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Jüdische Rundschau · 1926-03-23 · Heft 23 (23.3.1926) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 23 (23.3.1926)
Date
1926-03-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 172 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr 23 Die Kooierenz der polnischen Zlonisleo Wir haben bereits über die Debatte berichtet, die der polnischen Landespolitik, der brennendsten Streitfrage, der Konferenz, gewidmet war. Die anderen Gegenstände traten dagegen zurück. Wir tragen jedoch hier kurz noch die übrigen Debatten der Konferenz nach. Der zweite Vcrhandlungstag war der Erörterung der Wirtschaftslage der J11 Jen in Palen gewidmet. Senator Dr. Rothenstreich führte als Referent aus: Wir leiden an einer Ueberproduktion an Kauf* leuten; es sind viermal soviel jüdische als christliche Kaufleute. Würden die Grenzen der Einwanderungsländer nicht *erspart sein, so würden aus Polen jährlich mindestens 60 000 Personen auswandern. Im Jahre 1924 wanderten aus Polen 20 000 Juden aus, mehr als 15 000 von diesen nach Palästina. Die Emigration muß durch berufliche Ausbildung der Massen vorbereitet werden. Der Redner schlagt vor, daß die Zionistische Organisation unter Hinzuziehung von Fachleuten einen Wirtschaftsreformplan ausarbeiten und ihn einer Konferenz aller jüdischen Gemeinden zur Realisierung vorlegen soll. Dr. Kl umcl referierte über den polnischen Keren Ha jessod. In der vierten Sitzung referierte Herr Freud über die Arbeit des Keren Kajcmeth in Polen und verlas eine Begrüßungsdepesche von Ussischkin. Im vergangenen Jahre wurden m Polen 1 199 550 Zloty für den Nationalfonds gesammelt. Der Präsident der Zionistischen Organisation Kongreßpolens, Leon Lcvitc, referierte über die Palästinaarbeit und setzte die Gründe auseinander, daß die Palästinaaus- Wanderung aus Polen sich zeitweilig vermindert hat. Ur- Sache Ist die Wirtschaftskrise in Polen und in Palästina. Das Interesse für Palästina in Polen beweist der Umstand, daß 50000 Personen die Warschauer Palästina-Ausstellung besucht haben. Die polnisch-palästinensische Handelskammer wird viel zu der Herbeiführung kontinuierlicher Wirtschaftsbezlehungen zu Palästina beitragen. Dr. Schmorak referierte über die Wirtschaftsarbeit für Palästina, Dr. Sch. Schwarzbart (Krakau) über Organisationsfragen, Herr Heftmann über Kulturarbeit. * Wir werden darauf aufmerksam gemacht, daß die in unserem Bericht in der Nr. vom 19. März enthaltene, der J.T. A. entnommene, Mitteilung, daß Herr Dr. Jacob Kahan »als Vertreter der Revisionisten־‘ ins Präsidium der Zionisten- Konferenz gewählt wurde, nicht ganz zutrifft Vielmehr hat sich die Wahl des Präsidiums so abgespielt, daß die Exekutive selbst ein Präsidium vorschlug, das widerspruchslos gewählt wurde, woraut Herr Dr. Thon beantragte, als Rep rasentasten der hebräischen Kultur Herrn Dr. Kahan ins Präsidium aufzunehmen. Herr Dt. Kahan ist also nicht ״als Vertreter der Revisionisten“ gewählt worden. Deutsche nad Jode■ In der Jfenaischen Zeitung“ vom 18» März erschien eiti Artikel von Erich Oünther ״Unmögliche Lösungen der Judenfrage“. Der Verfasser, der offenbar einer .«mrteül';״!»