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Jüdische Rundschau · 1922-07-21 · Heft 57 (21.7.1922) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 57 (21.7.1922)
Date
1922-07-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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י/« ס?!י ס Ci סי Nr. 57 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 371 1 1 2 רס¬ ן 1 9 4 2 9 2 0 J mi 1 4 7 2 5 •» mj 1 3 0 9_ 1 as, der aus- »od- In täuful-! in •made3 des die •beit!itcu;nen :tiitcr• bict, nen, die illen dien hält• er• echt haft•!eine zu• zumen dses ן zu itra!» zwei ,eren nforclian stina Vas poli* lour* irzert t in Ein* und Er••-׳- die isdfo I die ein* iabel auch auf diejenige» Fragen zu spreche®, die gerade für die Arbeit in Mittel- und Ostcuro;» von großer!Bedeutung sind, insbesondere die Bedeutung, die <Ec Beiträge valutaschwacher Länder haben können, und ׳über die Notwendigkeit der Heranziehung weitester Kreise zur Keren Hajcssod-Arlxdt, Die Broschüre schließt mit den Worten: ״Wir sind glücklich, in einer!Welt, der das Große und Etile fremd zu sein scheint, zu eiivcm solchen Werk aufgerufen zu werden.“ Die andere Broschüre gibt eine Anleitung zur, Keren Hajcssod-Arbcit und enthält alles dazu' notwendige technische Material. Die Broschüre dürfte für die praktische Arbeit von ganz besonderem Nutzon sein. Sie. druckt nicht nur die Maasscrordnung ab, solider» sie gellt wirklich in die Details der Arbeit ein. Sie zeigt, wie man Adressen von Interessenten sammeln kann, bespricht die verschiedenen Formen der Propaganda, die Entgegennahme und Kontrolle der Zeichnungen, die Einziehung der Beiträge, das Prinzip der freiwilligen! Dienstpf 11 cht für den Keren Hajessod, sie erörtert dann die für die Praxis so wichtige Frage des Verhältiiisses der Keren H aicssod- Arbeit zur Arbeit des Jüdischen Nationalfonds. Die Broschüre enthält in einem Anhang «ine Zusammen- Stellung der Keren H a j e s sod - L i t e r atu r, die ein Beweis dafür ist, mit welcher Energie die für den Keren Hajcssod maßgebenden Stellen unserer Organisation tätig sind. Ferner finden wir Formulare für Zciclmungsscbcinc für die Propaganda w. ä. Beide Broschüren scheinen uns sehr geeignet zu sein, die Keren Hajcssod-Arbcit zu fördern, über deren Bedeutung wir ja gerade in Deutschland uns alle einig cind. Naclvdem auch die Besprechungen in London wiederum zu dem Ergebnis geführt haben, daß am Prinzip des Keren Hajcssod, an seiner Grundidee, Palästina durch eine nationale Kraftansfrengung des jüdischen Volkes aufzubaucn, mit aller Entschiedenheit festgehalten wird, werden wir ja im Herbst voraussichtlich wieder zu einer energischen Keren Fiajcssod-Kampagnc kommen müssen. Für diese Zeit bieten die beiden Broschüren, die das zcntraleunopäische Keren Hajcssod-Büro herausgegeben liat, eine wichtige Vorbereitung. L. Schiffsverkehr nach Palästina Die Maawirim Transport Aktien Ocselischaft, Zwei״ stelle für Deutschland, Berlin N '24, Auguststr. 15, gibt folgende Aenderimgen im Schiffsverkehr nach Palästina auf der direkten Eillinie Triest—Alexandrien bekannt: Bezugnehmend auf unsere letzte Veröffentlichung betreffs vorübergehender Außerdienststelliuig des Luxusctklampfers ״Vienna“ und dessen Ersetzung durch den kleineren Dampfer ״Scmiramis“ bringen wir hiermit folgendes zur a!lgemeinen Kenntnisnahme: Das Schwesterschiff der ״Vienna“, der ׳ Luxuseildampfcr ״Hctouan“, muß ebenfalls vorübergehend infolge «Iringenden Reparaturbedürfnisscs aus dem Dienst gezogen werden, und wird während der nächsten zwei Monate durch ein anderes Schiff kleinerer Klasse ersetzt. Die Abfahrtszeiten der Eillinie Triest—Alexandrien bleiben unverändert, die