Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 31 (23.4.1926)
- Date
- 1926-04-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 230 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 31 ״Das Wesen der Nation“ Vortragsabend in der Monat Ijar -Aktton 111! Rahmen der Monat ijar-Aktion veranstaltete die Berliner Zionistische Vereinig»!!!; im Herrenhaus einen Vortragsabend, der, wie der Vorsitzende, Herr Richard Lichtheini, in seiner Eröffnungsrede sagte, dem Zweck dienen sollte, eine Klärung und Nachprüfung der Grundbegriffe, auf denen die zionistische Ideologie beruht, zu fördern. Der Abend, der einen mehr akademischen als propagandistischen Charakter hatte, gewählte einen Einblick in die gedanklichen Zusammenhänge, die zwischen den allgemeinen Strömungen und Ent- Wicklungen der Menschheit und dem Zionismus als einem Sonderfall bestehen. Referenten des Abends waren die Herren Dr. Walter Sulz hach, Privatdozcnt der Universität Frankfurt a. M., der seihst der Zionistischen Organisation angehört, und Kurt Blumenfeld. Dr. Sulzbach entwickelte in mehr als einstündigem Vortrag ein soziologisches Gedankensystem, in dessen! Mittelpunkt der Begriff der Nation stand. Es gelang ihm durch feinsinnige Analyse und guigcwählte Beispiele das Thema in neuartiger Weise zu beleuchten, wobei er auch die Jiidcnfrage ausführlich erörterte. Auch für den, der nicht mit allen wissenschaftlichen Deduktionen Sulzbachs mit- *«gehen vermag — z. B. vermißte man einen Hinweis auf die Rolle des Kapitalismus bei der Ausbildung des modernen Nationalismus —, bot der Vortrag eine Fülle von Anregungen. Während Sulzbach mehr die allgemeinen Gesetze des Natiorialismus untersuchte, versuchte Blumenfeld demgegenüber die Geschichte des jüdischen Volkes und den jüdischen Nationalismus als einmalige und eigenartige Erscheinung zu umraBeii. Durch dieses Nebeneinander von soziologischer und geschichtsphilosophischer Betrachtungsweise e ׳•hielt die Veranstaltung einen besonderen Reiz. Dr. Sulzbach ging davon aus, daß drei Prinzipien um die Gestaltung der menschlichen Gemeinschaft kämpfen: das religiöse, das klassenmäßige und das nationale. Alle diese Prinzipien suchen nach einer theoretischen Fundierung, die am schwersten beim Nationalismus gelingt. Der Redner widerlegt nacheinander die Autfassungen, die das Wesen der Nation rassentheoretisch oder durch gemeinsame Charaktercigcntümlichkeiten, durch Gemeinsamkeit der Sprache oder der Geschichte erklären. Er sieht in der Nation eine Gruppe von Menschen, die einen bestimmten Staat um seiner Souveränität willen anstrebt. Von Bedeutung ist dabei ein Diseoniimmm, die deutliche Abgrenzung gegen andere Nationen, möglichst durch physische Einschnitte. Unter Volk dagegen versteht man eine Gruppe von Menschen, die glaubt, von gemeinsamer Abstammung zu sein. Sind nun die Juden eine Nation? Sie sind bestimmt ein Volk, sic sind eine Religionsgemeinschaft und sie sind seit einiger Zeit auf clem Wege zur Nation. Wenn zum Wesen der Nation ein scharfer Einschnitt gegen außen gehört, so ist dieser zweifellos bei den Juden gegeben, und zwar doppelt: positiv in der Religion, die ein starkes Differenzierungsmittel darstellt, negativ im Antisemitismus. Der Redner, dessen Schrift ״Vorurteile und Instinkte“ an dieser Steile bereits ausführlich besprochen