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Jüdische Rundschau · 1931-02-13 · Heft 12 (13.2.1931) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 12 (13.2.1931)
Date
1931-02-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 80 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 12, 13.11.1931 Vermischtes Persönliches. Am 15. d. M. feiert unser Gesinnungsgenosse Hermann Wilk, Berlin, seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar gehört seit 30 Jahren der Zionistischen Organisation an und nimmt auch heute noch an allen jüdischen und insbesondere zionistischen Angelegenheiten regsten Anteil. Auch seine beiden Söhne sind zionistisch organisiert. Wir sprechen dem Jubilar aüf diesem Wege unsere herzlichsten Glückwünsche aus. Die Exekutive der Wlzo veranstaltet in den Monaten Fe• bruar und März einen Propaganda-Drive durch ganz Europa. Auch in Deutschland wird eine große Aktion vorbereitet. Frau Rebecca D. S i e f f, London, und Fräulein Dr. Lotte Hanemann, Jerusalem, werden vom 12. bis 25. Februar die großen deutschen Städte bereisen. Frau Rebecca D. Sieff hat sich in einzigartiger Weise von jeher in den Dienst der Wizo-Arbeit gestellt und sie ist wirklich eine der beliebtesten und bedeutendsten Persönlichkeiten der englischen zbnistisehen Bewegung und des englischen Judentums — eine Frau, deren hervorragende zionistische Leistungen und deren Opferbereitschaft auch in Deutschland allen unseren Freunden bekannt ist Wir begrüßen sie anläßlich ihres Aufenthalts in Deutschland herzliclist und wünschen ihr und uns den entsprechenden Erfolg ihrer Mühe. Fräulein Dr. Lotte Hanemann kam am 12. Februar direkt aus 'Palästina, wo sie als Propagandistin und Journalistin sehr erfolgreich für die Wizo arbeitet; sie kennt alle Details über die Tätigkeit unserer Institutionen und ist wie keine andere in der Lage, Informationeu über Palästina und speziell über die Frauenarbeit zu geben. Auch sie begrüßen wir herzlich bei ihrer Ankunft in Deutschfand. Zeire Mlsrachi, Berlin. Sonnabend, den 14. Februar, abends 8 Uhr, findet in unserem Heim, Monbijouplatz 10, ein Vortrag von Herrn Rabbiner Nobel über das Thema ,,Hiob und Faust8 statt Gäste willkommen. Ludwig Hardt veranstaltet zu Heines 75• Todestag im Renaissance-Theater eine Feier am Sonntag, dem 15. Februar, nachmittags 5 Uhr: Zeitgedichte, Deutschland, Romanzero, hebritische Melodien, Schnabelewobski, letzte Gedichte. Bar Kochba-Ball am!5. Februar. Die besten Tanzkapellen Berlins, eine wundervolle Tombola, die Versteigerung einer Blaupunkt-Truhe, und endlich als Höhepunkt ein Schönheits- Wettbewerb werden den diesjährigen Bar Kochba-Ball zu einem der schönsten Feste der Saison machen. — Es ist sehr erfreulieh festzustellen, daß die Nachfrage nach Karten schon jetzt eine außerordentlich große ist, und auf diese Weise das finanzielle Ergebnis des Festes, das für Wohlfahrtszwecke bestimmt istj gesichert erscheint. Noch wenige Karten im Vorverkauf be» Bote & Bock, Tietz, im Bar Kochba-Büro, Meinekestr. 10, in allen Abteilungen des Bar Kochba-Hakoah und im Ballbüro, Krausenstr. 75 (Merkur 8241). Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina. Studiengruppe Hatikwah: Dienstag, den 17. Februar, nachm. 