Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 54 (5.7.1935)
- Date
- 1935-07-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seit• 4 JÜDISCHE *UNDSCHAÜ Nr. 54, 5. VH. 1935 Gegen jüdische Aerzte In Hannover fand eine Gautagung des NS. Acrzte-Bundes statt, hei der u. a. der Beauftragte des Reichsärztefiihrers für die kassenär/tliche Vereinigung Deutschlands Dr. Brote, Berlin, .sprach. Fr wies nach dem Bericht des ״Völkischen Beobachters״, Berlin, vom 2, Juli darauf hin, ״daß /war bis heute die völlige Bereinigung des Aerztcstandes vor allem von jüdischen Elementen noch nicht restlos durcligefuhrt sei, dal! es aber gelingen müsse, durch Einwirkung auf den deutsehen Volksgenossen direkt, d e n j ü d i s c h e ח Arzt p r a ki i s c 11 au s der deutschen Gesundheitspflege a u s 7.11 s c halt e n." * (in ״Deutschen Aer/teblatt‘‘ vom 29. Juni gibt Dr. Karl Ludwig Lee 11 ler einen Bericht über einen Kursus, der in Alt-Rehse abgehalten wurde. Der Verfasser schreibt u. a.: .,H.1 wir aber nun 0itm1.il Mens! lien sind, gibt es vom hoch-;mcj!־o:ga ne־! M'lb ח..!!! :־׳ lieber der M■ mehlten hi-־ aim g׳׳r issenen;i׳ci!1]־!!־ c■־!־ r ,Je i!'-01 eiIigecC* 11 H'huupler alle Uidx’r^ange. l>aß uro r .!,־־ 0־0 ־1 ־ K.סי!־־e «■ im־1!־ ■-־k r■- vteie Juden um 1, dadijrhr nienumirn nun׳־־!־!;, hm :!!־■ l<tc־׳!nunenh.1nge /wischen B!u! und SecinoMci -e k־'. '־01 .־ 1» Die Zeitschrift ״Viilksgesumllu'its-Wacht", lieft 12, 1935 vcr<>!'fe• 11 0!1 זht ״ne Rede /um Thema ״Ar/t und Volk“, die Julius Streicher am 25. Mai in Nürnberg gehalten hat. Er sagte u. a. folgendes: ״W ir wi>v.’n, cs 14ihf jüdische Aer/te, die früher, solange sie an den Krankenkassen /ugela^n waren, monatlich viel verdient haben und heute noch mehr verdienen. Warum? Weil wir so verkommen sind, so krank sind, dati wir uns nicht m.harnen, heute noch 211m Juden zu ״eben״ Wer ha! ak erster in Deutschland seine Stimme erhol>en: fleht nicht zu jüdischen Aerzten! Nicht die Partei, nicht die Bewegung, .sondern ich! Damit habe ich bewiesen, dalS ich nicht gegen die Aerzte bin!** In der gleichen Zeitschrift schreibt Dr. Dr. Arnulf St reck über ״Nationakomlistische Evolution und Arzttum“. Es heißt in diesem Aufsatz u. a.: ״kud im lk׳omlv!c!t war dio lür das deutsche Volk so bedeu־ lung-voile Krage der Keihvi ha!! 1111!׳ des Blute י vor Yer>1’11<־}mng mit judhehein BIul für viele <icut$rhe Aerzte ein ,,Kühr-mieli-nieht-an‘־. Im gleichen Augenblick, wo mo für ihre reinrassige Jagtlbüiidin sieh einen der »j;U ud 101־1־ K<1vse an^ehorenden, mit hüchv, <.1!׳ ig׳׳n1 Stanimbatirn v׳.! -ehriioi Rüden von weit her kommen lieben, nahmen sie für >ich Nillts! ־ au> I1is1i:1k110‘'i<rkt׳iL oder aus materieller Xwcrkrnäljig׳- kei! oder au-, IxMtk'ii?iisammni - die narhstix'ste Jüdin zur Krau. Bei ihrer 1 lumlczueiif halten .-ie Yemiandnk lür die Bedeutung der Ru-M־H־mheü;!11! iür<־n eigenen Stammbaum und Nachwuchs war o ihnen gleichgültig un<l nelxm^idilieh, dal» sie gegen das gott« gcwolitc Naturge-eiz 11er Vererbung und RasM'reiiiheit verstießen.