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Jüdische Rundschau · 1938-06-28 · Heft 51 (28.6.1938) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 51 (28.6.1938)
Date
1938-06-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 51, 28. VI. 1938 Jüdisches Leben in Ungarn Von unserem Berichterstatter Budapest, 24. Juni 2076 Juden sind im vergangenen Jahre in dem Gebiete der Bester israelitischen Gemeinde gestorben, pielir als 31;;mal so viel, wie Gehurten angemeldet wurden. Mit diesem Satze beginnt das einleitende 'Kapitel des Jahresberichtes der P e s 1 e r I s r a e I i t i s c h e n G e m e i n d e. Nachdem der Berieht die Ereignisse der letzten Zeit, sowie die jüngsten kuittirellen Neuschöpfimgeii (drei Kultursäle, ein Leinlingsheini und das Boardiug liouse des Waisenhauses) erwähnt hat, folgen die detaillierten Referate der einzelnen Sektionen und selbständigen Institutionen der Gemeinde, als deren iinan/.ieller Abschluß sich eine Ueberschreitimg des Ausgabenetats mit 475 OCX) Bengö ergibt, während die Einnahmen ein Plus von 3SG 000 Perigö aufweisen. Das so entstandene Defizit beträgt 1,8 «.ו des Jahresbudgets. Die Zionistische Landesorganisation veranstaltete zur Unterstützung ihrer Galil-Aktion den zweiten öffentlichen Vortrag von Prof. Julian S i 1 b e r b ti s c h, der in überzeugenden Worten die Bedeutung Palästinas schilderte. — Anläßlich des 5. Todestages von Chaim Ar losorof f veranstaltet die Jugemlscklion zugunsten der Umschichtung ihrer Mitglieder eine Gedenkfeier, bei der das Bildnis Arlosoroffs enthüllt werden soll. Die Eröffnungsrede l)r. Julius Miklos’ und die Festrede C11. Neu in an ns wird von hebräischen Liedern um rahmt und dem Vertrag folgt eine Szene aus dem ״Graf von Gharolais" von Bcer-Hoffmann. ,,Zsidö Tief'׳ bringt in zwei Aufsätzen reichhaltiges Material darüber, inwiefern jüdische Architekten und Bildh a 11 e r zum Ausbau und zur Ausschmückung der ungarischen Städte, insbesondere Budapests, beigetragen haben. Von den ältesten Architekten bat Moritz Kall i!1a am Ban der Roßbadigasse-Synagoge, der später zum Mäzen der Gemeinde gewordene Ignatz von Wechsel mann am Bau des Haupttompels in der Tabakgasse initgewirkt, von erstercin stammen mehrere Ministerien, öffentliche Gebäude und Palais von Aristokraten. Die Namen von Alex. E e 11 n e r als Theater- Iraner, vor! Alfred W e 11 i s c 11 und Sigm. Quittner haben internationalen Klang, ebenso wie der Alfred Hajos’, des ersten ungarischen Olympiasiegers, als Entwerfers von Sporthallen. Ludwig B a 11 m 11 o r n hat in Ungarn an 30 Synagogen erbaut, darunter die Synagoge in Szeged, Bela Lajta eine Reihe von Friedhof- und Schulbauten, darunter das Jüdische Gymnasium in Budapest. Von der jüngeren Generation haben D. Jakob, A. H e g e d us, M. Komor, J. F azago, Brüder Roman 11. a. im Inlande große Erfolge aufzuweisen, während Josef Sügö (Friedenspalast in Genf), Oskar Kauf* mann und Bela Löffier (Bauten und Entwürfe in Palästina) auch im Ausland Ruf genießen. Von den Bildhauern gehören Jakob Guttmann, der für das Nationalmuseum die .Marmorbüste Aron Chorins geschaffen hat, Josef Engel, der Schöpfer des Budapester Szcchenyi- Denkmals, Julius Donath, der belichte Grabmalentwcrfer, der klassischen Schule an. Derselben nahe steht auch der greise Josef R ö n a, dessen Denkmal des Prinzen Eugen von Savoyen vor der königlichen Burg stellt, der sich aber auch in biblischen Kompositionen (Moses, Josef und Pofifar, David und Saul) ausgezeichnet hat. Von Eil. Kal lös stammt das figurenreiche Vörösmarly-Denkmal von Nik. Ligeti die geistreiche Statue des Anonymus, A. Pärdos entwirft ein Hcrzl-Relief. Eine große Hoffnung war der in den Karpathenkämpfen gefallene Kornel Samuel. Dr. A. F, Die