*׳‘׳ das; scoMSe das politische Banditentum der Friedhofsschinder (von Erfurt!) und Fememörder, er bezeichnet diese Handlungen und die ihnen zugrunde liegende Oesinnung als schlimmste Versündigung am deutschen Volk. Für ihn ist der völkische Gedanke der wahre Weg zur Humanität Wir verstehen, daß es eine derartige völkische Ideologie geben kann, aber solange die Straße ausschlaggebend ist una die Völkischen ab politische Partei jedes Mittel zur Verdummung und Irreführung der Massen, zu einer Haßpropaganda ohne gleichen mißbrauchen, wird es schwer sein, die Identität dieser polisehen Realität mit dem völkischen Idealismus Günthers herauszufinden und beides unter ein Wort zu bringen. Interessant aber ist für uns, wie dieser sicherlich idealistisch fühlende Deutsche die Tätigkeit des Centraivcreins beurteilt. Er schreibt: ,,Allerdings: Gewisse Kreise des deutschen Judentums scheinen unbelehrbar zu sein! Diesen Eindruck gewinnt man wenigstens, wenn man den Bericht liest, den das ״Berliner Tageblatt“ in Nr. 119 vom 11. März über die Hauptver- Sammlung des ,,Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ bringt Wenn man sieht wie diese Leute den Antisemitismus bekämpfen zu können glauben, so glaubt man sich in die Zeit des flachsten Rationalismus zurückversetzt Was z. B. Herr Dr. Ludwig Haas, M. & R., nach dem Bericht des genannten Blattes auf dieser Tagung vorbrachte, ist als geradezu kläglich, in gewisser Weise auch ab empörend zu bezeichnen. An der völkischen Bewegung und an der Rassenwissenschaft scheint er -* wie man aus jenem Bericht schließen darf — kein gutes Haar gelassen zu haben. Meint man denn in j׳*nen Kreisen, auf die vielen deutschen Gebildeten, die sich ernsthaft mit der Rassenbiologie beschäftigt haben, auf diese Weise noch irgendwie Eindruck zu machen? Ist es nicht geradezu unerträglich, wenn seitens jener Kreise immer wieder Erkenntnis und Beachtung der Rassenunterschiede mit Rassenhaß, Nichterkenntnis und Nichtbeachtung dieser Unterschiede und Eigentümlichkeiten mit dem ״Gebt der Versöhnung und wahrer Volksgemeinschaft“ gleichgesetzt werden? Welche Flachheiten und welcher Mangel an Blick für organische Volksgliederung und für das Gesunde solcher Gliederung! Und von der ״deutschen Seele“ des Juden scheint Herr Dr. Haas in einer Webe geredet zu haben, bei der der Geist echter und herber deutscher Humanität einen bestimmten fremden Beigcschmack, den man als ״schmalzig“ bezeichnen könnte, angenommen hat! — Gewiß denken keinesfalls alle deutschen Juden so wie jene im ״Zentralverein“ organisierte Gruppe - vielleicht wird ene Gruppe anscheinend immer kleiner —; aber in der Öffentlichkeit, soweit demokratische und sozialistische Kreise in Frage kommen, besitzen der ,,Zentralerem“ und der ihm gleichgerichtete ״Verein zur Abwehr des Antisemitismus“ noch immer einen großen Einfluß. Wie töricht sind doch die Menschen, die auf diese Weise — indem de die schwierigen Probleme nicht sehen wollen und alle Leute, die in bezug auf die Judenfrage nicht ihrer Meinung sind, verketzern una verleumden — den Antisemitismus bekämpfen und ״Wege zum inneren Frieden“ (so überschreibt das ״Berfiner Tageblatt“ seinen Bericht!) weben wollen.