Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 15 (22.2.1921)
- Date
- 1921-02-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 15 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 101 6rc|-Jsrael Das Präsidium des Waad Leumi bei Somitcl Das Präsidium des Waad Leumi, bestehend aus de״ Herren Yctlin, Thon und Ben Zw 1, wurde von Samuel empfangen. In einer einstuadigcii unterredung wurde Samuels Aufmerksamkeit auf zalureame aktuelle LandrsaiigelcgcnhciteJt gelenkt, 9a vor a lern auf die letzten Vorfälle in Siche m (Nab us), wo eine jüdische Aerzlin (Dr. Krimski) von den cliauvinistischeu Arabern an der Niederlassung gehindert wurde. Es wurde auch auf die n:cat besonders zahlreichen jüdischen Beamte״ bei den Rcg.enmgsbehordcn und die noch 90 wenig durchgeführte Olc.chbercd tigung der lichräischen Spradte hingcw.csen Samuel wie» mittels offizieller Dokumente nach daß die Verantwortung für die letzten Vorfälle tu Sichern keineswegs die Rcfffiningsbeamten oder die Stadtverwaltung treffe. Auclt in Sichern dürfte es in Bäldc besser werden. Laut vorgetegfeu Listen wurde die Zahl der jüdischen Beamten bedeutend vermehrt. Was die hebräische Sprache anbelangt, so werde er jede ihm vorgeh rächte Beschwerde genauestes untersuch«! lassen. Mond gegen den ״Doar Hajom“ in Nummer 12 der ״Jüdischen Rundschau" brachten wir ein Interview Monds über seine Eindrücke von Palästina, das wir der Nr. 107 des ״Doar Hajom" entnommen hatten. Danach soll Mond gesagt haben, daß ״man in der letzten Zeit den geraden Weg verlassen habe‘•', daß ״mau zu viel Geld ausgegeben habe", und ״daß die Ostjuden, deren Führung in Kulturangclcgcnheitcn unbestritten ist, den Westjuden die Leitung des Autbaus überlassen müßten׳". Herr A. M. Borochow richtete an Mond einen offenen Brief, in dem er ihn bittet, angesichts der Wichtigkeit, die man seinen Worten beimißt,' zu erklären, ob die Ausführungen des ״Doar Hajom" sich wirklieh mit seinen Worten decken. Darauf antwortete Mond mit folgendem in ״Haarez“ (Nr.47S) veröffeutliditcn Brief: In Beantwortung Ihres Schreibens möchte ich bemerken, daß mir der Sinn des ersten Satzes u n v c r stündlich ist. Ich kann mich nicht erinnern, ähnliches gesagt ־zu haben. Was den zweiten Satz anbetrifft, 90 habe ich zwar die Meinung geäußert, daß man in der Vergangen• beit mehr Geld auf verschiedene Arbeiten ausgegeben lat, als es ein breites und großes Kolonisationssyslcm angesichts der Beschränktheit unserer Mittel, mit denen die Arbeit gemacht werden muß, in Zukunft gestatten dürfte. Ich glaube, hinzugefügt zu haben, daß die Mchrausgaben auf die schwierigen Bedingungen und den Versuci/scliarektcr der bisherigen Arbeit zuriiekz׳,:führen sind. Was eien dritten Satz betrifft, habe ich nichts gesagt, was zu einer derartigen Ent- Stellung Anlaß geben könnte, icli habe auf die Tatsaciie hingewiesen, daß die Westjuden mehr Gelegenheit Iahen, ihre administrativen und finanziellen Fähigkeiten auszunützen, als es den in ihrer Tätigkeit bcschränkten Ostjuden möglich war, und daß daher für die Westjuden die Zeit gekommen ist, siel! finanziell und industriell an dem Aufhau zu beteilige::. Anscheinend hat die Uebersetzung und die Kürzung dazu geführt, daß meine Worte einen andern als den von mir gewollt,״־ Eindruck machen. gez. Alfred Mond,“ Zur H atidschriHen- und