Ausführung des ungarischen. Judengesetzes Die erste Ausführungsverordnung zum ungarisehen J ml engesetz ist veröffentlicht worden. Die Verordnung regelt die Aufnahmen in die A e r z t c-, Ingenieur- und Advokatenkammern und schreibt den Privat- Unternehmungen, die nicht ausschließlich konfessionellen Zwecken dienen, vor, die zur Ausführung des Gesetzes notwendigen statistischen Unterlagen bis zum 31. Juli 1038 dein Regierungskommissariat für intellektuelle Arbeitslos igkeit zu unterbreiten. Die lau d Wirtschaft* liehen Betriebe werden von der Anmeldepflicht nur dann berührt, wenn sie mehr als fünf Angestellte des Lnteilektncllen Arbeitskreises beschäftigen. Die Verordnung sieht für solche Unternehmungen, die das Judengesetz nicht oder nur unvollständig ausführeu, die Einsetzung kommissarischer Leiter durch die Regierung vor; ihre Aufgäbe soll so lange währen, bis den Erfordernissen des Gesetzes Genüge getan worden ist. sehr unbedeutende Rolle spielen, überragte nicht sein gei- *tiger Einfluß den der meisten anderen Nationen, in mancher Hinsicht sogar den der .Mandatarm,iclit. In scharfern prinzipiellem Gegensatz zu den Engländern haben die Franzosen ihre Politik auch im Orient stets sehr stark auf kulturellen Elementen aufgebaut, und insbesondere in der Verbreitung der französischen Sprache eines ihrer wirk* samsten kolonisatorischen Mittel gesehen. in einem Tande wie Palästina mußte ihnen dabei in besonderem Maße ein Umstand zugute kommen, der ihnen auch sonst gute Dienste geleistet hat. Die französische Republik verbot zwar den allgemeinen Unterricht durch Geistliche in Trankreich selbst, unterstützte aber mit allen Mitteln die Schultätigkeit der französischen Kongregationen im Ausland. Daß das Heilige Land, und insbesondere Jens- Salem, in reichem Maße mit geistlichen KiiWurpiomeren Frankreichs bedacht worden ist,' versteht sich von selbst. In der Tat bilden die Insassen der zahlreichen franzö- Bfschcn Klöster in Palästina das Gros der ,,französischen Kolonie“ im Sinne der Staats/ugehörigkeit ihrer Mitglieder. Aber sie haben um sieh herum eine geistige Interessen- Sphäre geschaffen, die mit ihren Schulen der verschiedensten Art viele Tausende von Arabern (und durchaus nicht nur solche katholischen Bekenntnisses) erfaßt. Hinzukommt, daß noch aus türkischer Zeit gerade in den vornehmen arabischen Familien der Grundbesitzer- und Heamtenkreisc das Französische die europäische Sprache ist, die nur sehr langsam durch das Englische verdrängt wird. Neben der Lehrtätigkeit ist es insbesondere den zahlreichen und unter Leitung vorzüglicher Aer/te stellenden französischen Hospitälern zu verdanken (an denen auch eine Reihe jüdischer Mediziner tätig ist), daß der Name Frankreichs einen so hohen Respekt im Lande genießt. Und auf dem Gebiete der Forschung hat sich die ,,Eco! c Biblique et Arche 11 I o g! q t: 0 E r a n g 3 i s e" unter der Leitung des berühmten Pere Tagrange Weltruf bei allen Religionswissenschatdlcrn erworben. Beziehungen zum palästinensischen Judentum Was die Kbi-.tei'schüien für die ״pem'tration culturellc“ Unter den Arabern ue'ci-tet 11;heu. das vollbrachte unter den Jtalastmensisclnm j’u!1 c n die ״A Hin ״ c e I sr a e 1 i tc <h ' 1 * I ׳ , 1 ־ י׳ יד * f ׳!!,.ißt ' d “'ix' von Die ..Alliance״ spielt auch heute noch in Erez. Israel eine bedeutende Rolle, und sie hat erst vor kurzem in Haifa unü imposanteste im g.nn/eu Lande Nt . Alstr^gerad^ an ihrer fugend nicht ab. .,geistige Burgei ״ eines fremden Kultur- Französisch ist in den Schulen der .,Alliance“ von ihrem früheren Platz als allgemeine S e 11 u 1 spräche auf den der ersten F r e m d spräche gerückt. Kämpfe tun den liebräischen Charakter des palästinensischen Schulwerks, wie sie kurz