Schiffe verkehren bis zum 8. September nach, folgendem Fahrplan: die Dampfer regelmäßig in ״Scmiramis“ und 28. Juli: Dampfer Semiramis; 4. August: Dampfer Klcopatra; 11. August: Dampfer Semiramis; 18. August: Dampfer Klcopatra; 25. August: Dampfer Semiramis; 1. September: Dampfer Vienna; 8. September: Dampfer Helouan. Vom 1. September ab verkehren ״Helouan“ und ״Vienna" also wieder abwechselndem Turnus. Die Passagepreise für die Dampfer ״Klcopatra" sind ermäßigt und betragen: Von Triest nach Alexandrien: 1. Klasse £ 37, 2 Klasse £ 23, 4. Klasse £ 11 (bei den Schiffskartcrv• ausgabcstcllen der Maawirim Transport Aktien Gesell- Schaft, Wien, und ihren Filialen Berlin, Warschau, Triest £ 51/3). Von Brindisi nach Alexandrien: 1, Klasse £ 32, 2 Klasse £ 22, 4. Klasse £ 9 (bei den Schiffsknrtenausgabcstcllen der Maawirim Transport Aktien Gesell- Schaft und ihren Filialen Berlin, Warschau, Triest £ 41/3). Die genannten Schiffe führen keine 3. Klasse; die Fahrpreise 1. und 2. Klasse verstehen sielt inklusive Verpflegung, die der 4. Klasse ohne Verpflegung und E>a auf dem Schiff ״Semiramis“ mul ״Klcopatra“ einbettige Kabinen nicht vorhanden sind, so werden Passagieren der 1. Klasse auf Wunsch und gegen einen Zuschlag von £ 8 zweibcttlge Kabinen für ihren ausschlicßlichcn Gebrauch zur Verfügung gestellt, Die antisemitischen Exzesse von Wilna Obcrrabblncr Rubinstein über dio Pogromhetze Wilna, 14. Juli (Tel. der ,Wr. Morgenzcitinig"). Die hier zur Untcrsuchtuig der Juricnexzcsse weitende Sejmkoiimüssion liat den Oberrabbincr Rubinstein als Vertreter der jüdischen Gemeinde vernommen. . Rubinstein erklärte, daß er die Vorlesung des Geistliclten Chaiincc über die Ziele der Rozwoj-Organisati«! ah Veranlassung des Pogroms betrachte. AlicnUngs seien die Hauptursnclicn viel tiefer zu suchen. Die seit Jahr und Tag von gewissen Gesellschaftskreisen in Wort und Schrift geführte antisemitische Hetze habe den Boden für die Judcucxzcsse vorbereitet. Seiner Mcimm״ nach Waren die letzte!» Judenexzesse vom 2 Juli bereits seit langem organisiert und, wie selbst polnische Zeitungen bestätigen, gründlich vorbereitet worden, worauf die oci den Exzellenten Vorgefundenen Werkzeuge und Gegenstände Irin weisen. Auf die Frage des Vorsitzenden, welche Elemente at* den Exzessen teilgenommen haben, erklärte Oberrabbiner Rubinstein, daß an den Exzessen Vertreter der Intelligenz, Studenten und M ili tfirpe r80 neu tcilgcnommcn haben. Er müsse fcststcllcn, daß während der Ausschreitungen Po- ״rom s tim in u n g geherrscht habe. Selbst General Konarzewski, der während der Unruhen im Judenviertel weilte, mußte zugeben, daß eine Pognomstimmimg geherrscht habe. Auf die Frage des Vorsitzenden, welche Schutzmittel die jüdischen Vertreter als die geeignetsten zur Vorbeugung solcher Exzesse betrachten* antwortete Oberrabbincr Rubinstein, daß man Exzessen nur dann Vorbeugen könne, wenn die Hauptwurzcln der antisemitischen Agitation vernichtet werden. Die Regierung müsse die Pogromhetze in der Presse und in öffentlich'c« Versnranlun|׳en verbieten und alle jene, die zu Pogromen und Ausschreitungen hetzten, strengstens bestrafen. Auf die Frage, ob die Juden es für notwendig erachten, Organisationen mit Wirtschaftliehen Zielen, wie der Rozwoj, die eine antijüdisehe Agitation bloß auf wirtschaftlichem Gebete führt, zu verbieten, erklärte Oberrabbincr Rubinstein, die Praxis lmbe bereits erwiese», daß solche Organisationen nokns volcus zu Pogromen führen müssen. Aus diesem Grunde müsse man jedwede hetzerische Agitation auf Wirtschaft lidvGin Gebiete strengstens untersagen. Die Kommission liat bereits Mittwoch ihre Aibcitcn beendet und