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Jüdische Rundschau · 1931-02-13 · Heft 12 (13.2.1931) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 12 (13.2.1931)
Date
1931-02-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 12, 13. n. 1831 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 79 Kleine Nadiridiien Auf der amerikanischen Landeskonferenz des Jüdischen Nationalfonds hat Ussischkln den Vorschlag gemacht, beim Völkerbund die Einsetzung einer internationalen Kommission zu beantragen, die nach den Grundsätzen der vom Völkerbund mit der Kolonisation der griechischen Flüchtlinge aus der Türkei betrauten Kommission die Ansiedlung landloser palästinensischer Araber in Transjordanien durchführen soll. (Der Vergleich scheint uns sehr unglücklich. - A. d. R.) Der am 8. Februar in Wien abgehaltene außerordentliche Parteitag der österreichischen Zionisten beschloß mit 35 gegen 26 Stimmen, die landespolitische Be* tä tigun g aus dem Arbeitsprogramm der Zionistischen Organisation Oesterreichs auszuschalten. In Zukunft wird von den innerpolitischen Aufgaben nunmehr die Kultusgemeinde־ politik von der Zionistischen Organisation durchgeführt werden. Gegen diesen Beschluß stimmten die Revisionisten, die von Stricker geführte Gruppe der Radikalen und die Studenten. Die 13 jüdischen Arbeiter, die im Zusammenhang mit dem Arbeitskonflikt in Neß-Ziona zu je 18 Tagen Gefängnis verurteilt wurden, sind auf freien Fuß gesetzt worden, nachdem die Arbeiterorganisation die Kaution für künftiges Wohlverhalten erlegt hatte. Die Verurteilten hatten die Stellung der Kaution aus prinzipiellen Gründen verweigert, weil das ein Eingeständnis der von ihnen geleugneten Schuld bedeute. Der Arbeitersportklub ״Hapoei“ hat beschlossen, eine Abteilung von Radfahrern und Motorradfahrern za der im Juli 1931 in Wien stattfindenden Arbeiter-Olympiade zu entsenden. Dr. Mag des tritt demnächst eine Reise nach den Vereinigten Staaten an. Die libanesische Regierung veröffentlicht eine Statistik über die Entwicklung des Handelsverkehrs zwischen dem Libanon und Palästina. Danach betrug der Wert des Exports aus dem Libanon nach Palästina im Jahre 1928 2437 000 syrische Pfund, 1929 1 113 000 syrische Pfund, im Jahre 1930 4 640 000 syrische Pfund. (Ziko.) Am 1. Februar wurde in Tel-Awiw in einer Versammlung von Pflanzern in der Landwirtschaftlichen Versuchsstation der Javish Agency eine Stelle zur Bekämpfung von Pflanzungskrankheiten gegründet. Eine Konferenz der jüdischen Hotelbesitzer Palästinas hat eine Kommission eingesetzt, die im Benehmen mit dem zionistischen Informationsbüro geeignete Vorschläge für die Organisation der Hotelbesitzer und für die Förderung des Touristenverkehrs auszuarbeiten hat Eine Versammlung der Kaufleute in Jerusalem, die über die wirtschaftliche Lage im Lande beriet, beschloß, eine Delegation zu entsenden, die von der Regierung das Verbotder Einfuhr von Mehl verlangen soll, um dem anhaltenden Preisrückgang entgegenzuwirken. Anläßlich des Fünfjahresjubiiaums des jüdischen Gemeindehauses in Washington wurde im Vortragssaale des Hauses eine bronzene Gedenktafel für Louis Marshall in Anwesenheit eines zahlreichen Publikums aus Washington und der Provinz feierlich enthüllt Unter dem erschütternden Eindruck der in letzter Zeit über die entsetzliche Notlage der jüdischen Bevölkerung in Polen eingetroffenen Nachrichten hat die Alliance Israelite Universelle beschlossen, eine sofortige Hilfsaktion einzuleiten, und hat zunächst 100 000 Franken zur Linderung der ärgsten Not nach