vor dem Kriege stattfanden, gehören endgültig der Geschichte an. Man darf annelnnen, daß eine ähnliche Entwicklungstendenz sich im arabischfranzösischen Schulwerk durchgesetzt hat, obwohl liier der Uebergang durch den vorherrschend religiösen Charakter der Schulen weniger stark in Erscheinung treten mag. Auch liier wird die ,,penetration culturellc“ in weitestem Maße auf die nationalen Gefühle der Schülerschaft Rücksicht nehmen müssen. EJa hei muß man auf die politisch schwierige Situation Hinweisen, in der sich die französischen Instanzen im Lande insofern befinden, als ihre kulturelle Einflußsphäre nicht nur in Arabern und Juden zwei Voikselemente berührt, die zur Zeit in stärkstem Antagonismus zueinander stehen, sondern daß sie auch Rücksicht nehmen müssen auf die Stellung Frankreichs in den benachbarten ländern Libanon und Syrien. Französisch an der Hebräischen Universität An der I lebraischcii Universität Jerusalem bestellt seit dem ),־ihre 10 5 3 ein ,,Romanisches Institut“, das sehr bald die dem vergangenen Jahre hat ihm auch Frankreich seine Aufmerksamkeit rugew;111 di. Dir französische Regierung stiftete gleichzeitig der Jüdischen National- und UiiivcrsitäDbibliothek eine bedeutend׳׳ Sncnde zur Anschaltung französischer Bücher. ״Centre de Culture Franrpaise“ Weitaus die popuki: ste f! an/o-lsdie Institution Im Lande Ist das vor einiger Zeh g,gründete ״Centre de Cu!- das1" eine ' iVh.'de 'in" T (‘V A״w V \\' * b c ״n't /׳U ''1*Das'*1,. Centre “' ^i l־t einer der wenigen Platze im lande. an_ dein sich alle len1״ Abenden' -‘•"an’Ti, nen 11!'n A ii'd rd ״sTe g’f /i e d"und Paul Morand;.poichm -־ kam! man einen interessanten Querschnitt der araIns,hem jüdischen und europäischen lnteiligenz dort kennen! ei neu. Ausgezeichnete französische Sprachkurse und eine sehr reichhaltige französische Bibliothek werden insbesondere vom jiddischen Pubüktun eifrig besucht. Das Fremdenproblem in Belgien Von unserem Berichterstatter Brüssel, den 24. Juni 1038 Im Anschluß an die Kammerdebattc beschäftigt sich die belgische Presse eingehend mit dem E r c in d e tl p r o b i c m. Dabei ist von besonderer Bedeutung, daß vielfach die Tendenz vertreten wird, den Fremden ־ entgegen dem von der Regierung eingenommenen Standpunkt - das unbeschränkte Hecht aut Arbeit nicht zu versagen. Wenn auch kaum Aussicht bestehen durfte, daß sich die Stellungnahme der Regierung ändert, so Ware es doch ein großer Gewinn, wenn die Stimmung, die in den Artikeln zum Ausdruck kommt, in der Praxis einen mildernden Einfluß auf die Entscheidungen hätte, die im Einzelfall vom Arbeitsministerium getroffen werden. Vera nt wort!Cher K״iak!eu:: Dr. Robot Weitst h, Berlin-Charl. 9 (auch verantwortlich für ,!.׳׳ Auaaliinc von liiklcrn). StcUverticier: Kurt!.״fineeofir, B■ ■ ״ U 15. Aiiieigve.iciier und vcraMwor:-!ich, für den Inhalt der Am•.,,״:.: E.rich Liepmaiiii, Berlin W 15. Gültig Anzeigen.PrcäsiiUe 5 ton. 1. April 1336. Verlag und An. zeigenrcrwaliung: Jüdische Rund־-d.au, Berlin W15, Meinekestr. 10. A.A. 1/1938: 26043. — Druck; Skgiiicd Sümicm, BerUn-Schönebcrg. Die Nürnberger Gesetze in Oesterreich Der Reichsminister des Innern gab in einem Erlaß An- Weisungen für die Durchführung der Nürnberger Gesetze im Lande Oesterreich bekannt. Höhere Verwaltungsbehörde im Sinne der Verordnung ist der Landesliaiiptmami, in Wien der Bürgermeister; untere Verwaltungsbehörde ist in landesunmitteibaren Städten der Bürgermeister, im übrigen der Bezirkshauptmann. Soweit staatliche Polizeibehörden eingerichtet sind, nehmen diese die Aufgaben der unteren Verwaltungsbehörde in allen Fällen wahr, in denen cs sich nicht 11m Erteilung einer Ehegenehmigung (nach § 3 der ersten Ausführungsverordnung zum Rlutsehntzgesetz) oder