worden ist (von Dr. Holdheim in Nr. 15 der ״Ji'id. Rundschau“), charakterisiert rinn Wesen und Geschichte des Antisemitismus. Er sieht dessen Ursprung in dem ״sozialen Apriori“, das das Mißtrauen schafft, in dem ״sozialen Verstehen“, das durch Beziehen der Ereignisse auf das erwähnte Apriori erzeugt wird, und in den dadurch geschaffenen Assoziationen des Wortes ״Jude“. Die Juden nun zerfallen heute in vier Klassen: 1. Die Juden, die sich zur jüdischen Religion rechnen, sich dem׳ Staate zuzählen, keinen wert legen auf die Aufnahme in die, thrisllfcle Gesellschaft und nieffrZfbhistfcn' sind, 2. die Assimi-* * Ianten, die bewußt sich der Nation, bei der sie leben, völlig einreihen wollen, was jedoch höchstens für Individuen, niemals für die Masse gelingen kann, und die bekannten unangenehmen charakterlichen Begleiterscheinungen erzeugt, die die schlechten Assoziationen des Wortes ״Jude“ nur noch vermehren, 3. die Zionisten, die eine jüdische Nation geschaffen sehen wollen, aber nicht auswandern wollen, und 4. die Auswanderer, die nach Palästina gehen und die dem anfangs skizzierten Begriff der Nation am nächsten kommen, obwohl gewisse Unterschiede bestehen. Ein ausgesprochenes Souveränitätsstreben ist im heutigen Zionismus nur keimhaft vorhanden und die Imitation des europäischen Nationalismus spielt noch fast keine Rolle, aber die Gesetze der Nachahmung sind viel zu stark, als daß man für die Zukunft eine Prognose stellen könnte. Der Prozeß der Ansiedlung der Juden wird jedoch noch längere Zeit in Anspruch nehmen und wir können nicht wissen, ob nicht inzwischen andere Tendenzen auch in der europäischen Weit stärker werden, z. B. der Wille zur Entnationalisierung bei den kleinen Nationen, wie er heute bei den Dänen bereits zuweilen auftaucht. Von größter Bedeutung ist, daß die judensiedlung in Palästina neue Assoziationen des Begriffes ״Jude“ schaffen wird, insbesondere die Vorstellung Das Grabmal des unbekannten Soldaten Unter den zahlreichen glänzenden schauspielerischen und schwachen dichten:.dien Lei hingen des Berliner Theaterwinters ist dies einer der wenigen Abende, die irn Gedächtnis bleiben. Paul Raynal ist Franzose, vermutlich sogar ein glühender Natiouai-Franzose, und er ist Katholik, sicherlieh ein gläubiger Katholik. Hechvig von Geriach hat sein Stück übersetzt, das im Kleinen Theater unter der Aegide Bert hold Viertels aufgeführt wird. Ein Soldat ohne Namen kommt aus dem Schützengraben zum kurzen, al!er!et/ten Urlaub nach Hause, ehe es in den Tod geht: das und nichts weiter ist der Inhalt. Aber wenn ich diesen Soldaten heimkehren sah — schmutzig, lehmbedeckt feldgrau, in der Jacke des Gemeinen —- da mußte ich an die vielen jungen jüdischen Soldaten denken, die ich so hab zum Urlaub heimkehren sehen — schmutzig, Ichmbcdcekt, feldgrau, in der Jacke des Gemeinen: im Gcgensatz zu ihren christlichen Mitschülern, die längst Offiziere geworden, die schmucke Leutnantsuniform zur Schau trugen: was die armen Jungen vor dem ihnen allen drohenden Schicksal freilich nicht bewahrte, aber ihnen doch die endlos langen Wochen menschenwürdiger — will sagen: weniger unerträglich! — gestaltete. ״Warum bist du nicht Offizier geworden?“ fragte liier der Vater seinen Sohn, ״es hätte doch deine Lage erleichtert!