“ Wir sind mit dem Verfasser einer Meinung, daß die veraltete, flache und selbstgefällige Art der ״Bekämpfung des Antisemitismus“ durch Leugnung aller Charakterunterschiede zwbchen Deutschen und Juden völlig verfehlt um! wirkungslos ist. Aber das Ziel, das er aufstellt und zu dem auch wir hinstreben, nämlich ein ehrenvolles und würdiges Zusammenleben von Deutschen und Juden unter aufrichtiger Anerkennung der trennenden Merkmale und gegens e i 11 g e r Respektierung der Eigenart, dies wird erst möglich Preisausschreiben ״TozereihHaarelz“ Die Exekutive der Zionbti־:ben Weltorganisation setzt zwei Preise aus für die besten Propaganaaschriftcn über das Thema: ״Judenfrage und Zionismus“. Die Preise betragen: 1. Preis 50 englische Pfund, 2. Preis 30 englische Pfund. Die Broschüre soll die Idee des Zionismus, ab Antwort auf die Judenfragc, sowie die bi.hc ige Leistung des Zionismus in knapper und einfacher Form, aber doch in gehaltvoller und möglichst originaler Weise darstellen. Für die Beurteilung des Wertes der Broschüre kommt, abgesehen von Form und Inhalt, auch ihre Verwendbarkeit in mehreren Sprachen in Betracht. Das Manuskript kann in hebräischer, jiddischer, englischer, deutscher oder Iranzösischer Sprache abgefaßt sein. Der Umfang der Broschüre darf vier Druckbogen oder 20 000 Worte nicht übersteigen. Letzter Termin für Ablieferung des Manuskriptes ist der 15. Juni 1926. Das Manuskript ist, mit einem Kennwort versehen, an die Adresse: Zionist Organisation, Organisation Department, 77, Great Russell Street, London WC. 1, abzusenden. Der Name des Autors ist in einem verschlossenen Umschlag, der mit dem gleichen Kennwort zu versehen ist wie das Manuskript. beizufügen. Die Exekutive der Zionistischen Weltorganisation erwirbt an den preisgekrönten Schriften das volle Verlagsrecht einschließlich des Rechtes der Uebersetzung in andere Sprachen. Die Exekutive behält sich das Recht vor, nicht preisgekrönte Schriften gegen ein Honorar von £ 10.—.— zu erwerben. Die Namen der Preisrichter werden binnen kurzem bekannt gegeben werden. London-Jerusalem, Nissan 5686. Die Exekutive der Zionistischen Organisation. Oie Haranneo in Portogal Ein Freund unseres Blattes. Ingenieur Samuel Schwarz ln Lissabon, schreibt uns einen längeren Brief, in dem er Bericht über Studien erstattet, die er gemeinsam mit Mr. Luden Wolff unter den Marannen in Portugal gemacht hat. Wese Marannen zeigen atlenthalben aas Bestreben, zum fudentum zurückzukehren. Wir entnehmen dem Bericht nachstehende Angaben. Ehe kleine jüdische Gemeinde in Lissabon, die fast durchweg aus Sefardim besteht, bemüht sich in der letzten Zeit in nohera Maße um die Marannen. Der jugendliche Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Herr Bensabbat Amzalak, Mitglied der portugiesischen Akademie und gelehrter Verfasser zahlreicher tiefgründiger Studien über die Geschichte und die Bibliographie der portugiesischen Juden, sowie der Generalsekretär der Gemeinde, Dr. Adolf Benarus, Verfasser des in Portugal berühmt gewordenen Buches Israel, wandten sich an die {großen jüdischen Gemeinden in London, Paris und New York um finanzielle Unterstützung für die Propaganda unter den Marannen. Um die tyrannische Frage zu ,studieren» kam Luden Wollt naeh Portugal und gemein• ,satt;Mit׳ Herren A ntzalak und Ingenieur $ch w< r z wurden Reisen in die jüdlsch-marannischen Zentren der portugiesischen Nordprovinzen unternommen. Unter Judäo-Marannen sind alle diejenigen Marannen zu verstehen, die Jüdische Familientraditionen bewahrt haben, noch immer jüdische Gebete sprechen, gewisse jüdische Riten beobachten, und das Bewußtsein ihrer jüdisch es