Befreiung von einem Eheverbot der Blutschut/gcsetzgeburig handelt. Die Aufgaben des Gesundheitsamtes werden vom Amtsarzt, Stadtarzt oder Bezirksarzt wahrgenommen. Die staatlichen oder kirchlichen Stellen, vor denen eine Ehe geschlossen werden soll, dürfen hierbei nur mitwirken, wenn ihnen spätestens vor Beginn der Trauhandlung das durch die Verordnung (für Oesterreich) vorgeschrieben e> Zeugnis vorgelegt wird, wonach ein Ehehindemis nach der ßliihcliutzgesetzgebung nicht bestellt. Zur Erlangung dieses Zeugnisses hat sich jeder Verlobte an den für seinen ordentliehen Wohnsitz zuständigen Bürgermeister zu wenden. Vor ihm hat jeder Verlobte nach bestem Wissen und Gewissen an zngeben, was ihm über die Rassenzugehörigkeit und Religion seiner Großeltern bekannt ist. Gleichzeitig hat er dem Bürgermeister seinen Taufschein (Geburtsurkunde) und den Trauschein (Heiratsurkunde) seiner Eltern einzurcichen. Der für den Bräutigam zuständige Bürgermeister hat die aufenommene Verhandlung nebst den Urkunden dem für die raut zuständigen Bürgermeister zu übersenden. Dieser prüft an Hand der Versicherungen der Brautleute und der Urkunden, ob ein Ellehindernis vorliegt. Hat der Bürgermeister bcgründeten Zweifel, so kann er die Beschaffung weiterer Urkünden fordern. Bedenken dürfen aber nicht lediglich auf die Tatsache gestützt werden, daß ein Verlobter keine vollstäridi gen Angaben über seine Großeltern machen kann, zum Beispiel im Falle einer unehelichen Geburt. Falls nicht bestimmte Tatsachen für eine fremdbliitige, insbesondere jiidisc he Abstammung vorliegen, ist die Annahme gerechtfertigt, daß der Verlobte deutschbliitig ist. Dies gilt insbesondere für Fälle einer unehelichen Geburt, bei denen der Vater des Kindes nicht bekannt geworden ist. * Die Verordnung zur Neuordnung des Österreich!- sollen Beruf sbeam teil tu ms vom 31. Mai 1038 ist nach einer Mitteilung im ״Reichsgesetzblatt“ vom 22. Juni 1038 im § 3 Absatz 3 neu gefaßt worden; ״Ausnahmsweise können mit Zustimmung des Stellvertreters des Füllrers oder der von ihm bestimmten Stelle Beamte im Dienst belassen werden, die mit einer Jüdin (einem Juden) oder mit einem Mischling ersten Grades verheiratet sind.“ Aus der Wirtschaft Das Kaufhaus N. Gottschalk, Berlin SW68, Lindenstraße 106, ist von Dipl.-Kaufm. Dr. Friedrich Echtcrnkamp erworben worden und wird unter der Finna ״Friedrich Echtcrnkamp“ weitergefülirt. — Die Kurz-, Weiß- und Wollwareti-Großhandlurig S. Koblenz in Regensbürg ist in arischen Besitz übergegangen. — Die Firma Düsseldorfer Schürzenfabrik Marguüus & Weinberg ist auf die Firma Düsseldorfer Bekleidungsindustrie Dr. Alfred Eberhard und damit in arischen Besitz übergegangen. — Das Manufakturwarengeschäft Gebr. Bluhm in Düsseldorf, das Mamilaktunvarengeschah W. B. Schloß in Nürnberg, die Herrenkleiderfabrik A Rüben KG. in Herford, sowie' das Schuhwarengeschäft Isidor Nathan in Kerpen (Bezirk KölnJ sind in arischen Besitz übergegangen. — Die Gloria Schn!!pflege mittclfabrik Heydt & Voß in Köln-Nippes ist mit Wirkung vöm 1.7. ab auf den Fabrikanten Walter Thiel und damit in arischen Besitz ubergegangen. Zur Vermögens-Anmeldung. Auf eine Anfrage des Vor- Standes der Berliner Jüdischen Gemeinde an das Reichs- Wirtschaftsministerium erhielt er die Mitteilung, daß Unterhaltsrcnten, die den von einer Sammcl-Vormundschaft betreuten vermögenslosen Mündeln zustehen, nicht als anmeldepflichtige Vermögenswerte Im Sinne der Verordming vom 26. April 1938 apzusehen sind. Südafrikanische Notizen Von unserem Berichterstatter Johannesburg, Mitte Juni Intensive Vorbereitungen sind t. Z. in Südafrika für die diesjährige Keren H a j c ß o d - K a m p a g n e im Gange, die am 23. Juni begann. Der Werbefeldzug wird durch