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Jüdische Rundschau · 1926-04-23 · Heft 31 (23.4.1926) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 31 (23.4.1926)
Date
1926-04-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 31 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 231 Die Reorganisation der Gendarmerie In den letzten Wochen boten weite Kreise der jüdischen Bevölkerung des L;indes mul vor allem ihre Presse dem politischen Betrachter einen wenig erfreulichen Anblick. Es war die gleiche Stimmung, wie nach den Unruhen der Jahre 1920 und 1021, wie nach der Ermordung De Haans, wie in der enttäuschten l iehe Sir Herbert Samuel gegenüber. Es war eine Stimmung, die besonnene und würdige Politik erschwert, und die leider, wie in allen anderen Ländern, von einem Teil der Presse durch Artikei und fettgedruckte ahn־ micrcnde Uebersehrifleit geschürt wurde, statt zu ruhiger Besinnung geführt zu werden. Was wir an so vielen Beispielen in anderen Ländern und Sprachen beobachtet hatten, wiederholte sich vor unseren Augen bei uns. Es ist dadurch, daß es bei uns geschah, nicht schöner oder besser geworden, nur für uns beschämender. Der Britische Hochkommissar des Landes hat als Ober* kommandierender eine Verordnung erlassen, die eine Vermiiidertmg und eine Umgruppierung der Ocndarincrickräfte des britischen Mandatsgebietes zum Ziele hatte, lieber die Verminderung habe ich mich gefreut. Ich gehöre nicht zu jenen Pazifisten, die sich freuen, wenn ein anderes Land seine Truppenzahl vermindert, dagegen sieh verletzt fühlen, wenn dies im eigenen Lande geschieht. Ich halte die Losung von dem zur Verteidigung des Landes erforderliehen Minimum an bewaffneter Macht für eine gefährliche Täuschung. Ich hatte für die black and taits keine besondere Sympathie, als sic in Irland kämpften, ich freue mich, daß ein Genera!, der auf dem Gebiete der Sicherheit eines Landes vom inilit,■irischen Standpunkt aus wohl Fachmann ist, glaubt, für Palästina auf ihre Dienste verzichten zu können. Die Ver- Ordnung über die Umgruppierung der (iendannctic war dagegen ein schwerer Fehl e r. Sie mußte i!1 ihrem Wortlaute den Eindruck erwecken, als unterscheide sie zwischen Juden und Arabern, als schließe sie Juden aus. Ich halte es für die Pflicht der Regierung, Araber und Juden als vö;lig gleichberechtigte Bewohner des Landes zu behandeln. Nicht nur in diesem Falle, in jedem, beklage ich die Bevorzugung eines dieser beiden Völker, gleichgültig welches, dem! jede Bevorzugung muß in einem Lande, dessen Zukunft vollständig von dem harmonischen Zusammenleben zweier Walker abhängt, zu einem Gefühl der Benachteiligung und der Zurücksetzung führen, das dem angestrebten Ausgleich snäter im Wege steht. Jedes solche Gefühl, jedes unvorsichtige Wort wirkt nach, auch wenn die Erinnerung daran scheinbar dem klaren Bewußtsein bereits entschwunden ist. Es vertieft, unsichtbar vorerst, die Kluft zwischen den Völkern, es wirkt vielleicht nur wie ein Tropfen auf einen Stein, aber mit intensiverer Gewalt, als es die physische ist, höhlt es durch Wiederholung den Stein, bis die Kluft zwischen zwei Völkern, nicht anders als zwischen zwei Menschen, aus Mißverstandnissen und gehäufter Kränkung zu einem trennenden Abgrund wird. Darum ist in einem Lande, das von zwei oder mehreren Völkern bewohnt wird, Takt und Zurückhaltung doppelt nötig, darum fällt hier Regierung und Presse eine doppelt schwere Aufgabe zu. Die Regierung hat sich ihr nicht gewachsen gezeigt, sfe hat einen schweren Fehler begangen, die jüdische Presse hat ihn teilweise noch vertieft. Wenn es Juden gibt, die in das Grenzverteidigungskorps eintreten wollen, dar! ihnen dies nicht aus dem Grunde verwehrt werden, daß sie Juden sind. Das neue Grenzverteidigungskorps zerfällt in zwei Abteilungen, eine für Palästina, eine für das Emirat von Transjordanien. Letztere, die aus Arabern bestehen