Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 57 (21.7.1922)
- Date
- 1922-07-21
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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I v . trqm, v: ׳«*W W Seife 370 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 57 aber, wer in der öffentlichen Presse tdireibt, — besonders wenn er von Beruf ein Anwalt des Rechtes ist. . . . Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder hat Ju> stizrat Breslauer doch geschrieben, ohne sidi vorher mit den Dingen vertraut gemacht zu haben, was unverantwörtlich wäre. Oder aber ... Was würde der Herr Justizrat sagen, wenn 90 ein Antisemit handelte? U. A. w. g, Dr. Hugo Schachtel, Der Herr Ehrenvorsitzende der ״Vereinigung für das liberale Judentum c. V.“, Justizrat Bernhard Brcs• lauer, Berlin, hat auf diese Anfrage bis heute nichts zu erwidern gehabt. Sollte er wirklich vorher von den tatsächlichen Verhältnissen nichts gewußt haben, also leichtfertig unbewiesene Behauptungen aufgcstel'.t haben, um dem Gegner zu schaden, so war inzwischen Zeit genug, stell eines besseren belehren zu lassen und den a!!c>dings unverantwortlichen Irrtum einzugestchcn. Er hat dieses nicht getan. Sonach muß jetzt konstatiert werden, daß hier eine Behauptung wider besseres Wissen aufrechte! halten wird. Dr, Hugo Schachtel. Antisemitische Hetze in Obcrschlcsicn Der in Kattowitz erscheinende ״Polak“, Organ der nationalen Arbeiterpartei (N. P. R.), bringt in seiner Nummer vom 26. Juni 1922 auf der letzten Seite unter der Spitzmarkc ״Kattowitz“ einen Ar• tikol, der sich mit den jüdischen Schmugglern beschäftigt und, nachdem er verschiedene Methoden angeführt hat, wie man in der gewünschten Weise und ״mit der gehörigen Marschbcschhunigung“ solche Leute zur Wache bringt, dann forifährt:! | ׳ ״Wenn aber jene Geier und Raben von ihren dunklen Geschäften nicht ab'.asscn, so werden sich wohl auch für sie ״Taufen“ mit ausgiebiger Benutzung von Wasserpumpeil, mit Abschnciden der Barle und ähnlichen alten Erinnerungen finden. Freilich gibt es auch rasierte und europäisch gekleidete Juden. Aber man erkennt sie }eicht an ihrem unverschämten Be• nehmen. Diese bringt man zur zeitweiligen Besinnung, vielleicht sogar zur Besserung, wenn, wo sie nicht aus dem Wege gehen, sie durch Eaustschlägc in die Hüften, Ellenbogen und die Magengegend traktiert werden, oder wenn man ihre vor den Türen, auf den Treppen und in den Einfahrten hcrumsichcmlcn Bündel zertritt. Achtet auf sic.“ 1 ־ ■ < Diese Zcitungsmeklung ist keineswegs als eine Ausnahmccrschcinung anzuschcn. Die in Obcrschlcsicn erscheinenden Zeitungen in poinisdicr Sprache, aber auch die1 in Beuthen in deutscher Sprache erscheinende ״Orcnzzeitung“ bringen häufig derartige Hetzartikcl, die bereits wiederholt dazu geführt haben, daß 5Juden auf 'der Straße die Bärte ausgerissen wurden. Wir erwarten, daß gegen diese Ausschreitungen mit größter Strenge vorgegangen \yird. 1 Hechaluz •Konferenz in Berlin Am Dienstag,'den 11. Jul:, wurde die vom Zentral* kornilec der russischen und ukrainischen Zionisten und der Pulüs'.ina-Acni'cr zwecks Bcsduißiassung über Organisicrung und Eyian.icrung der Em'gration nach Palästina einberufene Konferenz geschlossen. Die Konferenz setzte ein Zentralkomitee aus folgenden Personen ein: Ür. M. Solowcitschik (Kowno), W. Tcmkin (Berlin), V. J a c 0 b s 0 h n (Berlin), Dr. C lr a j c 9 (Wien), J, Levitc (Warschau), Dr. Jochclmann (London), Dr. Pinncs (Berlin); ferner Dr. Z. Tcmkin, J. Sa 1 kind, L. SuOmann und Z. Lubawsky als Vertreter der russischen Zionisten in ,Berlin; Dr. Ro- ן senblüth (Wien), Dr. Katzcnelnson (Berlin) und J. Mercininski (Warschau) als Vertreter der Palästina-Aemtcr. ,Vertreter der Hcchaluz-Organisation in der ncucrwähMco Exekutive sind: Dr. Tartakowcr (Wien), Z. Rubaschoff (Berlin), Dr. Schwabe (Kowno) und H. D a b k i n. Die antisemitische Propaganda in Amerika Wie wir bereits :.:Utellteu, macht sich an verschiedenen Universitäten Amerika■. eine Tendenz geltend, einen numerus clausus gegen die Juden einzuführen. Diese Nachricht ist umso bemerkenswerter, als sie nicht die einzige Ausdrucks form der antisemitischen Bewegung in Amerika darstellt. Die neucrschclncadc Wochenschrift ״East and West“ schreibt zu dieser Angelegenheit folgendes: ״Trotz der Ablcugnung der Behörden, der Havard-Univcrsität, daß die Zulassungsbcschriinluuigcn direkt gegen die Juden gcriditet seien, steht es fest, daß eine Gruppe antisemitischer Personen die Einftiiirung eines numerus clausus vorgcschbgcfl hat, um die Zahl der jüdischen Studenten, die z. B, 18 «0׳ aller an der Havard-Univcrsität Studierenden nusnmeht, zu beschranken, Roger B. Maryman, Professor der Geschichte, gilt als der Führer dieser Bewegung gegen die Juden, während der Dekan der semiti ■,eben Abteilung, Professor Lyons, versucht, die Bemühungen der Grupp des Herrn Maryman zu vereiteln. Wir sind nicht sehr 'überrascht, daß an einer der größten Stritten der Gc Ichrsamkelt in Amerika eine antisemitische Bewegung im Entstehen begriffen ist. Unter den Professoren der Geschichte, der Soziologie und der Literatur an den amerikanischen Universitäten gibt es eine Reihe von ״verpreußten“ Herren (Prussianized genttemen), welche zwar in ihrer Wissensduft nidht so gründlich sT4 wie die Preußen, aber jedenfalls ebenso gegen die Juden eingenommen sind wie die preußischen Professoren Besclnuiikihcit und Cnauvinisimu haben zur Verbreitung des Antisemitismus unter den ׳ amerikanischen Profcs *soren beigetragen, und die Logik hat sie dazu geführt, den Anschluß von den Universitäten anzustrengen. XVISI. Dolc^f erlöste^ cfcrEionlotischen Vereinigung für Deufccliliind «m 11., 12. und 13. September 1922 in Cassel, Stadthalle. Tcgcsordaoag de3 Delcjcrfeatagei Am Sonntag, den 10. September, werden Sonderberatungen über Gcmclnaearbcit, Jugendarbeite Keren Hajessod-Arbelt und Kulturarbeit stattfinden. Montag, den 11. September 1922. ,Vormittags-Sitzung, 9y׳* Uhr. 1. Eröffnungsrede des Vorsitzenden über: ״Die allgemeine Lage der zionistischen Oesamtbewegung sowie der zionistischen Arbeit in Deutschland“. 2. .Wahl des Büros. 3. Diskussion. Nachmittags-Sitzung, 3J/g Uhr. 4. Referat: ״Die Palästina-Aufgaben des deutschen Zionismus“. — Referent: S. Schocken, Zwickau. 5. Debatte über das Referat zu '4. Dienstag, den 12. September 1922. Vormittags-Sitzung, 9l/1 Uhr. ö. Fortsetzung der Debatte über das Referat zu 4, 7. ״Inhalt und Möglichkeiten zionistischer Propaganda“. -— Referent: Kurt Blumcnfcld. Nachmittags-Sitzung, 31/» Uhr. 8. Debatte über das Referat zu 7. Mittwoch, den 13. September 1922י/ Vormittags-Sitzung. 9. Fortsetzung der Debatte über das Referat zu 7. Nachmittags-Sitzung, 31/» Uhr. 10. Decharge. 