*‘ Charaktere der Völker 111 1 leiiugMlorf fand eine Tagung pouumrsefier Er/Icher stuft, hei der All reit R o s e 11 b e r g sprach. Lr sagte nachdem Bericht de» ״Völkischen Beobachter»" vom 2, Juli u. a. folge nde»: ,.M׳■־■ b 1-i. nur < in־־•' '׳'eile im י!!ן h»!!ח־»ו Talmu<! an/u- .״ b!!, c, < c ■ <•!,׳!־>. du m den Kiieg zh'Ii•»!, dann ziehe <c; '־: '> .׳.׳־־ ' d-, ■; ״;־.־ .'• d״-;!! י-;י-.ח;״׳ ׳-.׳. |)fCM-f rin«. 1 5 n..;• ■ .•r׳e: . v; \. d! 1 d< m h■ Ha״.« iimr. Ui km de! llaiid־ ־.'S.; um:.;;;■■״;■ k ׳. c ,!!1 '1 1 \ (׳. t g 1 jtid 1 h? :׳ ׳! * m;,s ha! I »-!<1;'e. \\ ,: k; h /wr: ->> .״!,;! -mdjt.-m/iL l"im!,iklm• ver- ,׳-’''■'י:., J •cd •c d a.;׳. Lu,',»׳':! kk.mnn bim, tim: bruU beginne Das jüdische, besonders biblische Schrifttum ist reich 2m Stellen, <111• von kriegerischem und heroischem Geist ihrer Verfasser Zeugnis ablege״, und die jüdische Ge- .schichte seihst ist reich an Dokumenten des Heldentums -sowohl in ihrer klassischen Periode wie auch in den Zeiten der Zerstreuung und der Verfolgungen. Daß Unterschiede /wischen den V o I k s c 11 a r a k t e r e n dennoch bestehen, ist gewiß. Ls scheint uns jedoch, daß ihre Formulierung außerordentlich schwer ist, und daß sie weniger im Inhaltlieh en, d. 11. im Wesen des Menschen zu suchen sind als im Formalen, nämlich in der Art und Weise, wie bestimmte Eigenschaften, Gefühle, Erlebnisse usw. sich iin Menschen |forrjen und damit auch seinen Charakter prägen. I Anprangerung Die ,,Preußische Zeitung‘‘, Königsberg i. Pr., vom 30. Juni meldet; .J b 'tern ln d! n 1וו״!וח A km׳ k!< mden »ah nun einen originellen kfiizu-j iu .[11 .׳ v;.G.'n!t von K<-n!״-Urg. Vt!n zwei Sehen ilankiert, iiaic ׳. m i 1 i•! . r I!,׳! i! ן ח u n g 1 i n g «inf*'11 du׳ Sunüen geführt. th r kjt l1:.!,. :י;■!, י dt־!$! :׳■. ■! tmg. d.i» i<)ljj־!Klc 111>׳hfil! trug: h Uh d r US•. r Di Kein/ mi! d«• tif-rlu; 1 Mädchen v..•־ . 'd ■ ־!:!. ־ -h im 1 :.11 י!!;1 ׳;׳ / וו'!!•!!.;■■׳ ihm Kmpnrung ■. \<• •!;׳. s ,. . d.c.:! <k־r A f: •״d•; *!ric in d׳׳r!!,14- 1 ׳; ,; ׳׳. ׳ י ■ •" ׳1 ׳.,׳:׳־j . . 1 J 1;,1 | 1ן־-;ןן־> 11; ן,! u Inr zu l)erh׳!׳-rt. '־•׳•־ e! w■׳. < i;; <־;'■׳;׳ .;. \,.;K h< nnd eriucit :: 1 ׳■!:סי״';,!.!ן •י! ׳.■,׳׳, ih;;fc. ha» f v!»!. 1 .d Ikomman'lo '■׳׳*. <i. l . ־ ui :m!-d.i :!. i |n!h 11!!!■ d י wird die ,‘.«י־ ־■ : i - ■'־׳ : 'd;■ r.c /.;r \\ ,4׳.:;.,!1.י cii-!u11־. d!.׳u! -che '!־׳־!■. <c: ir m .. 1;; kmu׳ /u hi- 11. k1׳.än ■זיח״י kämm יגרו 1׳ ■■»:.׳.1 :׳ ■:!,■׳ .1! ׳ a :,,■'1!׳:;י! י iif-fitide mit einem k :■ \׳״ d . I;,י.;:;•:, י :־ •h־יי •.־• ::,!! A! s Hufs׳!«?!, irid-wu \\ : r u.mncn Juden und Umwelt 1 ).1- ,,Ji narr V<>1 c-h 1,111■־ vom 20. Juni veröffentlicht einen Bericht von Dr, 1 IS, über Fahrten de» Gauleiters Reichs- :-taitb.bter 'יי a 11 U 1 I dure]) den trau Thüringen. In diesem Bericht heilst c- 11. ..\\<־. ־ ׳ c : ־־ I .־!; :׳־rh j ־״ ־!־ 1 ־ hi־ II.niillcr gibi, wie in /.:־־• ,!־■!־,:. ... . n l..־;.U׳'U ׳׳Uhnu־in n.־־t'!1 y!1 / 11 r c 1 ■ eh, ־ ־; , \ ־ ־!־ .־ n ־! :e - mm die | 11(101 :ra״e in einem u ׳,.וו mc l'.i'' , ־־,־־׳ Ui! h.,!'M;;.. die i/fdi«!>!