dem Dienst und auf dem W'oldlun. (iotteslrlire ist die Hingabe an die Erkenntnis, (inttesilienst ist die Hingabe an den Schöpfer, und 55(1111(1111 ist die Hingälte an die Menschen,;in die Menschen ohne Wahl, ohne Grenze. Es ist das leuchtende Mal zu unseren Iläuploti, es ist der brennende I)ortibu.sch unserer Seele.“ Dr. Ornslein hatte die rechte Hand erhöhet» und die Spit/.e seines Zeigefingers an den Daumen gelegt. Er bewegte die Hand im Takt seines Sprechens lind unterslrirh so die 55'urle. ..lind Zion“, rief Fehlinger, ״und Zion?“ ״Zion muß in allem sein, lieber Doktor. Zion ist ein Klang, der nicht ans unserem Herzen weicht. Alter das Fundament, das Fundament der Welt, das Fundament für den jüdischen Menschen — auf drei Dingen sieht die Welt in aller Ewigkeit.“ Fehlinger konnte es nicht bei diesen Worten Massen. Kr war wieder aufgeslanden. Er ging durch das Zimmer. ,,Ich will nicht über Ewigkeiten .«Leiten“, sagte er schließlich. ״Ich spreche von einer Ernetiornng in uns. Diese Erneuerung ist eine Kraft. Lud diese Kraft, ruft und wirkt und schafft und offenbart sich in einem Wort: Palästina.“ 19. KAPITEL Während der letzten Monate im Pensionat hatte sich lledda in ein merkwürdiges Empfinden gleiten lassen. Es war wie ein Schwebezustand, wie ein Traum: Dr. Ornsteins Worte waren w ie eine ,Abgrenzung gegen alles Frühere, die Rücksprachen mit den Schwestern hatten vorsöhnende, ausgleichende Klänge, — es war Hedda, als ob ein Kind gewiegt würde und erlösende Ruhe fände. Sie hatte sich Aus dem Reich Von unseren Berichterstattern r Berncastel-Cues. Lehrer und Kantor Hugo Fried mann kann am 13. Juli!ein 40jähnges Ambjubilätim feiern, davon amtiert er über 26 Jahre in der hiesigen Gemeinde. Beuthen (Oberschles.), Am 13. Juni hielt I)r. Hans Prinz au? Bre-Iau im Saale des ״tlainbnrger Hofes'‘ bei einer Veranstaltung der Zionisthrhen Omgrupjx: «•in Referat: ״Paiii-titm irn Rahmen der rngli-chcn < )rientpoli! ik“. -- Am 19. Juni hielt der 5'or.sitzende der Zioiii-iisclien Ori.grup|X* Arnold 5V j e 11 e r im ülx־riülhen Saale der Manireh-I .oge einen 5'«>r! rag über: ״Ko:/. I ■1,el, das ],and unserer Väter, «las Land unscreT Zukunft“. Hildesheim. Luter stärkster Anteilnahme der Geincindemn glieder und der /.um I .andrahhinal •tx*־/irk gehörenden Proviiizgenieiiiden fand eine Feierstunde anläßlich des Abschiedes von Landrabbiner Pr. Le- «ink y statt, der nach fast 43jährigcm 5Virken in den Ruhestand tritt. Die TVs!ansprae!1c hielt Rabbiner Dr. Italiener, Hamburg. Mannheim. Das Jüdische Lehrhaus zeigt eine außerordentlich lehrreiche Ausstellung, in welcher «h-r Entwicklungsgang des jüdischen H(1ch<׳s an Hand wertvoller Drucke «largelegt wird. So ist z. B, zu sehen: eine Mischnah Thota, gedruckt in Venedig im Jahre 1550, eine Haggadah, gedruckt in Mantua im Jahre 1560, eine liilxtl mit .sogenannten ״hohlen Huehstal>e11“, gedruckt in Hamburg jm Jahre 1587, alles in wunderbarem Druck. Neben diesen ehrwürdigen Zeitgen jüdischer 55'isst 11s«־haft. wir«! in Proben die jüdische Literatur des 19. Jalulnmdorts von der ,,Reform“ bis zur modernen Palä.stina-I.inratnr gezeigt. l)r. O. S. Meiningen. Heinrich Freudenlrerger, Berlin, führte am 2. Juli in der hie-igen Synagoge einen Paliisimjiilm ״Eine Reise durch das jüdische Palästina“ vor. kennenleriien wollte. Ein Bild aus dem Prager Teppichgemache bleibt im Leser haften: wie der Kaiser vom Bruder Magier verlangt, er solle ihn das Goldmachen lehren und der Rabbi mit einer kindlich großartigen Wendung das Gold des Sohar in seinem symbolischen Licht erstrahlen läßt. Ein wenig allzu rasch scheint uns dies Bild