4V2 Uhr, bei Frau Fernbach, Lindauer Str. 2. Thema: Aktuelle Fragen. Leitung: Frau Blumenfeld. — Bezirksgruppe Nord und Ost: Dienstag, den 17. Februar, abends 8»/a Uhr, im Gemeindehaus, Rosenslr. 2/4. Studienzirkel unter Leitung von Frau Recha Freier: ״Der erste, zweite und dritte Jiscnuw“. Gäste willkommen. Rodef Zedukoh-Ball 1931 am 21. Februar d. J. in den Gesamträumen des Brüdervereinshauses, Berlin, Kurfürstenstr. 116. Kapelle Dajos Bela. Eine reichhaltige Tombola, sowie ein eigenes streng koscher Büffet steht den Gästen zur Verfügung. ״ ׳Der Blau-Weiße Engel“ heißt die neue KKL-Revue, che ihre Uraufführung auf dem Ball des Keren Kajemeth und des Bar Kochba in Köln am Sonnabend, dem 28. Februar, in allen Räumen des ״Zoo“ erlebt Kapelle Fred Wolff mit 6 Solisten spielen zum Tanz. Eintrittskarten zum Preise von 2 M. sind bereits im Vorverkauf zu haben. Abendkasse erhöhter Preis. Brüder-Verein der Lemberger und Umgebung veranstaltet am 22. Februar 1931 im Lehrervereinshaus, Alexanderplatz 41, einen Wohltätigkeits-Ball. Erstklassige Ballmusik und Künstlervorträge. Beginn C»/2 Uhr abends. Eintrittspreis 1,75 M. inkl. Steuer. Karten zu haben in der Geschäftsstelle, Tel. D 6. Wedding 0451. Jüdische Jugendgruppe ״Süden“. Sonntag, den 1. März, nachmittags 4 Uhr, im großen Saal der Kliems Festsäle, Hasenheide 13/15 (U-Bahn Hermannplatz): Purimfeier. Ein heiteres Theaterstück von Satnmy Gronemann (ein Purimspiel) ״Auf Nachtfahrt“, musikalische und andere Darbietungen werden zu einem schönen Nachmittag beitragen. Eintritt 50 Pf., Kinder Der Verein ״Neue Synagoge“ hat die Absicht, noch in diesem Winter einige volkstümliche Konzerte zu veranstalten, um dadurch weiteren Kreisen Gelegenheit zu geben, im Rahmen einer Feierstunde geistliche, insbesondere seltener gehörte synagogale Musik in dem größten Gotteshause der Gemeinde kennenzulernen. Die Eintrittspreise werden sehr niedrig gehalten sein. Den benachbarten Wohlfahrtsbezirken wird eine große Anzahl von Freikarten zur Verfügung gestellt werden. Auch in nichtjüdischen Kreisen soll Interesse für die Veranstaltungen erweckt werden. Das erste Konzert findet am Sonntag, dem 22. Februar, abends 8 Uhr, in der Synagoge Oranien- Bürger Straße 30, statt. Ih.־e Mitwirkung haben freundlichst zugesagt: Herr Oberkantor Gollanin, Frau Edith Herrnstadt- Oettingen (Rezitation), Frau Fränkel-Vamhagen (Gesang), Herr Organist Zepke. Der Jüdische Mannergesangverein Hasom’r, Frankfurt a. M., bringt am 8. März im großen Saale des Volksbildungs- Heimes die Uraufführung der ersten jiddischen Oper ״Sulamith“ in 5 Aufzügen. Die Goldfadensche Urfassung des Textes ist vom Regisseur des Abends, H. Frommer, neubearbeitet worden; die Komposition stammt (unter Verwendüng einiger Goldfadenscher Motive) von dem Dirigenten des Vereins, Leo Rosenblüth. Der Karten voi verkauf hat an den üblichen Vorverkaufsstellen bereits lebhaft eingesetzt. Die Zionistische Ortsgruppe Nürnberg, Burgstr. 23, I, Tel. 21 912, hat im Tauschwege abzugeben: die Protokolle der Zionistenkongresse 7, Q und 11. Sie benötigt die Protokolle der Kongresse 4, 10, 13, 14, 15 und 16. Niederlassungsmöglichkeit. An einem Ort in der Provinz Brandenburg bietet sich für einen Zahnarzt günstige Niederlassungsmöglichkeit. Zulassung zur Krankenkassenpraxis ist zunächst aber nicht zu erwarten. Auskunft erteilt: Z. V. f. D., Berlin W15, Meinekestr. 10. Arbeitsnachweis- Die Berufsberatung der Jüdischen Gemeinde, Auguststr. 