Polen überwiesen. Die Kunstsammlung der JüdischenGemelnde erhielt von einem Briefmarkenhändler eine vollständige Samm- Iung der seit 1918 von der englischen und ägyptischen Feldpost und der Ziviiverwaltung in P a 1 ä s t i n a herausgegebenen Briefmarken. Die Hörerschaft des italienischen Rabbinerseminars in Florenz hat zum Andenken an den verstorbenen Professor am Seminar, Dr. P. Z. Chajes, der später Oberrabbiner von Wien und Präsident des Zionistischen Aktions-Comites war, ein wissenschaftliches Sammelbuch herausgegeben. Bronislaw Hubermann hat vor kurzem mehrere Konzerte in Palästina gegeben. Wenns Jndenblat von's Messer fließt... Im Monat August 1930 vergnügte sich eine Rotte von Nationalsozialisten, die auf einem Lastwagen in der Köpenicker Straße in Berlin herum kutschierte, mit der Absingung eines Liedes, dessen Text mit folgenden Worten beginnt: ״W e n n s Judenblut vons Messer fließt, dann geht’s nochmal so gut“. Die Sänger wurden angeklagt und in erster Instanz wegen Landesfriedensbruch zu Geldstrafen verurteilt. In der Berufungsinstanz wurden die Sänger freigesprochen, weil sie sich ausredeten, nur einige Mitgüeder hätten diesen Text, der ein Marschlied der Freikorps gewesen sei, anzustimmen versucht. Wer jedoch die Singer gewesen seien, lasse sich nicht mehr festsjjellen. Der Richter mußte also, da die Identität der Sänger nicht feststand, zu einem Freispruche gelangen.... Das schöne Lied gehört wohl nicht zu den Gesängen, von denen der Dichter sagt: ״Wo Du singen hörst, da laß Dich ruhig nieder, böse Menschen singen keine Lieder“. Heinrich Heines Todestag. Am 13. Februar werden cs 73 Jahre sein, daß Heinrich Heine auf dem Montmartre in Paris seine Augen für immer schloß. Heinrich Heine ist einer der lebendigsten Dichter im deutschen Kulturkreist Wie kein anderer wird er bis aut den heutigen Tag gelesen und begeifert, gelobt und verflucht, gerühmt und durch die Jauche gezogen. Jede nationale und antisemitisch« Partei in Deutschjancl findet es als selbstverständlich, als einen der Hauptpunkte ihres antisemitischen Programms den Kampf gegen Heines Einfluß aufzunehmen. Hierbei passieren selbst ultranationalen ludengegnern komische Entgleisungen, wie das Zitieren von Heines ״Zwei Grenadieren“ bei der Reichsgründungsfeier der deutschnationalen Partei im Berliner Sportpalast durch Doering. Während der Kaiser zeit konnte Heine natürlich in Deutschland kein Denkmal erhalten. In der republikanischen Zeit wurde das in einem Privatgarten in Hamburg befindliehe Heine-Denkmal aut einen versteckten, aber immerhin öffentlichen Platz gestellt Außerdem ist in einer Gastwirtschaft in Düsseldorf gegenüber dem Geburtshaus Heinrich Heines ein sogenannter Heine-Winkel eingerichtet, der eine Wallfahrtsstätte von Düsseldorfer Besuchern darstellt Die Nationalsozialisten kündigen an, daß eine der ersten Maßnahmen ihres Regimes im ״Dritten Reiche“ die Entfernung des Schand-Denkmals in Hamburg sein wird. Was wird dam« gewonnen sein? Heinrische Verse, Heines Lieder, Heines Redewendungen sind so sehr in die deutsche Sprache übergegangen, daß selbst die wütendsten Heine-Gegner gegen ihren willen Heines Worte gebrauchen. Und aas ist ein Denkmal, viel unvergänglicher als solche aus Erz und Stein. BERLINER KALENDER Ronsert im 9et0 Qfm, ®rcltnanftrafse 86. €onn• abetib, ben 14. gefmiar, abmbä 8'/t Ufjr: te&räifdied Ron}ert. ffrau ®etttj ßrupnif« anbau (®rfang), grau TOatfjilbe 20tcjnntr (Rlaotec). ßonpriftiigel fBlüthner, 8. wtumann, dintrittsfarten non SflTO. 1.— Bis SW. 2.