11. Wahlen. a) Landesvorstand. b) Zentralkomitee. י c) Finanzausschuß. d) Revisionskommission. e) Ehrengericht Bestätigung von Moses Sehorr Warschau. (J,C. B.) Wie schon früher gemeldet hat die Warschauer jüdische Gemcindcexckutive gegen die vom Kultusminister erfolgte Ablehnung der wähl Professor Scborrs zum Rabbiner der Warschauer jüdisciien Gemeinde beim Ministerrat Berufung eingelegt. — Die polnische Gesamtregierung hat der Berufung stattgegeben und die Wahl des Professors Moses Sehorr zum Warschauer Rabbiner endgültig bestätigt. Sanktionierung des amerikanischen Elcvvanderungigcsetzci Washington (J.C.B,). Präsident Harding hat dem von Rcpräsentantcnhaus und Senat angenommenen Gesetzentwurf, laut welchem die 3 0/0• Norm des Einwanderungsgesetzes bis 30. Juni 1924 verängert wird, durch Unterschrift die Sanktion erteilt. Danach wird die Norm, daß die Einwanderung in die Vereinigten Staaten aus jedem Lande auf jährlich 3 ״/o der bereits in den Vereinigten Staaten wohnenden, aus diesem Lande ׳ stammenden Personen beschränkt wird, noch zwei Jahre in Geltung bleiben. Höfen F>ajessod Barcingänge des Keren Hajessod Zcniralbflros!.Aus verschiedenen Ländern: £ 271 S35 1. Vereinigte Staaten 2. Kanada ....... 3. Polen . . 4. Deutschland 5. Argentinien 6. England . ..... 7. Tschechoslowakei 8. Bessarablen . . 9. Holland . . 10. Bu'garien 11. Südafrika ׳ ■-au . •4*י •8**» *״* «■» *• ו ■י■ 1*1 י*ינ•* "* * •st•»,׳ ♦ *«.» .* »•< ו♦ »•4• י4■ •»•8 »•• ויו ■•*נ•» «•» •5» ׳־יי« ••ו »• 38 103 10 723 14 723 11 524 ׳10.3 ׳26 7 6736 273 6 3153 (00 3 s. 6 15 7 10 13 4 2 12 2 18 9 11 1 2 12. Litauen ••יו׳י■•« «*« •*•!* 2 553 5 10•) 13. Jugoslawien .. . ,.r.. .»• ••* 14. Marokko . 1 842 1737 3 12 11 1 15. Griechenland .. . ... 1 416 9 9 16. Dänemaik יי•« •*»♦9• «•TV 1 376 — 4 17. Brasiien ,, mm mm •1 •J 1 '121 13 2 18. Finnland . •>*•»1• »•4 *<«.•■ •1 1 117 5 9 19. Norwegen »• «. n•«!•»*•* 4•■ •1 948 14 2 20. Chi'e . . 1• 9״r■ »•■ ■־•* •■־.•;# 913 5 10 21. Schweden 1• ■•! * »•tr •יי• 854 13 1 21. Portugal . 4•«)•*«•:■•« ■ •■!•■ 510 — f*—4 23. Oesterreich!..*»■ ■a 510 7 1 24. Elsass-Lothringcn ... £02 6 4 25. Sibirien .. 1 *•.■*■ «•«1•« •1 400 — — 26. Spanien . | H.״ ■Ul |»| •9 •1 3 3 5 7 27. Ost-Galizicn 303 13 2 28. Indien . . 4• ***«*» 1 225 14 5 29. Lettland . 1 ויו!•• נ•■ •*•» יי• 210 10 —> 30. Gibraltar ו•»•» mm •יי ׳ 2 0 M 31. Russische Emigranten 182 — 32. Uruguay , 1• וייניו « «׳״■ •4י.1 167 14 33. Palästina 163 5 W 34. Rumänien r•• •«■•ut•!!•■וי 151 0 1 35. Italien ... ••««•**׳’mb•* mm»)•! 142 7 3 36. China ... ויי• «•»!*» «■».•יזי1 110 *—׳ 37. Estland «•■<•*&• mm ■**t•« •i 103 V—1 33. Bukowina »•*•1 «״וי»•*•» י י 75 — 39. Danzig ,. »• »•1••» mm. •» •*»•ו 52 18 10 40. Diverse ,. י »• |י| 1•!,. M . 24 18 9 411119 19 11!!.Verschiedene Beiträge für administrative Auslagen 12 500 Ui, I n t c r n a t io nal e Zionist Fraucn-Organisation: Juwc'.cnfonds . . IV. Keren Hageulah, Palast. Spezialfonds . 1.*^«■. M ...._ "426342' li I 1809 912 : M 13 4 18 5 .־ An die Schdicl ■Vertrauensleute! Eine große Zahl Gesinnungsgenossen, die nicht am Platze einer Ortsgruppe, sondern verstreut in kleinen Plätzen wohnen, haben ihren 'Schekel noch nicht gezahlt. Die Schekel-Kommissare der Ortsgruppen sind verpflichtet, auch ihre aus wärt: - gen Gmppen-Mitglicder zur Zahlung des Schekels zu veranlassen. Wir fordern vor Schluß der Aktion eine letzte Anstrengung aller Vertrauensleute, unv mit der diesjährigen Sehekclsamnilung nicht hinter dem Ergebnis des Vorjahres zurückzusichen. Die gesammelten Schekclgecter, die gebrauchten Sciickeibiocks und Schckelzahlcr-Llsten sind sofort an uns cinzusenden. Wir erwarten, daß jeder Vertrauensmann noch in den letzten Tagen den Schekel an die bisher noch nicht erfaßten Gesinnungsgenossen verkauft. Zionistische Vereinigt»!