17 (Weidendamm 5936, Sprechstunde: Für Mädchen Montag und Donnerstag 10—1 Uhr, für Knaben: Dienstag und Freitag 10—1 Uhr, für Schüler: Montag, Dienstag, Mittwoch 1/s4—5 Unr, Fasanenstraße: Donnerstag 3—6 Uhr) veranstaltet am Montag, dem 16. Februar 1931, abends 8 Uhr, in der Mädchenschule, Auguststr. 11—13, einen Schülerabend, auf dem die Fragen der Berufswahl und der einzelnen Berufe besprochen werden. Für Mädchen findet ein gleicher Abend am Donnerstag, dem 19. Februar 1931, abends 8 Uhr, ebenfalls in der Mädchenschule, Auguststr. 11—13, statt. Alle Schüler, die In absehbarer Zeit die Schule verlassen, sind herzlich eingeladen. WELTV QAND MakkabU!. In Berlin hat sich unter dem Vorsitz von Direktor Georg Kareski zur Unterstützung der Vorbereitungen für die Makkabiah ein Komitee gebildet, das am Montag, dem 16. Februar, erstmalig Zusammentritt. Auf gal» dieses Komitees ist, den Godanken der Makkabiah in die jüdische ()Öffentlichkeit zu tragen und die Propaganda für sie auf breit« Grundlage zu stellen. Kanada. In Montreal hat sich ein Sportklub Makkabi gebildet, der die Korrespondenz mit dem Makkabi-VVelt-Verband aufgenommen hat. Erez-Fsrael. Mit dem Bau der Turnhalle, die aus den in Deutschland aufgebrachten Geldern des Ozar Hamskkabi erbaut wird, ist in Haifa begonnen worden. Die Turnhalle ist ein Geschenk des Deutschen Makkabikrcises an den Makkabi in Haifa. Die Kosten des Baues werden ungefähr 10 000 M. betragen. — Zu Peßach wird in Tel-Awiw der Grundstein für eine Turnhalle des Makkabi Tel- Awiw gelegt, für die in Palästina 500 Pfund aufgebracht wurden. — Dio neue Zeitung des Makkabi Erez-Israel ist erschienen. Aus dem Inhalt erwähnen wir: ״Lord Melchett und der Makkabi“ von Colonel Kisch, ,.Ein Fürst und Großer Israels ist gestorben" von David Yellin, ..Der Zionist Lord Melchett" von Prof. Klausner, ״Lord Melchett" von Dr. Mcssinsohn, ״Alfred Mond und seine Talon" von Dr. Mosche Weitzmann, ״Lord Melchett und die arabische Frage", ״Dor Jude Melchett", Kurse für Turner", Reisebericht der Motorradfahrer in Europa usw. Deutscher Kreis MakkaBI-FHm. Am 7. Februar lief im dicht gefüllten Saal des Film- und Bildamt« der Stadt Berlin zum ersten Male der Makkabi-Film ״Antwerpen 1930" und als Wiederholung der neubearbeitete Film ״Makkabäer". Beide Filme sowie ein von Hans Eger gesprochener Prolog erweckten beim Publikum große Begeisterung. Bar Kochba-Hakoah Berlin. Leichtathletik. Auf dem Hallensportfest des Verbandes Brandenburgischer Leichtathletik-Vereine hatten wir den Wanderpreis in der 10 X 50-m-Staffel zu verleidigen, den wir in den letzten zwei Jahren gewonnen hatten. Ohne Gerber und Kurz I (??) und Lewin antretend gelang es uns, Vorand Zwischenläufe gut zu überstehen. Der Endlauf wurde durch Radio übertragen. Bis zum sechsten Mann lagen wir in Führung: dann mußten wir infolge der Ersatzleute Jahn (Neukölln, Kreis Illb) vorbeilassen, und es reichte nur noch, knapp zurück, zu dem zweiten Platz vor B. S. C. und S. C. C. Die Rundenstaffel am Schluß des Festes sah uns ebenfalls anfänglich in Führung; später fielen wir jedoch auf den 6. Platz zurück. Handball. 