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Jüdische Rundschau · 1913-02-28 · Heft 9 (28.2.1913) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 9 (28.2.1913)
Date
1913-02-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 84 1UCPISCBE RUNDSCHAU Nr. 9 von 2 362083 Frs. gegen 1 739989 Frs. im Vorjahre gehabt. Die Ausgaben beliefen sich auf 1 282 943 I rs., so daß den Kolonisten 1079 MO Frs. Remgewmn übrig blieben. Im Vorjahre beliefen sich die bei bstkosten auf 1 114 208 f rs., waren also um 108 735 Francs geringer, den Kolonisten verblieben aoer 450000 Frs. weniger als im Berichtsjahre. Die I roduktionskosten bleiben sich nämlich in jeden» Jahre fast gleich, unbekümmert dämm, ob das Jahr gut oder schlecht ist. Daher behält auch der türkische Bauer, der, weil er nach ganz veralteten Methoden arbeitet, kaum jemals eine sehr gute Ernte hat, selten mehr als 25 °/0 für sich, den Rest verschhngen die Produktionskosten, obgleich er für Lohne wohl kaum etwas ausgibt. Die jüdischen Bauern aber haben, trotzdem sie sehr viel fremde Arbeiter beschäftigen, selbst in» schlimmen Jahre 1010 36«/# des Ertrages als Nettoeiiinahme behalten können. Wie gut der Jude seine Felder bestellt, kann man aus aem Durchschnittsertragc pro llektar Getreideboden erkennen. Derselbe belief sich auf 111,8 Frs. gegen 04,2 Frs. im Vorjahre. In Ekron betrug er 121,6, in Pe t ac 11-T i k wa I» 180,1 und in Katra 213,1 Frs. Manche Kolonisten haben bis zu 2400 Pfund Getreide und Erträge bis zu 480 Francs pro Hektar erzielt. Was in Palästina bei sachgemäßer Bestellung selbst aus sandigem Hoden herauszuliolcn ist, bat ein ״Unabhängiger“, d. I». von keinem Menschen unterstützter Kolonist m Risdion Le-Zion bewiesen. Derselbe hat dicht bei der Kolonie 22 ha mageren Boden bearbeitet und 6633 Frs., d. h. 204,8 Frs. pro Hektar, erzielt. Im einzelnen sei hervorgehoben, daß die 63 Kolonisten von R i schon Le-Zion aus dem Wembau, der immer noch ihr Hauptprodukt ist, sowie aus einer Anzahl bereits ertragsiahiger Mandelbäume 176000 Frs. erzielten. Ihr 540 ha umfassendes Getreideland bat, da cs noch gemeinsam mit dem der Araber bestellt werden muß und daher nicht rationell zu bewirtschaften ist, nur 13 000 Francs gebracht. Auch die 78 Pflanzer von Rechowoth, die 400 ha Wcinland, ebensoviel Mandel- Pflanzungen und 61 ha Orangengarten bcwirtschafteten, haben eine Bruttoeinnahme von 183 582 Frs. gehabt, wobei auf jeden Kolonisten 965 Frs. Reingewinn entfielen. Von dem bepflanzten Boden dieser Kolonie gehört nämlich nur die kleinere Hälfte den einheimischen Kolonisten, der größere Teil ist Eigentum von Leuten, die noch in Rußland wohnen. Daher können die Kolonisten selbst in guten Jahren allein von ihren allzuklcincn Parzellen, so lange diese noch keinen vollen Ertrag bringen, nicht existieren, sondern müssen sich einen Nebenverdienst als Geschäftsführcr von außerhalb wohnenden Besitzern verschaffen. In der gleichen Lage befinden sich die 40 Kolonisten von W aad el CI» an in, welche überhaupt nur 300 ha zur Verfügung haben, von den überdies nur 111 bepflanzt sind. Ihre Einnahmen he- Ziffern sich dennoch auf 61000 Frs. Drei von ihnen treiben nämlich Bienenzucht und haben für 16 000 Francs Honig gewonnen. Ferner