Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1938-09-23 · Heft 76-77 (23.9.1938) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 76-77 (23.9.1938)
Date
1938-09-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2651273-2653549-2653614--32692-2684434
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 76/77, 23. IX. 1938 hier spricht und das die Liturgie nennt ״ein Leben voll von Furcht des Himmels und Furcht der Sünde״. Wir können nicht wortlo* warten, bia da• ״gelebt* Leben“ uns im Sturm oder in der Stille die Stimme Gottes hören lallt, sondern müssen das Leben nach dem verfügbaren Wort zu gestalten vcrauchen. Da aber dieses Wort nicht an den Einzelnen allein gerichtet ist, sondern an Israel in «einer Volksgesamtheit, sind wir bemüht, du Oesprldt über ein rechtes Erfassen dieses Wortes In dieser Zeit hi immer weitere Kreise des jüdischen Volkes hincinzut ragen. Neue religiöse Tatentscheidung (Halacha), die die Stunde von uns fordert, kann nicht m abseitigen, privaten Zirkeln fallen, sondern allein von der Weltöffentlichkeil des jüdischen Volke*. Man hat mich ganz richtig verbanden, wenn gesagt wurde, daß der Gedanke einer ״Zionistischen Staatsreligion‘' für mich absurd sei, aber dennoch gehe ich mit Dr. Max N u ß b a 11 tu in der Forderung einer ״offiziellen Antwort“ auf die religiöse f rage konform. Freilich halte ich nicht dafür, dafi die Zionistische Organisation diese Antwort als ״religiösen Ueherbau des Zionismus“ 7t1 liefern habe (das wäre der Religion ebenso schädlich wie dem Zionismu»), sondern ein zentrales Synhedrion als oberste religiöse Instanz des jüdischen Volkes allein ist bereelltigt, diese Antwort zu erteilen. (Vgl. hierzu: Max Dienemann, Gedanken über ein zentrales Synhedrion in ״Der Mor* gen“ 1931 Xr. 6 7 S. 200 ff. und den Artikel von Peter Krieger über die Frnetierung des großen Svnhcdrions in der ״J. R.“ vom 22. Juli 1938.) Fs muß wiindernehmcn, daß Nußbatmi nicht selbst im Verlaufe seiner Darlegungen auf die Schaffung eines netten Synhedrions zu sprechen kommt, sondern unmittelbar die Forderung nach einem neuen Schulchan Aruch lufateltt. So berechtigt diese sein mag, ihre Realisierung ist nur möglieh, wenn eine höchste religiöse gesetzgeberische Instanz geschaffen ist gemäß dem Worte der Schrift ״Richter und Aufseher sollet du dir bestellen“ (Deut. 16, I?) — die jene Entscheidungen zu fallen haben wird, die dann *pater gesammelt und ge ordnet werden mag. Nur so ist der allenthalben verheerend um sich greifenden religiösen Anarchie zu steuern, :1n<l es muß du her mit Nachdruck gefordert werden, daß alle Kreise im Judentum, die an einer Erneuerung des religiösen Lehens intcressiiTt sind, sieh zu diesem entscheidenden Schritt tusatumeiifimlen, ״Dies ist der Weg zu jenem großen und strahlenden Judentum zurück*', wie Ben-Oavriel *agt, aber in lebcnsft rner Romantik eben dies .,große und strahlende Judentum" g|eich-<׳t/t mit einer Randetschc inting des vorexihsrhen I lehr icrtiims, dem Nassiräerorden der Rechahifer, von dem das 35 Kapitel des Huches Jcrcmia -erzählt. Nicht um die künstlich«• Wiedererweckung eines althebräischen religinsen Nomailciiidea's kann cs aller gehen, sondern allein darum, allen denjenigen Juden, die heute wieder ergriffen sind von dem ״Hunger zu hören das Wort Gottes“ (Arno« 9, II), dieses