1. Minner gegen S. C. Armin 3 :12 (1 : 5), Zu einem Spiel, das über den Abstieg entscheidend sein kann, wurde nur mit acht, später neun Mann angetreten. Es konnte sich also nur um die Höhe der Niederlage handeln. Wenn nun nicht noch ein Wunder geschieht, wird das Wirken der Mannschaft in der 1. Klasse mit dieser Saison, wenigstens vorläufig, sein Ende finden. 2. Männer — V. f. L. Brandenburg-ILivel 7:6 (2 :3). Die Zweite zeigte wieder einmal vorbildliehen Kampfgeist. Obwohl bereits 2:5 im Rückstand, ließ sie nicht locker, bis der Vorsprung des Gegners aufgeholt und das Siegestor erzielt war. Hier ist vom Vorsonntag noch das ehrenvolle Unentschieden gegen die Spandauer Polizisten (7 : 7) nachzutragen. Beidemal war Salo Laub in besonderer Schußlaune. 1, Frauen gegen Elsthal 6: 1. In teilweise neuer Aufstellung zeigten unsere Mädels ein prächtiges Spiel und konnten ihren bisher höchsten Sieg in überlegener Manier erringen. 4. Männer — Jüterbog 0 :14; Knaben gegen S. C. Süd kampfit» verloren. Führerarbeitsgemeinschaft: Bei der Zusammenkunft der Führerarbeitsgemeinschaft am 8. Februar wurden Berichte über die stattgefundenen 15. Schewat- Feiern gegeben. Es berichteten die Damensport-, Knabensport-, Jungmädchen- und Handball juniorenabteilung. Eingeleitet wurde jeda Feier durch ein Referat über die Bedeutung des Tages (bei den Jungmädchen fand statt dessen ein hebräisches Gespräch statt); weiter wurden Erzählungen vorgetragen, es wurde gesungen und zur Feier des Tages Palästina-Obst gegessen. Die Handballjunioren sprachen noch ausführlich über Makkabiah und Makkabäerfilm. Bei den Damen wurde mit rgoßer Begeisterung Horrah und Telawiwia getanzt. Sammlungen für die Baumspenden des KKL ergaben bei den Damen 2,05 M. und bei den Handballjunioren 6 M. — Zu Purim wird eine gemeinsame Feier aller an der Führerarbeitsgemeinschaft beteiligten Abteilungen veranstaltet werden. Abteilungen, dio sich daran noch beteiligen wollen, müssen sich mögliehst sofort im Büro melden. Die Vorbereitungen sind bereits m vollem Gange. — Die nächste Zusammenkunft der Führerarbeitsgemeinschaft findet am Sonntag, dem 22. Februar, in der Meineke- Straße 10, von 5—7 Uhr, statt. (Die Teilnehmer versammeln sich ab 4(4 Uhr.) Und Sonntag zum Ball des Bar Kochba-Hakoah! 15. Febr״ 20 Uhr, Krolisäle. Bar Kochba Hamburg. Hockey-Abtl. Bar Kochba 1. Herren gegen Rahlstedt 1. Herren 2:2 (0:0). Ein ganz ausgezeichnetes Spiel lieferten die Bar Kochbaner und waren im Feldspiel besser als die Rahlstedter. Geschossen wurde viel, leider hatte der Sturm mit seinen Schüssen viel Pech. Das Zusammenspiel gefiel sehr gut und konnte die Mannschaft aus einer 2 :0-Führung Rahlstedts ein verdientes Unentschieden herausholen. Ein schönes fieauitat gegen!einen ,G.egaer der Spitzengruppe! Alle anderen Hockeyspiele fielen wegen der eingeschneiten Plätze aus. Handball-Abtl. Bar Kochba 1. Herren gegen Hermannia 1. Herren 6:0. Schön war es gerade nicht am Sonntagmorgen in Veddel, dafür wurden aber zwei kostbare Punkte mit nach Hause genommen. Die Mannschaft nimmt einen guten MillelplaU in ihrer Tabelle ein. Bar Kochba 2. Jugend gegen H. S. V. 3. Jugend 0 : 6. Da einige Spieler erkrankt sind, mußte die Mannschaft mit Ersatz antreten. Bar Kochba 1. Schüler gegen Polizei 2. Schüler l: 3. Da der angesetzte Schiedsrichter nicht erschienen war, mußten wir uns auf einen Herrn von der Polizei einigen, der unsere Mannschaft offensichtlich benachteiligte. Zwei Tore des Gegners wurden aus krasser Abseitsstellung