unterhalten einige von ihnen eine gemeinsame Baumschule, die ihnen 11000 Frs. erbrachte. Sehr gut haben auch' die 25 Kolonisten in Katra gewirtschaftet, welche nebst 96 ha Pflanzungen 260 ha unter Getreide haben. Die Pflanzungen erbrachten 23 742, der Getreidebau 55407 Frs. Auch die 75 Kolonisten von Sicliron- Jacob und Depcmltmzcn haben glänzend ahgeschnitten, indem sie aus 997 ha Getreideland 171 610 Francs herausgcholt haben. Die Anpflanzungen, einst der Stolz dieser Kolonie, sind in den Hintergrund getreten und brachten mir noch 71357 I rs. Zuzüglich 2296 Frs. Einnahmen aus der Milchwirtschaft haben sie 248 263 Frs. brutto und 126 355 Frs. netto gehabt. Zu den dauernd reüssierenden Kolonien darf auch die 3600 11a umfassende, einstweil aber noch wenig bevölkerte Kolonie Chedereth gezählt werden. Ihre 33 Kolonisten besitzen 17 ha Orangen, welche ihnen 34 140 Frs. gegen 24 000 Frs. im Vorjahre gebracht haben. Vor zwei Jahren haben sie eine Bewachung ihrer Felder durch jüdische Wächter, organisiert, und der Lohn dieser guten wie klugen Tat ließ nicht lange auf sich warten. Ihre 688 ha Getreidefelder brachten im Berichtsjahre 140 485 Frs. gegen 97 180 Frs. im Vorjahre. Die Kolonisten von Ekron haben ihre vor 25 Jahren mit großen U11kosten eingerichteten Pflanzungen in unverantwortlieber Weise vernachlässigt, so daß sie ihnen seihst in diesem segensreichen Obstjahr nur 10 763 Frs. eingetragen haben. Desto sorgfältiger pflegen sie ihre Getreidefelder im Umfange von 1086 lin, und diese haben ihnen 182112 Frs. eingebracht. A11 der Spitze aller Kolonien, die eine gemischte Kultur treiben und ihnen alle», zum leuchtenden Muster dienend, marschiert aber d׳c Kolonie P c t a c 11 - T1 kwah. Obwohl die Pflanzungen ihre I laupteinnahmequelle bilden, verstehen ihre Besitzer auch sehr gut Getreidebau zu treiben, und haben aus 334 ha Acker- , boden 63 286 Frs. herausgcholt. 141 ha Weinberge;:brachten 29 213 Frs. und 804 ha junge Mandel- Pflanzungen bereits 163914 Frs. Die große Bedeutung von Pctach-Tikwah ruht aber in ihren Orangenpflan- Zungen, die eine Flüche von 631 ha bedecken. Obgleich noch am Beginn ihrer Produktionsfähigkeit stehend, haben sie 111» Berichtsjahr 141 753 Kisten im Werte von 467 322 Fr», gegen 88 431 Kisten im Vorjahre geliefert und somit bereits 14«/# des gesamten Exports von Jaffa-Apfelsinen produziert. Die sorgfältige Pflege junget Orangen verursacht noch sehr hone Unkosten, später sinken diese jedoch beträchtlich und lassen den Besitzern einen Reingewinn י von 55 »/#, Im ganzen haben die 153 Kolonisten in Petach-Tikwah eine Bruttoeinnahme von 670 105 Frs. gegen 466971 Frs. im Vorjahre gehabt. Leider schließt mit Pefach-Tikwah die Reihe der Kolonien mit gcmischfer Wirtschaft ab. Die folgenden Ansiedelungen setzen alle Hoffnungen und ihre ganze Arbeitskraft’ auf den Gefreidebaii. 