Wort gemäß ihrer eigenen heutigen Bewußtsein*• läge neu zu deuten und zu verkündigen. Aus der religiösen Dichtung Der durch religiöse Festlegung von vielen Gebieten ausgeschlossene künstlerische Drang des jüdischen Volke« hat sich im Bereich des Schrifttums, vor allem de» gottesdienstliehen Schrifttums um so reicher entfaltet. Den Psalmen al* der ersten gottesdienstlichen Dichtungsgattung folgten andere nach. Die eigenartigste ist die des sogenannten Pijjut, unter welchem man liturgische Gedichte versteht, deren Hebräisch eine besondere Grammatik und ein besonderes Lexikon, deren Stil eine besondere Art des Ausdrucks, deren äußerer Bau eine besondere Poetik, deren Zweckbestimmung eine besonder* Beziehung zu den einzelnen Teilen der jüdischen Liturgie aufweist. Von solchen Pijjutlm enthält das gebräuchliche Machsor eine große Anzahl. Die ältesten und kraftvollsten Pijjutim des Machsor stammen von Eleasar Hakalir, einem Dichter, der spätestens zu Anfang des 7. Jahrhunderts gelebt haben muß, weil er den Islam im Gegensatz /tun Christentum nicht kannte; sein Wirkungsort muß, obwohl man die Siadt Kirjath Sscfcr, die er al* seine Heimat bezeichnet, bisher nicht identifiziert hat, in Palästina gelegen haben, da seine Piijtifim auf die palästinensische Liturgie zugfschnittcn sind (siehe den nebenstehenden Aufsatz, Red.). frt Eleasar Ifakalirs Gedichten ist mm die Eigenart des Pijjut schon so voll entfaltet, daß ihm eine Reihe anderer Pajlanim als Vorstnten meiner Kunst vorangegangen *ein müssen. Ein solcher Vorläufer war ja n n a i, der zwar in der besonderen Ucbcrlieferung als Lehrer Eleasar Hakalir» bekannt, kn Machsor aber mir in einem Citdichthau vertreten und daher bi« vor kurzem eine sozusagen mythische Persönlichkeit gewesen war. Mit der Auswertung der Schätze der Genisa au* Kairo wurde aus Jannai ziemlich plötzlich der Verfasser von etwa 130 (icdiclitgruppen, deren durch Vorarbeiten versehiedencr Gelehrter vorbereitete Gesamtausgabe das Werk Menthem Zulay* und des Schochen-Verlage» ist. (Pijjute Jannai — Die Pijjutim Jannais, aus Handschriften der Genisa und anderen Quellen gesammelt und herausgegeben von Menähem Zulay. — Schocken*Vcriag, Berlin 1938.) Die Sammlung bcsteht durchweg au« poetischen Ausschmückungen der Amida, des jüdischen Ilaupigebets, und jede der Gedichtgruppen lehnt *ich an einen der etwa DO Abschnitte, in dfc die Palästinenser, die die Vorlesung der Tora nicht auf ein Jahr wie wir. sondern auf drei Jahre verteilten, die Tora zu diesem Zweck zerlegten, oder an die zur Vorlesung an den Feiertagen bcstimmten Toraalmiiniüe an. Die Gruppen, die zum Teil nur bruchstückhaft erhalten sind, sind fast sämtlich nach demselben Schema gebaut, jede zerfällt in Gedichte, deren Zeilenanfättge irgendwie nach dem Alphabet geordnet sind, sowie in ein Gedieht, da* den Namen Jannai al» Akrostichon trägt. Die Sprache ist leichter als die Eleasar Hakalir«, aber doch nicht stets beim Lesen verständlich, weil voll aggadischer oder hilachiacher Anspielungen, und daher eines (in der Ausgabe nicht enthaltenen) Kommentar» bedürftig. Aber auch ohne diesen bietet die Lektüre des Buches einen beträchtlich«! Genuß, Nicht alle Tage hat der Leser Gelegenheit, das Oesamfwerk eines jüdischen Dichters aus dem 6. Jahrhundert kennenzulernen, und gerade wer