t>0;fMlung für das jüdische Nationalmuseum Von Dr. Awraham Schwadron. (Infolge Raummangels verspätet.) Als ich vor etwa sieben Jahren in verschiedenen jüdischen Zeitungen einen Aufruf betreffs meiner Handschriitcn- und Porträtsamnilung• erließ, da kam mir kein einziger Widerhall entgegen. Es war eben vor San Reino. Auf meine jetzige gleiche Bitte aber in Kr. 59 v. j. der ״Jüd. Rundschau“ und in anderen jüdischen Zeitungen erhielt ich zwölf Zuschriften (wenn auch kein einziges Sammelobickt) und den Aufsatz von Herrn Dr. Hans Mühsam in Nr. 63/01 dieser Zeitschrift, worin mein Aufruf ״gelinde gesagt: diiettantenhaft" genannt wird und wo ich noch andere ähnliche Süliigkeilen, wie ״Flachheiten" u. dgl. vorgesetzt bekomme. Um cs gleich 7.u sagen: Herr Dr. Mühsam hat recht, ich bin wirklich ein Dilettant, ein simpler Chemiker nur und verstehe von dem großen Facideute- und Qudlcnforschnngsapparat mit ״Mathematikern, Maiern, Volkswirtschaftlern... Historikern, Archivaren, Genealogen usw.״, welchen Herr Dr. Mühsam als für dieses Sammeln unbedingt nötig angibt, ein ״Schtnartn". — Allerdings als simpler ClicmiKer verstehe ich auch nicht, wie diese ganze große Forschung!*fleh der jüdischen Abstammung berühmter Persönlichkeiten, die Herr Dr. Mühsam organisieren wird oder will, unmittelbar und eng mit meinem simplen Sammeln im Zusammenhänge steht. Dieses Forschen ist als Zweck für sich schon eine sehr begrüßenswerte Aufgabe, bringt aber natürlich keinen einzigen Brief ein. Freilich, wenn ich Briefe und Porträts berühmter Persönlichkeiten jübischer Abkunft sammle, so muß ich wissen, ob sie eben jüdischer Abkunft sind. Aber es gibt so viele Berühmtliehen, die sicher jüdischer oder halbjüdischcr Abkunft sind, daß der Sammler durch das Aufsuchen und den Erwerb derselben vorläufig genügende Beschäftigung und das jüdische Museum genügend Briefe und Porträts haben kann. Und darum war ich so frei, schon dreiundzwanzig Jahre vor San Rerno und vor dem In- Funktion-Trctcn des von Herrn Dr. Mühsam als unumgänglich erklärten großen Forschungsbetriebes mit dem Sammeln zu beginnen und bis heute in aller StiUe und Feierliche Einweihung der ersten Setzmaschinen in Palästina Die Vcrlagsgescllsdiaft ״Hassolel", die erst vor anderthalb Jahren in Jerusalem gegründet wurde und sich jetzt bereits soweit entwickelt hat, daß sie in Palästina drei Zeitungen herausgibt (״Doar Hajom“, ״Palcstinc Wcckly“ und eine arabische Zeitung), beging am 2$. Januar die feierliche Einweihung der zuerst von ihr nach Palästina cingeführten modernen Setzmaschinen. Zu der Feier waren alle in Jerusalem anwesenden hedeutenden Persönlichkeiten, der Regierung und der jüdiselten Kreise ciugcladen. Audi viele Christen und Araber waren zugigen. Die Feier wurde vom Redaktcur des ״Doar Hajom", ltamar Ben-Awi, mit einer hebräischen Ansprache cingclcitet, in der er auf den raschen Erfolg der Verlagsgesellschaft und ihrer Zeitungen hinwics. Er verfehlte dabei auch nicht, von ״uns, der eingeborenen Jugend Palästinas", zu sprechen, die mit besonderer Energie die Epoche der Privatinitiative im Lande cröffnetc. Herr Almaliaeh, ein Sephardc, sprach arabisch über die drei in allen drei Sprachen des Landes erscheinenden Zeitungen als ein Symbol der Verbrüderung zwischen den verschiedenen Rassen und Kulturen. Auch er