1 )aller haben die Kolonisten der 5 Kolonien von Uiifergaliläa, welche 2481 ha sehr guten Bodens bestellt hatten, nicht so günstig nbgcsclinillcn, wie ihre unterncliimmgshiuigereu Brüder in Judäa. Zuzüglich einer geringen Einnähme von 11 (XX) Eres, aus der Milrhwirtsdialt lutlicn die 95 Kolonisten diese s Zentrums zusammen 265 414 Francs brutto und 1317 28־ F'rcs, netto eingenommen, Aul jede Familie entfiel demnach 1336 Eres. Jahresgewinn. Der Hektar Boden brachte da nur 102 Frs., woraus zu ersehen ist, daß gute Enden weniger durch gute Böden als durch gute Bauern erzielt werden. In der gleichfalls in Uutcrgalihia gelegenen Kolonie Sedjera wurden von 1620 ha nur 580, davon 130 direkt für Rechnung der I. C. A, bestellt. Letztere brachten pro llektar HO Frs., während die 26 Kolonisten nur 74,2 Frs. aus dem Hektar hcrausholen konnten. Die Kolonisten sind frühere Arbeiter, die von der I. C. A. gegen Abgabe von 20% der brüten in Natura angcsicdelt wurden. Die Methode wird seit einigen Jahren systematisch angcweiulct, so daß gegenwärtig in den Kolonien bereits 82 solche Pächter leben. Die von ihnen im Berichtsjahre bestellten 1305 ha haben 125 212,96 Frs. pro llektar ergetreu, ein Resultat, welches das Piiddersystcm lim so weniger empfiehlt, als die ״aiisgcsuclilcii Arheiler“ sehr hohe Produktionskosten haben, und ihnen daher pro Familie nur 654 Frs. übrigblieben. Auch die 4 Kolonien in Obcrgalil.ia stehen sich nicht besonders gut. Die 42 Kolonisten von R o s c 11 - Pi nah haben 18 453 Frs. aus ihren in voller Reife stellenden Mandelbäumen und 97 913 Frs. aus dem Getreidebau vereinnahmt. Ihr Reingewinn betrug 49 2*38 Frs., d. h. 1177 Frs. pro Familie, Die Summe würde wohl ausreichen, wenn die Kolonisten gegen Viehseuchen versichert wären, oder wenn sie im Berichtsjahre durch eine Rinderpest keine 50 Kühe und Ochsen eingebüßt hätten. Die 32 Kolonisten von J e s s o d - H a in a 1 o haben 832 ha bestellt und 61918 Frs. brutto resp. 24 903 Frs. netto erzielt. Im Vorjahre, das ein Schmittah-Jahr war, haben 21 von ihnen die Hände im Scholle behalten. Die Folge dieser überflüssigen Frömmigkeit (denn das Sch'niitlan- Gebot ist mit der Zerstörung des Tempels bekanntlieh außer Kraft getreten) war, daß sie bedeutende Schulden haben machen müssen. Die 17 Kolonisten von M i s c 11 in a r H a j a r ü e n haben 2*36 ha bestellt. Ihr Reingewinn aus Getreidebau nebst 5156 Frs, aus Gemüsebau und Viehzucht belief sieb auf 20400 Francs, d. h. 1200 Frs. pro Familie. Die 31 Kolonisten von 11 c t u I c h, der nördlichsten jüdischen Kolonie Palästinas, hatten von den Folgen der in Damaskus herrschenden Cholera sehr zu leiden gehabt. Der Verkehr stockte derart, daß sie ihr Getreide nur zu bedeutend herabgesetzten Preisen verkaufen konnten. Die Einnahmen sind daher von 53 463 Frs. im Vorjahre aut 51 *383 Frs. zurückgegangen. Die geringeren Bruttoeinnahmen sind aber durch wesentlich herabgesetzte Produktionskosten von 60 % auf 50 % reichlieh ausgeglichen worden. Ls beweist dieses, daß eine Anzahl ״Honvaleurs“, welche in frülieren Jahren in Mctulcl» reichlich vertreten waren, im Jahre 1910 die Kolonie verlassen haben. In der Tat sind da gegenwärtig 7 Stellen frei und sollen demnächst an jüdisclic Arbeiter vergeben werden. Zum Schlüsse sei noch die 6000 ha umfassende Do m iiiu■ in If au ra!11 erwähnt. Ursprünglich für jüdische Kolonisations/wecke erworben, wird sie jetzt von der 1. C, A. gegen Abgabe von 20 ׳׳/« der Fristen, an Araber verpachtet, An eine Ansiedelung jiidischer Kolonisten ist einstweilen nicht zu denken, da die türkische Regierung in jener Gegend immer noch wenig zu sagen