— im Wett! Slm. TOitglieber beB Seih 21m haben Grmä&tgung non 60%. ע ם י בית העם עורך n * נשף־קונצרט ב ב י ת במוצאי שבת- 14 לפברואר" בשעה 8 וחצי בערב. במעונו- רחוב גרולמן 86- נ ש ף זם רד. ונגינה פאת בתיה קרופניק־לנדוי(זמרה) ומתילדה סוסשינר (פסנתר). בתבנית שירה ונגינה עברית וכללית: אנגל- נדל- וולפזון. שוברם- ודלף ועוד. כרסיסי מ 1-2 פרק בבית־העם. חברי בית־העם •60 % מקלים הנחה של 8411 6t« Bar «0<fj6a ftafoaf» *Sonntag, 15. jjebruar, in ben fficfamftäumtn beS fltoH'StabHffetnentä, Stetdifialttae!Eombola. Saiten im Borpetfauf ®larf 3.— (Hbenbfaffe TO. 5.—) bei Bote u. Sod, im Büro Bat Sodjbn, ®lelntfefitafse 10, in aßen Hbtetlungen beS Bat ßod16a>{>afoafj unb im SaQfefretaria!, Berlin W8, ßraufenfir. 75. Sei: ffltafur 8241. 3ÜMfdj fogiatoemofrati|<$e Sfrfceiier DrganlfaHen Statt. TOontag, ben 16. gebruat, abtnbl 8% Ul!r, im ®rmeinbefjauS, Bofenfitafje 2/4. Dr. Rurt TOenbelfolm : 2 ״BirifchafiSfri|e unb Mrbeiterüaffc". @äfte roittfontmen. Jrtta 3äMfd)e 80״If«l)o<hf<hule. Won tag, ben 19. gebruar, abenb® 8 Uhr, Äleiftftrape 10. 3.lonfrabiftorifeher ®benb: ״$eutfrt)-iübifd)e unb national-jübifdje Sfnfdjauungnt‘ Dr. ßubroig ©ollänber — Jhnt Slumenfclb. fcörergebühr BSD1. L—. Steren Äajcmeib tejisrael, Berliner 3tanifhf4e Bereinigung. BienStag, ben 17. gebruar, abenb® 8% Uhr, tm ©emeinbefjau®, Bofenfirahe 2/4. 4 Sbenb be® Baläfiinafurfe®. Dr. ßliefcr üfchrr: ״$ie Slgraroerhültniffe unb bie Berfpeftioen unferer lanbroittfdjaft« Itdjen ßolonifation.' ®nippe Giegfih ber 35. 3• Xienötag, ben 17. jjebruar, abenb® 8% Uhr, in ber Ronbitorei Selfctioro, ®teglife, 21 nt KathauSpIah. Dr. ffurt OTenbelfofm: »®er 58ationalf0}iali®mu!S, Urfprung, Brogramm unb 2Iu® jidjten." Mat für hebräiWe Slrßett unter ber 3ugenb. TOitt* mod), ben 25. gebraut, abenb® 8% Uhr. in ben ®pidiernfälett, Spichernftrahe 2: ft e ft ber 3ugenb für ben ßßß. 3m Brogramm: mmatietf ®4%re, Gtjot, Sänge,-9b1fptagth a[»׳ מועצה לעבודה עברית בין הנוער עורכת ביום הרביעי- 25 לפברואר- בשמונה וחצי בערב- נשף עברי גדול לטובת קרן הכימת לישראל בתבנית: "חברי סטיפן" של שלום אש- סטירה" מקהלה- רקודים- נגינה וכד 39. 3• Purim4 ,1)394 ״m 8. Sfärj, im 3Ü!4rmorf44L Ergänzen Sie letzt Ihre zionlsflsdie Blbiloiheh! Ein «bulttes anpeboi der LT.I.D. lOaKlaelle u.lnlere1MnleBr01d1are111111r3MarK. * Im Interesse einer umfassenden Information unserer Gesinnunggenossen und zur Erleichterung der Erziehungsarbeit in den Jugendorganisationen haben wir uns entschlossen, folgende Broschurensammlung zu einem ermäßigten Preise abzugeben: 1. Dokumente zur Palästina •Politik 1929/1930 (Der Shaw - Bericht / Die Antwort der Exekutive auf den Shaw - Bericht / Neue politische Dokumente) 2. Das englische Weißbuch 1930 3. Dokumente zur zionistischen Politik (Baseler Programm / Balfour-Deklaration / Regierungserklarung I Palästina - Mandat / Weißbuch von 1922 / Verfassung für Palästina) 4. Prof. Julius Gattmann-Berlin: Der Wiederaufbau Palästinas im Zusammenhang mit der jddlsehen Geschichte 5. Dr. Gerhard Holdheim - Berlin: lieber die Vor» aussetzungen und das politische Ziel des Zionismus 6. Schmarjaha Gorelik-Berlin: Herzl In seinen Tagebüchern 7. Die Jüdische Idee und Ihre TrBger Beiträge zur Frage des jüdischen Liberalismus and Nationalismus von Kurt Blumenfeld, Leo Baeek, Ismar Eibogen, Robert Weltsch, Maz Wiener, Max Grünwald, Ernst Simon, Martin Buber & Judentum und Nationalismus von Dr. Felis Weltsch 9. FOr das arbeitende Palästina 10. Literaturverzeichnis zum Fragengebiet: Zionismus und Palästina - Aufbau Oer Preis der gsnzen Sammlung beträgt 2.60 M. zuzüglich 0.40 