sollte, besteht aus Tseherkessen, erstere, die aus Arabern und Juden bestehen sollte, besteht nur aus Arabern. Die militärischen Zweckmäßigkeitsgründe dafür verstehe ich nicht; aber ich habe den unangenehmen Eindruck, als spiele das unselige Prinzip divide et impera dabei eine Rolle. Sollte dies wirklich der Fall gewesen sein, so haben die Juden das ihrige dazu getan, um die schlechte Absicht der Regierung (von der ich, wohlgemerkt, mir als einer Vermutung spreche) zu verwirklichen. Möglicherweise hat die Regierung auch den Wunsch gehegt, den Wünschen der französischen Mandatarmacht in Syrien nachzukommen, die mit Besorgnis sieht, daß nach dem Dschebel Druse über die Grenze Transjordaniens Hilfe in Waffen, Menschen und Geld gelangt. Ob es klug ist, das Grenzverteidigungskorps in Trans jordanieti nur aus den dort ansässigen Tseherkessen (ohne Zuziehung der dort wohnenden Araber) bestehen zu lassen, weiß ich nicht. Es ist auf jeden Fall gut, daß dort keine Juden beschäftigt sind. Die palästinensische Elite-Gendartnerie, die jetzt in das Grenzverteidigungskorps umgewandelt wird, war in ihrem Wirkungskreise auf Palästina beschränkt gewesen und war nicht im Ostjordanland beschäftigt. Transjordanien ist ein arabisches Emirat, das bis in den Sommer 1920 eine Provinz des unabhängigen syrischarabischen Königreiches von Damaskus gebildet hat. Kein Jude wohnt dort. Die Verteidigung Transjordaniens soll den Menschen, die dort wohnen, überlassen werden. An der Grenze der Wüste finden Kämpfe zwischen Beduinenstämmen aus Gründen statt, die uns seit Jahrtausenden bereits fernliegen. Unsere Einmengung in die Fehden am Rande der Wüste hätte für uns unselige Folgen. Der arabische Staat von Transjordanien schützt uns vor einer Aufgabe, die nicht die unsere ist. In dem Grenzverteidigungskorps Palästinas aber sollen Araber und Juden als Bewohner des Landes und daneben auch Angehörige des britischen Reiches als Vertreter jener Macht beschäftigt werden, die uns in die Fax Britannica, den langsam wachsenden Verband freier Völker innerhalb eines großen Weltreiches, aufnimmt. Sind durch einen schweren Fehler der Regierung aus dieser Gendarmerie Juden ausgeschlossen, so ist es ein viel schwererer Fehler eines Teiles unserer Presse und einiger Führer des palästinensischen Judentums, von einer ״arabischen Legion“ zu sprechen. Die Araber haben diese Umformung der Gendarmerie nicht angestrebt; sie habet! nicht, wie ein Teil der Juden, die Bildung einer nationalen Legion verlangt, nicht die Erlassung der Verordnung seitens der Regierung als einen Erfolg ihrerseits betrachtet. Aber ein Teil der palästinensischen Juden begann sofort von Furcht erfaßt zu werden und von ״Gefahr“ zu sprechen. Furcht aber ist der schlimmste Feind des Menschen. Sie ist die Ursache der Kriege. Voll Furcht und Mißtrauen blicken Franzosen und Deutsche, Tschechen und Ungarn, Polen und Russen einander an. Aus Furcht und Mißtrauen wachsen die Spannungen zwischen ihnen, entsteht Gefahr dort, wo ursprünglich keine war. Die Furcht mm■■■■■■■■■■■■■■■ jüdische Uoiksuersammiuno Montag, den 26. 4 , abends ft Uhr In der Stadlhalle, Klosterstrafte an! MH? Referenten: Dr. Alfred Klee, Prof. Dr Loewe, Oberregie!ungsrat Goslar, Direktor Karetki, Landgerichtsrat Dr. Rau, Frau Lina Wagner-Tauber. Zur Deckung der Unkosten werden 30 Pf. erhoben. ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ vor dem Nachbarn machl den Nachbar /um Gegner, imputiert ihm Absichten und Gedanken, die er nicht hatte mul die jetzt erst in ihm geweckt werden 1111 I verstärk: zurückwirken. Die Furcht zwingt zu Rüstungen und veranlaßt tiegenrüstiiiigcn. So entstehen Kriege. Das gleiche ereignete sieh bei uns. Man sprach davon, wir seien gegen alle möglichen Ucberfälle schutzlos geworden. Ruhe und Sicherheit sind in Palästina größer als in vielen anderen Ländern. Wir sollten uns streng davor hüten, unsererseits diesen glücklichen Zustand durch Erregung und Mißtrauen zu stören. Durch die neue Verordnung sind die Araber ebenso getroffen wie die Juden; in 1 ransjordaiiien soll das Gren/.vertcidigimgskorps aus Tseherkessen bestehen, und die einzige arabische Armee oder Legion, die es in dein britischen Mandats-■ gebiet wirklich gegeben hat, nämlich die ans ungefähr zwölfhumlert Mann bestehende Armee des Emirats von Transjordarlen unter Peake Pasch 1, wird ebenfalls aufgelöst. Von der Schaffung einer ,,arabischen Legion“ kann also keine Rede sein. Wir müssen verlangen, ׳daß der Schritt der Regierung rückgängig gemacht werde mul daß in dem Grcn/verteidigimgskorps Palästinas bude T eile der Bevölkerung beschäftigt seien*). Die Zahlen, um die es sieh handelt, sind gering, das Gren/vcrtekligungskoips soll 739 Mann umfassen, davon wohl mindestens die Hälfte für Transjordanien und höchstens 373 Manu für Palästina. Die Anstellung von Arabern und Juden gemeinsam in dem palästinensischen Sicherheitsdienste hilft mit, ein gemeinsames palästinensisches Bewußtsein zu schaffen, die Absonderung der Völker zu überwinden. Gerade darum ist die Verfügung der Regierung ein schwerer Fehler, da sic dieses Wachsen eines Geineinsainkeitsgefiihls, der Verbundenheit in einem Lande stört. Die Regierung, die ihre Gründe für die Verordnung noch immer nicht mitgcteilt hat, hat die Aufgabe, alles zu tun, um ein harmonisches Zusammenleben der beiden Völker zu ermöglichen. Sir Herbert Samuel hat in dieser Richtung Hervorragendes geleistet. Lord Plumers Verfügung über die Reorganisation der Gendarmerie ist gerade von diesem Standpunkt aus zu bedauern und zu verurteilen. So notwendig es ist, den Schritt der Regierung zu bekämpfen, ebenso notwendig ist es, uns vor unklugen und unwürdigen Uebertreibungen zu bewahren und ruhig und unbeirrt unseren Weg zu gehen, den wir uns vorgezeichnet haben, um in Palästina eine Stätte friedlichen und glückliehe.׳ Lebens für uns und für unsere Nachbarn zu schaffen. Hans Kohn, Jerusalem. Erklärung Wir Unterzeichneten halten es für unsere Pflicht, anläßlich der Propaganda für eine jüdische Legion zu erklären: Wir sehen mit Bedauern, daß Regierungen und Völker es vorziehen, auch weiterhin ihre Sicherheit lieber der Gewalt der Waffen als der Herstellung gerechter und freundschaftlicher Beziehungen anzuvertraucu und daß sie größeren Wert auf Rüstungen als auf die kulturelle und wirtschaftliche Hebung der Massen legen. Wir glauben, daß Rüstungen und das Gefühl des Mißtrauens und der Furcht nicht vor Kriegen schützen, sondern sie herbeiführen. Wir glauben, daß unsere Bestrcbungen dahin gehen sollen, alles zu tun, um den Geist militärischer Gesinnung und ein falsches Spiel mit Begriffen von Heroismus und nationaler Ehre bei uns zu bekämpfen. Wir begrüßen es aus diesen Prinzipien heraus, daß die palästinensische Regierung die Zahl der Streitkräfte im Lande vermindert und mit der für die Ordnung im Lande selbst bestimmten Polizei auskommt. Wir bedauern aber, daß die Regierung, deren Aufgabe es ist, die Annäherung und Zusammenarbeit der beiden Völker, die das Land bewohnen, zu fördern, in ihrer Verfügung über die Reorganisation der Gendarmerie eine tinzulässige Unterscheidung in der Zulassung der beiden Völker zu einem Zweig gemeinsamen öffentlichen Dienstes eingeführt hat und erwarten die Aufhebung dieser Verfügung, Gleichzeitig aber bedauern wir die Propaganda, die um diese Verfifgung entstanden ist, da wir in ihr nicht nur eine Irrefülmmg der öffentlichen Meinung durch falsche Beleuchtung der Tatsachen sehen, sondern auch einen Appell an die lnstinkte der Furcht und des nationalen Prestiges. Wir lehnen jede Propaganda für die Schaffung eine! jüdischen Legion, aus welchen Gründen auch immer, auf das entschiedenste ab. Jerusalem, den 9. April 1926. Jehudah L. Magncs, R ad I e r - F e 1 d ni an 11 (Rabbi Benjamin), Rabbi