Nationalität bewahrt haben. Alle Details über diese Gebete und Riten findet man in der portugiesisch erschienenen Studie des Ingenieur Schwarz, die auch ins Hebräische übersetzt wurde. (erschienen im ״Hajom“ ה Warschau) und demnächst in der Monatsbeilage unseres italienischen Bruder- Mattes ״Israel“ in Florenz erscheinen wird. Auf dieser Studienreise wurden die iudäa-marannischen Kolonien in Belmonte, Covilha, Caria und Quarda besucht, wo die Marannen die Gäste freundschaftlich auf nahmen und ihnen brüderliche Unterkunft gewährten. In Belmonte kam die Studien-Kommission an einem Markttage an, und konnte die Marannen als Händler beobachten. Sie ähnelten jüdischpolnischen Kaufleuten auf einem polnischen Wochenmarkt. Außerdem waren dort auch russisch-jüdische Emigranten, die mit den Marannen ausgezeichnete Beziehungen unterhalten und dazu beitragen, das jüdische Bewußtsein der Marannen zu heben. Herr Schwarz, welcher die Verhältnisse in Portugal genau kennt, schlägt nachstehendes Programm für die Arbeit unter den Marannen vor: 1. Die Errichtung einer großen jüdischen Schule in Lissabon mit einem Internat für die Kinder der Marannen, wo diese gemeinsam mit andern jüdisehen Kindern erzogen werden sollen. Diese Kinder werden nach Rückkehr in ihre Familien die besten Propagandisten fürs Judentum sein. 2. Die Veröffentlichung von Propagandabroschüren sowie die Herausgabe einer Halbmonatsschrift für die erwachsenen Marannen. 3. Nach einiger Zeit sollen Schulen in Belmonte, Covilha, Fundao, Braganza, Argoselo usw. errichtet werden. Bei dieser Arbeit kann man auch außer auf die genannten Herren auch auf den Kapitän Artur Carlos de Barros Basto rechnen, der. Maranne von Geburt, bereits offiziell zum Judentum zurückgekehrt und gegenwärtig Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Porto ist Außer ihm gibt es noch andere zum Judentum zurückgekehrte Marannen. Zu bemerken ist daß die Regierung der jüdischen Propa^anda unter den Marannen durchaus freundlich gegenüber- Von Dr. Otto Abeies, Wien. In diesen Tagen erscheint im Verlage R. Löwit (Wien) ein Buch ״Besuch in Erez-lsraer von Otto Abeies, das warm empfundene Eindrücke eines begeisterten treuen Oesinnungsgenossen von seiner ersten Palästinareise, der Erfüllung eines lange gehegten Traumes, wiedergibt Wir entnehmen den uns zugegangenen Aushängebogen des mit schönen Bildern ausgestatteten Büchleins das nachfolgende Kapitel: In der Rothschild-Straße in Tel-Awiw ist das Museum für heimische Produktion (Tozereth-Haaretz). Der Fachmann muß diese permanente Ausstellung besuchen und der Laie erst recht Was erzeugt der neue Jischuw in Erez-lsrael und welche Industriegebiete werden sich in nächster Zukunft erschließen? Herr Agr. S. Joffe, der das Institut leitet, bemerkt vor Antritt unseres Rundganges, daß dieses Museum nicht bloß zur Information der Neueinwandernden und Touristen diene. Man müsse die Palästinenser dazu erziehen, die heimische Produktion zu bevorzugen, soweit sie bereits vorhanden ist Die Fülle und Buntheit der Erzeugnisse, die in Vitrinen übersichtlich angeordnet sind, ist tatsächlich überraschend. Besonders günstig entwickeln sich viele Zweige der Leder« Industrie. Alle Sorten von Taschnerwaren, aus inländischem Leder gearbeitet, sind hier zu sehen, ferner Strapaz- und Luxtisscnuhe in allen Ausführungen. Es wurde mir