“ — ״Weil ich den Krieg so hasse, daß ich mir nicht die Möglichkeit nehmen will, ihn dort zu erleben, wo er am widerwärtigsten zu erleben ist,“ antwortet eiskalt der Sohn. Ebendort hat Deutschlands jüdische Jugend zu ihrem überwiegenden Teile den Krieg erlebt: dort, wo er am schlimmsten war; wenn auch die Begründung des ״Nieht-Befördert-Werdens“ eine andere war. Pa wundert sich einmal der daheimgebliebene Vater, daß der Sohn nicht mehr Begeisterung mitbrächte; vielmehr die Stimmung eines ungerecht zum Tode Verurteilten sieht er in ihm. Und der Soldat stimmt zu und vergleicht sich mit den französischen Adligen, die das Schreckensregiment zum Tode verurteilte. ״Aber die führten einen Bruderkrieg — und du kämpfst' gegen die Feinde des Va’terlandes!“ wendet der Vater ein. Der Sohn aber entgegnet diese merkwürdigen Worte: ״Gibt es überhaupt einen Krieg, der kein Bruderkrieg ist?“ Der Prophet Maieachi könnte diese Worte gesagt des Schmarotzertums wird verschwinden. Darum ist der jüdische Nationalismus auch von einem Standpunkt, der im Nationalismus an sich nichts begrüßenswertes sieht, anzuerkennen. Die geistige Begabung der Juden kann die Schäftung der jüdischen Nation zu einem Ereignis ersten Ranges machen und der Zionismus wird zu zeigen haben, daß bei ihm der Akt der Befreiung sich nicht erschöpft in einer Nachahmung der anderen Nationen. Kurt Blumenfeld betonte, daß die Analogie, ein anerkanntes Hilfsmittel der modernen Wissenschaft, in derartigen Untersuchungen nur mit Vorsicht angewandt werden darf. Indem der Systematiker die Erscheinungen begrifflich regelt und eingliedert, entsteht die Gefahr, durch die Brille einer gleichlautenden Terminologie Dinge als gleichartig zu sehen, die in ihrem Wesen verschieden sind. Wer dagegen den Einzelfall in seiner individuellen Ent- Wicklung betrachtet, wird zwar viel Typisches finden, aber in manchen Punkten auch zu abweichenden Resultaten kommen. Die Aufstellung allgemeiner Begriffe hat die Gefahr, oft konstitutiv zu wirken und Merkmale auf Erscheinungen zu projizieren, die darin nicht enthalten sind. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch die vom Vorredner aufgestellte Definition von Nation und Volk nicht ganz aufrecht zu erhalten. Gerade die jüdische Nationalbewegung zeigt eine andere Auflassung von Nation. Andererseits ist es anfechtbar zu sagen, unter Volk verstehe man eine Gruppe von Menschen, die glauben, gleicher Abstammung zu sein; denn gerade für die europäischen Völker trifft das nicht zu; deren Angehörige wissen, daß sie verschiedener Abstammung sind. Bei den Juden hingegen ist die Stammesgemeinschaft für die Nation konstitutiv gewesen. Man sprach von ״Kindern Israels“; das Bewußtsein menschlicher Zusammenhänge, gleicher Abstammung, ist für das jüdische Volk die entscheidende Kraft ihrer nationalen Entwicklung, während das Land als nationales Merkmal erst später hinzutritt. Die jüdische Nation kann unter Umstanden das Land entbehren, wenn auch seine Sehnsucht an dieses Land gebunden bleibt. Während bei anderen Völkern die Verbindung mit dem Lande die Voraussetzung ihrer Nationswerdung und die Grundlage ihres Machtstrebens ist und darum auch in! Mythos verankert wird, beginnt die jüdische Geschichte mit einer Verheißung des Landes, welches für die bestehende Nation ein Ziel ist, wo der letzte Ort der Verwirklichung ihres Ideals