Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 435 (sequence 455)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Grunwald, Mattersdorf. 435 Row mefalpel sein". Der Chatham Ssofer selbst sagt einmal: „So ist es mir gelungen, Her in Preßburg einen Issur einzuführen, den mir die Chachme M.s die langen Jahre hindurch verwehrt haben." Die Einschränkung der rabbinischen Autorität in rituellen Angelegenheiten durch den Vorstand ist in M. eben daraus zu erklären, daß die Vorsteher selbst bedeutende Talmudisten waren1). Hierhin gehört auch folgende Überlieferung: An Stelle der heutigen Jessod Hatorah oder in ihrer Nähe befand sich, wie erwähnt, ein Haus, welches im Volksmunde die „Gewürzbüchse" genannt wurde. Infolge des Familiantenwesens hatte diese kleine Behausung mehrere Besitzer. In den Tagen des Chatham Ssofer brannte diese Hütte gänzlich nieder. Über den hieraus entstehenden Besitzstreit äußerte sich der Chatham Ssofer: „Beim Gewürzbüchsel habe ich mich im Chauschen Mischpot klargemacht ." Der Nachfolger Mosche Schreibers wurde Bunam Eger, ein Bruder des berühmten Akiba Eger, dessen Tochter Sarah später die zweite Frau Mosche Schreibers wurde. Er starb 1820 und liegt in M. beerdigt. Auf ihn folgte Meir Almas. R. Mayer Popper, polnischer Herkunft, langte auf einer Reise durch die ungarischen Gemeinden knapp vor Rosch haschana aus Alma's in M. an und fand bei dem angesehenen Talmudgelehrten R. Mayer Malke Krassls gastliche Aufnahme. Rosch haschana fiel in jenem Jahre auf Donnerstag, so daß drei Tage aufeinander folgten, an denen man dem Gast, der Tag und Nacht in der gebetsfreien Zeit den Talmud studierte, nicht die Lampe, wenn das Öl ausgegangen war, von neuem füllen konnte. Aber, wie eine Legende zu berichten weiß, langte das Öl, das naturgemäß nur für eine Nacht gereicht hätte, für alle drei Nächte. Dadurch erwarb sich der Gast eine ganz be- 1) Ein Fleischhauer aus M., so heißt es, besuchte bei einer Anwesenheit in Altofen den Talmud Vortrag des dortigen Rabbiners R. Mosche Kunitz und setzte ihm in der Kontroverse so scharf zu, daß der Rabbiner ihn erstaunt fragte: „Wer seid Ihr?" „Ein Fleischhauer aus M.," war die Antwort. Worauf der Rabbiner: „Wenn in M. die Kazzowim so lernen können, wie erst die B'ne Toire!" 28*