die Pijjutim des Machsör kennt, ist von der Betrachtung der älteren Stufe der Dichtung*- gattung, die Jannai darstellt, gefesselt. Die scheinbare Steifheit von Form und Ausdruck tritt, je mehr man sich in das Buch versenkt, zurück hinter der Stärke der religiösen Innigkeit, die die Kraftcmcllc diese» Dichters ist, und unwiltkürlieh drängt sich ein Vergleich mit den byzantinischen Mosaiken au« der gleichen Epoche auf, in denen ebenso wie in den Pijjutim die strengen I ormgcsdz.e mit der Küngtlerpersönlichkeil einen Kampf zu bestehen haben, dessen Ergebnis zwar der Sieg der Form, aber nicht die Niederlage, sondern eilte reiche Befruchtung des Künstlers bildet. Die mit der Tcxtherstellung verbundene Mühe und die Kosten der schönen Ausstattung des Werkes haben Herausgeber und Verleger an der rechten Stelle aulgewandt. Wir warten auf ihre nächsten Leistungen. Arthur Rau Eleasar Hakalir / % Der Vater der synagogalen Poesie Die Anfänge der hehräisch-llturgischcn Poesie sind nicht genau zu bestimmen. Die Pijjutforscliung bezeichnet den PalästinetlSer Jose ben Jose, mit dem Beinamen ״Hajathom‘‘, die Waise, als den ältesten synagogalen Dichter (tun 750). Doch unterscheiden sich Ben Joses Dichtungen in iiirer reimlosen, lediglich durch die alphabetischen Vorsanfiingc gebundenen Form nicht viel von den gewöhnlichen ücbctstückcn. Als Vater der hebräisch-liturgischen oder synagogalen Poesie gilt daher mit Recht der viel gerühmte und am meisten bekannt gewordenc Pijjtitdichter Eleasar Hakalir. Er war nicht allein der erste, sondern auch der bedeutendste und fruchtbarste unter allen Pajtanim. Bezeichnend für die Bedeutung dieses Dichters ist die hohe Wertschätzung, deren sich seine Dichtungen bei allen Pflegern jüduscfbreligiöscr Andacht und Er- Haltung erfreuten: von den ungefähr zweihundert poetischen Gebetstücken, die Eleasar Hakalir geschrieben hat, sind die meisten in die Gebetordnung für die Festgottesdienste aufgenommen worden. Wir wissen nicht viel Persönliches von diesem Dichter. Nach der Ansicht einiger Gelehrter soll Eleasar ha-Kalir ein bedeutender Rabbi oder gar ein Mischnalehrer gewesen sein, andere meinen, er sei Vorbefer in einer Synagoge gewesen. Sein Geburtsort wird vielfach In Palästina gesucht, weil ■■Mfe mmm DE ■ Pelzhausl Enorm* Auswahl in Ponia* n*־r-, Nerz-, Bih*r-.F»hmSn Irin, P*leto4», Cap«•, Marder, Menkr*v*H«1. Billitre Prriar, PelzhaUSTauentlien, Berlin W 50, Nürnberger Str.U der Name Kalir angeblich auf einen Ort in Palästina hindeuten soll. Der Dichter selbst nennt seinen Geburtsort Kirjath Sepher, woruntef manche Tiberias verstanden wissen wollen. Nach der Feststellung einiger Literarhistoriker soll er in einer Stadt des südlichen Italien, Cagliari oder Bari, im neunten Jahrhundert gelebt haben. Neuere Forscher geben Sardinien als Geburtsort Kalirs an. Auch sonst sind uns die nähern Lebensumstände des Dichters völlig unbekannt. Jedenfalls ist das eine sicher, daß Eleasar Hakalir ein ganz außerordentlieber Mann gewesen sein muß; denn die Sage hat sich seiner Persönlichkeit bemächtigt. In der hebräisch-liturgischen Poesie ragen die Kalirschen Dichtungen zyklopisch hervor. Die etwas ungefüge Art dieser Dichtungen wirkt oft ein wenig verwirrend, aber sie ist die einzige mögliche Form, in der sich die poetische Schau eines Kalir