menschlicher Gemeinschaft sein soll. Wir fühlen heute, daß für die kommende Entwicklung entscheidend ist, welcher Geist dazu führt, ein Land in Besitz zu nehmen und daraus etwas zu machen. Daraus erklärt sich auch, warum der Zionismus mit der Prätention auftritt, die Lösung der Judenfrage zu sein, ohne doch versprechen zu können, alle Juden nach Palästina zu transportieren. Es besteht die Vorstellung, daß das Leben dieser Juden, die das Land aufbauen, repräsentativ sein wird für das ganze Volk, sie werden jedoch nicht ihrem eigenen Machtstreben verfallen können, da sie auch das Leben der übrigen Juden, mit denen der personale Zusammenhang als Volk gewahrt bleibt, berücksichtigen müssen. Gewiß gibt es Analogien zwischen dem jüdischen Nationalismus und Entwicklungen der außerjüdischen Welt. Geistige Strömungen der Umwelt wie z. B. der deutsche Idealismus, sind auf uns nicht ohne Einfluß geblieben. Der jüdische Nationalismus. unterscheidet sich aber grundsätzlich von andern durch die einzigartige Tatsache, daß das Bekenntnis zum jüdischen Volk ein Akt ist, zu dem sich jeder Einzelne erst durchringen muß. Durch diese Entscheidung zum Volk entstehen notwendig die Fragen nach dem Inhalt und dem Sinne dieses Volfitums. Im Zionismus vereinigen sich die verschiedensten Elemente*•indianische Sehnsucht, tägliche Be-: dürfnisse, persönliche Not und politische Ueberzeugung. Ess sind zürn Teil uralte Strömungen, die hier Im modernen Gewände und in einer modernen Terminologie auftauchen. Der jüdische Nationalismus hat heute ein ganz konkretes diesseftiges Ziel, das wir als notwendig für die Erhaltung des Volkes erkannt haben; wir glauben, daß er sich im wirklichen Leben bewähren muß, und wir wollen nicht zulassen, daß Menschen unter Zuhilfenahme einer von anderen übernommenen verpönten Terminologie zu abstrakten Begriffen entschlüpfen, wobei sie im gewöhnlichen Leben durchaus in der von innen abgelehnten Welt bleiben. Auch die Kosmopoliten können nur dadurch Kosmopoliten sein, daß sie im Verbände einer Nation leben, und während wir glauben, daß jüdischer Nationalismus mit wahrem Kostnopolitismus durchaus vereinbar ist, halten wir die Stellung der in einem anderen Nationsverband wirkenden kosmopolitisch gesinnten Juden für widerspruchsvoll. Wir waren stets ein kleines Volk, und es wird sich zeigen, daß wir unsere nationale Entfaltung nicht in einem primitiven Machtstreben sehen. Wir glauben vielmehr, daß unsere Macht nur daraus kommen kann, daß das auf so merkwürdige Weise regenerierte jüdische Volk den eigenen geistigen Maßstab für die Gestaltung seines nationalen Lebens festzuhalten vermögen wird. Vielmehr — er hat sie gesagt. Sie sind nichts als eine Folgerung aus den seinen. ״Haben wir denn nicht alle einen Vater?“ — Eine Folgerung, die freilich das Menschengeschlccht bis heute noch nicht gezogen hat. Es ist ein schlechtes Zeichen für unsere Zeit und für die Berliner, daß dies Stück nur noch selten ״egeben wird — zumal die Aufführung besonders durch die Besetzung der beiden männlichen Rollen sehr eindrucksvoll ist — während der Fröhliche Weinberg silberne und goldene Jubiläen feiern kann. Noch haben viel zu wenig■ Menschen dieses Stück sesehen. Genießen macht gemein, sagt der Dichter. Auch Vergessen macht gemein. Bertha Badt-Strauß. Konzerte Die Gesellschaft der