■nc /,!iHMkindi :in״ v־m \״־־mc M 1:־! n!..!::־■ \cnui"-M: l־MM׳n, iiiuiSu: der ll.m- 1־. in 1׳ d. n \n--,!;!־.:״, t'h . 1;1: :1׳ .־n»l־n auder thrlci ver.ml, 1-:-cn." Der erste Satz dieses Abschnittes scheint darauf hinzudeuten, daß häufig dort, wo die Bevölkerung Gelegenheit hat, einfache arbeitende Juden keimeu/ulernen, eine spontane Abneigimg etwa hervorgerufen durch abstoßende jüdische t igcnschaftcn nicht entsteht, so daß erst eingegriffen werden muß, wenn eine Trennung der Juden von ihrer Umweit herbeigefuhrt werden soll. Die XIX. Landeskonferenz, des Jüdischen Natlonalverbandes für Transsylvanien hat, wie uns berichtet wird, am 1b. bi» ]7. Juni j;1 Targu Mures stattgefunden. Als Vertreter der Exekutive war Herr Josef Sprinzak un<d als Vertreterin des Jerusalemer Keren Hajessod-Direktoriums Frau Dr. Rachel Klompus anwesend. Es nahmen nahezu 300 Delegierte teil. Nach der Eröffnung durch den Präsidenten Einest Ver m es gab Sprinzak eine Darstellung der zionistischen Lage. Es wurden sämtliche aktuellen Probleme durdigesproclien, Frau Dr. Klompus sprach über die Rolle des nationalen Kapitals. Nach schweren Auseinanderset/ungen ist es gelungen, die Einheit der Organisation, weiche in Transsylvanien in einem Dachverband Sie Gruppierungen der zionistischen Parteien umfaßt, zu behalten. Als Präsident der Organisation wurde Herr Lernest Vcrmcs wiedergewählt, in der Exekutive des Verbandes sind sämtliche Parteien vertreten. ־ Aiischließcn 1 1:1 die Landeskonferenz der Wi/o, wobei auch Frau Dr. Klompus sprach. Zur Präsidentin der Föderation wurde Frau Dr. Dcsideriu Roth, zur Gcschaftsfülirerin Frau Lunka Reiter wiedergcwählt. Antisemitismus und Kauf bei Juden Auf einer Kundgebung der NS.-Frauenscliaft in Dortmund sprach der Leiter des Rassepolitischen Amtes der NSDAP., Dr. Groß, wobei er auch auf die Judenfrape einging. Nach dem Bericht der ״Westfälischen Landeszcitung Kote Erde“ sagte er u. a.: ״Bcgnfu־n hat r?» lumtc jeder, daß Mensch nicht gleich Mensch und Ra»-*• nicht gloich Ra-י•«• ist. Zwischen mir und einem Neger kt (dort sei Dank ein großer l'nter-srhied. Es dreht sich nicht bloß tkifum. daß wir am der Erkenntnis mich in jeder Stunde die Folgerunjjen ziehen und daß wir un» nicht darauf beschränken, nun eine (Ie>cf zrwbung gemacht zu haben, die zu einem Teil dat» fremdravüge jüdkehe Blut in unserem \'olke au»»chahef, sondern, daß wir auch im Alltag alle die Kragen weiter ht'l'olgen, die sich daraus ergeben, daß wir nielii jene merkwürdige Haltung an den T«1g legen, für den An!kemi!ixmu» zu sein und doeh bei Simon ('<>hn BattiSta»rlientüc!u-r kann׳!!. IN handelt sich daium, ob du ein ganzer Kerl bist, der sogar fünf I’kmnige hir sahne Ratthnawhentüehcr mehr ausgibt um der Achtung v<;r sich selber willen, oder ob du ein schwacher Mcnx'h hist. Wir haben sehr wenig Resf>ckt vor I.,unten, die ausschließlich dt m I .ipjxiihekenntni.s huldigen und denen nichts Drunds;i(z!iches anhaftet, um einer wirklich praktischen!Jahnng I01־m und Gestalt zu geben,..“ _ Abgesetzter Bürgermeister Die ״Fränkische Tageszeitung“, Nürnberg, vom 2. Juli berichtet: ״Auf Grund einer Verfügung vom 24. 