manifestieren konnte. Der Dichter hat in einer Gedrängtheit, die nicht liberboten werden kamt, einen ungeheuer ausgedehnten und weitschichtigen Stoff poetisch verarbeitet. Er hat Stoffe aus der Agada, der Kabbala, dazu Sagen und Le• genden, geschichtliche Erinnerungen, ethische Betrachtungen, ja sogar Teile der Halacha In seine Dichtungen verwoben. So enthält mancher Vers eine Anspielung auf eine Legende, manches Wort die Hindeutung auf eine biblische Erzählung und manche* substantivierte Adjcktivum die verherrlichende Be- Zeichnung für irgendeinen biblischen Helden. Als Musterhefspiel wollen wir in deutscher Ucbcrtragung einige Verse anfuhren, die dem berühmten Kalirschcn Pijjut ״Omez, adire kol chefci" entnommen sind. Auftrat der mächtige Olauhensbcld, Der Finsternisse hat erhellt. — Im Dunkel damals lag die Welt. — Er zeigt Verirrten rechten Pfad. Doch weil er Zweifelsfrage tat, Ward er bestraft durch Gottes Rat. Das klingt recht rätselhaft. Der Sinn des Ganzen ergibt sieh au* folgender Erläuterung. Der ״mächtige Glaubensheld, der Finsternis*« hat erhellt", ist Erzvater Abraham; mit der ״Zweifelsfrage“ ist die Frage Abraham״׳ gemeint: ״Woran werde ich erkennen, daß ich das Land besitzen werde?“ (I. B. M. t, 8); der Schlußsatz aber ״Ward er bestraft durch Gottes Rat“ bezieht sich auf die Antwort Gottes: ״Du sollst wissen, daß deine Nachkommen Fremdlinge sein werden in einem Lande, das nicht ihnen gehört“ (ebenda, Vers 13). Es handelt sich hierbei um ein erzählendes Pijjutsttick, in wclehern der Dichter an mehreren Beispielen dartun will, daß auch der Frömmste nicht ganz ohne Fehl sei; selbst ein so glaubensstarker Held wie Erzvater Abraham hatte einen Augenblick, wo er zweifelte. Aehnlich dunkel Und rätselartig sind die meisten Dichtungen Kalirs. Es gehört neben der Kenntnis der Bibel auch Vertrautheit mit der gesamten Agada dazu, um diese Pijjutim richtig zu verstehen. Audi die Sprache Kalirs macht seine' Dichtungen nicht leicht verständlich. Es Ist eine gestraffte, überdies von Fremd- Wörtern und Neubildungen durchsetzte Sprache, die schon den altern Hebräisten viel zu schaffen gegeoen hat. In der neuhebräischen Literaturgeschichte werden Gotdon und Bialik dafür gelobt, daß sie in ihrer! Dichtungen auch den talmudischen Wortschatz ausgiebig benutzten; vor einem Jahrtausend tat Eleasar ha-Kalir das gleiche, und wurde deswegen getadelt. Besonders aber erregten die neuen Wortformen und Neubildungen Kalirs den 70m der ßpraehgelehrten. Sie warfen ihm vor, daß er die Sprache vergewaltige, daß er willkürlich weibliche Substantive vermännliche, daß er ״schoschan" statt ״schoschana" oder ״ahaw“ statt ״ahawa“ sich zu schreiben erkühne, ohne zu bedenken, daß derlei Formen allen Gesetzen der hebräischen Sprache widerstreiten. Dazu wäre zu sagen: den Sprachgesetzen — allerdings; nicht aber auch dem Oesetze, wonach der sprachschöpferische Dichter handelt. Ist das neugebildete Wort lormgcredit, einprägsam und von gutem Klang, so kann cs nicht mehr falsch sein. Ein Dichter wie Kaylir wird gewiß nicht um des Reimes oder des Taktmaßes willen die Sprache vergewaltigen; er gebraucht ,,schoschan“ und ״ahaw“ aus keinem andern Grunde, als weil Ihm diese Neuw'örtcr poetisch voller klingen, Es gilt ferner zu überlegen, daß Kalirs sprachliche Prägungen keine Gedankenhüllcn