wies auf die glänzende Zukunft hin, zu der die ״eingeborene Jugend“ das Land durch Privatinitiative führen wird. Nachdem die Herren Arcnsoim und Sapir englisch bzw. französisch ge* sprachen hatten, sprach der der Feier beiwohnende Oberkommissar über die Wichtigkeit der Presse im allgemeinen und die Schwierigkeiten der palästinensisciicii Presse insbesondere. Seine Ansprache wurde Satz für Satz ins Hebräische und Arabische übertragen. Auch Mond, der bei der Feier zugegen war, begrüßte das Unternehmen als Journalist und Besitzer mehrerer Zeitungen. Nach den Ansprachen machten die Gäste einen Rundgang durch die Setzerei. Bei Schluß der Feier wurde allen Anwesenden ein naclv dem küastlerisehen Entwurf des Bezalel hcrgestclltes P’.akctt überreicht, das die Entwicklung des Drucfccrciwcscns in Palästina symbolisch darstellt: auf der einen Seile einen bei dem Schein einer Wachskerze sitzenden Thora- Schreiber, auf der anderen Seite einen bei elektrischem Licht an der hebräischen Setzmaschine arbeitenden jüdisehen Setzer. Die palästinensische Währung Der Obcrkonimissar für Palästina verfügte, daß ab 22, Januar als gesetzliches Zahlungsmittel nur gelten soll: Gold, Banknoten, Silber- und Nickelmünzen der ägyptischen Wahrung. Die Zirkulation fremder Münzen ist erlaubt. Der engl. Goldsovercign hat den Kurs von 97,50 ägypt. Piastern. (Z. K.) Das Emigr&iionsamt Der bekannte englische Zionist Hy am so n, der während des Krieges Leiter der jüdisclie’n Abteilung »m Foreign Office war, ist in Palästina eingelroffen, um im Emigrationsamt tätig zu sein. Material für Palästina-Vorträge Im Zionistischen Pressebüro, Berlin W 15, Sächsische Straße S, liegt als Material für Vorträge ein kurzes, zusnmnienfassendes Expose über die Frage der Be- Siedlung Palästinas vor. Interessenten können es auf Wunsch kostenlos erhalten. '(Cürtscbaftlicbc ßaebriebten Die Geschäftslage in Palästina im Jahre 1921 Der deutschpalästinensische Handelsv e r k e h r. Wie die Palästina-Importfirma Dr. N. Honig Ik Co,, Berlin, mit:eiit, stand im Januar die Geschäftslage in Palästina weiter.iin unter dem Eindruck der Wettkrise: Der Kapitalmangel macht sich auch im G'csciiäftsleben sehr fühlbar. Die Produzenten beschränken sich auf die Deckung des notwendigsten Bedarfs und sehen in dieser Saison von größeren Reparaturen und Erweiterungen ab. Die sinkende Tendenz der Preise vergrößert die Kaufunlust. Auch die wirtschaftliche Aulbautätigkcit vermochte noch nicht einen Ausgleich zu schaffen. Trotzdem wird der Markt mit Konsignationswarc aus den Ententeländern und Amerika überschwemmt. Die Fabrikanten und Kapitalisten, die Ware nach Palästina senden, entbehren vielfach der genauen Kenntnis der Lage. So kommt cs, daß einerseits der Markt mit allerlei Waren des täglic'ven Bedarfs überschwemmt ist während andererseits manche Geräte und Bauartikel gänzlich fehlen und bei plötzlich auftretendem Bedarf erst von Europa bestellt wertem müssen. Die wenig günstige Lage auf dem pdlästincusssehen Markt hat zu Beratungen geführt, die daraut hinausgelien, eine Organisation zu schaffen, welche durch Auskünfte, Garantien usw. die Erlangung von Warenkrediten erleichtert, so daß es möglich sein wird, die Produktionsmittel entweder in Katen oder einige Zeit nach Empfang zu bezahlen. Von den im Januar aus Deutschland