M. Porto. Zusendung erfolgt nur gegen Voreinsendung des Betrages I zionistische vereinigungiorDeutschiand Berlin W IS, Meinekestr.10 Postscheck - Konto: Berlin 8091 Das Gastspiel der Wilnaer Trappe Die Berliner Kritik widmet dem Gastspiel (siehe vorige Nummer d. J. R.) viel Aufmerksamkeit. Der Kritiker des 13״ e r - liner Tageblatts“, Leo Hirsch, hebt in seiner ausführliehen Besprechung die Regle des Leiters und Stars des Ensembles, Alex Stein, hervor, rieht eine Parallele zwischen An-skis ״Dybtik“ und dem von der Wilnaer Truppe gespielten ״Tu:.! und Nacht“ und schließt: ״Es ist An-skis, des früh verstorbenen Klassikers der jiddischen Dramatik, nachgelassenes Werk, dr.v maturgisch schwächer als ,,Dybuk“, doch in der Fabel und im Wesen fast noch stärker. Arno Nadel hat es unter dein Titel ״Die Pest“ übertragen. Hier wird es von einer Wilnaer Truppe original gegeben, in einer stilisierten, eindrucksvollen, technisch etwas unzulänglichen Aufführung, die zum Schluß verblaßt, aber gleichwohl mit Recht Beifall findet.“ Als weitaus besser bezeichnet Leo Hirsch die sonntägige Aufführung von Ossip Dymows lyrischem Spiel: ״Der Sänger seiner Trauer.“ — Der Kritiker der ״Vossischen Zeitung“ schreibt u. a.: ״Die Wilnaer Truppe, die zurzeit im Wallner-Theater gastiert und am Sonntag Ossip Dymows von Reinhardt her schon bekannte Küchenlegende in den Urtext übersetzte, verdient den Beifall ihres ebenso ursprünglichen wie kritischen Publikums. Was für ein Glück, vor ihm zu spielen, was für ein Glück aber auch, gerade in diesen Tagen, nach einem tragischen Versuch, Reliefstil in der Gehimretorte zu erzeugen, wieder einmal Theater zu sehen, das ihn hat, ohne den Kontakt zur Volkskunst zu ver- Heren.“ Der Kritiker führt dann noch ״eine Reihe prachtvoller Leistungen“ an. — Der Kritiker der ״M o n t a g s p o s t“ schreibt zur Aufführung von ״Tag und Nacht“: ״Alex Stein, Truppenchet und Regisseur, ist auch, allerdings rin einziger, ein Darsteiler, der das Leuchten der Würde und die Schauer des Verfalls durch geschlossene Charakterisierung übermittelt..— Im ״Vorwärts“ schreibt Max Hochdon: ״... Die Wilnaer Künstler fesseln durch die ethnographische Treue der Darstellang, sie wollen dem Verständnis der Fernstehenden nichts erleichtern. Ihr Heldenspieler, der Truppendirektor Alex Stein, hat die Technik der Maske und Modulation imponierend entwickelt.“ Ossip Dymow nahm am Sonntag an der Aufführung seines Stückes ״Der Sänger seiner Trauer“ teil und wurde vorn Publikum sehr gefeiert Am Montag spielte die ״Wilnaer Truppe“ die Tragikomödie von Schalom Aleichem ״Schwer zu sein a Jud“ und erzielte auch mit diesem Stück große Wirkung. Briefe an die Redaktion Mannheim, 11. Februar 1931. Sehr geehrte Redaktion, Meine kleine geschichtliche Reminiszenz, wonach wir früher schon einmal beim Aufbau Palästinas im Kampf gegen feindliche Einwohner die dazu nötigen Waffen nicht vergessen haben, zu unsertn Glück nicht vergessen haben, läßt prinzipienfeste Vertreter, wie Herrn Jungmann, mit dem ganzen Geschütze längst erlesener Theorien gegen mich anmarschieren. Es ist nur ein Glück, daß unsere Pioniere in Palästina gegen den Ansturm wilder Angreifer, nicht die Theorien des Herrn Jungmann, sondern die Lehren unserer Geschichte bisher zur Anwendung gebracht haben. Als ich meine kleine geschidithche Reminiszenz schrieb, da war mir selbstverständlich klar, daß mein Verlangen, die Revisionisten maßgebend am Einfluß zu beteiligen und sie nicht bewußt zurückzusetzen, wie dies bis jetzt große Mode war, sofort einen Vergleich