darstellcii, noch bezeichnen sie die Dinge, die sie bezeichnen sollen. Wer ist denn dieser ״schüschan", der die Sprachkritik herausfordert? Ist es wirklich die Rose unter Dornen? Keineswegs. Die ״knesseth jisraei“ ist damit gemeint. Kalirs Neubildungen sind mcis.cus Gleichnisse. Und sie sind in ihrer Gleichnishaftigkeit untadelig gebildet. Die Pijjutim Eleasar Hakalir sind keine lyrischen Ergüsse, sondern epische Schilderungen. Einige davon würden in ansehnlichem Grade künstlerisch wirken, wenn sie nicht durcli die alphabetischen Versanfänge und den dauernd wiederkehrtnderi Wortreim das Zeichen des Künstlichen an sich trügen. Anderseits aber verleihen die Aleph-Betli-Versreihen sowie die Akrostichen und Wortkchrrcimc diesen Dichtungen etwas altertümlich Weihevolles, das man gerade in der religiösen Poesie nicht missen möchte. Als ein Probestück kalirisch-cpischer Poesie möge liier der Pijjut ״Tchillotli kewodecha“, eine Schilderung des Weltgerichts am Neujahrstagc, in möglichst getreuer Ucbcrsctzung folgen: Deiner Allmacht Ruhm erfüllet die Weiten der Erde, Es naht der Tag des Gerichts, und bangend schweiget die Erde. Der Tag des Zornes bricht an, aufdröhncu die Tiefen der Erde. Des Schofars gewaltiger Schall rufet und mahnet die Erde. Wie Jubel ertönt er den Frommen, aufrauschend vom Ende die Erde, Doch Schauer und Grauen und Angst ergreifen verwirrend die Erde, Wenn zu Gericht du sitzest, zu strafen die Grenzen der Erde. ״O tretet ihm au* dem Weg!“ rttft’s zitternd von zitternder Erde. Doch du, Allmächtiger, gibst Antwort mH mildem Tone der Erde. ״Warum hanget und banget das Land? O jauchzet, ihr Tiefen der Erde!“ Nun künden, bezeugen sie alle, daß Er ist König der Erde. Wie ihn die Himmel preisen, so grüßt ihn preisend die Erde, Die Meisterschaft Kalirs als Pajtan wurde später anerkannt. Das Lob, das ihm die Kenner spendeten, überwog den Tadel, den ihm die Spachkritiker erteilten. Das Volk aber hat Kalir mit einem Kranz von Sagen und, Legenden umgeben, der ihn hoch über alle Wertungen des Lobes wie des Tadel* erhob. Dieser gotterfüllte Dichter, der sich in seinen Dichtungen heiliger Sagen bediente, ist selbst eine Art heilige Sage geworden. Sagenumwoben wie sein Leben ist auch sein Tod. Es wird erzählt, sein Lehrer Jannai, der ihm seinen Dichterruhm neidete, habe in seinen Schuh eine giftige Eidechse gelegt, die ihm den Tod brachte. Das soll aas Ende eines Dichters gewesen sein, von dem cs hieß, er sei in den Himmel gestiegen und habe den Engeln den alphabetischen Pijjut ahgelauscht, S. Meis eis ווו!ווויז!1זח»וו1וווו«)«ו«'!מףוזז1ז!וייויו«»1ווו!ייוו«ו1ו!זז1ז!1ו1זו1)יזווווו!יו1»יו«י«וויוו* Hebräisdhe Manuskripte Aus einer enfliidi-jüdfMhen Privat-Blbliothek Unter den englischen Bibliophilen, die ihre Bibliotheken im Laufe vieler Jahre zu stattlichen Sammlungen haben an wachsen lassen, hat es auch stets Juden gegeben. Ich erinnere an die Namen Sassoon und Rothschild. Vor vier Jahren erhielt ich den Auftrag, einen Teil der Bücherei Elk,ווו Nathan Adler zu katalogisieren. Mr. Adler, Londoner Rechtsanwalt, hat eine besonders feine Kollcktion hebräischer Manuskripte und hebräischer Bücher, deren größere Anzahl er von seinem Vater und Bruder ererbte, viele jedoch erstand Mr. Adler auf Reisen, die ihn durch die ganze Welt führten. Auf einer Fahrt durch Aegypten brachte der Kairoer Synagogen-Vorstand Herrn Adler zu den Geniza, und autorisierte ihn, einen Sack voll Fragmente mltzunebmen. Von dieser sind zahlreiche heute In den Bibliotheken von Oxford 1. ׳d Cambridge wie auch im Britischen Museum verstreut. In Palästina wurden weitere וווווו<ו1!!