erzielt. Bar Kochba 1. Knaben gegen Hansa Altrahlstedt 1. Knaben 5:0 (2:0). Trotzdem die Jüngsten dos Vereins mit sehr viel Ersatz antreten mußten, konnten sie den Gegner glatt schlagen. Die Mannschaft führt in ihrer Klasse. Fußball- Abteilung. Bar Kochba 1. Harren gegen Weißendorfer Sp. V. 1 : 2. Die Mannschaft spielte sehr schwach und scheint den guten Anfang der zweiten Serie nicht vertragen zu können. Gefallen konnte nur der Mittelläufer und der rechte Verteidiger. Bar Kochba 1. Jugend gegen Sperber 2. Jugend 3:9. v. G. Film und Musik aus Paüstina. Auf Einladung der ״Gesellschaft zur Erforschung der Musik des Orients“ hielt Herr Hans Helfritz einen Vortrag über eine Reise nach Palästina und Transjordanien und führte dabei einen Film vor, den er selbst aufgenommen hatte, sowie phonographische Aufnahmen. Dieser Film zeigt Palästina einmal von der nicht jüdischen Seite. Er enthält sehr viel interessante und neue Landschaftsbilder. Er ist sicher in vieler Hinsicht der schönste Palästinafilm, den man bis heute gesehen hat. Er kann gar nicht oft genug vorgeführt werden. Besonders wesentlich ist, daß man ein lebendiges Bild von dem Leben der Beduinen bekommt. Die Phono graphenwatzen, in die die Beduinenlieder und •tanze hineingesungen und hineingespielt wurden, ließen uns sehr interessante Spielmanns-, Hochzeits-, Gebets- und Hirtenlieder kpnnen lernen, jedoch sind diese Walzen nur für Demonstrationszwecke vor Musikern geeignet. (Man muß sich durch schon bekanntes Material das meiste ergänzen.) Dem Laien kann das Fremdartige der orientalischen Musikpraxis durch dies mangelhafte Aufnahmeverfahren nur noch fremder erscheinen, Die Gesänge sind meist Sololieder mit Begleitung der Rebab oder der arabischen Bambus-Doppelklarinette. — Man kann auch nicht behaupten, daß uns durch diese Walzen ein neues Licht über die arabische Musik aufgegangen ist. Es handelt sich mehr um Bestätigung von Dingen, die wir schon gewußt haben. Aber amüsant war es doch! A. J.-L. Leo Gollanins Liederabend. Längst schon sind die jüdischen Volkslieder in Deutschland reif für das Konzertpodium und finden ein zahlreiches und interessiertes Publikum, nicht zuletzt dank der hingehenden Arbeit einiger jüdischer Komponisten. In diesem Zusammenhang seien die Namen Arno Nadel, M. Schal i t, J. S. Roskin, J. Beymel, A. Shitomirsky und James Rothstein genannt, die diese Lieder durch kultivierte und musikalisch reizvolle Untermalung dem westeuropäischen Kunstgeschmack zugänglich gemacht haben. Leo Go 11a nins Abend jüdischer Volkslieder in der Singakademie fand ein begeistert mitgehendes Publikum auch aus nichtjüdisehen Kreisen. Lieder, die schon oft gesungen wurden, bekamen neuen Klang, und was unsere Mütter vor sich hinträllerteny hörten wir hier pointiert und geistreich vorgetragen. Leo Gollanin, der große jüdische Sänger und Kantor, entzückt immer wieder durch die Frische und Lebendigkeit seines modulationsreichen warmen Baritons, des unkonventionellen und fesselnden Vortrags und die chassidische Innigkeit. Das, Repertoire war glücklich gewählt! Liebeslieder voller Zartheit, wiegen- und Kinderlieder, Trinklieder mit saftigem Humor und chassidische Tanzlieder, die man zum erstenmal in der Bearbeitung von James Rothstein hörte. Ida Gollanin und James Rothstein erfüllten mit viel Verständnis und