mit der Hitlerbewegung in Deutschland, zeitigen .werde. Dies ist so billig, so außeroruentlieh einfach, und verspricht auf ahnungslose Leser so wunderbare Erfolge. Dieses Stimmungsmoment hat nur einen kleinen Nachteil, daß es nämlich fehl geht. Wo steht denn eigentlich geschrieben, und wo ist es verbürgt, daß die Revisionisten uirettbar Mißerfolge für unsere Bewegung herbeiführen werden? Bisher war mir nur bekannt, daß die von Herrn Jungmann vertretenen Theorien uns soweit gebracht haben, wie wir nun glücklich sind. Gegenüber den Mißerfolgen, die wir den Theorien des Herrn Jungmann m verdanken haben, ist immerhin ein nicht so ganz kleiner Erfolg der Revisionisten zu verzeichnen, nämlich die Eroberung von Palästina mit Hilfe unserer Legion. Wenn ich zu wählen habe, zwischen diesem Erfolge und den Theorien des Herrn Jungmann, dann ist die Wahl kaum schwer. R.-A. Dr. Otto Simon. *** Wir geben dem Wunsche des Herrn Einsenders nach Abdruck dieser Erwiderung Raum, können aber weitere Zu- Schriften dieser Art nicht mehr abdrucken. Wir glauben, daß diese Polemik unfruchtbar und nicht erziehlich ist. Da wir die Diskussion schließen, müssen wir zum Schutz des früheren Einsenders feststellen, daß er nicht das Recht Dr. Simons, für bewaffnete Eroberung Palästinas einzutreten, in Abrede gestellt hat, sondern nur sein Recht, sich mit solchen Anschauungen einen ״Pazifisten“ zu nennen. In diesem Punkt muß wohl jeder Unbefangene Herrn lungmann recht geben, wenn Begriffe überhaupt einen Sinn haben sollen. Der Schlußsatz der heutigen Zuschrift bestätigt diese Feststellung. Sachlieh ist zu berichtigen, daß die englische Eroberung Palästinas durch die englische Armee, höchstens noch mit Hilfe der arabischen Bataillone des Emirs Faisal erfolgt ist, und daß die jüdische Legion dabei keine Rolle gespielt hat, wie wahrheitsgemäß in Jabotinskys Buch über die jiidische Legion im Weltkrieg beruhtet wird. Die gegeinvärtigen brennenden Probleme Palästinas sind aber gewiß unter ganz anderen Gesichtspunkten zu betrachten als diesen. - Red. ״Mengenbilder“, ln den nächsten Tagen erscheint im Verlag des Hauptbüros des Keren Kajemeth LeJisrael ein statistisches Bilderbuch unter dem Titel ״Erez-Israe 1“. Es wird hier von Otto Wallisch der Versuch unternommen, eine neue Art der statistischen Darstellung in die zionistische Propaganda einzuführen. Nicht durch Diagramme in althergebrachter Form, Kurven, wachsende Figuren u. dgl., die kein anschauliches Bild über richtige Zahlenverhältnisse geben, sondern durch ״M e n g e n b i i d e r“ werden dem Leser die verschiedensten Gebiete des palästinensischen Lebens, der Wirtschaft und die zionistischen Leistungen vor Augeu geführt. Auf den ersten Blick ist es z. B. möglich, die Bevölkerungsverhältnisse festzustelien, Vergleiche zwischen Juden und Arabern anzustellen und durch Kombinieren der einzelnen Bildtafeln einen umfassenden Einblick in palästinensische Verhältnisse zu erhalten. Wer sich mit der graphischen Darstellung nicht begnügen will, findet reiches Zahlenmaterial, von Dr. Siman bearbeitet, der auch die Einleitung zu diesem Buche schrieb. Die deutsche Papiereinfuhr nach Palästina. Wie Klimschs Druckerei-Anzeiger in seiner Nummer 5 mitteilt, ist der Umsatz von Papier und Papierwaren in Palästina in den letzten würden für rund 96 000 palästinensische Pfund Papier und Papierwaren eingeführt. Die deutsche Einfuhr bestand in der Hauptsache aus Druck- und Packpapieren, Kartons, Postkarten und Postkarten-AIbea.

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