וווווווווווווווווו!וווווחווווו(1ווווווווו!ווווו!וווו)11וו1וו!ווווווווווווווו!1ווווווווווווו!ווווו!ו1)1וו1וווווו>!!1)1וווו1)1וווו1«וווווווווווווווו Der Leuchter Von Arthur Silbergleit Ich hin bei Dir zur Nacht. Mit meinen sieben Kerzen Halt׳ ich vor einem Herzen Vor Deinem Herzen Wachf. Du aber fühlst es nicht, Wie Ich mich Dir befehle. Es fließt mein reines Licht Um Deine reine Seele. Wo eine Falte ist, Glitt’ Ich mit lindem Lichte Sie Dir aus dem Gesichte, Daß Du voll Frieden bistl Manuskripte erworben, die Geniza von Alexandria eben* falls ausgcbcutct Auf Corfu erwarb Mr. Adler hebräische Manuskripte, in Marokko desgleichen; hier hatten die Funde liturgischen Charakter. Hebräische und persische Drucke fand er In Persien und Mittel-Asien. Diese Schätze atiszusondern und zu klassifizieren stellte sieh als schwierige Aufgabe heraus, denn sie umfaßten weite Gebiete und einen Zeitraum von nahezu 1300 Jahren. Da ist ein handgeschriebenes ״Rcsponsio“ von Malmonldcs, Kanifcl aus dem Hebräischen Eccleslastlcus, Gaonlca, Saadyana, historische Schriften von Bedeutung. Ferner Manuskripte, ge- Dar •lavanta Dnmsii., der vornehme Harren-Schuh BtRLIk VII* _ _ RUF, 91 31 .11 KtirfOritesäaatM M || «| lOVjldCH. INHABER! EInf, Qretmasilr. O. HORENCfYK Prallwar»• Aagafe•*• *Br Aarwan*•(•) schrieben von Da Costa Athlas, dem Begründer der hebrä* ischcn Abteilung des Britischen Museums; Mcgilloth, Gebctbücher, Haggadoth, Nach dem Weltkriege — 1922 —- hat Mr. Adler seine hebräische tmd jüdische Sammlung an das jüdisch-theologische Seminar in New York verkauft. Von diesem Zeitpunkt an erwarb er über 700 weitere Manuskripte, wie auch Hebraica und Judaica, Den wohl bedeutendsten Teil seiner Bücherei stellen einige 70 hebräische Inkunabeln dar, mehr oder minder vollständig. Unter ihnen fünf Exemplare des Guadalaxara-Talniud, gedruckt in den Jahren 1476 und I486, und einzig in ihrer Art. Auch ein Fragment von Oittin (hebr. ״get“ Scheidebrief) mit Kolophon, gedruckt in Faro, der natintsfadt der portugiesischen Provinz Algarve, im Jahre 1496, Abgesehen von diesen Seltenheiten, Ist Mr. Adlers Summhing von Anglo-Judaica (und Amcrlkano-Judaica) sehr bcdeutend. Um nur einige herauszuheben: Manasseh ben Israels hebräische, englische und *panische Werke, inklusive der zwei Ausgaben von 1655 seiner ״Humblc Addrcsses to the Lord Protector“, die Manasseh während seine# England-Aufenthaltes abfaßte. Wichtig auch ״Relation ot Conspiracie discovered by ג Jew in Turkic agalnst the English", ein Druck aus dem Jahre 1646. Und endlich Murners lateinische IJebersetzung der Haggada, gedruckt in frankfurt a. M. 1512, versehen mit Holzschnitten. IlscCohncn (London) IT V T)l? ׳|Lff Jüdisänr MnrtrlMi IM saiomon Bebraica jadatca ifliöac uieraisr miualien Stfialipiaiien Bsrlln-CharlotUnburg, Dlhlminntfrit• I / Rufi 981141 Verkaufsstelle und Anzeigenannahme für jüdische Zeitungen Versand in- und Ausland 602846001376941710139814100617436731628

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.