6. 1935 hat da- Staatsministerium des Timern auf Antrag der Kreisleitung der NSDAP. Neu- »tadt i. A. die Bestätigung des Bürgcrmdsters < .laliucr von Scheßert widiriulen. Der!׳euaimte Bürgermeister hat im vergangenen Jahre Gest 11:11 le mit Juden gemacht. Fr hat sich damit nicht nur das Ansehen in der Gemeinde, solidem in erster Linie auch da- Vertrauet! der j>oli(i*-|1«1)׳ l.cilung, die ihn im Jahre 1Ö33 beseitigt hat, verscherzt. Seine durch da- Staatsininisleriuni verlegte Absetzung möge eine Warnung sein hir alle, die da glauben, den Zielen des!)litten Reiche» entgcgenarlreiten zu können." Gegen Viehhandel mit Juden Wir entnehmen dem ״Coburger Tageblatt“ vom 28. Juni folgende Mitteilung: ״Viehhandel mit Juden! Das Coburger Amtsblatt schreibt: Jn der let/tcn Woche sind auf ■Antrag des Kroi'leitcrs der NSDAP, vier Bauein vorübergehend in Polizeigen atir.-am verbracht worden, vvtil sie im Verdarbt standen, noch nach dem 26. Mai mit jüdischen \ irhh:ind!er!1 in Vrdhmhm״ ge-i.mdrn zu leihen, hl! gebe die», .סי!«•ißt es im Am'-hl.it: weiter, hekannt mit dem Hinweis, daß liirk- -ie)11'los gegen die Bauern vorgegnngert werden wird, die. den Viehhandel im! luden nieht nnterhi-scn." Diese Meldung ist nicht recht verständlich. Der Handel mit Juden ist bisher nicht verboten worden; im Gegenteil wurde mehrfach von Regienmgsseite ausdrücklich festgestellt, daß die Juden auf diesem Gebiete nicht benachteiligt werden sollen. Worauf sich die Verhaftung der Bauern stützt, ist aus der Meldung nicht genau zu entnehmen. I zorich Toupino Hotel aarni “■Ü.» I ca. 250 m »om HaiipttahnMf ipi•** Tolcton in «Umtlich. Zlmmam I LUZERN Schiller Hotel Garnl All« Zirnatr mit Telelon und llipß. Wi*»er od. Bad Zimmer r. Fr 4.50 *n, Pension ab Fr . 1J5Ö- Autoboxen Thomas Manns Joseph-Roman Im Juni-Heft der ״Neuen Rundschau“ (Verlag S. Fischer), dies dem 60. Geburtstag von Thomas Mann gewidmet war, ist ein neues Kapitel aus dem Joseph-Roman veröffentlicht: ,.Joseph redet vor Potiphar“. Der junge Joseph ist auf der Besitzung Potiphars zur Gartenpflege eingesetzt, und bei einem nächtlichen Rimdgang lernt der Herr diesen seinen neuen Knecht, der sich bei der Arbeit verspätet hat, kennen. Es kommt seltsamerweise, und durch Joseph nicht unbeabsichtigt, zu einem Gespräch, in dessen Verlauf Joseph den mächtigsten Mann Aegyptens durch seine Kenntnis der oiientalischcn Reiche und Kulturen verblüfft und durch edle, schwungvolle Art seiner Rede überrascht. Potiphar merkt diesen Knecht für eine spätere andere Verwendung vor. Die Szene ist ein Meisterstück dichterischer Konzentration. — In demselben Heft der ״Neuen Rundschau“ sind Briefe aus dem Nachlaß von Hugo von Hofmannsthal, gerichtet an Richard Becr-Hofmann, aus den neunziger Jahren veröffentiieht. Der asdikenasisdie und der sephardische Gemeindeverband Hollands haben zu ihrem Vertreter in der nichtzionistisehen Hälfte des Council der Jewish Agency einstimmig Senator S. van den Rergh gewählt. Kleine Nachrichten ״Der Mitteldeutsche“, Magdeburg, vom 2. 