Jesajah S c h a p i r o , Hugo Bergmann, 1 laus Kohn, Gerhard S c h o 1 e m. Die Mädchenschollarm in Nahalal Jerusalem, 9. April. (J. T. A.) Am 7. April wurde die landwirtschaftliche Schule für Mädchen zu Nahalal durch Lady Samuel, Gattin des früheren Oberkommissars Sir Herbert Samuel, feierlich eröffnet. Dr. Weizmann, der die Feierlichkeit leitete, sprach den zionistischen Frauen, die durch ihre Opferwilligkeit diese erste Institution ihrer Art ermöglicht haben, den Dank der Organisation aus. Ladv Samuel hielt eine Rede in Hebräisch und rühmte die Tätigkeit der Welt- Organisation zionistischer Frauen, die die Schule in ihre Obhut nimmt. Im Namen der Regierung überbrarhte der Gouverneur des Norddistrikts, Abrantson, die Glückwünsche für das lnstitut. Badro Bey, ein hoher Beamter des ägyptischen Unterrichtsministeriums, überbrachte die Grüße der ägyptischen Regierung. *) Scheint nach den letzten Telegrammen infolge der Intervention Weizmanns schon in einem gewissen Umfang geschehen zu sein. (Anm. d. Red.) Frankreich and Palästina Zu Ihrer Notiz ״Painleve und de M o 11 z i e in einer zionistischen V c r s a m m I u n g“ in Ihrer Zeitung vom 9. April 1926 möchte ich als Teilnehmerin dieser Kundgebung und im Interesse der Sache und Ihrer Leser folgendes ergänzen; Die Versammlung wurde zum 1. April zwar auch ״anläßlich des ersten Jahrestages der Gründung der Hebräischen Universitüt in Jerusalem“ eiiiberufen, hauptsächlich jedoch, um beider! Ministern, Painleve und de Monzie (und ganz be• sonders dem ersteren), die seit 1916 unermüdlich in Wort, Schrift und Tat für die zionistische• Bewegung eintraten, Diplome einer goldenen B u c h e i n t r a g 1111 g seitens der Pariser Zionisten feierlich zu überreichen. N a 11 u 111 S o k o 1 o w kam eigens nach Paris, um diese Feierlichkeit zu leiten. Und die Minister Painleve und de Mou/ie waren nicht ,,unter den Gästen“, vielmehr waren sie nicht nur die Hauptpersonen, sondern auch die Hauptredner. Die Versammlung gestaltete sich auch zu der gewaltigsten zionistischen Kundgebung, welche man hier seit Jahren er• lebte. Der Saal des Palais d'Orsay erwies sich als vje! zu klein, um die Massen der Zionisten sowie Nichtzionisten zu fassen. Hunderte fanden keinen Einlaß. Die Rede des Kriegsministers P a i 11 1 e v e , der im eigenen sowie im Namen der f r a!1 z ö s i s e h e n Regier u n g sprach, war ein politisches Ereignis und, um mit de Monzie zu pivcheu, ein Postseriptum Frankreichs zu Balfours Erklärung. Er unterstrich in seiner schlichten und aufrichtigen Art, wie glücklich er und seine Kollegen in der Regierung waren, als erste europäische Macht sich den gerechten zionistischen Bestrelumgen angenommen zu haben, und so den Weg der Balfonrerkliirung geebnet zu haben. Dasselbe wiederholte d e M o 11 zi e in seiner scharfsinnigen und geistreichen Rede. Als Beweise der ernsten französischen Sympathien für die zionistische Arbeit in Palästina gab er bekannt, daß die Reise de J o u v c n e 1 s nach jerusalem der zionistischen Arbeit und den zionistischen Führern nicht weniger als dem englischen Highcommissar Plumer gegölten hat, lind daß das College de France mit der Jerusalemer Universität Professoren austauschen werde. Beide Reden wurden mit stürmischem, minutenlangen Applaus und BegeisU'rung aut genommen. Sokolow bezeiclmete diesen Abend in seiner Schlußrede als historischen Abend in der zionistischen Bewegung. Erwähnenswert und interessant waren auch seine Erinnerungen aus seiner politischen Tätigkeit in Paris im Jahre 1916, als er dem damaligen Ministerpräsidenten Ri bot fast täglich hehräischen Unterricht geben mußte, um ihm die Lebendigkeit der hebräischen Sprache zu beweisen. Sokolow hob hervor, daß Painleve, Kriegsminister auch während des Krieges, ihm Eingang zu den politischen maßgebenden Führern Frankreichs verschafft hatte. Einen schönen rednerischen Erfolg hatte auch der Führer der hiesigen Zionisien, Advokat Corcos, der sich mit der französischen Antizionisten auseinandersetzte. Paris. G. H. Jodaistisrhfs Inslifnt der (!