importierten Waren sind au erster Steile Chemikalien, Eisenimd Papierwaren zu nennen. In Textilwaren zeigte sich die ausländische Konkurrenz in der FrcisstelUang weit überlegen. Des־ deutsche Export litt auch in diesem Monat durch die veralteten Zahlungsbedingungen deutscher Fabrikanten, während das Ausland durch Gewährung von längeren Krediten an die Abnehmer im Vorteil war. (Z. K.) Die Passivität des palästinensischen Außer;־ handeis. Im November 192D wurden nach Palästina für 581 0C0 £ Yvteren eingeführt, wälircnd der Export nur die Höhe von 50 00Ü £ erreidite.;Haifa überflügelt Jaffa.. Im Monat November betrug die Summe der Export- und Importv/aren i:s Jaffa 223 0C0 £, während sie in Haifa die Höhe von 27ö 0C0 £ erreichte. (Z. K.) Gründung einer Eir.Kautsgenosscnschaft- Der Prospekt der ״Pa!cs!ine Civil Service Corporation Sociaty Ltd.“ ist erschienen. Die Aktien betragen 1 £, das Kapital ist unbegrenzt. Die Genossen ,chaft will an ihre Mitglieder Lebensmittel, Kleidung uu׳:l Win- Schaftsartikel möglichst billig abgeben. Sie wird Laden* gesciiiifte betreiben, will ein- und verkaufen, fabrizieren und handeln. Es sollen indirekte Filialen in Jerusalem. Haifa. Ludd •!nd Knntara errichtet werde., auch will die Gesellschaft auf allen Eisenbahnlinien Proviaiiiwagvn laufen lassen, um Lieferungen an solche Mitglieder gelangen zu lassen, die in Grien wohne», wo es keine Läden gibt. Das Maximum von Aktien, das ein Mitglied erwerben darf, beträgt 230, das Minimum 5. Die Folgen der Streiks. Wie wir aus einem Insernt im ״Doar Hajom“ entnehmen, beschloß die Firma Löwenstein & Schulmann in Jaffa, die bis jetzt eine Konfitürenfabrik betrieben hatte und bei der vor kurzem ein Streik ausgebrochen war, die Fabrik zu sclilicß e n und die Einrichtung sowie die vorhandenen Roh- Stoffe zu verkaufen. Bericht der Jerusalemer Handelskammer. Einem Bericht der Jerusalemer Hantelskammer zufo’ge ist irn palästinensischen Handel gegenwärtig eine Stagnation cingctreten. Sowohl auf dem Anlagemarkt als auch im Exportgeschäft herrscht große Zurückhaltung. P r ä te :1 s i o 11 s 1 o s ig k c i t, mit großer Mühe und von niemandem unterstützt, über neunhundert Nummern zusanimcnzutiage». Unter diesen befinden sich Originalbriefe von: S. J. Abrahamowicz (Mendele), Bialik, Lord Beaconsfield, Bernays, Bleichrödcr, Bamberger, Barnay, Börne, Crcmicux, Paul Ehrlich, David Fricdliinder, Zcrline Gabion, Grätz, J. L. Gordoii, Abraham Geiger, Eduard Gans, A. B. Gottlobcr, Henriette Herz, Theodor Herzl, Johann Jaeoby, Jos. Israels, Jos. Joachim, Kaposi, Lassa'.le, Lasker, Max Lieberniaim, Lombroso, Luzzatti, S. D. Luzzatto, Karl Marx, Felix Mcndelssohn-Bartholdy, Henriette Mendclssohn, Meyerbeer, Neandcr, Popper-Lynkeus, J. L. Itercz, Rachel, S, J. Rapoport, Gabriel Rieser, Anton Rubinstein, Artur Schnitzler, Pcrez Smolcnsky, Sonnenthal, Sonncnfels, Stahl, Rahcl v. Varnhagcn. v. Wassermann, Wilistiitter, Zunz u. a. dgl. (wobei ich natürlich nebst den Briefen und Porträts von Persönlichkeiten ersten Ranges auch von solchen zweiten oder dritten Ranges sammle). Neben dem Sammeln dieser sicher Jüdischen oder Halbjüdischcn labe ich wegen vieler Zweifelhaften vielscits und vielorts nachsnchen, uachlcscn, nachfragcn müssen, teils mit, teils ohne Erfolg — wie eben ein Dilettant. Da hätte mir freilich