hat und für Schutz von Leben und Eigentum nur mangelhaft sorgen kann. Vor 20 Jahren war die Macht der Regierung auch in Galiläa minimal, und noch vor 10 Jahren dürfte siel» da niemand ohne Flinte ־vor die Türe wagen Mit dem Bau der Bahn Haifa—Damaskus haben sich aber die Verhältnisse erheblich gebessert, Man darf daher hoffen, daß binnen weniger Jahre auch in Haurain bessere Zustände herrschen werden. Dann wird die jüdische Kolonisationsbewegung, die einstweilen dicht am Jordan halt machen muß, den Strom überschreiten und Kultur und Gesittung auch in das transjordaiiisclic Gebiet tragen. Deutschland Der Streit um das Gemeinde wähl recht der Aus- Binder beschäftigt jetzt auch die konservativ gericliteten jüdischen Blätter. So schreibt der ״Israelit“ in seiner jüngsten Nummer zu dem berüchtigten Artikel des ״Israelitischen Familidnblattcs“ u. a.: ״Den Gemeinden, die es mit ihrem jüdischen Charakter vereinbaren zu können glauben, die ausländischen Juden außerhalb des Gemeindestatuts zu stellen und sic zu Gemcindemitgliedorn zweiter Klasse zu degradieren, ist ein Verteidiger entstanden in einem Hamburger jüdischen Blatte, das der von ihm allenthalben wahrgeuomnicnen Stimmung ־־gegen die Ausländer gewissermaßen Ziel und Richtung gibt und sie auf eine bestimmte Formel bringt. . . . Man braucht nicht erst eingefleischter Zionist zu sein, um gegen eine solcherart vollzogene Teilung zwischen Juden und Juden zu protestieren. Man braucht nur ... jüdisch zu fühlen und zu denken, um das Unmdisdie und Illiberale in dieser völlig unbegründeten Zweiteilung zu erkennen. , , .״ In der ״J it d i s ch e!1 1' r c s א c“ schreibt Dr. Joseph Carlebach über da» gleiche Thema: ״Daß eine jüdische Zeitung cs wagen darf, solche Behandlung jüdischer Brüder vorzuschlngen theoretisch zu begründen und zu rechtfertigen, das'ist nur möglich, wenn es auch eine gewisse Partei hinter sich weiß, die solchen Vorschlag sympathisch aufnehmen wird. . . .“ Ucbügeus enthält die neueste Nummer des ״FamüiciiblatU“ an der Spitze des redaktionellen Teils die folgende Erklär 1111 g. Da meine Ansichten in manchen jüdischen Fragen mit denjenigen des Verlages nicht in Uebereinshm• rmmg zu bringen sind, seiie ich mich veranlaßt, mit’ dem heutigen Tage von der Leitung des Israelitischen. Lamilienblattes zurückzutreten. Hamburg, 19. Februar 1913. Dr. F. R o s e n b a u ni. * Bei der Besprechung des Fishbergsehen Buches ״Die Rasseniiurkrnale der Juden“ batte unser Referent 11 arauf hingewiesen, daß die ״Entdeckungen״ dieses Forschers voraussichtlich mit Nachdruck in den Dienst der assimilatorischen Propaganda gestellt werden würden. Jetzt machen auch schon einige Zitate aus dem Buch die Runde durch die Presse mit] wollen dem unkritischen Publikum weismachen, (lall der Jude, wie er von altcrsher im Volke bekannt war, letzten Endes doch mir ein Fabelwesen sei. In einer solchen Notiz ״Die sogenannte Judcnnasc“ wird ^beispielsweise auf Grund des statistischen Materials, dessen Qualität in unserem Artikel gebührend gcwürdigt wurde, ״nacligewiescn", daß dieses Frkenmings/cichcn ein durchaus trügerisches sei, daß vielmehr die ,,römische Nase“ unter den Juden vorwiegend sei. Da dieses Merkmal der ״jüdischen Konfcssion“ das einzige