■iversilSt Jerusalem lör das Sommerseinester 1926 Am Judnistischcn Institut der Universität Jerusalem werden im Sommcrsemestcr 1926 folgende Vorlesungen und Uebungcn gehalten werden; Prof. Epstein: Einleitung in die Untersuchung des Mischnatextes, Teil III; Aramäisch und Babylonisch, Teil II; Mischna 11ml Tossefta, Traktat Kelim (Seminar); Der babvlonische und jerusalemische Talmud, Traktat Pessachiin (Seminar). Prof. Davidsohn: Untersuchungen über den Bau der Pijutim und die Geschichte der Pajtanim; Lektüre ausgewäliltcr Stücke aus den ältesten Pajtanim (Seminar). Prof. Klausner: Die neue hebräische Literatur in der Epoche der Romantik und des Realismus; Die hebräische Sprache und Literatur in der Aufklärungsperiode (Seminar). Prof. Klein: Das Land Juda nach dem Ende des babvlonischcn Exils; Die Visionen im ״Sepher Beth Haschmonai“ Makkabäer I; Uebtmgen über die Bücher der Chronik (Scminar): Quellen zur Wiederhesiedhmg Palästinas in der Zeit des zweiten Tempels (Seminar). Rabbiner Assaf: Die Beziehungen zwischen Babylon und der Diaspora in der gaomiischen Epoche; Die gaonäischen Novellen im jüdischen Recht, (Fortsetzung) (Seminar). Dr. ün lack: Einleitung in das Obligationcnrecht (Fort- Setzung); Quellen des Obligationeurechts (Fortsetzung) (Scminar). Rabbiner Sega II: Grammatik der Mischna-Sprache im Vergleich mit der Grammatik des biblischen Hebräisch und des Aramäisch (Fortsetzung); Mischna, Traktat Sabbath (Fort- Setzung) (Seminar). Dr. Sc holen!: Geschichte der Kabhalah, Teil II; Sohar (Seminar). 1 n der Präparandie wird Dr. Selnvabe seine Vorlesungen in Griechisch und Lateinisch fortsetzen. (Ziko.) Der Jahrestag der UaiversüätseröHniing Zur Feier des ersten Jahrestages der Eröff- 11 u 11 g der Hebräischen Universität am 1. April 1925 haben die Universitätsbehörden eine Sammlung von Dokumenten über diese denkwürdige Veranstaltung herausgegeben. Der Band enthält die Hauptansprachen von Dr. Wci/.maim, Lord Balfotir, Sir Herbert Samuel, Bialik und Rabbi Kuk, außer den bei der Grundsteinlegung für den Bau des Einsteininstitutes für Mathematik und Physik gehaltenen Reden. Die Glückwunsehadressen von Universitäten und anderen akademischen Körperschaften sind in der Sprache, in der sie abgesandt oder verlesen wurden, wiedergegeben. Jüdische Frage! i! der Mzialistisehe! Internationale Zürich, 18. April. (J. T. A.) Am 11. und 12. April wurde im Züricher Volkshaus eine Sitzung der Exekutive der sozialistischen Arbeiter-Internationale abgehalten, an welcher der Weltverband der zionistisch-sozialistischen Partei Poale Zion durch B. Locker vertreten war. Auf der Tages- Ordnung stand 11. a. die Vorbereitung der Behandlung des Kolonicnproblems für den kommenden Kongreß der Internationale. Locker wies darauf hin, daß z,u den vorbereitenden Beratungen über diesen Punkt auch Vertreter der Arbeiterbewegungen in den Kolonien und Mandatsländeru (Palästina) zuge/.ogen werden müssen. Es wurde beschlossen, das gesamte Material über diese Frage einer Kommission zu überweisen. — Während der Diskussion über die Vorbereitimgen zum Weltkongreß für Emigration, der durch die" Amsterdamer Gewerkschaftsinteriiationale und die so/ialistische Internationale für den 18. Mai nach London einberufen wird, kritisierte Herr Locker die von der vorbereitenden Kommission vorgeschlagenen Resolutionen, in denen das Pri nzip der Freizügigkeit nicht voll gewahrt wird. Er kiindigte an, daß der Weltverband der Zionisten-Soziaiisten Poale Zion eine Reihe von Zusatzanträgen stellen wird. Es wurde beschlossen, daß die Exekutive am 17. Mai unmittelbar vor Eröffnung des Kongresses in London eine spezielle Sitzung dieser Frage widmen soll.

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