Freunde jüdischer Musik gab im Bechsteinsaal ihr erstes Konzert und trat somit zur Verwirklichung ihres Programms: der Pflege jüdischer Musik. Das Streichquartett von Ernest Bloch eröffnete den Abend. Bloch ist sowohl in Europa, wie auch in Amerika (wo er gegenwärtig lebt und wirkt) als ein jüdischer Kornponist bekannt und es unterliegt dennoch keinem Zweifel, daß jüdisches Weltempfinden die Quelle seiner versonnenen, und bei aller betonten Barbarei immer wohlgepflegten Musik ist. Namentlich zeigen die beiden Mittelsatze von Blochs dichterischem Gestalten und weisen auf den Ursprung jeglicher jüdischer Gemeinsamkeit: die Empfindungsweit der Bibel. Das van Laar-Quartett spielte mit viel Hingäbe und erntete reichen Beifall. Starken Eindruck hinterließen die Gesänge von Ravel (״Kaddisch‘j und ״I n Cheder“ von Moses Millner, beide ausgezeichnet vorgetragen von Leo Gollanin. Hier ein ekstatisches Psalmodieren, Hingabe und Verzückung, da intimes Schildern, Ballade in Herzenstönen, innerliche Zärtlichkeit. Synagoge und Volkstum: ewige Verwobenheit des Judentums. Erich W. Sternbergs ״Oestliche Visionen“ sind die Aufdeckung eines Problems, das Sternbergs Seele durchtoben mag, ein künstlerisches Auswirken geteigerter Subjektivität, belastet und belastend, suchend und verwirrend. Seine Exstase ist echt wie seine Qual, sein Toben, seine Askese, seine etwas hilflose Anlehnung an den schlichten Volkston (der ihm nicht beschicden ward) — all das ist echt, hat Die Mlrzetngange des Keren Hafessod (Mitgeteilt vom Londoner Hauptbüro.) 1. Vereinigte Staaten 32 156.13,0«, 2. Südafrika 8000.-,- 3. Rumänien: Bukarest £ 1983.12, 6 Bukowina -,3 .357 ״ Bessarabien 6 ,7 .249 ״ Transsylvanien 4 ,1 .173 ״ 2 763. 4. 4 4. Kanada ” 2 048. 2, 6 5. Palästina: Keren Hageulah £ 1076.18, 6 KH.-Beiträge 7 .9 .667 ״ 1 744. 8, 1 6. Deutschland 1 344.14,10 7. Polen 1 257. 5, 6 8. Holland 1 080.10, 4 9. England 1 004.15, 2 10. Tschechoslowakei 905.15, 2 11. Kuba 695. 5, 6 12. Italien 350.-,— 13. Schweiz 316.12, 3 14. Estland 315.-,- 15. Aegypten 276.18, 6 16. Litauen 276.11,- 17. Bulgarien 154.19, 8 18. Lettland 146.-,- 19. Schweden 3 ,5 .16 ו 20. Frankreich: Paris £ 55.14, 6 Straßburg 8 .34.15 ״ «)0.10, 2 21. Oesterreich 85.10,11 22. Kenia Kolonie 60.-,— 23. Dänemark 37.17, 4 24. Finnland 28. 5' 3 25. Griechenland 20.-;- 26. Algerien 9. 8,- 27. Norwegen 7. 1, 4 28. Danzig 4.10,- £ 55 296. 4,10 Aus dieser Aufstellung ist zu ersehen, daß das Hauptbüro des Keren Hajessod in London im Laufe des Monats März 1926 55 296. 4,10 £ netto eingenommen hat (gegenüber 59 617.13, 5 £ im März 1925). Dieses stellt das höchste Monatsergebnis dar seit August 1925. Es muß allerdings dazu bemerkt werden, daß die Steigerung hauptsächlich zwei besonderen Zuweisungen zuzusclireiben ist, nämlich einer amerikanischen ,Sonder- Überweisung von 100 000 Dollar, von denen 50000 Dollar in diesem Ausweis verrechnet sind, während die anderen 50 000 Dollar im Monat April erscheinen werden, und der bereits gemeldeten südafrikanischen in Höhe von 7500 £, die als Vorauszahlung auf die unter Führung von Herrn Sokolow einzuleitcndc Kampagne geleistet wurde. Keren Kaiemelh •Eingänge im Mär* Die Gesamteingänge des Keren Kajemeth im Monat März erreichten die Summe von 32000 £E, das bisher höchste Monatseinkommen dieses Jahres. Das Gesamtergebnis für die ersten 6 Monate des laufenden Jahres ist wie folgt: Oktober 1925 bis März 1926 inkl. £E 132003 (Oktober 1924 bis März 1925 inkl. £E 108 047) Die hauptsächlich beitragenden Länder sind: März 1. Halbjahr. £E £E Vereinigte Staaten 12 420 40 448 Polen (alle Provinzen) 4 204 20742 . SfldafÄi״'‘ y’5'? «"'■׳■־ *״* ׳■■׳ . י?"