das Material nach Warschau mitgenommen. Das Endergebnis wird erst nach Durchführung der ge׳ richtliclien Untersuchung bckannigegebcn werden, Die Wiluaer fortschrittlichen und radikalen nolni sehen Parteigruppen haben ln ihren Parteiorganen Auf rufe veröffentlicht, in denen sie die Exzesse ablehncn und die Regierung auffordern, Maßnahmen zu treffen, um m Zukunft ähnliche Vorkommnisse zu verhindern. Die Aufrufe dieser Gruppen haben auf die jüdische Be völkcrung beruhigend gewirkt. Die nationaldcmo kratischcn Zeitungen treten nach wie vor gegen die jüdische Bevölkerung auf und entfalten eine lebhafte Propaganda für den antisemitischen Gedanken der Rozwoj-Organisationeii. In Minsk haben, wie J. C. B. aus Danzig erfährt, auf dem Markt Ausschreitungen gegen die Juden stattgefunden, wobfei 4 Juden getutet, 10 \er• letzt wurden. Die Jiddischen Schulen in Polen Warschau. (J. C. B.) Die zentrale Schulorg.inisation der Jiddischisten in Polen befindet sich jetzt in einer äußerst kritischen finanziellen Lage. Die Lehrer haben seit vier Monaten ihr Gehalt nicht ausgczalrit bekommen. Die Schulorganisaiion entsendet jetzt zwei Delegierte nach Amerika, um dort Geld für ihre Schulzweckc zu sammeln. , Die italienischen Zionisten einig Rom. (J. C. B.) Angesichts der kritischen Lago des Zionismus, bcsdiioi) der Rat der itnlienisdicn Zionisten, die inneren Streitigkeiten auszuschalten und eine geschlossene Arbeit zu versuchen. Zuin stellvertretenden Vorsitzenden wurde noch Rechtsanwalt Viterbo (Florenz), zum SekrclSr Dante Lattcs (Rom) gewählt. Das Nansen-Komitee und dlo jüdische Hilfssrbeit in der Ukraine. Durch die Intervention der Nansen- Hilfsorganisation ln Rußland hat der Vertreter der jiidischeu \Vdtl1ilfskonferenz, Dr, Viktor Adler, von der Sowjctreglermig die Erlaubnis erhalten, nach' Rußland zu reisen und sich dort an der Hilfsarbeit zu beteiligen, Dr. Adler erhielt von der Nansen-Organisation ein schrittlieh fixierte» Mandat, in welchem er als Gesandter der Welthilfskorifrenz bezeichnet wird, der die Hilfsaktion für die jüdischen Flüchtlinge am ukrainischen Ufer des Dnjcstr zu organisieren hat. Gleichzeitig ist Df. Adler zum Mitarbeiter den Leiters des Nansen-Komitees in der Ukraine, Kapitän Kißling, ernannt worden. Ukrainische Waisen nach Palästina. In Befolgung einer Instruktion der englischen Regierung erteilte der englische Konsul in Warschau den 150 ukrainischen Waisenkindern, die mit Israel Beikind nach Palästina reisen, die Einrciscvba ohne jede Gebühr. Neue Pogroradrohungen des Jvan Hejjas in Ungarn , Budapest (J. C. B.) Der Verein der Erwachenden Ungarn hielt hier eine Versammlung, auf der J v a n Hejjas, von dem im Prozeß gegen die Judentnördcr von Iszak' einwandfrei fer,!gestellt wurde, daß er den Befehl zur ,׳Ermordung der drei jüdischen Bürger erteilt hatte, eine antisemitische Brandrede hielt. Nach dem Urteil im Prozeß ließ Hejjas den Zeitungen eine Er- Klärung zugelicn, er habe nicht um Amnestie gebeten. Sein Befehl zur Ermordung der drei jüdischen Bürger von Iszak sei nicht sein letzter derartiger Befehl gewesen. In der Versammlung kain Hejjas darauf zurück und führte aus:! :; ״Man kann über meine Erklärung denken was man wUl. Eins kann ich sagen: wenn immer cs ans irgend einer Himmelsrichtung wetterleuchten 'wird, werde ich für Budapest der Blitzschlag Gottes sein!" Zu dieser Erklärung äußerte sich der Minister des Innern, Rakovszki: ״Niemand wird Hejjas daran hindern, Befehle zu erteilen. Sollten sich aber Leute in Ungarn finden, die solchen Befehlen Geltung zu verschaffen suchen, weiden sie auf den stärksten Widerstand der Staatsgewalt stoßen." Die Erklärung Flcjjas hat hier in den