der vollkommene Forschungsnpparat des Herrn Dr. Mühsam wirklich sehr viel genützt. Nur hat er leider diesen Apparat damals nicht nur noch nicht gehabt — er hat ihn auch jetzt noch nicht, leider — sondern vielleicht noch nicht einmal projektiert gehabt. Und möglich, daß ich mich, trotz der nie gescheuten Mühe und immer gescheuten Oberflächlichkeit, geirrt, habe; möglich, daß ich den einen oder den andern irrtümlich als Juden angesehen und darum seine Hand- Schrift und sein Porträt erworben habe. ,Da habe ich aber gar nichts Böses angcrichtet, zumindest nichts Unkorrigierbares: ich brauche mich jetzt nur an die Fachleutczentrale des Herrn Dr. Mühsam mit der bezugliehen Anfrage zu wenden, und was von dir a״s Nicht* jüdisch bezeichnet werden wird, das wird _ einfach das likJische Museum! nicht übcnu!hn1c!v Es ist nur ei5 Haken dabei, daß nämlich diese Zentrale nur erst ein Projekt ist Aber das große jüdische Nationalmuseum ist cs eigent'ich nicht minder, und die Uebergabe muß auch nicht gleich nach der Gründung erfolgen. Zum Konkret-Detaillierten übergehend, gestatte ich mir, zu bemerken, daß das einzige Faktum, auf Grund dessen Herr Dr. Mühsam mir den Vorwurf des D'lcttantismus und der ״Methoden des Semigotha und H. St. Chamberlain" macht, die Einreihung eines einzigen Namens ist, des Physikers H. H e r t z, unter diejenigen, deren Briefe und Porträts ich suche — eines Mannes» der nach Dr. Mühsam ״väterlicher- und mütterlicherscits germanischer Christ“ war. — Nun, gar so ganz dilcttantcnhaft bin ich gerade in diesem Falle nicht vorgegangen. Ich habe mich recht (wie übrigens niemals bei dergleichen) vom bloßen Namen Hertz—H׳rz leiten —verleiten lassen, wie Dr. Mühsam mit Unrecht meint. Ich habe hier in Zloczow, wo ich jetzt wedle, weder meine Notizen noch Belege bei mir (die sind jetzt, ebenso wie die Sammlung, in Wien, d. h. der Teil der Notizen, der bei der (derartigen Russeninvasion nicht zugrunde gegangen ist) noch biographische oder lexikalische Wente. Ich kann also folgendes mir aus dem Gedächtnis erklären: Adolf Kohut schrieb mir, Heinrich Hertz sei ein Vollblutarier gewesen, was er ans dem personliehen Verkehr mit ihm vor vierzig Jahren weiß — ohne dabei charakteristischerweise auch nur mit einem Worte darauf Bezug zu nehmen, daß er selber in seinem nach jenem Verkehr erschienenen Buche ״Berühmte israelitische Männer und Frauen“ ihn als Juden angeführt hatte. Später hat Dr. Max Grunwald, der Herausgeber der ״Blätter für jüdische Volkskunde“, die jü־ dische Abstammung Hertz׳ in einem öffentlichen Vortrag behauptet (wie mir scheint, auch in einem Aufsatz über die Juden als Erfinder und Entdecker in Ost und West“) Dieser schrieb mir auch - den Brief habe ich zufällig hier — es gäbe eine autobiographische Schrift des Genannten, ״Unser Elternhaus“, worin er von seiner jüdischen Abstammung spricht. Ich konnte diese Schrift nicht finden, erhielt aber von einem Verwandten ^״rrn 1• Goldstein aus Darmstadt, folgende Daten: c ^a£er 1*cs Physikers Heinrich Hertz war der Senator Dr. Gustav Hertz. Ob dieser bei seiner Geburt oder spater getauft wurde, weiß ich mcht. Der Vater des Senators, also der Großvater des Physikers, war Heinrich David Hertz, der ursprünglich Jude war, dann aber sich taufen Eeß. Die Mutter des Senators, also die Oroßmutter des Phy-