®»/' -־־ ׳'10ÄU - י' Englandי•'־■׳‘ ׳ ■■v"••׳' ' ■■■2462 ■y 2י*ז9$6 ׳ Rumänien (alle Provinzen) 1 778 8031 Deutschland 795 6900 Tschechoslowakei 597 4171 Argentinien _ 3 290 Canada — 2 893 Erez-Israel 995 2732 Oesterreich 582 2228 Belgien 459 2195 Litauen (Kowno) 484 2145 Jugoslavicn 349 2075 Die judenfeindiiehe Londoner ״M orningpost“ veröffentiieht einen Appell an die Christenheit, den Oelberg zu Jerusalem anzukaufen und ihn vor einer Besiedelung durch Juden zu bewahren, da dieser Berg ״dem Herzen jedes wahren Gläubigen teuer ist“. In dem Aufruf heißt es, die Ausgestaltung der Hebräischen Universität auf dem Berge Skopus bringe die Gefahr nahe, daß sich Juden in der Nähe der Universität auf dem Oelberge ansiedeln werden; dies müsse verhindert werden. (!) eigenes Profil und eigene Unbestechlichkeit. Vielleicht schenkt ihm das Schicksal die Gnade einer Resonanz, ein Fließen ohne Katarakt, eine Kontinuität ohne Krampf. Franz Osborn spielte das immens schwere Werk überlegen. Er ist ohne Zweifel einer unserer besten, entwicklungsfälligsten Pianisten. Wir beglückwünschen an dieser Stelle die Gesellschaft für jüdische Musik. Der gutbesetzte Saal zeugt vom regen Interesse, die aufmunternden Worte des Herrn Dr. Hildesheimer, der über die Ziele der Ge- Seilschaft sprach und um Propaganda ersuchte, dürften nicht ohne Echo verklingen. Der Anfang ist getan. Möge ein freier Weg und freudige Mitarbeit aller reiche Frucht dem jüdischen Volke bringen. Dr. K. R. * Die Gesellschaft ״Der Sturm“ widmete ihre letzte Veranstaltung in der Hochschule für Musik der Gesangsgemein• schaft Rosebery D’Arguto. Der in weiten Kreisen bekannte Gesangspädagoge erläuterte einige Tage vorher vor dem Hauptausschuß des Landtags und geladenen Gästen in einem Vortrag mit praktischen Beispielen durch den Chor selbst die Grundlagen seiner Methode (er verwendet auefc eine neue Atemtechnik) und sprach auch über den absoluten Gesang, den er in seiner Gemeinschaft pflegt, und über die Vierteltonmusik. Die Vierteltonmusik ist gerade dem Juden nichts Fremdes, da die meisten orientalischen Völker in Viertel tönen musizieren. — Das Konzert in der Hochschule brachte Proben sowohl von der Methode seiner natürlichen Stimmbildung, Lieder von Klangschönheit und seltener Farbigkeit des Tortes und außerdemUraufführungen neuer Kompositionen in Vierteltönen, unter anderem ein Gesangs-Quartett und — zum erstenmal mit Vierteltönen — einen Chor: das Arbeiterkampflied ״Kampfentschlossen“ in dem die Vierteltöne tonmalerisch verwandt wie beim wachsenden Sturm des Volksunwillens sich ganz natürlich einfügen. Dieser Chor ist von außerordentlich starker Wirkung und wurde auch wiederholt. Unwille, Murren, Sturm, Schrei, Wille und Sieg vereinigen sich zu einem schlichten und wirkungsvollen Ausdruck des Kollektivempfindens. R. M. In der Neuen Kunsthandlung, Tauentzienstr. 6, hochpart., findet vom 25. April bis 25. Mai eine Kollektiv- Ausstellung des Malers Ad. Ed. Herstein statt.