mitgeteilt, daß die palästinensische Schuhindustrie den Inlands- Bedarf heute schon bis zu 80 Prozent decken kann. Ausgezeichnete Präparate belehren darüber, wie verschiedenartig die Qualität und Eignung des Eukalyptusholzes ist, je nach dem Boden, auf dem der Baum gepflanzt wurde. (Der Eukalyptusstamm findet für Erzeugung von Telegraphen- Stangen, als Furnierholz und für ZündhotzchcnfabriUation Verwenaung.) Erfreulich, daß cs bereits eine Pflugfabrik im Lande gibt und Eisengießereien, in welchen aus Altmaterial insbesondere Wasserpumpen und Mühlenbestandteile angefertigt werden. Ich will jetzt kunterbunt, wie ein Marktschreier herzähle®, was der industriefleiß des neuen Jischuw ausstellt: Schuhbänder und elektrische Taschenlampen samt Batterien, Fensterjalousien und Eiskästen, Zwirne (aus ausländischen Garnen) und Stahlfedermatratzen, Pflüge und Drucklettern für Handsetzerei (eine Exportware nach der näheren Levante), Produkte einer neugegründeten Mützenkonfektion und vielerlei Wirkwaren, einfache Gelbgußgegenstände und Seidenwa י< י יי י־׳ ali cher Pracht, Parfüme, welche, wie mir versichert wird, die französische Konkurrenz aufnehmen können, und Insektenpulver, kunstgewerbliche Gegenstände aus dem Bezalel und Desinfektionsmittel, Schuhpasta und Keramiken. Und als an* mutiger Aufputz der sachlich-ernsten Schaukästen sind die schönen, farbenprächtigen Handarbeiten des Frauenerwerb♦ Vereins in den Sälen verteilt. Nicht unwesentlich, daß die Verpackung für die unterschiedlichen Waren nicht mehr ein* geführt werden muß. Eine palästinensische Kartonagenfabrik liefert Pappschachteln jeder Gattung. In der landwlrtschaftliehen Abteilung, die besonders stark frequentiert ist, hält gerade ein Fachmann an der Hand von Präparaten einen vortrag über die Notwendigkeit und die glänzenden Aus* sichten des Rübenbaues, der Zuckerfabrikation und Spiritus• erzeugung. Beide Industriezweige sind erforderlich, wenn man Vieh mästen will. Geschliffener Marmor von herrlichen Tönen weist auf die Zukunft der palästinensischen Marmor- Industrie hin, die 3000 Arbeitern Beschäftigung geben wird. Ein totes ״Museum“, das man links liegen lassen müßte, wenn das brausende Leben des neuen: Lindes und dieser rasend arbeitenden Stadt lockt? Nein, eine Kraftetation, die man gesehen und in ihrer Kompliziertheit begriffen haben muß, bevor man die Arme schaffen sieht, die sie speisen. Oie Wasserbelltleroig voi Jerusalem Der ״Dawar“ berichtet folgende Einzelheiten über den Vertrag mit der Firma Jackson: Die Regierung wird das Geld, das für die Arbeiten für die Wasserbelieferung nötig ist, in Höhe von £E 39 770 wie auch weitere £E 12000 der Stadt Jerusalem als Anleihe geben, so daß die Firma ihrerseits kein Geld in das Unternehmen hineinsteckt. Die Arbeiten für die £E 39770 wird die Gesellschaft vergeben, während die £E 12000 der Stadtgemeinde selbst für Straßenbauten zu den Quellen und Rohrlegungen übergeben werden. Der Straßenbau allein wird £E 6—7000 kosten. Für die Arbeit ist ein Wettbewerb bereits ausgeschrieben worden. Nene Palästinakarten im Zusammenhang mit der realistischen Behandlung aller zionistischen Fragen, die sich allmählich durchsetzt, steht das immer lebhaftere Bedürfnis nach geographischen Karten, die alle Daten über das Heilige Land enthalten, wie sie vom allgemeinen Standpunkt aus wünschenswert