hingeworfen zu sein; so heißt die verschüchterte Frau des Hohen Rabbi Löw, der in dieser Geschichte mehr dem chassidischen Rabbi Nachmatt von Brazlaw ähnelt, einmal Perl und einmal Schmelke, und auch im Satzbau ließen sich ähnliche Vergeßlichkeiten nachweisen. Aber das Bild, das Sinshcimer entwerfen wollte, lebt — und dafür wollen wir ihm dankbar sein. — Ein wenig anspruchsvoller und gewichtiger tritt Leo Hirsch auf, der im zweiten der Bändchen ״Gespräch im Nebel“ den Besuch Leibniz’ bei Spinoza darzustellen versucht. AVenn Sinshcimer Bild neben Bild stellt, den Kaiser im brokatnen Mantel neben den unscheinbaren alten Rabbi mit den hellen Augen, so tritt hier Gedanke neben Gedanke. Und es spricht für Leo Hirschs Kunst der Gedankendarstclhing, daß wir hinter den Gedanken die Menschen sehen, die sie einst erlebten und erlitten: den Brillenschleifer, seinen unglücklichen, stolzen Freund Jan de Witt — hier wird der Gedanke zur Tat — und den jungen ehrgeizigen Hofmann Leibniz selbst, der ״ein und ein halbes Jahrhundert später Licht aus Spinozas reiner Flamme aus der Masse seiner Gedanken aufleuchten läßt“. Und dennoch: Gespräch im Nebel: Nicht nur weil die matte Novembersonne sich hinter den Häusern verkrochen hat, sondern... weil die Gestalt des Besuchers, des jungen Leibniz, im Nebel bleibt — wie denn auch der letzte Satz Leibniz? Stellung zu dem selbstgenügsamen Juden absichtlich im Dunkel läßt. S0e6e*t uscld&t: DR. MICHAEL TRAUB Durch Planung zur Verwirklichung Aufgaben u.Probleme d.XIX.Zionistenkongresees Pr•!• nur 25 Rpf. Verlag ״Jüdische Rundschau״ G.m.h.H. Berlin W15, Mainakastraßa 10 / J 1 (Bismarck) 7165 Postscheckkonto: Berlin 16708 daran gewöhnt, die religiösem Formen z,11 üben: anfangs z.ögernd, dann willig, zuletzt wurde es ein demütiges Zeugnis. Es war nicht der brennende Dornbusch, von dem Dr. Ornstein gesprochen balle, es war der llhvtlunus im Zeitenlauf, es wurde ein Ausgleich in der AA irrnis der Tag(‘. Die Schwestern waren abgereist, .,5Air werden uns nicht trennen“, halte Meta gesagt. ,,55 ir finden uns in unserem Bekenntnis, und wir werden uns wiederfinden im Lehen.“ Die letzten Wochen hatte lledda Lina Feinthal als Zimmergenossin. Lina sagte: .,Ich mache es wie du, lledda. Solange ich hier hin, mache ich den Schwindel mit.“ lledda verbat sich solche AA'orte. Aber Lina lachte. Der Abschied wurde lledda nicht so leicht, wie sie gedacht, hatte. Frau l.öwenhcrg sagte, man müßte sieh hewähren, womit lledda nichts an/.u fangen wußte, und Dr. Ornstein hatte sich in einer Längeren Aussprache verabschiedet, von Gott, der nicht irgendwo in der Ferne schwebe, von A'erkündong und Forderung gesprochen, worin unsere Verbundenheit mit Ihm, Erfüllung und Hingabe liege, und geschlossen: ״lledda, bei Ihnen sind alle Tore geöffnet. Sei es zum Segen!“ Diese AA'orte glaubte Hedda noch zu hören, als sic im Zuge saß, der sic heimwärts trug. Würde es zum Segen sein? Sie dachte an ihr Elternhaus, sie dachte an Weiter. Sie hallo ihm geschrieben, daß sie bald käme. Würde er zufällig an der Balm sein. (Hier würde sie ihm zufällig auf einer Straße begegnen? Wie würde sich alles gestalten? Was würde sie beginnen? Es war, als oh alle Fragen sich zu einem Knäuel verhechrllen, darin Ileddas Herz gefangen saß. Auf dem Bahnsteig stand Berllü'hcn, hinter ihr Lotte mit Fräulein Müller, und ganz zuletzt kam Koberl, der nur eine Hand frei hatte, denn mit der anderen mußte er einen Biß in der Hose zuhnllen, der! er bei einem entscheidenden Kampf soelven davongelragen batte. Man war erstaunt über mancherlei Veränderungen, lledda sah aus wie eine Dame, lütte war groß geworden, trug das Haar nun in Flechten, die halb au {gesteckt waren, Robert war hochaufgeschossen, und die Mutter, ja, die Mutier hatte etwas eingeschnittene Züge. War es früher so gewesen? Fiel es Hedda jetzt erst auf? Sie wurde nachdenklich. Fräulein Müller schien unverändert. Durch die Brillengläser lachte sie Hedda glücklich an. Oberhausen. Anitsgericlitsrat May (Köln) sprach in der Zionistischen Ur1.gn1(1|K.