6. berichtet über eine Arbeitstagung der NS.-Ffago. In diesem Zusammcnliang heißt es: ״Besonders muß auf die Kenn- Zeichnung der ,Deutschen Geschäfte“ im Gau Magdeburg-Anhalt hingewiesen werden, die in den einzelnen Kreisen gemeinsam mit den Kreisbetriebsgemeinschaftswaltern Handel und Handwerk nach bestimmten Richtlinien in der nächsten Zeit durcligefülirt wird.“ Die Zeitung ״Der Führer“, Karlsruhe, vom 1. 7. teilt mit, daß der Landesbauernschaft Baden als Siedlungsobjekt!5 Oiirtnerstellen in Groß-Gaglow (Kreis Cottbus) zur Verfügung gestellt worden sind. Der Preis für die Zehnmorgenstelle beträgt etwa 17 600 RM. — Es dürfte sieh hierbei um die bisherigen jüdischen Siedlerstellen in Groß-Gaglow handeln, über deren Auflösung wir mehrfach berichtet haben. 111 Rom starb im Alter von 64 Jahren Geheimrat Professor Nicodem Caro, der Erfinder der Sfiekstoffgewinnung aus der Luft, die insbesondere im Kriege für Deutschland von eminenter Bedeutung war. Er war auch der Initiator der Kalkstickstoffindustrie, die die Einfuhr überseeischen Natur- Salpeters überflüssig machte. Professor Caro war mehrfacher Ehrendoktor. Lange Jahre hindurch leitete er die Bayerischen Stickstoff werke. Am 23. Juni feierte der Generaldirektor der JewisH Coloni.sation Association, Louis O u n g r e, das 25jährige Jubiläum seiner Arbeit im Dienste dieser Organisation. Wie aus London gemeldet wird, hat die Royal Society of Mediane in ihrer letzten Sitzung Prof. Dr. Sigmund Freud in Wien zum Ehrenmitglied gewählt. Zwei führenden jüdischen Persönlichkeiten Schanghais, Sir El ly Kadoorie und Sir Victor Sassoon, wurden von der chinesischen Nationalregierung hohe Auszeichnungen verliehen. Irrt Beisein des jüdischen Historikers, Prof. Simon Dubnow, fand in Kaunas die feierliche Eröffnung des seinen Namen tragenden Historisch-ethnographischen Museums der Jüdischen Gemeinde statt. Der jiddische Schriftsteller E. Fein b erg fiat seine Uebertragung von G o c t h c s ״F a 11 s t“ ins Jiddische vollendet. Das Buch, die erste jiddische Faust-Ausgabe, wird im Verlag Eines erscheinen. Zwi WojsJawski hat einen Band der jüdischen Schriften Hermann Cohens ins Hebräische übertragen. Das Buch wird im Verlag der Jerusalemer Universität erscheinen. Die Jewish Publication Society of America bat einen Preis von 2560 Dollar für den besten Roman ausgesetzt, der das jüdische Leben schildern und in englischer Sprache geschrieben sein soll. Die Manuskripte müssen bis zum 15. April 1936 eiligereicht sein. In Bukarest fand die Eröffnung eines von dem jüdischen Philanthropen Micu S. Z e n 11 c r gestifteten neuen Flügels bei dem Gebäude der Bukarester Großen Synagoge statt, in dem eine öffentliche jüdische Bibliothek, ein jüdisches Museum und das historische Archiv des rumänischen Jud ent ums untergebracht sind. In dein Städtchen Pon e m u n j e in der Nähe von Kowno war in den letzten Tagen ein christliches Kind verschwunden, Die Mutter des Kindes alarmierte die Einwohner des Städtchens, indem sie ihnen erklärte, daß ein Jude das Kind verschleppt