sind, insbesondere aber vom Standpunkt des aktiven Zionisten. Deshalb ist die neue Palästinakarte, die das Direktorium des Keren Hajessod herausgegeben hat, besonders zu begrüßen. Von dieser Karte erschien die erste Auflage im Sommer des vorigen Jahres in hebräischer, deutscher, englischer und tschechischer Sprache; eine zweite Auflage in hebräischer englischer und deutscher Sprache wurde im Januar 1926 hergestellt und eine dritte ist eben unter der Presse. Die gesamte Auflagenhöhe dieser Karten erreicht jetzt die Ziffer von 30 000. Außer dieser handlichen Ausgabe hat das Direktorium des Keren Hajessod auch eine Wandkartenausgäbe im Formate von 90X120 cm!!erstellen lassen, und zwar ebenfalls ln hebräischer, englischer und deutscher Sprache. Die beiden Karten, sowohl die Handkarte als auch die große Karte, zeichnen sich durch eine außerordentliche Uebersichtüchkeit aus. Von besonderem Werte ist cs, daß sämtliche jüdischen Kolonien (in der ersten Auflage nach dem Stand vom April 1925, in der Neuauflage nach dem Stand vom Dezember 1925) verzeichnet sind. Die Hmderljakrteler des Wiener Stadttempels Als Auftakt zu den Festlichkeiten aus Anlaß des hundertjährigen Bestehens des Stadttempels in der Seitenstettengasse fand am Dienstag Abend eine feierliche Plenarsitzung des Vorstandes der Kultusgemeinde statt. Präsident Prof. Pick teilte mit, daß eine von Rabbiner Dr. Max Grünwald verfaßte Denkschrift über die Schicksale der Wiener Judenschaft an alle jüdischen Schüler und Studierenden der Wiener Schulen zur Verteilung gelangt. Die Historische Kommission der Israelitischen Kultusgemeinde wird beauftragt, die Abfassung einer wissenschaftlich wohlfundierten Geschichte der Juden in Wien zum Gegenstand der Beratung und Beschlußfassung zu machen. — Um 7 Uhr abends Begann der Festgottesaienst in der Synagoge, deren Innenraum reich geschmückt war. Oberrabbiner Dr. C h a j e s hielt die Festrede. Aus Anlaß der Anwesenheit Jabotinskys in den Ver- Staaten haben sich in einer Anzahl Städte revisionistische Ortsgruppen gebildet, die sich zu einem Landesverband der Zionisten-Revisionisten zusammenschließen. Jüdische Nationalbibllothck. Die französische Regierung übersandte der Bibliothek die große Ausgabe der französlsehen Paleontologie in 38 Bänden und die Geologie Frankreichs von Haug in 4 Bänden. Das italienische Komitee der Bibliothek überwies wieder eine größere Sendung, welche u. a. die gesammelten Werke von Carducci und eine große Zahl von Veröffentlichungen zur letzten Geschichte der italienischen Juden enthält. Aus Rußland erhielt die Biblio* thek eine Anzahl von Dokumenten zur Geschichte des russischen Judentums in den letzten Jahren, sowie hebräische Handschriften, darunter ein handschriftliches Buch des Karäers Mosche Bagi (176 Blätter). — Herr Dozent Dr. Heinrich Nechcles vom Union Medical College in Peking übersandte der Bibliothek eine Anzahl von Büchern aus dem Gebiete der Physiologie. Doktor J. D. Berkson, New York, hat eine Gruppe von Lehrern organisiert, welche sich die spezielle Förderung der pädagogischen Abteilung der Bibliothek zum Ziele gesetzt hat. Kürzlich wurde ein Abkommen zwischen Palästina und Aegypten abgeschlossen, laut welchem Gerichtsurteile in einem der Länder in beiden Ländern Rechtsgültigkeit haben.

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