• über: ״Palästina i!״ Spiegel der Weltpolilik“. Den Chag ]wri leitet Lehrer AVeiiSmaim (Essen). Trier. In den letzten Tagen werde mit Hilfe von Hans Seidenberg in dm Ortsgruppen Trier, Bernkastei und Wiulich die Keren- Kajenicfh-Aibeit erlotgreich organisiert. Herr Seidcnberg sprach u. a. am 26. Juni im stark besetzten Saal der Mosel-Loge vor der Zion. Ortsgruppe Trier und ihren (;ästen über das Thema ״Zionismus als \5’eltanscl1auung hier und in Palästina“. Ankündigungen Jüdischer Kulturbund Rhein-Ruhr. Klcinkunstabcnd: Ansage: Alfons 1־ ink; Mit wirkende: Camilla Spira, Halshoff, Brill, Fink, Jax: am Flügel: llerrmann Ludwig. Wuppertal: 14. u. 15. Juli, 20.30 Uhr, Frauenkluh. Krt*u־ld: 16. Juli, 20.30 Uhr. Gcmcmdchati» Liebtrauen• Konzert: <Lsy Renardv, der 14jährige Violinvirtuose; Alexander Cha• «11, Klavier, Recklinghausen: 14. Juli, 20.30 I hr, Jüd. Gemeinde• liaiis. Köln: 15. und 16. Juli, 20.15 Uhr, Rheinland-Loge. — München: Am MitUvouh, 10. Juli, 20.30 Uhr, im Muscumssaal, Feier zmn Todestag Theodor llerzls. Ansprache: Rabbiner L>r. Joachim Prinz, Berlin. Familien ־ Nachrichten Frau Martha Beer, geh. Oppcl, Kolberg, Luisenstr. 18, begeht •nt 11. Juli den 70. Geburtstag. Herr Pinehas Josef Friedler, Magdeburg, Griincarmstr. 17, begeht am 9. Juli den 70. Geburtstag. Das dritte Bändchen der Philo-Reihe bringt dagegen keine halb historische und halb erträumte Begegnung, sondern eine ganz und gar erträumte Geschichte: ״Der Gast“ von Max Samter. Das Problem, das uns alle heute beschäftigt, ist selten mit gleich gehändigter Kraft und Zurückhaltung dargestellt worden. Ich stehe nicht an zu erklären, daß mir dieser Band als der verheißungsvollste der Reihe erscheint. —hs— Jüdische Bräuche A. E. Hirschowitz, Ozar kol-minhage Jeschurun. 4. Auflage, Lemberg 1930, Dav. Frankel, Wien, Taborstr. 21a. Mit dem Wachsen des Interesses an jüdischem Folklore geht Hand in Hand eine Vertiefung des Studiums der jüdischcn Bräuche. Der Wert der vorliegenden Sammlung besieht vor allem darin, daß die jüdisch-literarischen Quellen vieler Bräuche nachgewiesen werden. Der Verfasser beschränkt sich nicht aut das Gebiet des Ritus. Er zieht auch Branche heran, die nicht ausschließlich jüdisch, manche, die sicherlich vielen Lesern bisher unbekannt geblichen sind, manche, deren Unstatthaftigkeit für jüdische Kreise erwiesen wird, so das ״in den April schicken“, das Hufeisen auf der Schwelle u. a. m. Besonders beachtensw ert sind Einzelheiten über die ״Kindbettzettel“, das Verteilen von Lebkuchen in den zehn Bußtagen u. a. Da der Verfasser nicht mir die hebräische Literatur über seinen Gegenstand beherrscht, sondern auf Grund darüber liinausgehender Lektüre sich über manche Punkte ein eigenes Urteil gebildet hat, bedeutet das gut ausgestattete Buch eine Bereicherung unseres Wissens auf einem nicht unwichtige» Gebiet der jüdischen Forschung. Dr. Max Grunwald Zur gefl. Beachtung! Unsere Abteilung ״Reisedienst“ erteilt Auskünfte nuf ohne jedes Obligo und ausschließlich schriftlich gegen Rückporto. Wir bitten also von Besuchen und Anrufen — da zwecklos — abzusehen. Jüdische Rundschau Der Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser E. V. hat wiederum ein Heft herausgegeben, in dem die ihm angeschlossenen Unternehmungen aufgeführt sind. Ferien in Arosa. Das Hotel ״Metropol“ (Inhaber B. Levin), verlügt 111*1־ eine große Fiurht heller, mit allem kaniiort ausgestätteter?.immer mit 60 Belten und über eine ausgezeichnete, streng rituelle Küche. Das Hotel Ik.linde( sieh direkt am See und bietet von den Kalkoneti und .sonnigen Liegehallen aus die schönste Aussicht. , Um A/beit ixeferat 'dritte I ihre Ai von T< Kleid rin er S Umriß allein i in der 140 Be< Juden i teien fi einzelne daß hi hygieni« schaffer De! Schönh! Werden großzüt stand. 1 Hinsich: alle Pe 33 Exte eng ge richtunj bestätig das Bes barten; R y k e! Gemein Führunj Abs Die sofort : die noc terial! bis Fre sämtlich Jeder, schwert unnötig! Ber Das TI nats Jt ' essant. bachs i über < Dichte ration bachs konver Hier 1 lehrerist Tr; ist Ai der H verstec vollem , befand ist eit i dort zi Brosch! d e u t: im Ge ment. Ideen samte hach v Der Vater halle kommen wollen, alter im letzten Angen- Dl Ick w urde es unmöglich. Alan zog fröhlich durch die, Stadt, dem Geschäft zu, um ihn abzidiolon. Plölzlich blieb Hedda stehen und zog so rasch den Atem ein, daß es wie ein Seufzen klang. Es war keine Halluzination, sie sah Weiter kaum zwanzig Schrill, vor sich. Aber er war nicht allein. Er kam mit Ellen Crailinger aus einem Geschäft und trug mehrere Pakete. Ellen war ganz, in Schwarz gekleidet und fiel durch ihre Blässe auf. Weiler sah lledda nicht. Er sprach lebhaft auf Ellen ein, und bald bogen sie in eine Nebenstraße ab. Berthehen folgte Ileddas Blicken. ״Ja. ja“, sagte sie, ״es ist Iraurig.“ lledda fragte nicht weiter, Berllichen sagte nichts weiter. Man kam ins Geschäft. Der Valor hüpfte fast vor Freude, lledda war blaß und ruhig, aber die Erregung war so allgemein, daß es keinem auffiel. Zu Hause wurde Hedda zunächst in ein Zimmer geführt Der A'ater verlangte vomigehen. ,.Dies ist das lleddazimmer“, sagte er und betonte jedes Wort, lledda sah sieh tun, es war ein WOhn- und Schlafzimmer in einem. Die .Möbel glänzten in weißem Schleiflack. Es war schön, praktisch, sauber. ״Das ist mein Zimmer? Alles dies gehört mir?“ flessinger zwinkerte Berllichen zu. ״Ja, vorläufig. Später wird es das Lotte- *immer.“ Bessinger wandte sich befriedigt an Berthehen: ״Nun, was hab ich gesagt? Brauchten wir das teurere zu nehmen?“ Berllichen winkle ärgerlich mit der Hand. Hedda war es nicht leirlil, sich wieder einzuordnen. Sie erfuhr manches, was sie berührte. Herr Crailinger war vor zwei Wochen plötzlich gestorben und verbrannt worden, ja, die Totenfeier Halte im Krematorium stallgefunden. Es war eine aufsehenerregende Feier gewesen und die Beisetzung der Urne war darin in aller Stille auf dem jüdischen Friedhof erfolgt. Madelaine erzählte es ausführlich, auch daß AA'elter Ellen Crailinger sehr zur Seile stände. Dr. Fehlinger hatte unerwartet eine Anstellung in Berlin erhalten. Dann war da der Vorfall mit Herrn Julien. Herr Julien hielt auf Zeiteinteilung. Eines!Morgens halte Madelaine ihn nicht in der Ecke gefunden, in der er sein Gebet zu verrichten pflegte. Als man in sein Zimmer ging, lag er im Bett und konnte nicht sprechen. Herr Julien erholte sich rasch. Dr. Fromm hatte aber genaue Lebensführung angeordnet. ״Sie sind noch iung, Herr Julien, 55 Jahre sind kein Alter.“ (Fortsetzung folgt) asper vorat er v( lesun in se Er u in B tum A ntis tat r ein e A der eit Harv j gäbe arbeit, gebrac schöne des b 1 dem : Oeschi graphi. Au I ergänz Neuer von L 15Vi«ne 1 Ausfül Isr; 1 versami | dienstv< | Vorsitz« breitest I UlillltlllllllHIl MiiiHimimui