war, das aucfi von unseren Assiinilantcn unumwunden zugegeben wurde, so dar! man damit wohl die Judenfrage bis auf weiteres als gelöst betrachten. Das in Breslau erscheinende ״Jüdische Volksblatt“ schreibt: ״Auf dem sozialdemokratischen Parteitage hielt cs der ״Genosse“ Cohn (Görlitz) für passend, die Propaganda für den Austritt aus der Landeskirche zu verlangen. Dazu bemerkte der Abg. Hoffmann, daß man nicht nur den Austritt aus der Landeskirche, sondern auch aus dem Tempel empfehlen müßte. Die Antwort hatte der ״Genosse“ Cohn verdient. Aber sie zeigt uns auch, wessen wir uns von der Sozialdemokratie zu versehen haben. Eine merkwürdige Ironie aber bleibt es, daß der Abg. Hoffmann diese Antwort gab, der bekanntlich seinen Sohn zum jüdischen Religionsunterricht amtieldcte. Daß der Berliner Gcmcindevorstand in der letzten Repraseiitaiitcnvcrsainmlung dem Eindringen solcher unbefugten Elemente in unsere Religionsschulen einen festen Riegel vorschob, ist sehr am Platze.“ ♦ In einer Landesversammlung der Deutschen Reformpartei wurde 11. a. hervorgehoben, daß die Glanzzeit der Partei sich infolge des Mangels einer inneren Organisation und infolge des Fehlens von zielbewußten Führern nicht habe weiter entwickeln können. Außerdem enthalte das Parteiprogramm Grundsätze, die den heutigen Verhältnissen nicht mehr entsprechen. Infolgedessen sei eine Revision des Programms notwendig. Insbesondere dürfe die antisemitische Rassenfragc nicht mehr als Hauptfrage im Vordergründe stellen, sondern die Partei müsse in erster Linie für die wirtschaftlichen und sozialen Interessen ihrer Mitglieder eintreten. Das heutige Programm der Deutschen Reformpartei ist noch nicht allzu alt; es stammt aus dem Jahre 1906 und setzt an die Spitze ״den Kampf gegen den jüdischest Geist, gegen die wachsende Vcrjudung auf allen Gebieten des Lebens“. England ln der Zeitung ,,Jewish World“ erscheint eine Reihe von Artikeln über ״Jüdische Probleme“ aus der *Feder eines christlichen" Gelehrten und Redakteurs der großen konservativen Zeitung Daili Telegraf ״Mister Kenedi“, Er verurteilt jede Reforrnbewegung im Judentum, die die Abschaffung von alten Sitten und Gebräuchen verlangt. Als un jüdisch bezeichnet er die Rcformgemeinde in Amerika, wo bloßköpfige Männer und Frauen gemeinschaftlich am Sonntag im Tempel beten. ״Liberale,“ sagte der Schriftsteller, ״dürfen sich die Reformer nennen, aber nicht Juden.“ Hauptpflicht einer Rasse ist es in erster Reihe, für die Sclhstcrhaltuiig zu sorgen, nicht aber sich bemühen, der Umgebung durch Selbstverleugnung zu gefallen. Ebenso zu verurteilen sind die indifferenten Juden, die nur dem Namen nach Juden sind, und für ihr Volk nichts tun. Oesterreich Auch an der Prager deutschen Univcrs i t ä t agitieren antisemitische Studenten für die Ausschließung der ausländischen Juden von der medizinischen Fakultät. Hoffentlich wird die wirklieh fortschrittlich gesinnte Bevölkerung geschlossen gegen alle Versuche protestieren, die russische Juden- Politik bei uns cinzuführcn. Böhmen Der Israelitische Landcslehrervcrein in Böhmen hat ein Organ, die ״Mitteilungen des Israel. Landeslehrer* Vereins in Böhmen". Der Leitartikel der Februar- «t

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