habe, um es zu Schächten. Das Kind ist nach wenigen Stunden gefunden worden. Gegen die Mutter wurde von dem Verdächtigten Klage cingcrcicht. In Coehin (Südindien) wurde ein portugiesisches Dokument aus dem Jahre 1728 entdeckt, aus dein hervorgeht, daß der Jude Moeses T o b i a s aus Coehin, der 1769 starb und auf dein Friedhof in Surat, etwa 100 Meilen von Bombay entfernt, beerdigt wurde, zur Zeit der portugiesischen Herrschaft in Indien Überhaupt der in Surat konzentrierten Partugiesen war. Der Palestinc und Orient Lloyd hat für den vor kurzem in Dienst gestellten Dampfer ״Normandie״ eine Thorarolle gestiftet. Auf dem Dampfer wurde ein eigener Raum zur Abhaltung jüdischer Gottesdienste eingerichtet. Ferner besitzt das Schiff eine große judaistische Bibliothek und Einrichtungen für rituelle Verpflegung. Juden unerwünscht Die Gemeindeverwaltung des Seebades Heringsdorf hat folgenden einstimmigen Beschluß gefaßt: ״Juden sind im Seebad Heringsdorf unerwünscht“. In dem in der Nähe von Hamburg gelegenen Erholung»- ort Blankenese sind Tafeln mit der Inschrift angebracht worden: ״Blankenese ist kein Tummelplatz für Juden und Judengenossen“. Wie uns aus ärztlichen Kreisen mitgeteilt wird, hat Bad Homburg das Mineral-Strandbad fiir jüdische Be- Sucher verboten. Ein diesbesagendes Schild wurde zwar nicht ausgehängt, doch werden Juden an der Kasse abgewiesen. Wie die ״Bauernzeitung Rhciti-Main-Neckar“ meldet, wurde am vergangenen Sonntag in der Badeanstalt von Königstein im Taunus ein Plakat ״Juden — anziehen!“ aufgerichtet. Dieser Aufforderung hätten die anwesenden Juden sofort Folge geleistet. Im Freibad Bögerhof bei Rinteln a. d. Weser ist Nichtariern das Baden verboten. Im Sonnen- und Luftbad Schmargendorf (bei Berlin) sind, wie uns mitgeteilt wird, an der Kasse die Statuten ausgehängt, in ■denen es heißt: Nichtarischen und fremdrassigen Personen ist der Zutritt verboten. Vom Allgemeinen Zionismus Das Zentralkomitee der Allgemeinen Zionisten Litauens, das an den Krakauer Weltverband der Allgemeinen Zionisten angeschlossen war, hat nach der Spaltung der Allgemeinen Zionisten beschlossen, keiner der beiden bestellenden Gruppen anzugehören. Dagegen hat sich die Gruppe der Progressiven Allgemeinen Zionisten in Litauen der Weltvereinigung der Allgemeinen Zionisten angeschlossen. Die Zahl der zum XIX. Zionistenkongreß in Litauen verkauften Schekalim beträgt 50 000• Die Zionistische Föderation Griechenlands hat ihren Anschluß an die neugegründete ״Weltvereinigung der AHgemeinen Zionisten“ (Progressive) mit dem Sitz in London erklärt. Die Schweizer Allgemeinen Zionisten und die Schweizer Misrachi-Landesorganisation haben beschlossen, für den XIX. Zionistenkongreß als gemeinsamen Kandidaten Rechtsanwalt Dr. Marcus Cohn, Base!, auf/ustdlcn, Dr. Cohn ist seit mehreren Jahren Präsident des Schweizerischen Ziojiistcnverbandes. Ferner gibt es eine Liste des ״Arbeitenden Palästina“, deren Kandidat Berl Locker ist. SEITJÜ JAHREN IN GLEICHER REGIE SAXONIA-DROGERIE Lielzenburtjfcr Sir. 33 Ecke Sächsische Str., •n» Postamt W15