Einfühlungsgabe am Klavier ihre Aufgabe. Es war ein schöner Abend. a. a. Ein zweites Judenbad ln Worms aufgedeckt. In der Nachbarschaft der alten Wormser Synagoge wurde unlängst ein zweites Judenbad — wahrscheinlich dem 17. Jahrhundert entstammend — aufgedeckt. Es befindet sich 8 m unter dem Straßenniveau. Jeder architektonische Schmuck fehlt Am 14. Januar d. J. wurde das Bad der OeffentHchkeit zugänglieh gemacht. Ortsgruppen Beuthen. Am Freitag, dem 30. Januar 1931, veranstaltete die Union der Zionisten-Revisionisten, Ortsgruppe Beuthen (O.-S.l, eine Chamischo-Ussor-Vorfeier im Hamburger Hof. Der Vorsitzende, Herr Mendel Brauner, begrüßte die Anwesenden. Herr Lewkowitz erklärte in kurzen Worten die Bedeutung des Chamischo-Ussor-Beschwat. Herr Arnold Wiener sprach über ״Die Bodenprobleme in Palästina“. Der Redner führte u. a. aus, daß das Bodenproblem nur durch die Agrarreform gelöst werden könnte und daß die englische Regierung auf diesem Gebiete fast noch nichts getan hätte. Der Referent schilderte in seiner fast lJ4stündigen Rede die Verhältnisse in Palästina. Der anschließende Applaus zeugte von der Zufriedenheit der Zuhörer. Von den sieben Arten des Chamischo-Ussor-Obstes war die festlich gedeckte Tafel reichlich versehen. Vom Vofttand der Synagogen-Gemeinde war Herr Julius Nothmann anwesend, der auch sein Scherflein für diesen Abend nicht fehlen ließ. Der Abend erreichte den Höhepunkt der Gemütlichkeit durch synagogale und jüdische Lieder, die von Mitgliedern unserer Ortsgruppe vorgetragen wurden. Auch das bekannte Bethar-Lied wurde gesungen. Der Abend wurde mit dem Gesang der Hatikwah um 111/3 Uhr beendet. — Die Veranstaltungen der Gruppe der Zionisten-Revisionisten finden jeden Freitagabend in den oberen Vereinsräumen, Frietirich-Wilhelm-Ring, 6tatt. Bremen. Am 29. Januar sprach Moses Waldmann, Berlin, in einer gut besuchten Versammlung über die gegenwärtige Lage im Zionismus, Referat und Diskussion dauerten drei Stunden und fanden bei den Erschienenen großes Interesse. Glelwitz, O.-S. Am 5. d. M. fand in der hiesigen Ortsgruppe der drifte Vortrag des von Herrn Rabb. Dr. Ochs abgehaltenen Zyklus’ ״Martin Buber und sein Werk“ statt Der Herr Referent sprach in ausführlicher und beredter Weise über ״die 3 Reden über das Judentum“, und seine Ausführungen standen, wie gewohnt, auf einem hohen Niveau. Der Redner fand reichen Beifall. Dr. E. H. Hannover. Unsere Ortsgruppe, die längere Zeit in Untätigkeit verharrte, Ist zu neuem Leben erwacht Dies zeigten die Veranstaltungen der letzten Wochen, vor allem aber der Vortrag von Dr. Werner Bloch am Sonnabend, dem 7. d. M., über ״Jüdische Jugend, zionistische Idee und Palästina“. Der Volksheimsaal war von Jugendlichen aus allen Lagern bis aut den letzten Platz besetzt. Wie sehr er die Jugend zu packen verstand, zeigte die außergewöhnlich rege und von starkem Interesse getragene Aussprache, die sich bis Mitternacht hinzog. In seinem Schlußwort vermochte der Redner wegen der vorgerückten Zeit leider nur auf einen Teil der gestellten Fragen einzugehen, tat dies aber in einer Weise, die vorzüglich der geistigen Verfassung von jugendlichen Menschen angepaßt war, so daß aus der Versammlung der Wunsch lebhaft geäußert Würde, Hen; Dr. Bloch möchte bald wiederkommen.

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