demokratischen Kreisen starke Erbitterung hervorgenifen. Man hält die Erklärungen des Innenministers für absolut unzulänglich. Der Vizepräsident der ungarischen republikanischen Partei, Emmerich Beer, richtete in einem offenen Schreiben an Jvnn Hcjjn3 die' folgende Aufforderungs ,Ich habe ln den am 9. Juli erschienenen Blättern erklärt, daß ich Sic an der Verübung der Orgovanyer Schreckenstaten für schuldig halte. Ich beschuldige Sie jetzt neuerdings der Verübung mehrerer Mordtaten. Anläßlich der Verhandlung gegen den ehemaligen Gcndarmcriewachtmcistcr Zbona ist erwiesen worden, daß Sic auf Orund einer Denunziation, deren Grundlosigkeit sich alsbald hcrau־ge stellt hat, den Befehl zur Hinrichtung von Menschen gaben. Ich erschrecke vor Ihrem Terror nicht, nicht einmal vor ihrer Drohung, daß jene Vcrfiigiing nicht Ihre letze wart. Als Ungar und als Christ protestiere ich dagegen, daß Sie da.־, Vaterland und das Christentum als Motiv für Verbrechen iiinstellen.“ Die Vorgänge in Ungarn sind für uns von besonderem Interesse, nachdem die Ereignisse der letzten Wochen gezeigt haben, wie sehr sich die Lage der deutschen Juden bereits der der ungaxischen genähert hat. TItigkeil des Jüdischen Bürgerkomltees Ito Clisrkower Bezirk Charkow, 17. Juli. Das jüdische Bürgerkomitee in der Ukraine ist im Jahre 1920 begründet worden und befaßt sich hauptsächlich mit der Kinderhilfe. Insgesamt sind 128 Institutionen für die Kinde rnilfe ins Leben gerufen worden, in denen 17 905 Kinder Unterkommen gefunden haben. Die Anzahl der Anstaltsange• stellten beträgt 952. Im Charkowcr Bezirk versorgen 64 Anstalten 5 395 Kinde: und in der Provinz 64 Anstallen 12 570 Kinder. Das jüdische Bürgcrkoinitec leidet empfindlich unter dem Mangel an Mitteln und an Lehrpersonal. Bis 90י;« der Kosten aller Anstalten werden vom Komitee selbst aufgebracht. Im Charkowcr Gouvcrnement existieren 8 Kinderasyle, ein Ernährungszcntmm, 35 Internate und 18 Schulen. 1:1 der Provinz sind ISKinderasyle, 30 Internate und 15 Ernährungszentren vorbanden. Im Charkowcr Gouvernement erstreikt sich de Fürsorge des Komilces, außer den Kindern in den Anstaltcn, auf ungefähr 20 000 Kinder. Insgesamt bestehen in der Ukraine 1231 Bildungsanstalten für die Kihder. In Charkow sind 2 Lehrerbildungsanstalten mit zusammen 144 Schülern begründet worden, um dem Mangel an Lchrpersona] zu steuern. Odes6a, 30. Juni, Das Kommissariat für jüdische Angelegenheiten in Charkow hat das jüdische Bürgcrkomiicc in Odessa beauftragt, eine Transitezentralc für die Durchfuhr vonSpenden aus Amerika für die Ukraine cinzurichten. Bisher pflegten diese Sendungen über Reval zu gehen. Das iüdiiehe Bürgcrkomitcc in der Ukraine teilt mit, daß alle Bewohner der Ukraine, ohne Unterschied der Nationalität u:ui Konfession sich seiner Dienste bei Empfang von Spenden aus Amerika unentgeltlich bedienen können. Dem jüdischen Biirgerkomitee Ist es gelungen, Ver bindungen mit argentinisclren 0־g־m:sationen a-zuknüpfen und den argentinisch-ukrainischen Hilfsdienst über Odessa in Angriff zu nehmen. Gleichzeitig hat das allgemeine jüdische Bßrgcrkomitcc die Organisation zur Ucncrmittlung von einheitlichen Lebensmittel- und Klcider-Einzclpaketen aus Arne ika übernommen. äterbcfall. Das Vorstandsmitglied der Berliner Jüdiseken Gemc'nde, Herr Kommerzienrat Netter, ist jm Alter von 58 Jahren in Baden-Baden verstorben. u *twteit: 13. ui.- tsu וי!זי“7דן!!fl kW ־׳•r \י״י n/ יל!ח 3־:IH 1t';v,׳!'■''"? Hi ״Jr ןןיךן ך׳ין W.'UJ &J4׳' Jt■ ti j ״ W tciii vix-ij »W'LüiL'Lb.J IwUni Si.vyf Li«!.} Xu ' יזrx,ri •־״a״ ־; 1?41L J Lä LI Cb 21J Ul ly 5uV,Ü UW uU »Lw

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