״ für Deutschland.. Nationklbank für Deutschland, Depositenkasse, ׳ Kurfürstcndnmin 211. _ . Postscheckkonto; Berlin Nr. 8091. •) Ink!. £ 177.2.2 vom Juwelenfonds. Deutsche Keren Hajessod-Arbeit Unter dem Namen ״Der Aufbau Palästina*, Schriften de» Keren Hajessod“ hat der deutrehe Keren Hajessod eine Brosdiürcnreilic herausgegeben, die einen über die bloße Keren Hajessod- Arbeit h!nausgcl1cndcn׳ dauernden Wert darstellt. In Einzc’.broschürcn werden liier besprochen die sanitären Aufgaben, di: Wohnungsfrage, die Aufforstung, di: Landwirtschaft, das Schulwerk und die Verwendung der Wasserkräfte in Palästina.״ Jede Broschüre enthält eine kurze Information über den Keren Hajessod und einen Abdruck des Palästina-Budgets und entwickelt dann die Aufgaben des Keren Hajessod auf dem speziellen Gebiet, dem die Broschüre gewidmet ist. Es wird die bisherige Arbeit auf diesem Gebiete dargesto'.lt und die: Möglichkeiten ihrer Entwicklung behandelt. Die Broschüren eignen sich ganz besonders, um Männer des praktisehen Lebens für den Aulbau Palästinas zu intcrcssiereu und Ihnen zu zeigen, was sie auf dem Gebiet, das sic kennen und auf dem sie etwas leisten können, in Palästina für Möglichkeiten haben. Dafür sind die Broschüren um 60 geeigneter, als sic sich von allen Ucbc!־Reibungen und SchünJubereicn völlig frei halten und eine nüchterne, objektive Beurteilung der Verhältniase in Palästina ermöglichen. Zur gleichen Zeit ist die neue Maasser- Ordnung hcraurgclcommen. Sie erscheint gerade recht üi einem Augenblick, wo die veränderten Wirtschaftliehen Verhältnisse jeden Zionisten zwingen, seine Maasscr-Verpflicht ungen neu nach zuprüfen und diejenigen Erhöhungen vorzunehmen, die dem überall vergrößerten Einkommen entsprechen. Wir glauben, daß es nur dieses Hinweise» bedarf, um alle deutschen Zionisten zur Erhöhung *u veranlassen. ׳ Neue Keren Hajessod - Literatur Die Abteilung des Keren Hajessod für Zentral• europa hat in geschmackvoller Ausstattung ה™ Broschüren herausgegeben, die geeignet sind, die Keren Hajrvwd-Arbclt neu zu beleben i1:1<! wichtige Informntkwn über den Keren Hajes 1:«׳, über seine politisch«« Voraussetzungen, und die jüdische Arbeit in Palästina zu geben. Die eine Broschüre mit dem Titel ,Wa* will der Keren Hajessod?“ enthält die ,p°“* tischen Grundlagen unserer Arbeit •von der llatfour« Erklärung ,bis zum Mandat und behandelt in kurzol Absätzen die wichtigsten« Frage» unserer Arbeit •יז Palästina, Es wird darin erläutert, wie groß die E'n! Wanderung ist, die Aufnahmefähigkeit des Landes und der gegenwärtige Stand der jüdischen Arbeit in Ercz• Israel werden dargestellt. Daun wendet sich, dia Broschüre dem Keren Hajessod zu, dessen statutarisch« Bestimmungen ebenso yie das Maasscrprinzip und «y« Verwendung des Keren Hajessod in Palästina «W־ gehend gescliiUlert־ werden, S)ic Broschüre kommt dab« aui für IBe fia •üb Kr sei Wzu %* rto füi sei 901 eie sai Pi Zi tr du ni A! Br st di« de «? IUI Br Kt wi de de H: na zu W1 en Ft ze ha st fo ai bt di kl fo S< g« w di A Ul m al a ׳a I« 1, 2 a 9 f V E e F 2 a