Rev. M. L. Perlzweig, Stellvertretenden Vorsitzender der Zionist Federation von Großbritannien und Irland 11!nd Mit» glied der Exekutive der Jtwvisli Agency, Dr. Max Soloweitscliik aus Haifa und Mrs. Rosa Ginzburg, Jerusalem, Schwiegertochter Achad Haams, eröffnet werden. Diese drei Mitglieder der Keren Hajcßod-Uclegation werden alle wichtigen Zentren Südafrikas besuchen. Die Keren Hajeßod- Kampagne wird weiter durch Rabbiner Wolf Gold vom Misrachi unterstützt werden. Rabbiner Gold, der kürzlich in Südafrika eintraf, legte auf einer stark besuchten Ver- Sammlung in Johannesburg die Ziele des Misrachi dar und polemisierte in seiner Rede gegen Jabotinsky. An dem Eröffmtngsbankett der Kampagne wird der südafrikanische Innenminister Hofineyr als Ehrengast teilnehmen. Eine Anzahl jüdischer Schauspieler traf aus liebersee in Johannesburg ein und tritt in Aufführungen jiddischer Stücke in Johannesburg auf. Unter den Neuankömmlitigen befindet sich der Schauspieler Meyer Tzelniker, sowie die bekannten jiddischen Bühnenstars Paul Brejtman und Vera K a n e w s k a. Zur Aufführung gelangte u. a. das Melodrama ״Rahels Kinder“, das seit et wa dreiviertel Jahren erfolgreich in New York gegeben wird. Das Johannesburger Symphonie-Orchester unter Leitung von Joseph Trau neck veranstaltete ein Wohltätigkeit«- konzert zugunsten der von jüdischen Einwanderern aus Deutschland gegründeten ״Jcwish Imniigrants Tlelp“. Auf der Jahresversammlung der United Hebrcw Congregation, der Spitzenorganisation der Johamiesburger Synagogenvereinigungen, wurde Kritik an der Tatsache geübt, daß sich eine Reihe jüdischer Einwanderer aus Deutschland vom allgemeinen jüdisch-religiösen Leben Johannesburgs abschließe. Der Vorsitzende gab seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß solche Einwanderer eine eigene Synagogengemeinde gegründet hätten. Er appellierte an die Ein- Wanderer, sich den bereits bestehenden Gemeinden anzti• schließen. Diese Kritik richtet sich gegen die vor einiger Zeit gegründete Vereinigung ״Ez Chajim“. Kleine Nachrichten Der Reichserziehungsminister hat das Recht der Gasthörer au den deutschen Hochschulen durch Riehtlinier! geregelt, die vom 1. Oktober 1938 an maßgebend sein werden. Juden, die die deutsche Staatsangehörigkeit be* sit2en, können als Gasthörer nicht mehr z 1t g e lassen werden. Dagegen bestehen gegen die Zulassung von jüdischen Mischlingen keine Bedenken. Für die Begabtenförderung an höheren Lehranstalten und Mittelschulen hat der Oberbürgermeister und Stadtpräsident von Berlin nähere Bestimmungen erlassen. Darin wird 11. a. festgesetzt, daß Juden und Mischlingen Freistellen nicht bewilligt werden dürfen. Nach Feststellung des statistischen Landesamts in Ham» bürg waren unter den über Hamburg Ausgewanderten des letzten Jahres 8452 Juden, das sind fast 5400 aller Auswanderer. Die Mehrzahl dieser jüdischen Auswanderer ist aus dem Deutschen Reich ausgewandert. Besonders zahlreich sind die Juden, die aus Berlin, Hessen-Nassau, aus der Rheinprovinz, den süddeutschen Ländern sowie aus Hamburg abgewandert sind. Die über Hamburg abgewanderteu Juden bevorzugen als Zielland vornehmlich die Ver• einigten Staaten, wohin 5630 Juden wanderten, ferner Argentinien (1135) und das übrige Südamerika (899). Die Bürgermeister der Fremdenverkehrsgemeinden de• Oberallgäus und des Kleinen W a I s e r t a 1 e * beschlossen, in ihren Gemeinden künftig die Aufnahme von Juden zu unterbinden. An den Ortscingängen und in den gemeindlichen Betrieben sollen entsprechende Schilder angebracht werden. Zum Vorsitzenden der zionistischen Jugendorganisation ״Massada“ in Amerika wurde Eleasar Lipsky, ein Sohn von Louis Lipskyj gewählt

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